Beiträge von Peter S.

    Den Einstieg in einen Roman beherrscht er grandios.


    Er liebt halt die Geschichten (und die Figuren!) mehr als ihre Auflösungen


    Damit habt ihr beide Recht. Nach dem ersten Kapitel hat er einen am Haken und man kann nicht mehr aufhören. Nur finde ich Enden eben auch wichtig. Wenn man die ganze Zeit überlegt hat: "Was liegt dem Ganzen zu Grunde?" oder "Wie kommt das jetzt zu einem guten Ende?" und dann ... "Pfff, na ja, ach so ..." - Mich stört's schon sehr.

    Enden bei Eschbach sind immer so eine Sache

    Ich habe irgendwann aufgehört Eschbach zu lesen, weil ich seine Enden immer sehr enttäuschend fand. Schwer hier darüber zu schreiben, ohne zu spoilern, aber ganz allgemein:

    Einmal stellte sich die Grundlage der Story als schlechter Witz heraus; mindestens zwei Mal wand sich Eschbach durch einen Themenwechsel aus der Auflösung raus (immerhin: bei einem Mal davon ist mir diese Ablenkung erst beim zweiten Lesen aufgefallen); ein weiteres Mal wird alles durch einen Schwindel aufgelöst, auf den schon Philip K. Dick in einer alten Story gekommen ist; ein weiteres Mal war die Auflösung unglaublich banal ... Irgendwann habe ich es dann aufgegeben.


    Obwohl Eschbach andererseits auch viel Sense of Wonder zu erzeugen vermag. "Die Haarteppichknüpfer", "Quest" oder "Kellwitts Stern" haben viel davon. "Kellwitts Stern" empfehle ich heute noch gern.

    Meinst du damit, dass der Spieler sich frei "bewegen" kann in der Geschichte und sich damit sein ganz eigenes Abenteuer baut? Wäre super, wenn du dies an einem einfachen Beispiel verdeutlichen könntest.

    Ich erinnere mich daran, dass die intensivsten Momente in den Pen-and-Paper-Rollenspielen meiner Studentenzeit oft diejenigen waren, in denen die Spieler etwas originelles taten und der "Meister" (wie er beim "Schwarzen Auge" hieß, man könnte ihn auch den "Spielleiter" nennen) frei darauf improvisiert hat. Das ergab oft kleine Abenteuer am Rande, die allen Beteiligten viel Vergnügen bereiteten.


    In einem reinen Programm ist so etwas natürlich kaum möglich. Es sei denn, es befände sich am anderen Ende ein Mensch (oder eine so hochwertige KI, wie es sie heute kaum gibt und die auf jeden Fall viel zu teuer wäre).


    Denkbar wäre es wohl nur in einer Art rundenbasiertem Adventure, bei dem die Spielerin mal einen Tag auf die Antwort warten muss. In dieser Zeit würde der "Programmierer" bzw. die Spielleiterin sich die Reaktion überlegen. Ferner müsste es dann Textfelder mit offenen Antworten geben. Also z.B.: a) "Ich attackiere den Gegner", b) "Ich laufe weg", oder c) (freies Textfeld). Hier könnte die Spielerin dann eine eigene Antwort eingeben. Z.B.: "Ich nenne ihm den Namen meiner Lieblingstaverne in der nahegelegenen Stadt und lade ihn auf ein Getränk seiner Wahl ein". So könnte eine interaktive Geschichte entstehen; und/oder das Flussdiagramm eine Erweiterung erfahren.

    Dies ist auch ein Vorgang, den die Sprache als System vollzieht, da greifen Mechanismen, die gehen nicht durch das Bewusstsein der Sprecher, deshalb ist auch die Lächerlichmachung von Sprechern, die die neuen Tendenzen der Sprache ausprobieren und letztlich in die Welt setzen, selbst eine lächerliche Attitüde. Die Sprachkritiker stellen die Wirklichkeit geradezu auf den Kopf: Nicht sie, sondern die "bildungsfernen" Schichten scheinen das Gespür für die Weiterentwicklung, und das heißt: Vervollkommnung unserer Sprache zu haben.

    Hurra, es gibt hier auch Systemtheoretiker. Sprache als höhere Emergenzstufe, die über unsere Köpfe hinweg ein "Eigenleben" entwickelt.

