Beiträge von Juergen P.

    Kurz gesagt: Nichts. Ich halte Kapitelüberschriften nicht nur für überflüssig, sondern ich fühle mich durch sie auch gegängelt, so als wollten Autorin und Autor meine Aufmerksamkeit auf etwas nach ihrer Meinung besonders Wichtiges hinlenken. Das herauszufinden sollte aber jeder Leserin, sollte jedem Leser selbst überlassen bleiben, denke ich. Im schlimmsten Fall wirken Kapitelüberschriften wie ein Filter, durch den ich das Nachfolgende betrachte.

    Coveranschauen reicht.

    Ja, ich finde auch, die Idee hat Potential.

    So also könnte die Literatur der Zukunft aussehen: Autorin oder Autor geben die Idee zu einer Geschichte vor, der Verlag steuert einen passend scheinenden Titel nebst Cover bei und Leserinnen und Leser zahlen dafür, die Seiten hinter dem Buchdeckel selbst mit Content füllen zu dürfen, mit Autorin oder Autor als Coach an der Seitenlinie, falls es mal hakt.8)

    Effizienz und erzielbare Kostensenkungen wären bei konsequenter Umsetzung dieses Konzepts enorm und als zusätzliches Schmankerl: kein Kopfzerbrechen mehr wegen Marktgängigkeit, Zielgruppen, USPs et cetera ...

    Ach Jürgen - da ist etwas, was ich bei Dir in diesen Diskussionen nicht verstehe: Es klingt immer so, als würdest Du an all diese Theorien und Möglichkeiten, etwas über das Schreiben "aufgedrückt" bekommen und irgendwer würde hinter Dir mit einer Waffe stehen und sagen: So und nicht anders musst Du es machen. Ich verstehe, dass es dann keinen Spaß macht.

    Klar muss jeder da seinen eigenen Weg finden, aber bei Dir fällt mir immer diese extreme Ablehnung auf.

    Dein Eindruck, Dorrit, täuscht dich nicht. Aber extreme Ablehnung? Nein. Skepsis ganz sicher. Tatsächlich kommt es mir manchmal so vor, als würde eine große Anzahl (die Mehrheit?) von Autorinnen und Autoren den Standpunkt vertreten, es sei so gut wie unmöglich, ohne die umfassende Kenntnis einer möglichst großen Zahl von Schreibmethoden mitsamt der diese begründenden Theorien einen lesbaren und lesenswerten Roman zu schreiben. Ebenso wenig will ich aber nicht ausschließen, dass entsprechende Vorurteile meinerseits meine Wahrnehmung ein wenig trüben.

    Missverständnisse auf beiden Seiten mögen hinzukommen.


    Um es noch einmal zu sagen: Ich argumentiere nicht fundamental gegen die Beschäftigung mit und die Anwendung von Schreibmethoden, sondern gegen die Auffassung, sie seien ein Toolset, das für jedes Problem eine Lösung bereitstelle, etwas, das teilweise auch die Begründer dieser Methoden mit markigen Werbesprüchen suggerieren.


    Meine eigenen, zugegebenermaßen beschränkten und zum überwiegenden Teil bereits weit zurückliegenden Erfahrungen sind gleichfalls nicht dazu angetan, von Neuem Zeit und Energie in eine mehr als nur sporadische Beschäftigung mit Theorien und den aus diesen abgeleiteten Methoden investieren zu wollen, weil ich Lösungen für meine Probleme eher in der Praxis des Schreibens suche und regelmäßig auch finde als in Theorien. Manchmal geschieht das auch im Austausch mit anderen Schreibenden.


    Und es ist ja auch nicht so, dass ich eines schönen Morgens aufstehe und denke: “Wär’ eigentlich an der Zeit, mal wieder ’ne Geschichte zu schreiben. Also mal gucken ... hm ... worüber könnt’ ich denn wat schreiben? Ach ja, so ’ne tragisch-komische Liebesgeschichte mit Zweien, die nit zusammenkommen können, wegen unüberbrückbarer kultureller Unterschiede un so, wär nit schlecht.“, ich mich daraufhin vor den Computer setze und fröhlich auf der Tastatur herumzuklimpern beginne.

    Ganz so unbedarft gehe ich dann doch nicht zu Werke.


