Beiträge von Kristin

    Moin an alle und besonders an die Frauen ab 47!


    Dieses recht neue Online-Frauenmagazin der etwas anderen Art fiel mir jüngst auf, und ich verlinke es hier für euch:


    - Leuchten für Fortgeschrittene (palais-fluxx.de)


    Keine Kochrezepte, keine Schminktipps - vielleicht kann trotzdem deswegen die eine oder andere etwas damit anfangen! Mitgestalten ist jedenfalls prinzipiell erwünscht.


    In diesem Sinne: einen inspirierten Weltfrauentag! :strauss

    Mehr noch. Wenn ich als schwarze Journalistin mich dagegen verwahre, dass jemand Weißes das Gedicht einer Schwarzen übersetzt, ist nicht genau das auch wieder Rassismus, also in dem Fall Selbstdiskriminierung? Ich breche dadurch die Aussagen des Gedichts (etwa, dass die Dichterin wie viele Menschen an den Amtswechsel im Weißen Haus große Hoffnungen knüpft) auf die Tatsache herunter, dass eine Schwarze es geschrieben hat, und reduziere sie damit einmal mehr auf ihre Hautfarbe - und zwar über ihren Kopf hinweg, wenn ich es richtig verstanden habe. Ich würde mich schön bedanken, wenn ich Amanda Gorman wäre, wobei ich natürlich nicht weiß, wie sie es aufgefasst hat.

    Wenn es, wie du schreibst, nur eine Elfe ist: der Elfe Herz. Der Elfen Herz, nur wenn es mehrere sind (falls du nicht gendern willst. IFalls doch: der Elf*innen Herz ;), nicht ganz ernst gemeint). Da aber nach meinem Gespür ein einziges Herz nicht wie eine Ansammlung von Tautropfen leuchtet: der Elfe Herz gleich einem Tautropf leuchtet. Wobei. Glitzern Tautropfen nicht eher?

    Inzwischen habe ich für jede Stimmung einen Text, an dem ich dann schreibe. Das kann doch nicht die Lösung sein, oder?

    Warum nicht? Unterschiedliche Texte entstehen doch nun mal in/aus unterschiedlichen Stimmungen. Gerade wenn du, wie du schreibst, noch eher in der Anfangsphase bist, kannst du erstmal alles ausprobieren, mal schauen, was kommt. Mit zunehmender Routine wirst du das immer besser steuern und planvoller schreiben können.

    Unterschiedlich. Ich weiß ja so in etwa, welche Szenen ich für mein Projekt noch brauche. Und da ich ich nie von Anfang bis Ende schreibe, sondern bunt und lustig und völlig unchronologisch durcheinander, habe ich es eigentlich kommod und kann mir aussuchen, was gerade zur Stimmung passt. Das ist der häufigste Fall.


    Manchmal läuft es aber auch umgekehrt. Dann lasse ich mich von der Szene, die ich gerade schreibe, anstecken und in die entsprechende Stimmung versetzen. Das ist auch okay. Und es ist mir schon passiert, dass ich etwas Ernstes schreiben will und zwei Minuten nicht aufpasse, und schon blödeln sie herum, weil ich selbst anscheinend in alberner Stimmung bin. 85,7 Prozent von sowas fallen allerdings der nächsten Überarbeitung zum Opfer! :roll

    Hallo, Birgit,

    Wenn ich ein Gedichtband in den Händen halte mit 100 Seiten, würde mir allein der Anblick des dicken Buches die Laune am Lesen nehmen ...

    Ich denke auch, mehr als ... hm ... drei Dutzend oder so? - würden nicht mehr den Tatbestand des Ausgewählten erfüllen. Jedes Gedicht soll ja etwas ganz Besonderes sein. Viel Spaß und Erfolg beim Zusammenstellen und Gestalten! Erstellst du die Grafiken selbst?

    Ich verstehe es so, das sich sich der Plural Wörter auf das Wort als grammatisches Konstrukt, auf den Bestandteil eines Satzes oder Sprachsystems bezieht. Ein Satz besteht aus (oder eine Sprache umfasst) so und so viele Wörter. Jedem dieser Wörter ist eine klar definiere Bedeutung (z.B. laut Duden) zugewiesen. Der Plural Worte bezeichnet dagegen den Sinngehalt von etwas Gesprochenen oder Geschriebenen, das aus irgendeiner Anzahl von Wörtern besteht - von einem Satz bis hin zu einer längeren Rede: Deine Worte haben mich sehr bewegt. Oder: Er ist kein Mensch vieler Worte.

