Beiträge von Amos

    Deinen Blogbeitrag habe ich gerne gelesen. Das war eine schöne Sonntagslektüre. Supertramp war und ist immer noch einegute Mucke. Frank Zappa und seine Mother of Invention habe ich Ende der 60ziger mal in der Grugahalle gesehen. Wie und warum ich dahin, kann ich heute garnicht mehr sagen. Geblieben ist in der Erinnerung, das ich das ganze Konzert lang nur staunend eine Show gesehen habe, die alles andere was ich bisher gesehen und erlebt hatte getopt hat. Die Zappa-LP ist im Laufe der Zeit bei mir verloren gegangen. Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre gab es fast jedes Wochende irgendwo ein Open-Air. Im Winter dann eher in Hallen. Die Preise waren ganz okay.Pink Floyd, Aachen im Stadion, unvergessen, ein Sounderlebnis. Auch noch immer gut. Rock on, bis zum nächsten Blogeintrag.

    Der 42er Blog ist seit einiger Zeit wieder aktiv. Gerne möchte ich allen Blogschaffenen hier einen herzlichen Dank schicken.

    Zeitreisen, Bücher vorstellen, das Leben von Autorinnen oder Autoren, jedesmal eine schöne Überraschung, jeder Beitrag freut mich.

    Wer im Forum unterwegs ist, dem empfehle ich, immer Mal auf den Button 42er Blog zu klicken

    VIelen Dank dOrit von gESTERN, Kinder-und Hausmärchen der Brüder Grimm sind aufgeschriebene Erzählungen. Soweit ist das schon bekannt. In der Jubiäumsausgabe von Reclam, 3 Bände, im dritten Band, sind alle Märchen mit Herkunftnachweise und auch die Originalanmerkungen aufgezeigt. Die Brüder Grimm haben vieles umgeschrieben, zeitgemäßig und moralisch einwandfrei, der Zeit geschuldet. Das Rothkäppchen, von Perrault, chaperon rouge, ist eine Erzählung zu dem Rotkäppchen. In anderen Ländern wird das Märchen ähnlich erzählt. Das ist das schöne bei den Märchen, überall in der Welt werden sie erzählt, überall in der Welt bleibt der Kern des Märchen, es wird aber jeweilig angepasst.

    Sehr treffend, besonders das :

    ....Aber ich habe beschlossen, an der ganzen Scheiße das Positive zu sehen: Ruhe, Frieden, neues Regal, keine Reisen, keine Filmtabletten, kein Durchfall, keine Durchfalltabletten, keine Beantwortung der Frage: "Frau Heidenreich, wie lange haben Sie für das Buch gebraucht?" Das ist schön. Ich erhole mich....

    Hi Tom, Deine Buchbesprechungen sind für mich oft der Anlass für einen Gang in die Stadtbücherei. Den Eschbach habe ich ganz zufällig dort liegen sehen. Es wird schneller dunkel und so konnte ich beim Kaminfeuer mich durch der Menschen mit Flügeln in eine fatastische Welt entführen lassen. Ein bisschen Kritik von mir ist, in den letzten zweihundert Seiten habe ich so den drive nicht mehr gesehen, gelesen. Alles war weiterhin gut mit der Geschichte verwoben, es schien mir aber so, als müsste Eschbach noch einige Seiten schreiben, damit das Ende nicht schon bei der Seite 1000 oder so endet. Insgesamt stimme ich Dir zu, er Lesegenuss. Vielen Dank für die wunderbare Buchbesprechung.

    Dorfroman

    Der Erzähler lebt in Hülkendonck, ein kleines Dorf am Rhein. Cleve ist die nächste Stadt. Neben Hülkendonck liegt Calcar, ein etwas größeres Dorf. Anfang der 70ziger Jahre wird das Dorf durch die Medien bekannt. Ein Schneller Brüter, ein Atomkraftwerk, soll dort gebaut werden. Der Brutreaktor sei ein wichtiger Schritt zu einer langfristigen und preisgünstigen Stromversorgung, sagen die Politiker und die Wissenschaftler im Fernsehen. Der Vater des Erzählers ist im Kirchengemeinderat von Hülkendonck. Das Baugelände gehört der Kirche und dem Großbauern Praats. Der will nicht verkaufen. Am Küchentisch hört der anfangs noch zehnjährige die Dorfgeschichten, ohne dass er es sich richtig vorstellen kann, vorüber die Eltern sprechen. Er will Tierforscher werden, wie Sielmann aus dem Fernsehen. Der Vater ist Befürworter des Atomkraftwerkes, die Dorfbewohner werden zu Gegnern oder Befürworter. Fünf Jahre vergehen, die gesamte Lage spitzt sich zu, auch im Elternhaus. Die Freundin des Erzählers ist im Widerstand, lebt im ehemaligen Melkstall vom Praats im Widerstand, in einer Kommune. Die beiden werden ein Paar.


