Macht das Sinn?

  • Dies ist auch ein Vorgang, den die Sprache als System vollzieht, da greifen Mechanismen, die gehen nicht durch das Bewusstsein der Sprecher, deshalb ist auch die Lächerlichmachung von Sprechern, die die neuen Tendenzen der Sprache ausprobieren und letztlich in die Welt setzen, selbst eine lächerliche Attitüde. Die Sprachkritiker stellen die Wirklichkeit geradezu auf den Kopf: Nicht sie, sondern die "bildungsfernen" Schichten scheinen das Gespür für die Weiterentwicklung, und das heißt: Vervollkommnung unserer Sprache zu haben.

    Hurra, es gibt hier auch Systemtheoretiker. Sprache als höhere Emergenzstufe, die über unsere Köpfe hinweg ein "Eigenleben" entwickelt.

    Nur bei der "Vervollkommnung" gehe ich nicht mit. Da halte ich es mehr mit solchen Theoretikern wie Maturana und Varela, die von "Evolutionärer Drift" (anstelle einer Bewegung auf ein Ziel hin) sprechen.

    In diesem Zusammenhang ist auch der Vergleich, den der späte Wittgenstein in den "Philosophischen Untersuchungen" anstellt interessant: Da vergleicht er die Sprache mit einer Stadt. Ständig entstehen neue Viertel, andere kommen aus der Mode, verfallen etc. Diese Analogie halte ich für sehr treffend.

    „Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“

    Samuel Beckett (1906–1989)

  • jedes Fremdwort wird von der Empfängersprache verarbeitet

    What? :huh: Die Empfängersprache verarbeitet irgendwas? Sind es nicht eher die Sprachempfänger? ;)


    "fehlübertragener Anglizismus" war eine Verkürzung. Ursache dieser linguistischen Verkehrteinbürgerung war die (falsche) Annahme, dass die Englischsprechenden, wenn sie "to make sense" sagen, "Sinn machen" meinen, dabei ist hier das Verb "to make" falsch interpretiert bzw. übersetzt worden. Ähnliches ist dem "to argue" im "(no) need to argue" passiert.


    Aber, geschenkt.

  • Vielen Dank für die angeregte Diskussion, hat Spaß gemacht... Uuups: Spaß machen... geht denn das, kein Ding, kein Zustand, kein Gaspedal... :blume

    Aber auf meine These, dass "Sinn machen" den Prozess des Sinnaufbaus ausdrückt (wie es auch "Sinn ergeben" macht, aber dies mit finalem Akzent), wurde nicht ernsthaft eingegangen. Dass Deppen, die

    zur Verfeinerung unserer Sprache beitragen, kann einen schon zur Verzweiflung treiben. Aber vielleicht entwickelt sich die Sprache ja ganz anders, als Hänschen es sich so vorstellt (nämlich immanent, gemäß eigener Gesetzmäßigkeit: der Steigerung der Differenzierungsfähigkeit (=hat schon Jacob Grimm herausgefunden)). Wir würden uns vorsätzlich selbst verblöden und uns sogar unterhalb die intellektuelle Armutsgrenze katapultieren, wenn wir unsere Sprache auf den Stand von 1950 einfrören. :)

    Viele Grüße

    Jürgen

    "Kann jeder halten wie'n Dachdecker - nur nich so hoch" (Lieblingsspruch vonne Omma). Für mich zumindest ist es ein Unterschied, ob sich unsere Sprache weiterentwickelt (Standardbeispiele: Termini aus EDV, Technik etc) oder ob sie aus Dummheit, Faulheit oder warum auch immer falsch angewandt wird. Letzteres fällt für mich unter Verblödung und ist das exakte Gegenteil von Weiterentwicklung. Aber … (s. Omma) ;)

  • Ich schrieb es andernorts: Ich habe keine "Meinungsverschiedenheit" mit Dir, und deshalb auch weniger als keinen Bedarf, diese mit Dir auf irgendwelchen Kanälen auszutragen. Du gehst mir auf den Sack, Du schreibst nur Schwachsinn, Du drohst, Du missachtest Regeln, vor allem aber gehst Du auf den Sack (übrigens nicht nur mir). Dies hier ist eine ehrenamtliche Freizeitveranstaltung, die der Erbauung und dem Aufbaus dienen soll, aber Du sorgst durch Anwesenheit und Verhalten dafür, dass diese Positiveffekte in den Hintergrund treten. Bitte, geh einfach weg. Und bleib weg. Danke.

