Beiträge von Petra

    Das widerspricht sich überhaupt nicht. Dafür steht das „u. a.“ da. Und wer die Folge hört, dem erklärt es sich ausführlich. Das Sprichwort und die im Manifest vertretenen Ideen haben den Bruder dazu veranlasst, seinen Verdacht zu melden. Ohne den hätte die Sprachanalyse allein nicht zum Ziel geführt.

    Falls Ihr mal in die Verlegenheit kommt, einen Erpresserbrief schreiben zu wollen - rein fiktional, versteht sich - oder auch darüber hinaus, wenn Ihr Euch für Sprache interessiert (was ich auf dieser Plattform voraussetze 🙂). Der Podcast „Die Sprache des Verbrechens“


    https://open.spotify.com/episo…si=3LdMD5lBQOmn5yXMRK7cjA


    beleuchtet Eigenheiten in schriftlichen Dokumenten. Sprache ist offenbar tief in Menschen verwurzelt: Selbst bei überdurchschnittlich hohem IQ soll es schwierig sein, sich komplett zu verstellen. So hat den sog. Unabomber u. a. der Gebrauch einer Redewendung verraten. Satzbau, grammatikalische Konstruktionen, Zeichensetzung, typische echte Fehler, konstruierte/vermeintliche Fehler ... Der Podcast legt dar, was Sprache über eine Person, in dem Fall über einen Täter, aussagen kann und wie er sich so mit dem, was er schreibt, doch auch immer bis zu einem gewissen Grad zeigt.


    Es gibt auch ein Buch von den beiden Podcastern, das ich aber nicht gelesen habe, weshalb ich es auch bei der Erwähnung belassen will.

    Am Rande: Ab 22 Büchern soll ein E-Reader im Vergleich zu gedruckten Büchern ökologischer sein, habe ich zuletzt irgendwo gelesen.


    Was mich ja einigermaßen verwundert: Wenn ein Taschenbuch eine Zweitverwertung eines Hardcovers ist (unter Berücksichtigung der vorgenannten Einschränkungen), ist ein Hörbuch dann auch eine Zweitverwertung? Hörbücher erscheinen ja durchaus gleich mit der Erstauflage eines gedruckten Buches, meine ich, und dürften dann ja eigentlich den Preis nicht unterschreiten? Das ist aber bei Abolösungen durchaus der Fall.


    Abgesehen davon: Als Leser bin ich auch den Taschenbüchern mehr zugetan, einfach, weil sie praktischer zu handhaben sind.

    Anstrengend? Das liegt am Buch 😎


    Vielleicht hat Susanne Fröhlich an dem Tag auch Radio Erft gehört 😆 (Tatsächlich habe ich den Namen gegoogelt - wollte doch mal sehen, was sie so macht mittlerweile ... Dabei bin ich zwar auf das Buch von Susanne Fröhlich hingewiesen worden, Susanne Moppel hingegen trat nicht in Erscheinung; vermutlich hat sie irgendwann geheiratet 🙂)

    Bärte zumindest waren doch wieder ganz groß in Mode - und sind es noch, wenn ich an die Werbeplakate in den Schaufenstern der Friseure denke - und Barbiere gibt’s auch wieder.

    „Als sein Vater ihn fragte, was er sich zum Geburtstag wünsche, erlegte Norbert Paulini ihm auf, seinem Sohn endlich eine Jahreskarte der staatlichen Kunstsammlungen zu kaufen.“


    Soll heißen: Norbert wünscht sich von seinem Vater ... Nun muss Literatur gerade nicht ökonomisch sein, aber was, frage ich mich, ist Sinn und Zweck solch um die Ecke geleiteter Sätze?


    Und vor allem: Warum wird der Name der Hauptfigur ein ums andere Mal in erschöpfender Vollständigkeit gebraucht, gefühlt ungefähr fünfhundertmal? Viola Paulini geborene Henschel ist meistens Viola. Norbert Paulini ist so gut wie immer Norbert Paulini. Warum? Weil ein „Anker“ anders behandelt wird als ein „Geistesmensch“? Um Distanz des Icherzählers zu seiner Hauptfigur zu betonen? (Oder sich aufzuerlegen?) Oder dessen Relevanz? Um den Namen den Lesern in den Kopf zu hämmern und sie in den Wahnsinn zu treiben?


