#allesdichtmachen

  • Ich habe mir die Videos nicht angesehen, sondern nur grob über ihren Inhalt gelesen. Eigentlich halte ich mich aus jeglichen "Skandalen" raus, weil es mir völlig egal ist, was irgendwelche Promis von den Maßnahmen halten.

    Was mich stört und das bezieht sich auf alle Themen, egal ob Corona, Klimaschutz oder what ever, ist, dass es nicht mehr um Diskussion geht. Man kann, darf und sollte alles, jegliche Ansichten diskutieren. Ganz egal wie abwegig etwas aus meiner Sicht scheint. Aber das passiert nicht mehr. Es geht nicht mehr um den Austausch von Argumenten, sondern um bloßes Fertigmachen voneinander. Auf Aussagen wie "Ich halte Maßnahme XY für überzogen" oder "Ich ernähre mich vegan" mit "Du bist da geistig behindert" zu antworten, ist keine Diskussion. Ich bin bereit, mit jedem, der eine andere Meinung hat als ich, zu diskutieren, ganz egal, worum es geht. Aber das funktioniert nicht. So scheinen die sozialen Medien nicht zu funktionieren, weil dort jeder (anonym) seinen Mist absondern kann.

  • Mir macht das Sorge, wenn Menschen ihre Meinung nicht mehr frei äußern können, ohne sofort Hasskommentare etc. zu kriegen. Günther Jauch war wohl auch davon betroffen, weil er für die Impfkampagne wirbt. Egal, auf welcher Seite man sich positioniert, man kann es aktuell kaum richtig machen.


    Ich denke, die Schauspieler hätten ein besseres Mittel wählen können, um ihre Botschaften zu transportieren. Ich habe nicht alle Videos gesehen, nur einen Ausschnitt (war nicht motiviert mir alle anzusehen).

    Ich persönlich halte mich an die Maßnahmen, ich will mir den Virus nicht einfangen und auch niemanden damit anstecken. Aber es will mir nicht gelingen, die aktuellen Maßnahmen logisch nachzuvollziehen. Ich könnte jetzt mit der ganzen Familie nach Mallorca fliegen, da nächste Woche den Geburtstag mit meiner Nichte feiern und das wäre erlaubt. Dass mein Mann und ich sie aber zu ihrem Geburtstag hier in in der Stadt gemeinsam besuchen – das ist aktuell verboten. Selbst Armin Laschet hat zugegeben, dass die Inzidenzwerte für die unterschiedlichen Maßnahmen eher willkürlich festgelegt worden sind. Ich würde daher Maßnahmen begrüßen, die weniger widersprüchlich sind, bzw., dass bestehende sinnvolle Maßnahmen dann auch mal umgesetzt werden. Z. B. wird in den meisten Supermärkten überhaupt nicht darauf geachtet, wie viele Menschen da gerade einkaufen und es ist viel zu überfüllt.

    Ich kann daher nachvollziehen, dass sich Menschen (egal, ob prominent oder nicht) sich sehr kritisch mit den Maßnahmen auseinandersetzen. Aber – wie schon gesagt – die Art und Weise aus den o. g. Videos, die ich gesehen habe, finde ich unangemessen.


    Ich bin schon seit Jahren immer mal wieder auf der Seite "Reporter ohne Grenzen" unterwegs und da war auch schon zu lesen, dass Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit herabgestuft wurde. Das sehe ich schon als Alarmsignal.

  • Ich habe mir etliche der Videos angeschaut, die ja gar keine einheitliche Aussage haben. Gemeinsam ist ihnen eine satirische Kritik an den Corona-Maßnahmen der Regierung und einige finde ich wirklich sehr gelungen. Die enthaltenen Positionen teile nicht nicht unbedingt, einen kritischen Blick auf die Art und Weise, wie unsere Regierenden mit der Pandemie umgehen, allerdings schon. Das hat nicht mit Nähe zu AFD oder Querdenkern zu tun und eine solche Nähe konnte ich in keinem der von mir gesehenen Beiträge erkennen.


