Beiträge von Kristin

    Auch ich, Ostelbe Sieben, sage es dir hier noch genau einmal, bevor ich deine Posts wie üblich ignorieren werde: Entgegen deiner Annahme, nicht der Anlass fürs weitgehende Ignorieren im öffentlichen Forum zu sein, bist du der Anlass. Grund ist dein Verhalten, und da herrscht vereinsintern große Einigkeit. Ich kenne niemanden im Verein, der noch Lust hat, sich mit dir auseinanderzusetzen, sprich: deine Posts zu beantworten oder PN zu empfangen. Weder Tom noch irgendjemand. Ich ausdrücklich auch nicht. Man kann es auch anders herum ausdrücken: Alle Vereinskollegen haben ausdrücklich keine Lust dazu. Es steht dir natürlich frei, das zu glauben oder nicht zu glauben. Das liegt außerhalb unseres Einflusses, also bleibt uns hier nicht viel übrig, als dich auch in Zukunft weitgehend zu ignorieren. Kommentieren werden wir deine Posts nur noch, wenn sie Leute, die neugierig und unbefangen bei uns hereinschauen, mit konfusen und dunklen Andeutungen über Streitigkeiten in der Vergangenheit verwirren. Es gibt keinen Streit zwischen irgendjemandem hier und dir, weil sich niemand mit dir streiten will, und es gibt für dich auch kein belehrendes "Wir hier" gegenüber Neulingen. Jede vitale Auseinandersetzung und jedes Wir ist entweder gelogen oder eingebildet.

    Und, Kristin, falls Du das hier liest: Sind die Kinderbuchklassiker (Lindgren, Preußler, Ende, ...) eigentlich nach wie vor gefragt im Buchhandel? Wir haben sie unserem Sohn damals noch alle vorgelesen und er hat sie geliebt. Was beweist, dass sie über die Jahrzehnte nichts von ihrem Reiz eingebüßt haben.

    Huch, habt ihr schon viel diskutiert hier! Ja, Anja, sind sie! Also, gefragt. Bzw. ich empfehle sie, wann immer es passt, und es gibt mehr oder weniger zwei Reaktionen: "Ach, die haben sie alle längst!" oder "Ja, wenn Sie das sagen, dann probiere ich das mal." Ich glaube, nur wenige bereuen das dann, und ich glaube auch, diese Bücher werden ihren Charme noch in hundert Jahren haben. Sie sind schön, aber nicht beschönigend oder harmlos. Sie sind lustig, aber nie albern.


    Wir haben hier ja schon oft darüber gesprochen, dass man als Autor erzählen darf, was man möchte, Hauptsache, man erzählt es gut. Und wenn der kleine Wassermann durch seinen Dorftümpel schwimmt und irgendwas macht, von dem ich überhaupt nicht mehr weiß, was es war, nur dass ich es als Kind so gerne wissen wollte, dass ich es gelesen habe, obwohl ich noch nicht lesen konnte, nur, um es lesen zu können - dann, ja dann habe ich den Anfang vom Satz vergessen. Am Ende konnte ich jedenfalls lesen. Krabat wiederum ist herrlich gruselig, und wer das Buch als Kind mag, muss für diesen wunderbaren Grusel halt mit ein paar schlechten Träumen bezahlen. Alles im Leben hat seinen Preis, und den Kindern ist es das wert. Und die Eltern sollten sich da keine allzu großen Sorgen machen; es ist ja nicht Saw oder so.


    Was Astrid Lindgren angeht, ist sie die geschickteste Verweberin sozialkritischer und psychologischer Themen mit nur scheinbar idyllischen Geschichten , die mir je untergekommen ist. Auf die Weise bekommen Kinder die Vision einer heilen Welt mit auf den Weg, müssen sich aber nicht fragen, ob sie mal wieder betuppt werden sollen.


    So, glühender Vortrag beendet, Dozier-Modus aus. ")"

    :rofl Oh, Kaelo, jetzt kann ich nicht widerstehen und muss mich outen: Es war einer meiner Blogtexte, an der sich die Diskussion um das Sinn machen entspann (der verspätete Neujahrsgruß vom letzten Sonntag). Ich habe völlig blauäugig das Sinn machen für salonfähig gehalten, entsprechend fröhlich verwendet - und natürlich geändert, als meine Blogkollegen mich darauf hinwiesen.


    Dein Widerwille gegen das Sinn machen muss ungefähr dem ähneln, den ich beim Wort nichtsdestotrotz empfinde - seit Jahrzehnten im Gebrauch, und trotzdem von mir als grauenhaft falsch, falsch, falsch empfunden.


    Wie auch immer und um bei den dümmlich falsch benutzen Scheinanglizismen zu bleiben: Du machtest meinen Tag! :gimme5

    Ja, das Nörgeln kann auch eine Art Loslass-Schmerz sein. Mein einziger Tipp: Verbrate die Figur nicht um des Verbratens willen, bevor du weißt, was sie von dir will. Sie muss sich schon klarer äußern. Du musst sie auch nicht töten. Du kannst sie ghosten, oder du kannst so tun, als ob sie wegzieht und ihr euch aus den Augen verliert. Vielleicht trefft ihr euch mal wieder, und dann, mit der nötigen Distanz, erzählt sie dir alles. Vielleicht verstirbt sie aber auch. Einfach so, ohne dein Zutun. Eigentlich alles wie im echten Leben! ^^

    Ich habe lange darüber nachgedacht und würde auch "Machste mir einen Wodka-Cola" sagen/ schreiben (mit Bindestrich, genau). Genau wie einen Gin-Tonic. Der Ansatz dabei: Ist es vielleicht so, das sich das Geschlecht sozusagen nach dem Main Act in dem Getränk richtet? Keiner bestellt einen Wodka-Cola der Cola wegen!