  • Wenn es was offizielles vom Verein mit ähnlichem Inhalt gibt, werde ich mich dazu selbstverständlich äußern. Bisher ist dies aber nicht so!

    Also, das ist so, Ostelbe Sieben:


    Du bist kein Mitglied des Vereins. Was gar nicht abwertend gemeint ist, sondern als - hüstel - Hinweis: Wenn man auf eine Party kommt und aneckt, dann ist es egal, ob das beim Gastgeber mit Hausrecht geschieht oder nicht - man möge Rückmeldungen ernst nehmen.


    Sei versichert, dass Toms - hüstel - Unmut nicht isoliert dasteht. Dass vereinsintern anders über Dich geschrieben wird als im öffentlichen Forum, wo man Dich weitgehend ignoriert.


    Du schreibst mit vielen Worten sehr wenig bis gar keinen Inhalt. Und das nervt viele.


    Ich selbst kann mir vorstellen, dass Du zu einer anderen Art imstande bist. Daher bitte ich Dich, über die Kritik nachzudenken und Dich damit auseinanderzusetzen.

    Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten. (William Somerset Maugham)

  • Unterschreib :write

    "Eine Geschichte darf unwahrscheinlich sein, aber sie darf nie banal sein. Sie sollte dramatisch und menschlich sein. Das Drama ist ein Leben, aus dem man die langweiligen Momente herausgeschnitten hat." Alfred Hitchcock

  • Elbe vom östlichen Ufer, ich schließe mich der Privatfehde von Tom an. Bleib einfach dabei, weiter mit deinen Texten bei irgendwelchen Subventionswettbewerben vorstellig zu werden, dann haben wir hier wenigstens Ruhe vor Deinen Auslassungen. Alles andere – auch zu Deiner BT-Sperre – wurde schon gesagt. Und außerdem: Einen Anspruch auf Gastrecht hast du nicht.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen & Legenden aus Franken

    ASIN/ISBN: 3955403602


    Mit Büchern können Sie meistens nicht viel verdienen. Aber ich komme in Kontakt mit anderen Menschen, und Buchveranstaltungen sind sehr viel besser als Rockfestivals.


    Billy Bragg (* 1957)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 281 – 4. Dezember 2020, S. 26

  • Auch ich, Ostelbe Sieben, sage es dir hier noch genau einmal, bevor ich deine Posts wie üblich ignorieren werde: Entgegen deiner Annahme, nicht der Anlass fürs weitgehende Ignorieren im öffentlichen Forum zu sein, bist du der Anlass. Grund ist dein Verhalten, und da herrscht vereinsintern große Einigkeit. Ich kenne niemanden im Verein, der noch Lust hat, sich mit dir auseinanderzusetzen, sprich: deine Posts zu beantworten oder PN zu empfangen. Weder Tom noch irgendjemand. Ich ausdrücklich auch nicht. Man kann es auch anders herum ausdrücken: Alle Vereinskollegen haben ausdrücklich keine Lust dazu. Es steht dir natürlich frei, das zu glauben oder nicht zu glauben. Das liegt außerhalb unseres Einflusses, also bleibt uns hier nicht viel übrig, als dich auch in Zukunft weitgehend zu ignorieren. Kommentieren werden wir deine Posts nur noch, wenn sie Leute, die neugierig und unbefangen bei uns hereinschauen, mit konfusen und dunklen Andeutungen über Streitigkeiten in der Vergangenheit verwirren. Es gibt keinen Streit zwischen irgendjemandem hier und dir, weil sich niemand mit dir streiten will, und es gibt für dich auch kein belehrendes "Wir hier" gegenüber Neulingen. Jede vitale Auseinandersetzung und jedes Wir ist entweder gelogen oder eingebildet.