    Die Schärfe, um nicht zu sagen Hetze, die gegen die auftretenden Schauspieler eingesetzt hat, erkläre ich mir damit, dass hier ein Finger in eine sehr offene Wunde gelegt wurde. Denn mal ganz im Ernst: Den besten Beitrag hätte man ja aus der Wankelkurs der Bund- und Länderregierungen ziehen können. Und wir reden hier über eine Zeit, in der die Pandemie seit fast eineinhalb Jahren besteht! Ein völlig vergammelter Sommer 2020, in dem vielfach sogar gesagt wurde, das Schlimmste ist ja vorbei, dann ein Lockdown light um Weihnachten zu retten, dann ein fast schon echter Lockdown, dann nochmals Verschärfung im Januar und dann, als viele Experten sagten, jetzt kommt die dritte Welle, wird plötzlich allenthalben gelockert, dann eine Osterruhe, die so miserabel gedacht war, dass sie zwei Tage später zurückgenommen werden musste, jetzt ein Notbremsen-Gesetz, das voller Widersprüche und wahrscheinlich verfassungswidrig ist. Oder die Inzidenzgrenzen: mal 50, dann 100, dann 35, dann 200, dann Abstufungen, jetzt gibt es eine 165. Warum eigentlich nicht 42? Oder die Behandlung des Impfstoffes von Astra Seneca: Erst gefeiert, dann angeblich nur für Menschen unter 65 geeignet, dann kurzfristig für niemanden, und dann für Menschen ab 60. Und jetzt in etlichen Bundesländern für alle ab 16!


    Kann hier irgendjemand ein Konzept erkennen? Ich sehe eine Mischung aus Hilflosigkeit, Unfähigkeit, Aktionismus und persönlichem Profilierungswahn. Verantwortung sehe ich inzwischen nirgendwo mehr. Vertrauen kann ich dieser politischen Klasse nicht mehr entgegenbringen. Und das finde ich sehr traurig.


    Wichtig wäre vor allem, zu impfen, so schnell wie es irgendwie geht. Aber da hat man ja von Anfang schon die Beschaffung versemmelt: zu spät zu wenig bestellt und auch noch schlechte Konditionen verhandelt. Das kommt dabei raus, wenn man einer so unfähigen Organisation wie der EU die Organisation überlässt. Am zweitwichtigsten wäre es zu testen, aber da hat man auch zu wenig beschafft, und wenn ich das richtig verfolgt habe, erst Anfang 2021 damit angefangen, ein Konzept zu entwickeln. Ein Konzept! Mir ist von Fällen bekannt, dass jemand seit 4 Wochen in Quarantäne sitzt, weil das Gesundheitsamt es nicht schafft ihm eine Entwarnung zu geben. Ein Mädchen mit Kontaktstufe 1 wollten die Eltern testen lassen und erhielten letzte Woche die Auskunft, das sei jetzt erst am 3. Mai möglich! Es ließen sich noch viele Beispiele finden. Ach ja, und dann war da ja noch was: Eine App zur Nachverfolgung! Die beste App aller Zeiten, wie sie angepriesen wurde. Eine App, die nur dem Datenschutz dient aber zur Nachverfolgung der letzte Scheiß ist.


    Ich leugne Corona nicht und ich habe das in keinem der Videos gesehen. Ich halte Covid 19 für brandgefährlich, nicht nur weil Menschen daran sterben, sondern weil viele für Monate und vielleicht Jahre schwere Folgeerscheinungen haben. Und ich bin der Ansicht, dass unsere Regierung zu wenig und zu spät und dann auch noch oft genug das Falsche getan hat. Und Schauspieler, die sich jetzt auf ironische Weise bemerkbar machen und deren Maßnahmen kritiseiren, in die rechte Ecke schieben zu wollen, finde ich einfach zum Kotzen.

  • Ich habe ungefähr zehn Videos gesehen und fand, ich glaube drei davon, richtig gut.Ich habe das, was ich gesehen habe, nicht als Corona leugnend verstanden.

    Am nächsten Tag waren die anderen schon gelöscht, da hätte ich mir Zeit gewünscht, mir eine Meinung über das Ganze bilden zu können. Die hatte ich nicht. Das macht ein ungutes Gefühl. Das Interview habe ich auch gelesen. Nicht in allem gehe ich mit, aber in vielen Dingen ja.

    Zitat

    Ich bin schon seit Jahren immer mal wieder auf der Seite "Reporter ohne Grenzen" unterwegs und da war auch schon zu lesen, dass Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit herabgestuft wurde. Das sehe ich schon als Alarmsignal.

    Kiana hast du das Quellenangaben zum Nachlesen? Das würde mich interessieren.