    Wörter ist konkreter, Worte abstrakter.

    Ich glaube, den Film Genius habe ich mal gesehen. Es ist doch der, wo der Verleger diese coole Passage:

    „Jeder von uns stellt alle Summen dar, die er nicht zusammengezählt hat. Versetze uns in Nacht und Nacktheit zurück, und du wirst erkennen, daß die Liebe, die gestern in Texas endete, vor viertausend Jahren auf Kreta begann. Der Same unseres Verfalls wird in der Wüste blühen, am Fels wächst das Heilkraut, und unsre Leben werden von einer Schlampe aus Georgia heimgesucht, weil ein Beutelschneider in London ungehenkt blieb. Jeder Augenblick ist die Frucht von vierzigtausend Jahren.“

    auf den Satz eindampfen würde: Ich wurde im Jahr xxyy in xy geboren, oder? Sehr empfehlenswert für alle Schreibenden! Und alle anderen auch.

    Ich wünschte, ich hätte noch das Foto von meiner in Gelb- und Orangetönen gehaltenen Tasche, nachdem ich einmal eine halbe Stunde auf einer Bank am Meer gesessen habe ... Das war ein lustiges Foto, und ich würde es euch gern zeigen. Alles schwarz! Ich finde den Vergleich 'rapskäfergroße Buchstäbchen' sehr griffig, Torsten - danke für die schöne Rezension!

    Und was den letzten BT betrifft, finde ich schon dass er in eine Richtung geht, die eine genügende Distanz zum Thema zeigt.

    Danke, Dorit! Genau, den Text habe ich ja auch nicht geschrieben, weil ich 'unbedingt auch mal was zu Corona schreiben' wollte, sondern, weil ich genau diesen Einzelaspekt, um den es geht, spannend finde. Und zu diesem Einzelaspekt habe ich wirklich genügend Distanz, einfach, weil ich über ihn nachgedacht habe. Wie ich schon weiter oben schrieb: Natürlich können wir nicht aus der Vogelperspektive über die Pandemie schreiben - aber über einzelne Facetten, Gedanken, Ideen und Gefühle meiner Meinung nach sehr wohl. Warum soll man nicht über den merkwürdigen Vergleich der Krankheit mit einem Kriegszustand schreiben? Wenn das nicht Stoff für eine Story ist, dann weiß ich auch nicht. Eh klar, dass jeder selbst entscheidet, ob er das lesen will. Es ist völlig legitim zu sagen: Nee, danke, das kann und mag ich im Moment lesen. Oder: Ich mag es heute nicht lesen, heute lese ich lieber Krimi, um das ganze Gesumse mal gepflegt zu vergessen.


    Coroneskes Selbstmarketing - diese Ansicht teile ich eher nicht. Ich sehe es neutral, denke, die meisten Leute wollen mit ihren Liedern, Sketchen, Texten etwas ausdrücken und tun es halt. Mal mehr, mal weniger gelungen, wie Künstler oder generell Leute eben so sind. Diesen speziellen Song empfinde ich am ehesten als leicht satirischen Appell. Und warum auch nicht? Satire, überhaupt Humor, war schon immer das Mittel der Wahl, wenn Menschen zu etwas, was ihnen zu schaffen macht, Distanz gewinnen möchten. Was vielleicht auch die Wahnsinnsschwemme lustiger Videos erklärt.

    sondern vielmehr damit, dass man den Stammtisch sozusagen künstlerisch verlängert, weil einem nichts Besseres einfällt.

    Irgendwie sind das für mich zwei verschiedene Dinge. Kunst auf der einen und das ubiquitäre Kundtun von Meinungen auf der anderen Seite. Klar, Corona ist allgegenwärtig - in den sozialen Medien, in den Nachrichten und den Talkshows (bei denen kurz vorm Wegzappen auch oft denke, was unterscheidet die eigentlich von einem Stammtisch?) Wenn ich so drüber nachdenke, dann ist mir das Thema in der Kunst bisher noch gar nicht so viel begegnet. Gibt es schon Corona-Spielfilme und Corona-Romane? Oder viele Corona-Geschichten? Im Radio habe ich bisher ein einziges Lied gehört, in dem jemand den Verlust der Nähe beklagt, aber sonst? Comedy schaue ich allerdings nicht viel, da kann ich nicht mitreden.