  • Es geht weniger um eine Party, Alexander, dass ist in meiner Wertung eher eine juristische Einschätzung, die sich am Hausrecht orientiert. Dazu habe ich gar nicht die Absicht irgendwas einzuwenden... Ich bin aber eben nicht ungeladen zu einer Party gekommen (um im Bild des Hausrechtes zu bleiben) und habe deswegen ein normales Gastrecht (Lot-Thema, AT).


    Im öffentlichen Forum darf jeder gern ungeladen vorbeischauen, auch Du. Es geht jedoch darum, wie man sich danach benimmt.


    Du meinst mit michbetreffenden, vereinsinternen Statements meine BT-Runde?


    Nein. Es gibt hier den öffentlichen Bereich. Darin liest Du gerade. Außerdem den halböffentlichen, zu dem der BT-Bereich zählt. Er ist geschützt, weil man sich dafür anmelden muss, aber anmelden können sich auch Nicht-Vereinsmitglieder. (Für diesen Bereich bist Du gesperrt, weil Du Infos aus diesem geschützten Bereich in den öffentlichen gezogen hast.) Und dann gibt es den vereinsinternen Bereich. Der ist nur Mitgliedern zugänglich.

    Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten. (William Somerset Maugham)

  • Hurra, es gibt hier auch Systemtheoretiker. Sprache als höhere Emergenzstufe, die über unsere Köpfe hinweg ein "Eigenleben" entwickelt.

    Nur bei der "Vervollkommnung" gehe ich nicht mit. Da halte ich es mehr mit solchen Theoretikern wie Maturana und Varela, die von "Evolutionärer Drift" (anstelle einer Bewegung auf ein Ziel hin) sprechen.

    OT: Das von mir vertretene dialektische System wäre eben auch teleologisch und zweckgerichtet zu verstehen. Das ist natürlich ein Punkt, den die analytische Philosophie ablehnt. Aber die Vervollkommnung (okay, etwas übertrieben formuliert) der Sprache besteht im Moment gerade darin, dass sie - ablesbar an der Wortschatzerweiterung - immer genauer in der Ausdrucksfähigkeit wird.

  • Ich habe gerade meinem Hamster die Unterschiede zwischen öffentlichem Forum, BT-Runde und dem vereinsinternen Bereich des 42erAutoren e. V. erklärt.

    Er hat es verstanden.

    Er ist jetzt aber nicht auf dem Weg nach Putlitz um das Vereinsheim zu suchen, dein Hamster?

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    Billy Bragg (* 1957)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 281 – 4. Dezember 2020, S. 26

  • Das von mir vertretene dialektische System wäre eben auch teleologisch und zweckgerichtet zu verstehen. Das ist natürlich ein Punkt, den die analytische Philosophie ablehnt.

    Lieber Jürgen,

    die analytische Philosophie ist eine Passage, die ich selbst inzwischen hinter mir gelassen habe. Getreu meinem Motto, dass man eine Geisteswissenschaft nur dann richtig studiert hat, wenn man dabei mindestens zwei Mal das eigene Weltbild komplett auf den Kopf gestellt hat, bin ich Momentan schwerpunktmäßig mit Adorno unterwegs.

    Wenn ich wieder Zeit für dieses Forum habe, sollten wir unsere "Gespräche" hier fortsetzen. Bis dahin alles Gute.


    P.S.: Wollte dir eigentlich noch ein Like für deine Antwort auf das Göhte-Zitat geben. Aber aus dem BT-Forum bin ich auf eigenen Wunsch schon raus. Na ja, dann hier explizit: :like

    „Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“

    Samuel Beckett (1906–1989)