  • Ich finde, dass Demokratie so gut wie alles aushalten muss: Satire, Sarkasmus, Empörung (in alle Richtungen) ... nur eines nicht: Die Forderung nach Konsequenzen, wenn eine Person eine Meinung vertritt, die anderen nicht passt. Hier gibt es nur eine Ausnahme: Äußerungen, die mit den ethischen, moralischen Grundpfeilern einer Demokratie nicht vereinbar sind, weil sie eben jene Demokratie ablehnen und zerstören wollen oder rassistisch und/oder diskrimierend sind. Aber diese Äußerungen stehen nicht umsonst in unserem Rechtssystem unter Strafe.


    Forderungen nach Beschäftigungsverboten für Schauspieler, die bei der Aktion mitgemacht haben ... einfach nur lächerlich!

    Ihre satirisch-kritischen Beiträge mit den Wurzeln der AfD verknüpfen zu wollen ... dumm!

    Durch Satire sich zum Helfershelfer von rechtem Gedankengut zu machen ... vielleicht zu ungeschickt/unbedacht gemacht. Aber auch das musste nun von den Machern ausgehalten werden, so, wie die Beiträge von den Empörten.

  • Ich habe ungefähr zehn Videos gesehen und fand, ich glaube drei davon, richtig gut.Ich habe das, was ich gesehen habe, nicht als Corona leugnend verstanden.

    Am nächsten Tag waren die anderen schon gelöscht, da hätte ich mir Zeit gewünscht, mir eine Meinung über das Ganze bilden zu können. Die hatte ich nicht. Das macht ein ungutes Gefühl. Das Interview habe ich auch gelesen. Nicht in allem gehe ich mit, aber in vielen Dingen ja.

    Kiana hast du das Quellenangaben zum Nachlesen? Das würde mich interessieren.


    Link zum Artikel


    Du musst etwas runterscrollen, dann kommt unter der Headline "Gewalt gegen Medienschaffende in Deutschland erreicht nie dagewesene Dimension" die Info zu Deutschland. Zum einen wird da auf aktuelle Herausforderungen aufgrund der Pandemie eingegangen, anschließend aber auch auf das neue BND-Gesetz und weitere Pläne der Bundesregierung.

  • Ich habe ein paar der Videos gesehen und gedacht: Lustig ist das, ja, zum Teil gute Satire, aber - was wollen die Schauspieler damit eigentlich erreichen? Was ist das Ziel? Dass sie in Nöten, in sehr großen Nöten sind, das sehe und glaube ich wohl. Wie soll man das nicht sehen? Und: Becker, Brambach, Liefers, Folkerts: Ihnen allen glaube ich, dass sie nichts weniger sind als AfD-affin. Was ist denn passiert? Da sind ein paar Prominente, die sich weit, weit rausgehängt und vorher nicht darüber gut nachgedacht haben, wie verletzend ihre Aktion wirken kann. Mangelnde Empathie und Gedankenlosigkeit also. Ausgangspunkt für Diskussion? Ja, ist immer okay. Aber was wäre denn die Alternative zu dieser unsäglichen Lage, in der sich die Kulturschaffenden befinden? Mir fehlte da das Konstruktive.


    Das ist vielen zu Recht sauer aufgestoßen. Und dann reagieren die Leute, wie sie eben so reagieren: manche differenziert, wie z.B. Herr Lauterbach, und manche wie die anonymen Hintergeigen, die sie nun mal sind. Alles im Prinzip ganz normal und erwartbar, genauso erwartbar wie die Hassmails gegen Herrn Lauterbach oder Herrn Jauch wegen anderer und in dem Fall gegensätzlicher Aussagen. Was Hassmails nicht besser macht, aber eben auch nicht überraschender. Und weil die betroffenen Schauspieler Profis sind, haben viele von ihnen so gut reagiert, wie man in dieser Situation überhaupt reagieren kann. Sie haben sich entschuldigt bei den Menschen, die sie unbedacht vor den Kopf gestoßen haben. Wer ihnen nun ihre Bestürzung über die scharfen Reaktionen und den Beifall von rechts außen glauben will, der mag es tun, wer nicht, mag es lassen. Ich glaube ihnen.


