Beiträge von Silke

    Liebe Greenhorn,


    deine Nachricht betrübt mich sehr. Ich erkenne sehr viel Schmerz zwischen den Zeilen. Lass dir gesagt sein, du bist nicht allein! Absagen gehören dazu, und das bedeutet nicht immer gleich, dass die Welt um einen herum Recht hat und man selbst in einem Lala-Land lebt und vor der Wahrheit die Augen verschließt. Ich glaube fest daran, dass Gut Ding Weile braucht, oder wie man das sagt, und dass das Schreiben ein laaaaanger Prozess ist. Man lernt nie aus!


    Wenn es irgendetwas gibt, wo ich behilflich sein kann, dann schreib mir eine PN - auch wenn es hier im Forum weitaus erfahrenere Kollegen gibt. Ich hab nämlich ein sehr geduldiges Ohr.

    Aber auch eine Pause ist kein falscher Schritt. Es gehört sogar richtig viel Mut dazu. Ich hoffe natürlich, dass du deine Ambitionen nicht völlig an den Nagel hängst und irgendwann die Schreibfeder wieder aufnimmst.


    VG, Silke

    Nicht, dass ich ein verlegter Profi wäre, aber ich mache es wie folgt:


    Einmal ganz durch, wobei ich das Geschriebene vom Vortag als allererstes am Morgen lese. So finde ich ein paar Fehler/Probleme/Unregelmäßigkeiten und ich komme wieder rein, wie Ben Vart sagt (und ich glaube, Ken Follett hält es auch so). Hinrotzen würde ich das aber auch nicht nennen. Jemand Kluges sagte mal, man schreibt die erste Version für den Autor, die zweite für den Leser... So also ungefähr.

    Nach Vollendung des Manuskripts geht die eigentliche Arbeit los. Mehrere Durchgänge, bei denen ich auf Verschiedenes gesondert und gleichzeitig auf alles auf einmal achte. Auch mit Unterstützung durch Testleser, die mich wissen lassen, dass Reiher keine Schwimmvögel sind und Pferde Fluchttiere. Der letzte Durchgang dann für den Feinschliff und die Politur.

    Hallo liebe Cordula!


    Da hast du sicherlich Recht. Als Nummer 1 bei einer renommierten Agentur nach Sichtung des gesamten Manuskripts durchgefallen ist, habe ich nachgefragt und fand die Antwort sehr erhellend. Das war allerdings nach Sichtung des gesamten Manuskripts und der Beauftragung eines Gutachters durch die Agentur. Ich wusste also, dass die schon Zeit und Geld in mich investiert hatten.


    In diesem Fall jedoch bevorzuge ich es, es dabei zu belassen, und das sage ich jetzt nicht, weil ich eine feige Sau bin, wenn es ums Telefonieren geht. Die Fülle an "Begründungen" in der Absage nach Einsendung von Expose und Leseprobe (und nicht Gesamtmanuskript) lässt vermuten, dass ich mit Pauken und Trompeten durchgerasselt bin. Und vielleicht auch gar nicht so verwunderlich. Immerhin gab es eine Absage, ist ja auch nicht so gängig.


    Tatsächlich ist es so, dass ich mit diesem Manuskript selbst nicht ganz zufrieden bin und gerade überlege, mit Nummer 3 an den Start zu gehen, wenn dieses fertig ist, statt Nummer 2 weiter durch die Agenturen zu zerren. Handwerklich habe ich in den letzten Monaten so einiges dazu gelernt (Charaktertiefe, Spannungsbogen, Szenenaufbau, usw.), weshalb ich mir mehr Chancen ausrechne mit einem ganz neuen Text. Der alte sollte vielleicht noch einmal zurück ans Reißbrett.

    Danke für das Sträußchen! Und sowieso danke an alle, die hier kommentiert haben. In Zeiten wie diesen (plus Corona) ist dies wirklich eine große Stütze.


    Die Liste der angeschriebenen Agenturen und Verlagen umfasst in meinem Fall mittlerweile zwei A4 Seiten, nur 1/4 davon hat überhaupt geantwortet.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen. <3

    Dann kann sie Breitenwirkung erzielen.

    Ja, das ist jetzt schwer zu beurteilen, ohne dass ich das Expose an dieser Stelle veröffentliche. Mich hat ihre Lebensgeschichte jedenfalls genug gepackt, dass ich mich monatelang für sie auf den Hosenboden gesetzt habe. Ich habe mit Absicht nicht die fünfhundertste Version der Eleanor von Aquitanien geschrieben, weil ich mir mit meinem jugendlichen Leichtsinn gedacht habe, dass das mal was ganz Anderes ist. Aber eine Absage macht ja noch keinen Sommer. Man muss weiter hoffen. Ablehnungen gehören zum Business, wie du mir bereits einmal gesagt hast.