    1. Ich habe den Wunsch, einen bestimmten Stoff zu einer Geschichte zu formen.

    2. Die wichtigsten Figuren betreten die Bühne. Das kann sehr schnell gehen, manchmal aber auch Jahre dauern. Unter den Figuren befinden sich ausnahmslos Protagonist oder Protagonistin, zwei oder drei weitere Hauptfiguren und gelegentlich auch schon die eine oder andere Nebenfigur.

    3. Zusammen mit den Figuren (ja, ich weiß, das muss in manchen Ohren verdammt schräg klingen) skizziere ich den Ausgangspunkt der Geschichte inklusive des Settings und wähle die Erzählperspektive. Name, Familie, Kindheitserfahrungen, Beruf etc. bringt der Protagonist in der Regel bereits mit, ohne dass ich mir darüber groß den Kopf zerbrechen müsste.

    4. Ich skizziere den Endpunkt der Geschichte, verfahre allerdings nicht ganz so detailliert wie beim Ausgangspunkt.

    5. Bei manchen Geschichten sind zu diesem Zeitpunkt auch bereits ein paar vage Ideen zu der einen oder anderen Szene vorhanden, die ich gleichfalls notiere, wobei ich mir aber darüber im Klaren bin, dass sich möglicherweise nichts davon in der Geschichte wiederfinden wird.

    6. Ich beginne zu schreiben. Nicht einfach drauflos, wie jetzt manch einer vermuten mag. Ich kenne die absoluten Basics, das Dreiaktmodell, die verschiedenen Elemente und Stufen der Heldenreise sind mir vertraut, ich weiß, wo in der Geschichte sich ungefähr die Wendepunkte befinden müssen und wo die dramaturgischen Höhepunkte und unter denen insbesondere der absolute Knaller. Mehr brauche ich zunächst nicht, Betonung auf zunächst. Alles Weitere findet sich während des Schreibens und hängt maßgeblich von den Figuren ab, die die Geschichte vorantreiben, die dafür aber den größtmöglichen Freiraum brauchen. Die Gefahr, dass die Geschichte durch zu viele unerwartete Weggabelungen, Begegnungen und spontane Einfälle dramaturgisch aus den Fugen gerät, ist natürlich gegeben, bisher aber noch nie zu einem wirklichen Problem geworden.


    Für jemanden, der bereits vor dem ersten geschriebenen Satz wissen muss, dass der Protagonist auf Seite 237 einen Hustenanfall bekommt und auf Seite 389 seine Dulcinea in der S-Bahn ihre Handtasche mitsamt Wohnungsschlüsseln und Smartphone vergisst, muss die Vorstellung einer solchen Vorgehensweise wahlweise der blanke Horror sein oder naiv wirken. Aber jeder Jeck ist anders und für mich funktioniert diese „Methode“. Und warum sollte ich dann etwas daran ändern?


    Nehmen wir zum Beispiel die vielgepriesene Schneeflockenmethode. In einem ersten Schritt soll man da die Geschichte in einem Satz zusammenfassen. Aber wie soll ich das machen, wenn ich zu diesem Zeitpunkt nur Ausgangs- und Endpunkt der Geschichte kenne? In einem zweiten Schritt soll man drei Katastrophen und deren letztendliche Lösung skizzieren. Auch das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Zwar weiß ich, dass es drei Katastrophen geben wird und zu welchem ungefähren Zeitpunkt sie stattfinden werden. Aber welcher Art diese Katastrophen sein werden, kann ich zu diesem frühen Zeitpunkt allenfalls erahnen. Danach kommen die Romanfiguren an die Reihe. Aber wie ich bereits sagte, denke ich mir die nicht aus, jedenfalls geschieht das nicht bewusst, sondern die präsentieren sich bereits beim Erstkontakt sehr facettenreich und lebendig, was nicht ausschließt, dass zu einem späteren Zeitpunkt noch das eine oder andere Merkmal hinzukommt.

    Und so geht es dann weiter mit dieser Schneeflockenmethode, mit dem Skizzieren und Ausarbeiten von tausendundeiner Sache, die, bevor ich mit dem Schreiben beginne, ich, und nur von mir rede ich hier, noch nicht wissen kann. Und welche Bedeutung hat die Formulierung einer Prämisse für die Geschichte? Wozu soll es gut sein, noch vor dem ersten geschriebenen Satz das Geburtsdatum des Protagonisten zu kennen, die Farbe seiner Lieblingssocken und die Tatsache, dass er Oliven hasst wie die Pest?