    Ich finde nicht, dass wir da jetzt schon wieder ein Fass zu dem Thema aufmachen sollten, ob Satire "nicht mehr darf". Und es geht auch nicht darum, dass Kritiker keine Ironie verstehen. Es geht darum, was man mit den Mitteln der Ironie aussagt, und das war in dem Fall eben ein sehr unglückliches, weil nicht durchdachtes: Ich stelle meine beruflichen Nöte über das Leid sterbender Menschen oder deren Angehöriger, und ich tue das, indem ich ein paar Pointen darüber lande.


    Mit der Entschuldigung ist es für mich gut, weil ich glaube, diese Schauspieler einschätzen zu können, und weil ich glaube, abschätzen zu können, wann es jemand ehrlich meint und wann nicht. Ich habe aber niemanden an Corona verloren oder musste um ihn oder sie bangen und kenne auch keine Menschen, die im KH arbeiten. Allein deswegen kann ich mir nicht anmaßen zu entscheiden, was Satire an der Stelle darf. Meiner Meinung nach ist die Aktion daneben gegangen, und die Schauspieler, von denen ich das erwartet und denen ich es zugetraut hätte, haben es eingesehen. Mehr war da für mich nicht.

  • Du musst etwas runterscrollen, dann kommt unter der Headline "Gewalt gegen Medienschaffende in Deutschland erreicht nie dagewesene Dimension" die Info zu Deutschland. Zum einen wird da auf aktuelle Herausforderungen aufgrund der Pandemie eingegangen, anschließend aber auch auf das neue BND-Gesetz und weitere Pläne der Bundesregierung.

    Als ich die Meldung letzte Woche gelesen habe, kam es bei mir zum üblichen Reflex: Es hat nichts mit Pressefreiheit zu tun, wenn Demonstranten Journalisten attackieren. Demonstranten sind nicht der Staat, der die Pressefreiheit gewährt.


    Mittlerweile sehe ich das ein bisschen anders, gerade auch in Bezug auf die asozialen Medien und "allesdichtmachen". Vereinfacht gesagt, resultiert der Gedanke an Menschenrechte aus einer ungleichen Machtverteilung zwischen Staatsorganen und Bürgern. Daher entfalten die Grundrechte auch nirgendwo im Zivilrecht so starke (mittelbare) Wirkung wie im Arbeitsrecht, wo es typischerweise ein Mächtgefälle zwischen Arbeitgeber und -nehmer gibt.


    Es hilft wenig, wenn der Staat etwa Meinung- und Pressefreiheit garantiert, die Ausübung dieser Freiheiten aber durch (virtuell) Horden von Knüppelschwingern behindert wird. In solchen Fällen entsteht durch einen "Shitstorm" ein ähnliches Machtgefälle, wie vorher angesprochen.


    Es ist vollkommen gleichgültig, wer von den Schauspielern was mit seinem Clip sagen wollte. Man soll die Videos auch nicht zu einer einheitlichen Aussage verklammern wollen. Das sind einzelne Beiträge mit unterschiedlichen Aussagen. Kollektivierung ist die Pest.


    Es geht einzig und allein darum, wie man mit abweichenden oder unerwarteten oder skurrilen Positionen umgeht.

    Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten. (William Somerset Maugham)

  • Kristin: Diese Entschuldigungen sind nichts weiter als Fluchten nach vorne. Weil den Leuten keine andere Möglichkeit mehr bleibt. Aber wer sich darüber freut, dass sich jemand für eine Meinungsäußerung entschuldigt, und sei es unter dem Druck starker Repressalien, auch wenn es "nur" Hassmails sind, die zwar, klar, nicht wirklich gut sind, aber nunmal eben vorhanden, der wird noch mehr Freude haben in einer Gesellschaft, die mit Gewalt einseitig moralisch wertet und damit durchkommt.


    Diese Behauptung, beleidigt zu sein, vor den Kopf gestoßen geworden zu sein, betroffen zu sein, dass ist nichts weiter als eine mit Scheinargumenten etablierte Herrschaft einer Diskurskultur, die keine mehr ist, sondern das Diktat derjenigen, die für sich und ihre ganz eigene Gefällt-mir-Moral die Meinungshoheit beanspruchen.


    Mit der Entschuldigung ist es für mich gut

    Entschuldigung WOFÜR? Bei WEM? Und Du entscheidest, wann GUT ist? Mit welchem Recht?