    Nur bei der "Vervollkommnung" gehe ich nicht mit. Da halte ich es mehr mit solchen Theoretikern wie Maturana und Varela, die von "Evolutionärer Drift" (anstelle einer Bewegung auf ein Ziel hin) sprechen.

    In diesem Zusammenhang ist auch der Vergleich, den der späte Wittgenstein in den "Philosophischen Untersuchungen" anstellt interessant: Da vergleicht er die Sprache mit einer Stadt. Ständig entstehen neue Viertel, andere kommen aus der Mode, verfallen etc. Diese Analogie halte ich für sehr treffend.

    Hallo Miri,

    das Projekt erinnert mich u.a. an die Buchreihe "Abenteuer ohne Ende", die 1984 an den Start ging:


    Abenteuer ohne Ende


    Abenteuer ohne Ende 2


    Es funktionierte nach dem Prinzip: "Du hörst vor dir Geräusche eines Kampfes. a) Ziehst du dein Schwert und läufst du schnell dort hin, dann lies auf S. 253 weiter. b) Willst du dich langsam anschleichen, dann schlag S. 67 auf. c) Wenn du den Kampf vermeiden und umkehren willst, dann geht es für dich auf S. 167 weiter." Und das immer so weiter, bis man eines der Enden erreicht. Nicht alle sind Happy-Ends. Es gibt auch schlechte Enden, offene Enden und solche, bei denen die Bilanz gemischt ausfällt.

    Ist dein Projekt so ähnlich beschaffen?

    Gefällt mir sehr, die Lanze, die du hier für Thomas Mann brichst.

    Als ich letztes Jahr in Lübeck war (dort spielt der Roman "Die Buddenbrocks" - diese Erklärung ist jetzt bestimmt nicht für tortitch, sondern für andere, die hier mitlesen), fing ich an zu überlegen, ob ich die Werke dieses Autors vielleicht von der Liste der Bücher, die ich niemals lesen werde, herunter nehme. Jetzt hat diese Überlegung eine Bestärkung erfahren.

    Ich frage mich gerade, wann und vor allem wodurch das "Sinn machen" überhaupt hier herüber geschwappt ist. Mein Hauptverdächtiger:


    ASIN/ISBN: B00H03P4WY


    Stop Making Sense


    Ich erinnere mich außerdem, dass die erste Diskussion, die ich zu diesem Thema hatte, im Herbst 1990 stattfand. Da waren einige, die hier mitlesen und -diskutieren, noch gar nicht auf der Welt.

    Ihr könnt euch auf den Kopf stellen - "Sinn machen" wird sich in der Sprache etablieren und seinen Platz dort behaupten. Ist ja schon längst passiert. Sprache ist halt lebendig. Sie führt folglich ein Eigenleben, und vorschreiben zu wollen, was darin geht und was nicht, ist zweckloser, als einen Pubertierenden von etwas abhalten zu wollen, das er sich in den Kopf gesetzt hat.


    Nichtsdestotrotz :blume bevorzuge ich selbst das "Sinn ergeben" oder "Sinn haben". Es klingt in meinen Ohren etwas feiner. Und "nichtsdestotrotz" verwende ich für gewöhnlich gar nicht. Aber hier schien es mal richtig gut zu passen !;-)!!.

    Kabel ist besser


    Ich habe mit einem TP-Link sehr gute Erfahrungen gemacht (und unsere Stromleitungen sind noch aus dem letzten Jahrhundert). Zur Zeit hänge ich gerade selber daran.


    Aber vielleicht solltet ihr den Computer eures Sohnes erst einmal direkt mit einem Kabel an den Router hängen, um zu testen, ob das hausinterne W-Lan überhaupt das Problem ist.

    die Wiedergabe auf dem Etikett lässt vermuten, dass es sich hier durchaus um eine künstlerische Verfremdung des Genitiv-Apostrophs handelt

    Diese künstlerische Verfremdung ist gar nicht so dumm. Dadurch ist es nämlich zugleich ein Singular- (Apostroph vor dem s) und ein Pluralgenitiv (Apostroph nach dem s).

    Von mir ein ganz billiger Tipp. Den habt ihr vielleicht schon ausprobiert, aber ich schreib ihn hier einfach mal hin:

    Wenn die Übertragung zu sehr ruckelt, das Bild ausschalten. Reines Audio braucht erheblich weniger Bandbreite.

    Das mache ich mit meinen Leuten in den Zoom-Sitzungen so, wenn wir zu viele sind.