Beiträge von Kristin

    Hallo, Torsten, ich habe hin- und herüberlegt, aber zu so einer Erzählhaltung fällt mir bisher kein bestehendes Werk ein. Was gut für dich ist, oder? Aus der Idee lässt sich eine Menge machen, denke ich. Was zum Beispiel, wenn sich der so erzählte "Film" als Realität entpuppte? Spannend!

    Naomi wusste nicht mehr ein noch aus. „Verfluchtes Beil in meinem Hirn!“ schrie sie auf, „Lass mich einfach in Ruhe!“ Die Axt schlitzte blind auf sie ein, brach ihr Gehirn entzwei, und sobald dieser heiße Schmerz sich ein wenig beruhigte, begannen die Glockenschläge von rechts und links auf sie einzudreschen, dass ihr schwindelig wurde. Sie schloss die Augen und sah die Sterne vor sich tanzen. „Es ist immer dasselbe Muster“, dachte Naomi verzweifelt. Dann, wie einem unabänderlichen Muster folgend : Das Beil verkeilte sich zwischen ihren Augen, riss sie entzwei und füllte die Spalte mit kochendem flüssigem Stahl. Ihr blieb die Luft weg.

    Weil: Das tut so weh, da denkt sie in dem Sinne nichts mehr. Und auch danach würde ich lieber nicht beschreiben, wie es immer abläuft, sondern, wie es jetzt abläuft. Du willst doch, dass der Leser in der jetzigen, doch immerhin sehr schmerzintensiven Szene ist!


    Und in der zweiten Szene lass am besten sämtliche Adjektive bei den Inquits weg. Das Zweifelnde, Gelassene, Bewundernde, Nachdenkliche muss aus dem Gesagten hervorgehen. Dem scheinst du noch nicht zu trauen. Und: flehte sie stumm, nicht insgeheim.


    Ich mache es selbst meistens so:


    "Ich selbst", sie nahm die Hände von der Tastatur, hob den Kopf und sah ihn an, ohne ihn wirklich zu sehen. "Ich selbst mache es meistens so." Etc.


    Oder auch, wie Jürgen es beschrieb:


    "Nicht so!" Geflüstert. Das aber sparsam und nur, wenn es sehr emotional zugeht.

    Ui, da hat Mr. Sandman aber mal seinen Job gemacht. Ich beneide dich richtig ein bisschen drum - eine packende Story frei Haus! Was ich, glaube ich, machen würde, wäre, zunächst mal eine KG oder Skizze schreiben und die dann darauf abzuklopfen, ob sie das Potential zu was Größerem, Längeren hat. Ansonsten: Die Zeit wird's weisen. Es ist vielleicht so wie mit dieser tollen Jacke, die wir in einem Geschäft sehen, und von der wir nicht wissen, ob sie uns wirklich glücklicher machen wird. Wenn die mir nach einer angemessenen Zeit immer noch im Kopf herumspukt, dann tendiere ich dazu, sie zu kaufen. Im Falle der Jacke wäre das vielleicht eine Woche oder so. Jedenfalls wünsche ich dir viel Freude mit dem Stoff!

    Liebe Silke!



    Vielleicht werde ich also diese Woche nur zu einer fleißigen Hausfrau.

    Hilft echt! Eine Woche, nachdem ich es beim Blogbuster-Preis nicht von der Long- auf die Shortlist geschafft hatte, war mein Garten so schier und schick wie nie zuvor! Und:


    Trotzdem hadere ich jetzt mit allen meinen Charakteren und dem Spannungsbogen und den Themen

    Nein! Oder meinetwegen ja, aber bloß nicht auf Dauer! Wenn ich dich recht verstanden habe, ist es eine Agentur (deine Wunsch-Agentur), die du angeschrieben hast, also bieg die Krone wieder in Form und mach weiter. Und schreib bloß nicht immer nur eine Agentur an, sonst fährst du dereinst mit dem Rollator zu deinen Lesungen! Soll ich dir mal meine tolle Bilanz verraten? 21 Agenturen, zeitversetzt kontaktiert, danach: 5 Absagen/14 Nicht-Reaktionen/1 Anforderung des Gesamtmanuskripts ohne Reaktion bisher (4 Wochen später)/ und, halleluja: Gerade heute noch eine Anforderung des Gesamtmanuskripts, von einer Agentur, die ich vor zwei Wochen anschrub. Okay, bei so viel Einigkeit könnte ich langsam mal meinen, es liegt am Manuskript und nicht an den "doofen Agenturen" (von denen mir nicht eine einzige den Hauch einer Begründung geliefert hat), aber ich glaube nun mal an meine Geschichte und mache weiter. Aber es ist schon sehr tagesformabhängig: Meistens nehme ich es sportlich und denke, dass ich auch ohne Veröffentlichung ein wunderbares Leben habe, aber manchmal nachts liege ich da und bin einfach wütend. Und sauer. Und enttäuscht. Und ungeduldig. Und alles - bis hin zu bitteren Selbstzweifeln, weil ich ja schon eine etwas betagte Debütantin und somit nicht mehr gut vermarktable bin.


    Also: Ganz viel backrubbing auch von mir - und nicht den Mut verlieren! Du kannst dir auch irgendeinen, öhem, nicht so tollen Roman vornehmen und dir sagen, dass, egal, wie oft sie deinen ablehnen, er bestimmt hundertmal besser ist als das andere dumme Ding, das immerhin gedruckt und zwischen zwei Deckel gepresst wurde.


    Dorits Vorschlag, falls du dich nicht traust anzurufen oder dir blöd dabei vorkommst, finde ich super: So zu tun, als wärst du jemand, der mit sowas keine Probleme hat.

    Ich habe die Rezi gerade gelesen und bestelle das Buch mal ganz neugierig für unseren Laden. An einen Auszug aus dem Buch erinnere ich mich, es ging da um eine ganz besondere Anatomiestunde. Danke, Tom - und natürlich danke, Dorit!

    Moin, Janne, willkommen hier!

    Ja, dass fände ich interessant, mal in einer unserer Besprechungstext-Runden eine Kostprobe aus deinem Roman zu lesen!

    Dankeschön, Jürgen! Ich bewundere alle, die sich Geschichten ausdenken und schlüssig erzählen können. Ich würde mich bei dem Versuch vermutlich verzetteln, Handlungsstränge und Charaktere durcheinander würfeln.

    Das lernt sich. Und die Texte auf deiner Homepage hören sich nicht nach "Verzetteln" an. Ist doch alles sehr strukturiert - und interessant zu lesen obendrein.


    Was ich damit eigentlich sagen will? Moin, Paul!