    Klappt! Zusammen mit jener Susanne Moppel, deren Namen ich vor ungefähr 25 Jahren ein einziges Mal gehört habe, als die im Nachmittagsprogramm von Radio Erft einen Musikwunsch äußerte, ist Norbert Paulini wahrscheinlich auf Jahrzehnte ein Platz in meinem Namensgedächtnis sicher – leider auf Kosten der Handlung, in der sich der Mann bewegt. Wie bei einem unregelmäßig tropfenden Wasserhahn habe ich irgendwann nur noch gelauert, dass der Name fällt – und bin fast erschrocken, wenn es plötzlich, ich glaube, in Kapitel 13, nur Paulini hieß. Wieso das denn jetzt?! Hat sich etwas Entscheidendes im Verhältnis des Icherzählers zu Norbert Paulini geändert, und ich hab‘s nicht mitgekriegt? Sind andere Paulinis mittlerweile tot, und ich hab‘s nicht mitgekriegt?


    Nicht nur deshalb hatte ich keinen guten Einstieg in den Roman. Der Tonfall war mir zu märchenhaft, es gab wenig Dialoge, sehr traditionell kam das daher, sehr gemächlich, behäbig gar. Tatsächlich dauerte es bis Kapitel 12, ehe mich das Buch „hatte“ – dann allerdings auch richtig!


    Ungefähr da beginnt das Leben des Paulini als Dresdner Antiquar. Wie sich dieser Büchermensch sein Leben mit Büchern und für Bücher gestaltet, das liest sich so, dass ich ganz darin eintauchen wollte. Da ist einer, der sich alles erlesen möchte, das Gesamtwerk „seiner“ Schriftsteller, und in den Dingen, die nichts mit Büchern zu tun haben, halb pragmatisch, halb naiv ist. So erkennt er erst, als er sich mit dem Gedanken trägt, sich eine Frau zu suchen, dass eine von zweien, die ihm dafür geeignet erscheinen, weil sie aus Passion im Antiquariat helfen, bereits hochschwanger und die andere (Elisabeth/Lisa) mit einem seiner Bekannten, dem Dramatiker und Essayisten Gräbendorf, verbandelt ist. Bereits erwähnte Viola erobert ihn schließlich im Friseursalon; zum Haareschneiden geht dann selbst ein Geistesmensch. So organisiert sich Paulini sein Geschlechtsleben, nimmt auch eine Affäre mit, wenn sie sich denn ergibt, zwischen Bücherstapeln des verschiedenen Gatten, wird Vater, lebt aber eigentlich für seine Bücher.


    Umso härter trifft ihn die Wende. Ein Besuch in Westberliner Antiquariaten offenbart ihm, wie anders deren Geschäftsmodell ist, zum Beispiel mit ihren remittierten Büchern, deren einziger Makel der Remittendenstempel ist. Paulini will aber keine Buchhandlung führen, keine Kochbücher und keine Schulbücher und erst recht keine Schreibwaren verkaufen, seine Welt sind die Erstausgaben und die Gesamtausgaben, die Kunden, die er an der Tür empfängt, als würde er erwarten, dass diese eine Parole flüstern, um eingelassen zu werden. Damit jedoch scheint es dann mit der Wende schnell vorbei zu sein. Er kämpft. Gegen großspurige Westdeutsche, verzichtet auf Einnahmen, wenn ihm nicht behagt, in wessen Hände er seine Bücher geben soll. Gegen die Bank, die ihm vor Augen führt, dass seine Bücher keiner mehr haben will. Er pfeift auf Reisefreiheit, reisen kann einer wie er seit jeher in Büchern. Gegen Unsitten wie die, ihm „Schuld und Sühne“ wie Müll auf der Türschwelle zu verklappen – und weiß da noch nichts von Bücherbergen, die eigene Müllkippen füllen sollen. Während Viola als Stasimitarbeiterin enttarnt wird und Elbeschlamm in seine Bücher zu sickern droht, wird Paulini mit jedem weiteren Schlag im Inneren mürbe. Nach einem Umzug in ein entkerntes Bauernhaus und einem Sprung in der Zeit steht die Kriminalpolizei vor Paulinis Tür, die ihn mit einem Vorwurf konfrontiert, der mittendrin abbricht und den Leser im Ungewissen hält.