    Allerdings:

    Wirklich autobiografisch? :huh: Das Präfix steht für "selbst".

    Ups! Sowas passiert, wenn einem die Lasagne im Ofen nicht verbrutzeln darf. :rolleyes:


    Aber ansonsten: In der Absage sind eine Reihe von Begründungen, wie folgt:

    - Der Markt ist heftig umkämpft

    - Die wirtschaftliche Lage ist angespannt

    - fehlende Breitenwirkung

    - wir sind ausgelastet mit den Autoren, die wir bereits unter Vertrag haben


    Da sie sich so dolle entschuldigen und so höflich, denke ich auch, dass es ein Standardgewäsch ist. Ich hatte nur kurzzeitig Panik, dass ich völlig am Markt vorbei schreibe. Das wäre ja auch fatal für alle Folgeprojekte, denn wie soll ich denn nun wissen, was die breite Masse lesen will? Aber deine Antwort beruhigt mich, danke.


    Um ganz ehrlich zu sein, so schlimm ist die Absage auch nicht. Ich weiß, ich kann das Manuskript noch verbessern. Mein neuestes Projekt ist handwerklich so viel besser. Solange ich nicht vergesse, die breite Masse anzusprechen. ?!?

    Hallöle,


    Absage von Agentur ist soeben eingetrudelt. Liest sich wie eine Standardabsage, die mich davon überzeugen will, dass es nicht an mir liegt, sondern an ihnen und am Markt.


    Dabei fällt jedoch das Wort "fehlende Breitenwirkung". Jetzt frage ich mich, wie ein autobiographischer historischer Frauenroman keine Breitenwirkung hat, wenn doch der Markt voll ist damit?


    Mögliche Erklärungen: Entweder ist die Dame zu unbekannt oder der Markt übersättigt. Oder gibt es noch eine andere Erklärung? Ich weigere mich zu glauben, dass das Leben der Dame nicht interessant genug war, denn sie hatte diverse teils skandalöse Ehen, kämpfte eigenhändig Schlachten in einem vom Bürgerkrieg zerrissenen Krieg und wurde am Ende von ihrem Cousin übertrumpft (findet aber in meiner Geschichte am Ende die Wahre Liebe).


    Also - bitte, verlegte Autoren oder auch jeder andere, der den Markt besser versteht als ich: Was ist Breitenwirkung, und wie erreiche ich die? Oder nehme ich das jetzt alles zu ernst oder es ist wirklich nur eine Standardabsage, auf die ich nichts geben darf?

    Meine Nachbarn haben auch gestern noch eine riesige Party gefeiert. Hat durch den ganzen Hof geschallt. Als ob nix wäre.

    Da kann man nicht viel machen, oder man wird noch ganz blöd im Kopf. Leider kommen die Behörden schon jetzt kaum noch hinterher. Wir können nur alle an unsere eigene Vernunft appellieren und mit gutem Beispiel voran gehen.

    Gut für den Verlag, schlecht für die Übersetzerin. Es gibt kaum Seiten, die mit 1800 Zeichen gefüllt sind. Das ist errechnet aus 30 Zeilen mal 60 Zeichen. Nicht jede Zeile enthält aber 60 Zeichen und nicht jede Seite ist mit 30 Zeilen gefüllt.

    Deshalb die Kalkulation, nicht das Durchzählen nach Seiten.

    Wenn ich Übersetzungen für einen Verlag anfertige, dann wird in Normseiten abgerechnet. Diese errechnen sich aus Anschlägen mit Leerzeichen durch 1800. Da findet es also sehr wohl noch Verwendung. Zur besseren Lesbarkeit sehen meine Seiten auch mehr oder weniger wie Normseiten aus (so ganz kommt es nie hin, deshalb die Kalkulation wie oben beschrieben).

    Ohne jetzt wirklich ein Experte zu sein, denke ich, dass gewisse Wahrheiten in diesen Thesen stecken.


    Ich kann mich gut in jemanden hineinversetzen, der von dem Schwung von Texten übermüdet ist und die Geduld eines Erstklässlers an den Tag legt. Das ist bestimmt auch Selbstschutz. Sagen wir es mal so: Wenn Anschreiben, die erste Seite und das Expose nicht überzeugen, und da liegt ein Riesenstapel weiterer Kandidaten vor mir, warum weiter gehen? Leider beginnen viele Texte mit üblichen Klischees - der Protagonist wacht auf und schaut erstmal in den Spiegel, usw. Oder es wird über Seiten die Welt erklärt, ohne, dass dabei eine Handlung passiert.