    Im Allgemeinen gibt es eine schöne Eselsbrücke... Zwei Fahrräder können sich gleichen aber nicht selben.

    Hmmm ... Also, ich kann vorm Spiegel stehen und sagen: "Ich selbe mir heute wieder so schön!"? =)


    Witzige Diskussion! Bis zum Komplettaustausch veränderte Anzüge, das Schiff des Theseus - und sagt man nicht, dass auch beim Menschen alle sieben Jahre die Zellen in ihrer Entität (höhö) ausgetauscht werden? Und wird die Diskussion dadurch weniger kompliziert? Ich denke, nein.


    Ich versuche mich auch mal:


    1) Weder, noch. Das Ulkige da im Spiegel ist kein Mensch (also, hoffentlich nicht). Es ist eine Reflektion meines Selbst und gleicht mir nicht mal. Es hat ein paar Merkmale von mir, aber ist doch insgesamt recht zweidimensional.


    Und wenn ich mir die anderen Punkte anschaue, dann werde ich völlig irre. Denn was ich zu 1) schrub, lässt sich auf 2, 3 und 4 ebenso anwenden. Es sind immer nur Reflektionen, Hirnwelten, Gedankenkonstrukte, Projektionen, Annahmen, Sichtweisen, und wechselnde Perspektiven, die mein vermeintliches Selbst bestimmen. Wodurch natürlich 5) ad absurdum geführt ist, und nein, da gibt's auch keinen passenden Single Malt, mein 2021 ist gelaufen, danke, Jürgen! :schmoll

    Ich gestehe, die Spiegelsache habe ich auch schon verwendet

    =) Ich gestehe, ich auch! Also, so halb. Es war eine alte, verkratzte Schöpfkelle, die Gesichter entsprechend verzerrt. Das war, als mir auf ca. Seite 100 auffiel, dass nicht mal klar war, ob mein Liebespaar eher helle oder dunkle Typen sind. Da musste schnell etwas passieren, und zu einem richtigen Spiegel konnte ich mich dann doch nicht überwinden!

    Hallo, Birgit,


    ich denke, es kann funktionieren, ja. Als Leser brauche ich Personenbeschreibungen im Sinn von Haar- und Augenfarbe, Größe etc. so gut wie gar nicht. Wenn es einfließt, schön. Ich lese gerade einen Roman von Rolf Lappert, der personal zwischen verschiedenen Perspektiven wechselt. Da kann es geschehen, dass eine Person A eine andere Person B kennenlernt und findet, dass die weiße Gesichtshaut seines Gegenübers einen ulkigen Kontrast zu den sehr dunklen Haaren darstellt. So finde ich es okay. Oder wenn Angelika Klüssendorf ihre Hauptfigur April immer mal wieder Bezug nehmen lässt auf ihre Magerkeit, ihre Knochigkeit (Spitzname Rippe, oder Rippchen). Das ist ein Thema des Romans und vermittelt mir viel mehr darüber, wie April durchs Leben geht als die exakte Haarlänge o.ä. Ich habe gerade überlegt, ob ich es je weniger brauche, als je "besser" oder "anspruchsvoller" ich die Literatur bewerte, aber das stimmt nicht. Ich würde auch bei Chicklit niemals etwas brauchen wie: Sie kämmte ihre langen, blonden Haare. Grusel!


    Beim Schreiben? Ist alles denkbar. Warum nicht die Ich-Erzählerin einfach mal sagen lassen: Ich bin blond. Knallblond. - und dann kann man ja immer noch Sätze folgen lassen wie: Letzte Woche war ich schwarz. In der davor rothaarig. Da fragt man sich doch als Leser, und das Sichfragen ist doch das, was wir beim Schreiben anstreben. Wenn ich hingegen doch mal ausdrücklich will, dass der Leser ein Bild hat, dann kann ich entweder die Figur vergleichen, "Jamie Oliver für Arme" oder z.B. schreiben: Der Mann heißt Glump und sieht auch so aus. Alles ist möglich! Was ich hasse wie die Pest, ist der Spiegeltrick. Ich hasse ihn so sehr, dass ich meine Figuren manchmal vor den Spiegel stelle und dann extra und aus reiner Bosheit nicht beschreibe, was da zu sehen ist :evil.


    Unterm Strich würde ich es eher mit deinem Schreibpartner halten. Ich würde den Leser entscheiden lassen, ob er die Hauptrolle im Kopf mit Sibel Kekilli oder Nora Tschirner besetzt (ob Nora Tschirner oder Marianne Sägebrecht sollte aber schon irgendwie zwischen den Zeilen durchschimmern 8o).

    Von mir auch die besten Wünsche für die Weihnachtstage und das ausklingende Jahr. Bleibt gesund oder werdet es, bleibt bei allem so fröhlich und gelassen wie nur möglich, und hofft mit mir auf ein Wiedersehen in nicht zu ferner Zukunft!


    Ach ja: Das Gedicht ist sehr schön, Monika, beruhigend irgendwie, danke dafür!

    Also, ich finde, vorwarnen hat schon eine leicht andere Bedeutung als warnen. Wenn die Nachbarn sagen: "Vorsicht, wenn ihr uns besucht: Wir haben einen bissigen Hund!", dann haben sie mich vorgewarnt - nämlich bevor ich mich in die heikle Situation begebe. Wenn ich aber bei den Nachbarn die Hand ausstreckte, um den Hund zu streicheln, und sie sagen: "Vorsicht, der beißt!", dann warnen sie mich.


    In dem Fall halte ich den Unterschied für eine zwar verzichtbare, aber doch die Sprache bereichernde Nuance.