    Und damit beschränke ich auch diese Rezension auf den ersten Teil von dreien, und eigentlich bin ich hier im Zwiespalt, ob man weiteres hinzufügen soll oder gar muss. Wie dem auch sei: Das „Literarische Quartett“ hat’s im März schon getan, und daneben bestimmt viele andere mehr. Also sei noch erwähnt, dass der Icherzähler – nein, die Stimme des Icherzählers – im zweiten Teil wechselt, nämlich zu der eines (zunächst namenlosen) Schriftstellers, der davon erzählt, wie er begonnen habe, eine Novelle über jene (in seiner Realität) real existierende Person Norbert Paulini zu schreiben. Er erzählt von der Liebe zu Lisa, die er als Quelle benutzt und die er ausnutzt, mit der er eine Beziehung anfängt, die aber auch mehr mit Paulini verbindet als bloße Bewunderung und Freundschaft, und die ihm zunehmend zur Obsession gerät. Vielleicht gilt die eigentliche Obsession auch Paulini, jedenfalls bis zu dem Grad, wie ein Schriftsteller seiner Hauptfigur womöglich immer auch ein Stückweit verfallen ist.


    Im dritten Teil übernimmt dann eine Icherzählerin, nämlich die Lektorin des Schriftstellers (der, zu allem Überfluss, Schultze heißt), die nun von zwei Todesfällen berichtet und allem bis dahin Gehörten, im ersten wie im zweiten Teil, eine weitere Deutungsebene hinzufügt. Kleine bis große Details kippen die Handlung jeweils in die eine oder andere Richtung. Man weiß ja, dass Literarisierung Charaktere und Handlung beeinflusst. Diese unglückliche Liebesgeschichte zwischen dem Schriftsteller und Lisa, führte die womöglich zu Unterstellungen und zu Lügen, hat sich der (imaginäre) Schriftsteller vielleicht an seiner Hauptfigur gerächt, ihn erst zu einem Helden aufgebaut und dann zerstört? – So meine Gedanken, so ist’s gemeint oder noch ganz anders!


    Man kann das auch ganz anders lesen, sich als Leser verraten fühlen, weil die Illusion kippt, die im ersten Teil aufgebaut wird, weil man an einen Roman schließlich mit einer Art Vertrauensvorschuss herangeht, dass einem eine „wahre – erfundene – Geschichte“ erzählt wird. Man kann das Buch als bemühtes Konstrukt lesen.


    Bleibt immer noch eine sehr dicht erzählte Geschichte im ersten Teil vor dem geschichtlichen Hintergrund der „beiden Deutschlands“ und ihrer Wiedervereinigung. Bleibt auch eine Geschichte über die Radikalisierung eines bis dahin rechtschaffenen Menschen. Und ein Roman über Bücher, wie bereichernd sie sein können, wie mit ihnen Geschäfte gemacht werden, über das Schreiben dieser Bücher und über Schriftsteller.


    Von mir bekommt das Buch die volle Punktzahl. Meine Probleme vom Anfang werden im Nachhinein nichtig. Hätte ich das Buch nicht gehört, sondern gelesen, wäre mir das mit dem Namen womöglich gar nicht aufgefallen. Es muss am Leser liegen, nicht am Autor.


    ASIN/ISBN:

    ASIN/ISBN: 3103900015

    Vielleicht hätte ich den Roman ja lesen sollen, statt ihn zu hören. Vielleicht wäre es mir dann gar nicht so aufgefallen? So: Etwas mehr als eine Stunde gehört, gefühlt 200 mal den Namen der Hauptfigur gehört. Vor- und Zuname. Konsequenz muss sein: auch die Verwandten, immer komplett. Ich weiß jetzt nicht nur, wie die Familie heißt, es wird sich wahrscheinlich bis auf weiteres unauslöschlich In mein Gehirn eingraben. Mit anderen Worten: Ich bin drauf und dran, das Buch wegzulegen.


    Warum macht man so was? Wenn das ein Stilmittel ist (dass der Autor nicht wusste, was er tat, schließe ich mal aus): Was will man damit bezwecken?