    Doch manches ist auch Blödsinn. Habe selbst den Fehler gemacht, mit "Damen und Herren" anzuschreiben und wurde trotzdem erhört. Habe einen Prolog geschrieben, und es hat mir nicht das Kreuz gebrochen. Danach ging es vorerst zwar nicht mehr weiter für mich, aber immerhin kann ich jetzt sagen, dass man eine reelle Chance hat, wenn man sich bemüht und vernünftig auftritt (und eine spannende Geschichte zu verkaufen hat).


    Ich denke, die Punkte sollen provokativ verstanden werden. Ist ja alles auch schon 14 Jahre alt. Das Einzige, was mich sehr, sehr nervös macht, ist die Einschätzung, wie wenig "unverlangt eingesandte" Manuskripte letztlich verlegt werden. Wenn ich manchmal so sehe, was alles dennoch verlegt wurde, verzweifle ich ein wenig an der Welt.

    LovelyBooks ist, meiner Meinung nach, wirklich eine praktische Sache für SPler. Ich habe es mal ausprobiert und 10 Bücher (eBooks) verlost. Man stellt hierzu eine Frage, die ein wenig das Interesse kitzeln und dir eine Idee von den Bewerbern geben soll. Danach kannst du die Gewinner aussuchen und benachrichtigen. Bei eBooks fallen ja keine Versandkosten an, es ist also wirklich sehr preiswert. Anschließend wird das Buch auf der Platform besprochen, und zwar in einem Detail, wie du es möchtest (von Kapitel zu Kapitel bis Gesamteindruck, Charakterisierungen, usw.). Einige der Rezensenten stellen ihre Rezension auch zusätzlich bei Amazon, Thalia usw. ein. Es ist eine passable Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu generieren und auch Leserfeedback zu erhalten. Während des Actionszeitraums kommt das beworbene Buch auf der Platform immer wieder "hoch", d.h. viele Augen werfen zumindest schon einmal ein Auge auf das Cover oder lesen auch in der angehängten Diskussion mit.


    Sinn und Zweck von Instagram und Buchbloggern (ich war jahrelang Reisebloggerin, davor habe ich über 10 Jahre Buchbesprechungen online gemacht) möchte ich mal so dahingestellt lassen. Da sollte man wirklich sehr sorgfältig auswählen und eine geraume Zeit vorher die entsprechenden "Multiplyer" und ihre Einflussmöglichkeiten beobachten. Die meisten Blogger werden auch überschüttet mit kostenlosen Rezensionsexemplaren und/oder wollen für ihre Arbeit - und ja, es ist Arbeit - Geld sehen.

    Silke Kommst du mit der Überarbeitung deines Manuskripts gut voran? Oder hast du dir zwischenzeitlich doch mal eine (kreative) Pause gegönnt?

    Ich hatte besagtes Manuskript noch einmal durchgearbeitet und vor zwei+ Wochen an fünf weitere Agenturen geschickt. Bei der Überarbeitung sind doch noch mal ganze 40 NS rausgeflogen. Trotzdem schaue ich schon jetzt wieder mit Grauen auf das MS und frage mich, ob ich es nicht hätte besser machen können. Aber der Gedanke ist wahrscheinlich normal.
    In der Zwischenzeit arbeite ich an Geschichte Nr 3, die handwerklich noch besser daher kommt. Ich schätze, ich kann mich mit dem Gedanken trösten, dass dieses 3. MS vielleicht rechtzeitig für die nächste Bewerbungsrunde fertig wird, wenn ich dann durch alle Agenturen mit Nr. 2 durch bin.

    Ja, ich habe auch schlechte Tage. Viele davon sogar. Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Verlagssuche. Es klappt bestimmt!

    Das wollte ich damit auch nicht andeuten! Sorry, wenn ich deine Englischkenntnisse damit in Frage gestellt habe. War nicht meine Absicht!


    Ich nutze den Kindle unter anderem, um meine eigenen Texte und Übersetzungen in einem anderen Medium zu lesen, weil mir so oft noch eine Menge auffällt. Und dann nutze ich das "Markieren" und "Notizen machen", was genauso schwerfällig abläuft wie das Nachschlagen im Wörterbuch. Es ist super frustrierend. Vor allem, weil ich denke, es wäre nicht so schwierig, eine bessere Technik einzubauen.