    Das kleinbürgerliche Leben in dem Dorf am Niederrhein ist ruhig und sehr bildlich beschrieben. Die kindliche, jugendliche Perspektive ist ein nachvollziehbarer Spiegel der damaligen Situation um den Bau des Atomkraftwerks in Kalkar. Lesenswert.


    ASIN/ISBN: 3630875963


    Wattsap

    „Hömma, waisse aigentlich wat wattsab is“, frach ich Jupp, als er mal wieder auf meine Terasse für en Pilsken zu mich kommt.

    „Wattsab, wat soll dat sein? Sacht man doch so, quasi, wenn man mal abwaaten, et nich so eilich haben soll, ne?“

    „Dat habe ich mir schon gedacht, dat du vonne modernen Kommunikation kain blassen Schimmer hass.“

    „Moderne Kommunikation? Hömma, wat is los? Schon nen Pilsken zuviel getrunken? Moderne Kommunikation, Ker, Ker, wat Du alles immer so rumfrachst.“

    „Waisse“, sach ich, „gestern war ich bei der Karsunke. Als wa so in Küche lecker am Pilsken trinken sind, kommt dat Bärbel, waisse doch, dem Karsunke saine Tochter, rein. Tach sachtse, setzt sich annen Tisch, knabbert paar Chips ausse Tüte und daddelt auf ihr Smartphone. Jupp, wat ain Smartphone is, waisse schon wa?“

    „En Smartphone? Ne, kenn ich nich. Odda mainse die Dinger, wo die Leute mit auffe Strasse am Rumlaufen sind, am Quatschen sind, so für sich alleine?“

    „Dat main ich,“ sach ich. „Also, dat Bärbel ist da an daddeln und immer pieptet inne Daddelkiste von der. Dann geht’s mitte Finger über dat Tail, bissken später pieptet wieder. Ährlich, dat gibbet doch nich, immer dat Piepen. Da sach ich zu dat Bärbel:

    Hömma, wat machse den da überhaupt die ganze Zeit?

    Wat soll ich schon machen? sacht se, wattsab mit main Freund.

    „Watts ab? sach ich. Dain Freund kannet nich abwarten, oder wat? Da verdreht die die Augen und sacht: Main Freund und ich reden über wattsap.

    Hömma, sach ich, wattsab und dann piept dat bai dain Freund?

    Schon pieptet wieder.

    Ey, sacht dat Bärbel dann, ich hab kaine Zeit für sonn Gequacke. Wennse kain Smartphone hass, kennze viellaicht auch nich wattsap, steht auf, geht ausse Küche raus. Da hat der Karsunke die Augen verdreht und en Schlücksken von Pilsken genommen.

    Waisse Jupp, hat der Karsunke mir dann zu erklären versucht, wattsab, dat is ein moderner Kommunikationsdienst auf son Dingsda, äh, Smartphone. Unser Bärbel macht nur noch wattsab, die redet nich mehr mitten Vadder. Nich weil wa Ärger haben, miteinander, ne, immer pieptet.“

    „Ja ährlich,“ sacht der Jupp, „wennet immer piept, dat wär nix für mich. Auch nich auffe Terrasse, oder inne Küche und überhaupt. Is schon mal gut, dat du und ich kein Smartphone ham. Wennet andauert gezz hier piepen tät! Ne, ne, moderner Kommunikationsdienst! Blaib mich wech damit.“

    Jupp schüttelt sain Kopp, trinkt en Schlücksken, stellt dat Pilsken auffen Terrassentisch, sacht:

    „Waisse, dat ganze neumodische Gedöns is manchma ja auch richtig gut, so für dat Leben. Auto, Waschmaschine, Fernseh, allet gut. Abber mitnander, nur noch über sonne Daddelkiste, mit wattsab? Ne, da bin ich doch froh, dat et hier nich piepen tut und wir wie immer unser Pilsken ham und unsere Ruhe.

    „Jau,“ sach ich, „da sachse wat. Un wattsab, aines Tages tun se noch vergessen, wie se richtig miteinander reden können. Wenn dann ma sonnen Kommunikationsdienst ausfällt, vielleicht überall Stromausfall is, oder bisken Weltuntergang, wat dann? Wahrscheinlich waiß dann kainer mehr, watta da machen soll. Dann können se wahrscheinlich nich mal mehr Guten Tach sagen, so im richtigen Leben. „Watten wa’s ab“, sacht Jupp und stellt neue Pilsken auf den Gartentisch.