    Mich treibt‘s höchstwahrscheinlich in den Wahnsinn - wie ein tropfender Wasserhahn. Norbert Paulini, Norbert Paulini, Norbert Paulini ...

    Während ich an meinem ersten mit dem Ziel einer Veröffentlichung geschriebenen Roman arbeitete, habe ich fast täglich sehr viel Zeit in Buchhandlungen verbracht, gefühlt zumindest jeden Klappentext gelesen und daraufhin jeden zweiten Roman angelesen, viele der angelesenen Bücher nach Hause geschleppt, um dort weiterzulesen und den Vergleich mit meinem eigenen Geschriebenen im Detail fortzuführen.

    Herausgekommen ist dabei ein ständiger Wechsel meiner Gefühlslage zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt, der extrem zermürbend war und hinsichtlich meiner Frage, ob ich zwischen all dem gedruckten Geschriebenen irgendwann meinen Platz finden könnte, zu absolut gar nichts geführt hat.

    Möglicherweise ging es einigen der Autoren, deren Bücher Du da aus den Regalen gezogen hast, einst ganz ähnlich 😉

    Fein! Dein Eindruck würde mich interessieren, gerade auch, weil ich mir uneins bin: Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, wo ein Ich-Erzähler als Person derart „unscheinbar“ bleibt. Tatsächlich meine ich, viel mehr „Äußerlichkeiten“ über seine Eltern erfahren zu haben als über Paul Hansen selbst. Von ihm kommt dafür aber natürlich die Innensicht, wie er das Leben und die Dinge sieht, und darüber lernt man ihn natürlich sehr gut kennen.


    Was den Prix Goncourt angeht, interpretiere ich es so, dass die Vergabe in diesem Fall überrascht hat, jedenfalls gab es Stimmen, dass der Roman an vorher mit diesem Preis ausgezeichnete Werke nicht heranreichen soll.

    Ein Gebäude wie einen lebenden Organismus zu beschreiben, ist nicht neu, im Falle des Beginns von „Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise“ aber treffend und gut gemacht, nicht zuletzt, weil der Ich-Erzähler Paul Hansen einst verantwortlich für eine Wohnanlage mit 68 Eigentumswohnungen vermögender Senioren namens Excelsior zeichnete, während er im Gegenwartsstrang im Gefängnis sitzt und sich dort eine Zelle mit einem Hell‘s Angels-Mitglied teilt. Unsichtbare weitere „Bewohner“ dieser Zelle - ironischerweise Condo genannt - sind Pauls Frau Wynona und die Hündin Nouk, seine Mutter Anna und sein Vater Johan.


    Paul wird als Sohn eines dänischen Pastors und einer rebellischen Französin geboren, die das Programmkino ihrer Eltern fortführt. Johans Haus ist die im Sand zu versinken drohende Kirche bei Skagen, Annas Haus ist das Spargo. Als Anna sich ab 1968 zunehmend zur revolutionären Avantgarde hingezogen fühlt und das Kino nicht länger nur Filme zeigt, sondern auch immer mehr linken politischen Statements eine Bühne bietet, gerät die Ehe ins Wanken. Der Pastor beginnt im beständigen Kampf gegen den „Sand“ nicht nur an seiner Ehe, sondern auch an seinem Glauben zu zweifeln. Als Anna einen Low Budget-Porno ins Programm aufnimmt, der einen weltweiten Skandal ausgelöst hat, ist der Bruch zwischen den Eheleuten nicht länger zu umgehen: Der Pastor trennt sich von seiner Frau und übernimmt eine Gemeinde im kanadischen Thetford Mines, einer Stadt, die ihren Reichtum einem Asbestvorkommen im Boden, auf dem sie steht, verdankt. Paul, inzwischen erwachsen, folgt seinem Vater nach Kanada.