    Ich kenne den Ausgangspunkt der Geschichte und den wahrscheinlichen Endpunkt. Mehr möchte ich auch gar nicht wissen. Alles andere will ich zusammen mit meinen Figuren entdecken. Die Momente, wenn das Überraschende, das Unvorhergesehene geschieht, gehören für mich zu den schönsten Erfahrungen beim Schreiben überhaupt, die ich um nichts in der Welt missen möchte.


    Natürlich, Dorrit, macht es Sinn, sich hin und wieder mal mit Theorien und Methoden zu beschäftigen, was ich ja auch tue, nur mache ich das nicht in dem Ausmaß, das andere für zielführend oder gar unabdingbar halten. Richtig oder falsch kann es hier eh nicht geben und wie auch du schreibst, muss jede(r) für sich selbst einen gangbaren Weg finden.


    Liebe Grüße,


    Jürgen

    Also machen. Vor allem machen. Schreiben. Text produzieren. Irgendjemand hat das hier in der Signatur stehen. Scheitern. Anders scheitern. Oder so ähnlich.

    100% Zustimmung.


    In Posting #14 argumentiere ich nicht gegen die Anwendung einer Methode, äußere im Gegenteil die Vermutung, dass jede Autorin und jeder Autor nach und mit einer Methode arbeitet, sie oder er das mehr oder weniger bewusst tut, und dass zuletzt niemand umhinkommt, seine eigene Vorgehensweise zu entwickeln und kontinuierlich an seine persönlichen Erfordernisse anzupassen, wobei es selbstverständlich nicht verkehrt ist, sich umzuschauen, um zu sehen, wie andere das machen, was die Beschäftigung mit etablierten Theorien sowie die Teilnahme an Schreibkursen einschließt, soweit wie man sich Letzteres leisten kann.


    Was ich hingegen bezweifle, ist die Annahme, dass bereits die strikte Anwendung einer Methode zum Erfolg führen wird. Ohne ein gewisses Maß an Talent wird es nicht funktionieren und Talent enthält für mich immer auch ein deutlich ausgebildetes Sprachgefühl sowie das intuitive Erkennen von Gesetzmäßigkeiten des Schreibens – z.B. das Gefühl dafür, wann es sinnvoll ist, Tempo aus der Geschichte zu nehmen oder im Gegenteil aufs Gaspedal zu drücken, wo braucht es einen Cliffhänger et cetera – Dinge, die nicht wirklich von Grund auf erlernbar sind, sondern die man, soweit vorhanden, allenfalls über das Schreiben selbst weiterentwickeln kann.

    Nicht anders wie der Glaube an eine Methode, die einen Mangel an Talent zu kompensieren vermag, führt aber auch die gegenteilige Annahme, Talent allein würde eine lesbare und lesenswerte Geschichte schreiben können, in eine Sackgasse. Du kannst mir glauben, Silke, dass sich der Omnipotenzwahn meiner frühen Jahre vollständig abgeschliffen hat.;)

    Und selbst dann, wenn sich Talent und Methode harmonisch verbinden, wird diese Verbindung allein nicht reichen. Wie ich in einem anderen Thread geschrieben habe, braucht es außerdem Empathie. Neugier. Offenheit. Unvoreingenommenheit. Ein mit großer Aufmerksamkeit gelebtes Leben. Selbstdisziplin. Ausdauer. Die Ausdauer, die vonnöten ist, um ein oder zwei Jahre lang oder noch länger zu recherchieren, zu schreiben, zu überarbeiten, bis ein präsentationsreifes Manuskript vorliegt und das alles auch noch in weitgehender Selbstisolation zu tun und ohne darüber depressiv oder „sonderbar“ zu werden. Aber: Wo lernt man das alles?


    Auch die Umstände, unter denen jemand schreiben kann oder schreiben muss, spielen eine nicht unwesentliche Rolle. Es macht einen Riesenunterschied, ob ich mich als Autorin oder Autor für drei Monate in eine Writers Lodge einmieten kann oder ob ich mir neben meiner Erwerbsarbeit oder der Pflege eines schwerkranken Angehörigen jeden Tag aufs Neue ein oder zwei Stunden fürs Schreiben abringen muss, und ich vielleicht nicht einmal das regelmäßig schaffe.