    Aber, genau, sie haben nicht nachgedacht, weil, wenn man nachgedacht hätte, ja dort wäre, wo die Leute längst sind, die darüber entscheiden, welche Meinungen gut und richtig und in der richtigen Form vorgetragen und ausgeglichen und am besten deutlich erkennbar positioniert sind. Dieses Argument, dass ja nur ein Ausdruck vorübergehender Dummheit ist, was Leute tun, wenn sie ihre Meinung sagen, und dass alles gut ist, wenn die anderen kommen, die ihnen erklären, was richtig ist, und die ihnen nach erfolgter Entschuldigung dann Absolution erteilen, das rechtfertigt dann auch die nicht so guten Hassmails und Todesdrohungen und Shitstorms und Beleidigungen und all das.


    Verstehe.

  • Entschuldigung WOFÜR? Bei WEM? Und Du entscheidest, wann GUT ist? Mit welchem Recht?

    Mit dem Recht, dass es für mich gut ist, die ich nicht persönlich betroffen bin. Und mit dem Recht, dass ich mir nicht anmaße, das für andere zu entscheiden. Wie ich nach dem von dir zitierten Satz bereits schrieb. Wieso muss man hier eigentlich alles mehrmals schreiben (und wahrscheinlich kommt es nicht mal dann an)?


    Es geht um Anstand. Auf beiden Seiten. Immer. Schönes, altes, sehr moralisches Wort.

  • Und Schauspieler, die sich jetzt auf ironische Weise bemerkbar machen und deren Maßnahmen kritiseiren, in die rechte Ecke schieben zu wollen, finde ich einfach zum Kotzen.

    So wie ich es verstehe, schiebt sie dort auch niemand hin. Sie werden vielmehr von ihnen, von AfD, Verschwörungstheoretikern, Corona-Leugnern, sprich: von dieser ganzen unseligen Truppe aus Hetzern und Spinnern vereinnahmt.

    Und genau deshalb würde ich die Aktion auch als ausgesprochen missglückt bezeichnen. Denn genau DAS hatten all diese Schauspieler ja nun wirklich nicht beabsichtigt. Klar, man weiß nie, aus welcher Ecke plötzlich die Fans kommen. Aber in diesem Fall war das meiner Ansicht nach leider absehbar.


    Nachtrag: Berufsverbot? Weshalb bitte? Weil man sich öffentlich äußert? Vorweg: Das hier ist jetzt Polemik: Hat mal jemand darüber nachgedacht, einigen Leuten, die sich da gerade in den sozialen Netzwerken breitmachen, den Internetzugang zu sperren? Dem Niveau der sogenannten Diskussionen, die mittlerweile unter jedem verlinkten Zeitungsartikel stehen, wäre das sicher zuträglich.

  • Diese Entschuldigungen sind nichts weiter als Fluchten nach vorne. Weil den Leuten keine andere Möglichkeit mehr bleibt.

    Sehe ich auch so.

    Aber, genau, sie haben nicht nachgedacht, weil, wenn man nachgedacht hätte, ja dort wäre, wo die Leute längst sind, die darüber entscheiden, welche Meinungen gut und richtig und in der richtigen Form vorgetragen und ausgeglichen und am besten deutlich erkennbar positioniert sind.

    Man kann auch nachdenken, ohne gleich dort anzukommen, wo du anscheinend alle Nachdenkenden automatisch verortest.


    Es gibt eine ganz einfache Regel: Wenn du etwas erreichen willst, dann wähle die entsprechenden Mittel. Und dazu gehört eine Lageanalyse, welche gezeigt hätte, dass man in der derzeitigen Situation besser keine Späßken macht, weil

    1. die allgemeine Situation in jeglicher Hinsicht schon länger aufgeschaukelt ist und die Leute inzwischen überall und bei jedem Thema überreagieren (das ist schlimm, aber so ist es im Moment, und deshalb muss man das in seine Aktionen einbeziehen, wenn man ein bestimmtes Ergebnis erreichen will und sich nicht plötzlich auf der entgegengesetzten Seite wiederfinden möchte)
    2. in dieser speziellen Situation viele Leute noch mehr und stärker am Limit sind als andere, weil die Lebenswirklichkeiten im Moment extrem auseinanderklaffen.

    Dieses Argument, dass ja nur ein Ausdruck vorübergehender Dummheit ist, was Leute tun, wenn sie ihre Meinung sagen, und dass alles gut ist, wenn die anderen kommen, die ihnen erklären, was richtig ist, und die ihnen nach erfolgter Entschuldigung dann Absolution erteilen, das rechtfertigt dann auch die nicht so guten Hassmails und Todesdrohungen und Shitstorms und Beleidigungen und all das.