    „Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise“ ist kein Kriminalroman, und wenn eine gewisse Vorhersehbarkeit demnach auch nicht unbedingt schlimm ist, fand ich das Ende leicht enttäuschend. Wie Pauls Frau Wynona, halb Irin, halb Algonquin, Pilotin eines Wasserflugzeuges, ums Leben kommt, liegt von vornherein auf der Hand. Das Rätsel, was einen in sich ruhenden Mann wie Paul Hansen dazu gebracht hat, straffällig zu werden, wird schließlich auf fast banale, letztendlich aber auch ebenso stimmige Weise gelöst. So schwarz-weiß sympathisch Paul gezeichnet ist, so gesichtslos unsympathisch kommt der Gegenspieler daher. Hinzu kommt eine Detailvernarrtheit in technische Zusammenhänge, sei es im Zusammenhang mit einem NSU Ro80, einer Harley Davidson, einer Hammondorgel oder einem Swimmingpool. Dieses an sich ist in Anbetracht seiner Hauptfigur völlig berechtigt, mir als nicht sehr technikaffinem Leser bescherte es einige Längen.


    Dennoch: Der Roman - ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt 2019 - lebt von seiner Sprache, nicht zuletzt den lebendigen Dialogen, und seinem Humor, trotz des unwirtlichen Gefängnismilieus, trotz der Trauer, die seinen Ich-Erzähler (und seinen Vater) melancholisch umhüllt, trotz der Verluste, die er erleidet.


    ASIN/ISBN:

    ASIN/ISBN: 3423282401

    Zuletzt habe ich irgendwo am Rande aufgeschnappt, dass Lee Child seinen Serienhelden Jack Reacher (ich kenne die Reihe selbst nicht) am liebsten meucheln würde. Die Leser verlangen angeblich immer dasselbe Muster, während Child Reacher nicht einmal sonderlich mag. Angeblich hat er schon jemanden im Blick, der die Reihe fortführen soll.

    Dass so viele Liebesromane mit schnulzigem Ende verlangt und verkauft werden, lässt tief in die gegenwärtige Befindlichkeit der Leute blicken. Menschen, die in diesem existenziellen Bedürfnis wirklich befriedigt sind, würden nicht auch noch ständig davon lesen wollen.

    War das denn mal anders? Gab es eine Phase, wo Eskapismus kein Verkaufsargument war? - Ich würde vermuten nein, und wenn doch, dass das womöglich ein Jahr war, in dem die Buchverkäufe drastisch einbrachten, in dem keiner mehr ins Kino ging und der Fernseher quasi immer aus war.

    Wo wir schon bei Fernsehserien sind ...: als nur kuschelig habe ich z. B. "Will and Grace" nicht in Erinnerung. Was Serien auf jeden Fall tun, auch die klischeebeladenen - und nach irgendeinem Muster funktionieren sie ja alle: Sie sorgen für Ablenkung. Und das hat man in manchen Lebenssituationen bitter nötig.


    Zurück zum Buch: Ich habe letztes oder vorletztes Jahr "The Woman in the Window" von A. J. Finn verschlungen - und da muss man nun kein Genie sein, um zu verstehen, was da dahintersteckt. Für mich muss es nicht die "hohe Literatur" sein. Wenn ein Roman gut gemacht ist, lasse ich mich gerne auch auf klassische "U-Genres" ein (ja, ich weiß, die Unterscheidung ist längst nicht mehr in, es gibt auch eine Menge Überschneidungen, ich nenne es trotzdem mal so).

    ... Miniserien, die mich sehr beeindruckt haben, und die leider fortgesetzt werden, sind "Little Fires Everywhere" ...

    Als ich die letzte Folge der bestehenden Staffel gesehen hatte, habe ich gedacht: Wie soll man das noch toppen. Nachdem ich das (Hör-)buch von Celeste Ng längere Zeit weggelegt hatte (wegen, wie ich fand, deutlicher Längen im Mittelteil) und nun gestern beendet habe, finde ich: Sogar was die Buchvorlage angeht, liegt durch das relativ offene Ende eine Fortsetzung nahe. Für das Buch will ich jetzt nicht sprechen, was die Serie angeht, meine ich: Doch, die Charaktere von Mia und Pearl und von Izzy sind noch nicht ausreizt. Da könnte noch was Gutes kommen. (Und was die Besetzung von Pearls Vater mit einem ehemaligen "Grey's Anatomy"-Darsteller angeht, würde ich wetten (auch wenn's anderweitig naheliegt): Die Rolle könnte in einer 2. Staffel deutlich ausgebaut sein.)