    Davon abgesehen scheint mir aber, dass die Unterschiede in unserer Auffassung hinsichtlich der Relevanz von Methoden nicht unüberbrückbar weit auseinanderliegen. Wirkliche Unterschiede sehe ich eher woanders.

    Als Autorin will ich eine Geschichte erzählen.

    Worauf liegt für dich in diesem Satz die Betonung: auf „ich“ oder auf „Geschichte“?

    Wenn für dich „ich“ dasselbe meint wie das, was ich an anderer Stelle „Autorenwille“ nenne, dann definieren wir die Funktion des Autors nicht auf die gleiche Weise. Sicherlich bin ich als Autor der Regisseur. Unter anderem. Bin außerdem Stenograph, Lektor, bin Vermessungsingenieur, Quartiermacher, Bühnenbildner, Landschaftsmaler, Philosoph und für die Romanfiguren auch der Familientherapeut und während der Überarbeitung auch noch Cutter. Aber ganz sicher begreife ich mich nicht als allwissenden und allmächtigen Puppenspieler. „Ich“ hat der Geschichte zu dienen und nicht umgekehrt. Und das kann nur in einem ständigen Lern- und Anpassungsprozess geschehen, dem ich mich auch und gerade während des Schreibens zu unterwerfen habe.

    Ich verfolge einen Zweck.

    Welchen? Kannst du das präzisieren?

    Geschichten sind ein menschliches Konstrukt, das eine Absicht verfolgt.

    Auf dem Satz habe ich lange herumgekaut. Vermutlich trifft das auf viele Geschichten tatsächlich zu. Nur entspricht es nicht meiner eigenen Erfahrung. Natürlich interessieren mich manche Themen mehr als andere, faszinieren mich bestimmte Stoffe ganz besonders. Aber nur deshalb, weil ich einen solchen Stoff zu einer Geschichte formen möchte, regt sich im Sinne einer konkreten Umsetzung nicht bereits zwangsläufig etwas. Ich kann mir keine Geschichten „ausdenken“ und am allerwenigsten die Figuren. Ich kann das nicht und doch beneide ich nur selten einmal diejenigen, die über diese Fähigkeit verfügen.

    Wie ich bereits weiter oben schrieb, kommen bei mir die Figuren immer vor der Geschichte. Das bedeutet, dass ich im Extremfall auch einmal zehn Jahre warten muss, bis das geeignete Personal die Bühne betritt, so wie bei meinem zweiten beendeten Roman. Was ich mittlerweile als nicht mehr ganz so frustrierend empfinde wie noch vor einigen Jahren. Ich bin geduldiger geworden. Es gibt mehr als genug Geschichten, die erzählt werden wollen. Auf die Reihenfolge kommt es mir nicht an.

    Und welche Absicht sollte ich mit dem Erzählen einer Geschichte verbinden? Die Freude, die mir das Erzählen einer Geschichte bereitet, ist mir Anlass, Sinn und Zweck genug.

    Natürlich kann ich auch meine Figuren einfach mal so machen lassen ... aber kommt dann am Ende etwas Sinnvolles in einem angemessenen Zeitrahmen dabei rum?

    Vielleicht. Vielleicht nicht. Aber gilt das nicht genauso im umgekehrten Fall? Woher will ich im Voraus wissen, was der Geschichte guttut, wie diese oder jene Figur zum Vorteil des Ganzen in jeder Situation zu agieren hat? „Ich“ traue „meinen“ Figuren mehr als meinem Verstand, den ich ausnahmslos als zu begrenzt und zu risikoscheu erfahre, um jene Geschichten erzählen zu können, die ich auch als Leser schätze. Und dann: Ist zuletzt nicht auch das „machen lassen“, das „an der langen Leine führen“, das „von der Leine lassen“ eine Methode?

    Das ist ein altes Thema. Nahezu jede Person auf der Welt könnte erlernen, sehr gut Tennis zu spielen, aber bei 99,99999999999% ist es unmöglich, aus ihnen Grand-Slam-Gewinner zu machen, und das ist es auch, was in den amerikanischen CW-Workshops geschieht. Aufbau und Erzählmuster ähneln sich im Ergebnis, aber die wenigen, die sehr erfolgreich werden, hatten das, was nötig ist, um gute Erzähler und -innen zu werden, vermutlich schon vorher.

    Das ist die Essenz dessen, was ich mit meinen kritischen Anmerkungen in Bezug auf den Nutzen sowie die Grenzen von Methoden sagen will.