    Verstehe.

    Ist das jetzt auch Ironie? Falls ja, siehe oben, ich glaube, das Mittel passt nicht in die Zeit. Das schreit geradezu nach Eskalation, auch in diesem Thread.

  • Es gibt eine ganz einfache Regel: Wenn du etwas erreichen willst, dann wähle die entsprechenden Mittel. Und dazu gehört eine Lageanalyse, welche gezeigt hätte, dass man in der derzeitigen Situation besser keine Späßken macht, weil
    die allgemeine Situation in jeglicher Hinsicht schon länger aufgeschaukelt ist und die Leute inzwischen überall und bei jedem Thema überreagieren (das ist schlimm, aber so ist es im Moment, und deshalb muss man das in seine Aktionen einbeziehen, wenn man ein bestimmtes Ergebnis erreichen will und sich nicht plötzlich auf der entgegengesetzten Seite wiederfinden möchte)
    in dieser speziellen Situation viele Leute noch mehr und stärker am Limit sind als andere, weil die Lebenswirklichkeiten im Moment extrem auseinanderklaffen.

    Weil wir ja von der Like-Kultur wegkommen möchten: Das sehe ich genauso wie Du.

  • ... den Internetzugang zu sperren? Dem Niveau der sogenannten Diskussionen, die mittlerweile unter jedem verlinkten Zeitungsartikel stehen, wäre das sicher zuträglich.

    Ja, das wäre das nächste, was neben den Like-Button verschwinden müsste. Diese Art von unmoderierten "Diskussionsmöglichkeiten" haben in ernsthaften Medien nichts zu suchen. Damit werden nur die Stammtische verlagert und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema unmöglich gemacht.

  • Ja, das wäre das nächste, was neben den Like-Button verschwinden müsste. Diese Art von unmoderierten "Diskussionsmöglichkeiten" haben in ernsthaften Medien nichts zu suchen. Damit werden nur die Stammtische verlagert und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema unmöglich gemacht.

    In der Kommentarfunktion der Zeitungen natürlich auch.

    Ich hatte mich allerdings eben auf FB bezogen. Manchmal lese ich in die Diskussionen hinein, die unter den Artikeln stehen. Aber ich breche in der Regel gleich wieder ab. Das ist dermaßen unterirdisch zum großen Teil. Und ich habe auch den Eindruck, dass da eine Masse Leute unterwegs sind, die einfach nur aufmischen wollen.

  • Du bist mit der Entwicklung zufrieden, liebe Kristin, wenn es "für Dich jetzt gut ist". Dann ist nicht nur das Ende gut, sondern eben die ganze Entwicklung. Siehst Du das wirklich so? Ist das "anständig"?

    Ich sehe es so, wie ich es geschrieben habe, nicht, wie du es interpretierst. Wie soll ich zufrieden sein mit einer Entwicklung, in der es bei den meisten Diskussionen, die ich lese oder mitgestalte, nur noch darum geht, entweder andere per Hassmails niederzumachen oder seine/ihre Argumente um jeden Preis zu widerlegen, nur um Recht zu behalten? Und nicht darum, eine geäußerte Meinung als solche zu respektieren?


    Natürlich, Tom, entscheide ich, wie ich innerlich auf eine öffentliche Entschuldigung reagiere. Wer denn sonst? :kratz2 Jemand, der nicht ist ist, sondern z.B. Krankenpfleger/in oder Angehörige/r, mag innerlich anders reagieren. Was mir eigentlich ist fast ein bisschen zu einfach ist, um es hinzuschreiben.

  • Diese Entschuldigungen sind nichts weiter als Fluchten nach vorne.

    Diese Entschuldigungen sind selbstverständlich auch Fluchten nach vorne. Wie gesagt, es sind Profis. Die wollten ihrem Unmut Luft machen, aber keinen beruflichen Massenselbstmord begehen. Wenn sie sich jetzt hingestellt und gemoppert hätten: "Ist doch wahr!", dann hätte auch ich mir ab jetzt Filme mit ihnen weniger gern angeschaut. So, wie die Dinge jetzt liegen, schaue ich mir die Filme weiterhin mit gutem Gefühl an. So ist das bei mir, und ich schreibe niemandem vor, wie das bei ihm oder ihr zu sein hat.