    Ich habe tatsächlich meistens keine Ahnung, was ich da eigentlich mache. Und wie. Damit will ich sagen: Ich sehe das Ergebnis nicht vor mir. Das ist nicht dasselbe wie einen Tisch zu schreinern (weshalb ich den Begriff "Schreibhandwerk" auch irritierend finde) oder einen Tiger zu bändigen. Also, ich weiß schon, dass es ein Tisch werden soll und wie in etwa er aussehen wird, aber welche Handgriffe und Arbeitsabläufe und Inputs und Bewegungen dafür nötig sind, das entzieht sich oft meiner bewussten Kontrolle.

    Diese Sätze tun unheimlich gut. Weil ich das auf sehr ähnliche Art empfinde. Und weil ich das bisher immer als Makel begriffen habe. Auch wenn solche Worte aus dem Mund eines Autors, der bereits elf Romane veröffentlicht hat, anders klingen, anders klingen müssen als aus dem Mund eines Unveröffentlichten.

    In Diskussionen wie diesen, in denen es (auch) um die Erlernbarkeit des Schreibens geht, Schreiben im Sinne des Erzählens, reagiere ich manchmal dünnhäutiger als gewöhnlich, weil ich mich dabei hin und wieder in die Rolle eines lernunfähigen oder lernunwilligen, renitenten Grünschnabels gedrängt fühle angesichts dieser Inflation von Theorien und Methoden mit all ihren wohlklingenden Namen.

    Ich habe Rechnen, Lesen und Schreiben gelernt einschließlich der deutschen Grammatik und habe das schon bald als nicht zu meinem Schaden ausgedacht empfunden. Warum also sollte ich mich hinsichtlich jener Theorien und Methoden anders verhalten, wenn sie doch versprechen, mich in meiner Schreibkunst voranzubringen? Ich gebe zu, mich nur mit wenigen dieser Theorien wirklich tiefgehend auseinandergesetzt zu haben und dass selbst das auch schon eine Weile her ist, weil ich schnell gemerkt habe, dass sie bei mir das Gegenteil dessen bewirken als das, was sie bewirken sollen: Sie haben mir die Freude am Schreiben genommen. Ganz allgemein gesagt, sind sie mir zu statisch. Vielleicht habe ich auch nur zu schnell aufgegeben oder nicht lange genug nach „der Richtigen“ gesucht. Keine Ahnung.


    Ich erkenne die Berechtigung für das Vorhandensein dieser Theorien an, sehe aber auch ihre Grenzen, sehe das, was sie zumindest in meinem Fall nicht zu leisten vermögen, so ähnlich wie auch Petra das in ihrem Posting #12 beschreibt. Das ist alles. Weshalb ich zum Schluss noch einmal das an den Anfang gestellte Zitat von Nils wiederholen möchte:


    „Also machen. Vor allem machen. Schreiben. Text produzieren. Irgendjemand hat das hier in der Signatur stehen. Scheitern. Anders scheitern. Oder so ähnlich.“


    Das ist um Größenordnungen wichtiger als das, was jeder Disput um Theorien zu leisten vermöchte.


    Herzliche Grüße,


    Jürgen


    PS: Sorry, Petra, wenn ich dazu beigetragen habe, das eigentliche Thema dieses Threads ein wenig in den Hintergrund zu drängen.

    Ich will hier nicht wieder das Fass „Pro und contra Schreibratgeber“ aufmachen, stattdessen aber die Frage stellen, wie oft erfolgreiche Autorinnen und Autoren zu Protokoll gegeben haben, dass sie ohne die umfassende Kenntnis und strikte Befolgung der XYZ-Methode niemals ihre großartigen Œuvres hätten schaffen können. Mein diesbezügliches Wissen ist sicherlich überschaubar, aber mir ist kein einziger Fall bekannt, in dem jemand aus jenem Kreis sich in diesem Sinne geäußert hätte.


    Dass auch sie eine Methode anwenden, wird niemand ernsthaft in Frage stellen können. Für mich lautet die interessantere Frage aber vielmehr, wie bewusst sie das tun. Ich vermute, dass sie am Anfang ihres Autorenschaffens überwiegend intuitiv das Richtige taten – auch im Verstehenwollen ihres Scheiterns - und vielen von ihnen erst nach und nach wiederkehrende Muster und Gesetzmäßigkeiten aufgefallen sind, aus denen sie dann ihre ganz persönliche Methode entwickelt haben und diese seitdem mehr oder weniger bewusst einsetzen. Eher weniger, vermute ich, denn es erscheint mir nur logisch, dass die bewusste Anwendung einer Methode nach einer Übergangsphase zunehmend von Automatismen ersetzt wird.

    Das Verdienst von Schreibratgebern ist es, dass sie aus diesen vielen persönlichen Methoden wiederum übereinstimmende Elemente abstrahieren und in Form einer strukturierten Zusammenfassung dabei helfen können, insbesondere die ersten Lern– und Übungsphasen effizienter zu gestalten in dem Sinne, dass nicht jede(r) das Rad neu erfinden muss. Damit sind sie aber, verglichen mit der von einer Autorin oder einem Autor tatsächlich angewendeten Methode, eine Verallgemeinerung und Vereinfachung gleichermaßen. Davon abgesehen glaube ich, dass es ohne das Vorhandensein eines intuitiven Erkennens jener Gesetzmäßigkeiten schwierig, wenn nicht sogar unmöglich sein wird, ausschließlich gestützt auf die theoretisch vermittelte Kenntnis einer Methode eine lesenswerte Geschichte zu verfassen, selbst wenn jemand den entsprechenden Ratgeber Wort für Wort im Schlaf aufsagen könnte.


    Schreiben zu „lernen“ und sprechen zu „lernen“ sind für mich sehr ähnliche Vorgänge, obwohl sie zu sehr verschiedenen Lebenszeiten stattfinden. Beide beruhen maßgeblich auf Nachahmung, weshalb auch das Lesen so eminent wichtig für das Schreiben ist. Das Erlernen der „Grammatik“ kommt erst zu einem späteren Zeitpunkt und ist auch im Anschluss nur von nachgeordneter Bedeutung. Womit wir wieder bei Petras Plusquamperfekt wären.


    Wichtig ist für mich zum einen die Feststellung, dass hier die Theorie der Praxis folgt und nicht umgekehrt. Noch wichtiger ist die Tatsache, dass es „Die Methode“ nicht gibt und auch nicht geben kann. Dass es auch nicht damit getan ist, sich aus der Vielzahl der angepriesenen Methoden die vermeintlich passende auszusuchen, sondern wir uns an eine solche allenfalls anlehnen können, weil wir zuletzt nicht umhinkommen, daraus eigene Vorgehensweisen zu entwickeln. Das ist schon allein unserer Verschiedenheit geschuldet. Ich zweifele überdies daran, dass eine bestimmte Methode für alle Genres gleichermaßen gut geeignet ist, wage sogar zu behaupten, dass es, streng genommen, für jedes neue Projekt eine neue Methode zu entwickeln gilt oder zumindest die vorhandene soweit anzupassen ist, dass ein optimales Arbeiten möglich wird. Das verhält sich wie ein 08/15-Hammer aus dem Baumarkt zu dem zur Konstruktion einer 1A-Zeitmaschine erforderlichen Spezialwerkzeug. Schließlich ist ein Roman etwas anderes als der von einem Tischler angefertigte Tisch, der theoretisch unendlich oft reproduzierbar ist. Solange ich nicht die immer gleiche Geschichte erzählen will, und neben den Namen der Romanfiguren allenfalls noch Cornwall durch die Provence und die beim nächsten Opus wiederum durch die Toskana zu ersetzen, ist jede in einem Roman erzählte Geschichte ein Unikat, weshalb es, wie ich es sehe, kein Allzweckwerkzeug in Form einer bestimmten Methode geben kann.


    Gerade was die Entwicklung der Romanfiguren angeht, halte ich es für gefährlich, zu methodisch vorzugehen, wenn überhaupt. Methode bedeutet immer auch Einengung, und die Kunst besteht eben darin, zu erkennen, wo ein methodisches Vorgehen hilfreich ist und wo sie das gewünschte Resultat eher verhindert.


    Warum soll ich mich hinsichtlich der Romanfiguren mit dem vergleichsweise winzigen Fundus meines Bewusstseins zufriedengeben, wenn sich unter der Oberfläche dieses Bewusstseins in meinem Unterbewusstsein ganze Bibliotheken abgespeicherter Erinnerungen von Begegnungen und Ereignissen verbergen, bevölkert von bereits lebendigen Menschen, die nur darauf warten, die Rolle zu spielen, die sich ihnen in meinen Geschichten anbietet.

    Warum sollte ich diesen Figuren, sobald sie auf der Bühne meines Bewusstseins und der „meiner“ Geschichte erscheinen, sofort Zügel anlegen, anstatt sie, im Gegenteil, „von der Leine zu lassen“? Sie kennen ihre Rolle besser als ich.

    Und warum soll ich dann auf das „Ausdenken“, die „Erschaffung“ und die „Entwicklung“ von Figuren Zeit und Energie verwenden, statt nach Mitteln und Wegen für einen leichteren Zugang zu jenen Bibliotheken zu suchen?


    Ich fände es reizvoll, über diese letzte Frage einmal ausgiebiger zu diskutieren. Vielleicht in einem eigenen Thread?


    Herzliche Grüße,


    Jürgen

    Spannendes Thema! Die Art und Weise, wie die Figuren entstehen oder, genauer gesagt, die Umstände ihres Erscheinens und wie sie im weiteren Verlauf die Handlung an sich reißen und die Geschichte vorantreiben, ist für mich seit jeher einer der faszinierendsten Aspekte des Schreibens.

    Und: Ist es euch auch schon so ergangen, dass Figuren „mehr Eigenleben reklamierten“?

    Permanent ergeht es mir so und die Aussage „mehr Eigenleben reklamieren“ empfinde ich hier eher als Euphemismus. "Entweder du machst, was wir wollen oder hier passiert gar nichts mehr", umschreibt meine Schreibrealität exakter. Bisher habe ich noch immer nachgegeben. Zu meinem Glück, wie ich zugeben muss.

    (Ich glaube, dieses Thema hatten wir schon in einer anderen Diskussion vor kurzem, in der jemand verzweifelte, weil für ihn Vorher-Plotten bedeutete, das Schreiben macht dann keinen Spaß mehr, weil er ja dann schon alles weiß.)

    Derjenige war dann wohl ich. :down

    Sol Stein schreibt dazu: Zuerst war die Figur. Und die Figur brachte Sprache und Handlung hervor. ;)

    Kürzer und präziser kann man es nicht sagen.


    Für mich beginnt es in der Regel damit, dass plötzlich einige Figuren erscheinen, keine von ihnen nur als die bloße Idee einer Figur, nein, sie sind von Anfang an fast so lebendig wie die Menschen, die mich umgeben, sie haben bereits einen Namen, Familie auch, haben Sorgen, Ängste, Macken, Sehnsüchte, und die fangen dann an zu erzählen und zu reden, durcheinander zuerst, später dann miteinander, Sätze bleiben haften, mit einem Mal ist eine komplette Szene da, wie eine einsame Insel mitten im Ozean, und das ist dann der Augenblick, in dem ich beginne zu schreiben. Alles, was zu diesem Zeitpunkt außer den Figuren sonst noch vorhanden ist, ist der Ausgangspunkt der Geschichte sowie eine bereits recht klare Vorstellung davon, wohin sie führen soll, manchmal ergänzt von ein paar vagen Ideen zu der einen oder anderen Szene. Mitunter kommt es aber auch vor, dass ich bereits komplette Dialoge oder Teile eines Dialogs im Kopf habe oder auch nur einen beliebigen Satz, von dem ich aber bereits weiß, dass er so und nicht anders im Text stehen wird, ohne gleichzeitig die geringste Vorstellung davon zu haben, an welcher Stelle er, so wie auch die Dialog(teil)e, stehen könnte, ob all das überhaupt einen Platz in der Geschichte finden könnte, die zu diesem frühen Zeitpunkt ja allenfalls die vage Idee zu einer Geschichte zu nennen wäre und vielleicht nicht einmal das ist, sondern nur aus einem sich schnell füllenden Speicher weitgehend ungeordneter Fragmente besteht, der sich aus einem manchmal allerdings beinahe obsessiven Drang speist, über ein bestimmtes Thema, einen bestimmten Stoff zu schreiben.

    In jedem Fall muss ich strikt chronologisch schreiben, beginnend also mit dem Anfangskapitel, dem einzigen Kapitel, das ich mir wirklich "ausdenke", ausdenken muss, weil die Romanfiguren zu diesem in der Regel seltsamerweise nichts oder nur wenig beitragen. Ist das Anfangskapitel aber geschrieben, so ist es, als ginge die Stalltür auf, und die Herde stürmte nach einem langen Winter hinaus auf die Frühjahrsweide. Ein Nachteil dieser Vorgehensweise ist, dass ich nicht an einer anderen Stelle weiterschreiben kann, sobald ich einmal übel feststecke, weil es wegen des Fehlens eines engmaschig gestrickten Plots ja noch keine andere Stelle gibt, auch wenn ich jederzeit weiß oder zu wissen glaube, wohin die Reise zuletzt gehen wird.

    Ich bin mir darüber im Klaren, wie sich das alles anhört, wie es sich insbesondere für einen Profi anhören muss, aber genauso stellt es sich für mich dar, genauso fühlt es sich an. Über den Sinn des Plottens haben wir ja bereits an anderer Stelle ausgiebig diskutiert, und wenngleich mein ursprünglicher Widerstand gegen das Plotten verschwunden ist, so ist doch die Überzeugung geblieben, dass in meinem Fall das Plotten im Sinne eines ausgefeilten Durchkonzipierens einer Geschichte kontraproduktiv wirken würde, schon weil es den Figuren die Luft zum Atmen nehmen würde. Und vermutlich würde ich in der Zeit, die ich bräuchte, um den Plot unentwegt umzuschreiben, auch den kompletten Roman schreiben können, der dann wahrscheinlich noch dazu eine völlig andere Geschichte erzählen wird als jene, die der ursprüngliche Plot skizzierte. Wie dem auch sei ... oder wie Andreas Eschbach es zusammenfasst (wo, vermag ich leider nicht mehr mit absoluter Sicherheit zu sagen): „Ein "Plot" - also: der Plan, wie der Roman werden soll – verhält sich zum fertigen Roman ungefähr so wie der Plan einer Reise zu dem, was man später zu erzählen hat, wie es tatsächlich geworden ist. All die Pannen. Und was nicht geklappt hat. Und wie man sich in X umentschieden hat, weil. Und wie man dann Y begegnet ist und dann umdisponieren musste. Und, und, und.“


    Für mich war es bisher so, dass die Figuren vor der Geschichte kommen. Immer. Ausnahmslos. Trotzdem liegt im Sinne eines initialen Impulses der Ursprung der Geschichte deutlich vor dem Zeitpunkt, an dem plötzlich die Figuren in meinem Kopf sind, dessen bin ich mir sicher. Immer gibt es Aspekte des Menschseins, die mich ganz besonders interessieren, und Fragen, die sich mir drängender stellen als andere. Ich vermute, je intensiver ich über etwas nachdenke, desto eher öffnet sich hierfür in meinem Unterbewusstsein eine Tür, durch die es wie ein Schwamm alle Beobachtungen, Eindrücke und Informationen aufsaugt, die es mit dem entsprechenden Gegenstand verknüpfen kann, real existierende Menschen eingeschlossen, sogar solche, an die ich mich vielleicht nicht einmal mehr flüchtig erinnere. Und sobald die Anzahl dieser Verknüpfungen eine kritische Masse erreicht, geht die Tür zu meinem Bewusstsein auf und jemand ruft: „Wir wollen jetzt endlich bestellen!“ Da ist nichts von wegen lieber Gott spielen. Eher fühle ich mich wie ein Kochlehrling, der jetzt anstelle des abwesenden Maître der verwöhnten Sippschaft da draußen ein Festmahl zubereiten soll.

    Ich weiß, dass „man das so nicht macht“, aber irgendwie hätte ich schon Lust drauf - und sei es nur, um eingerostete „Schreibmuskeln“ zu lockern.


    Eine eher schlechte Idee?

    Wie ich es sehe: nein, Petra. Im Gegenteil. "Die Autorin", "der Autor", "die Figuren", "der innere Lektor" et cetera ... All diese Begriffe sind letztendlich ja nichts anderes als Metaphern, die verschiedene Ebenen unserer Psyche, unseres Denkens und Empfindens beschreiben. Und wenn die Figuren wirklich stark, wenn sie lebendig sind, was kann dann verkehrt daran sein, sich von ihnen an die Hand nehmen und sie "ihre" Geschichte erzählen zu lassen, statt auf Biegen und Brechen unseren "Autorenwillen" durchsetzen zu wollen?

    Ich fände es besser, jedem Abgeordneten nach der Jungfernrede ein Brandzeichen ein Abzeichen mit dem Text "Entjungfert im Bundestag 2022" anzustecken.

    Ich finde, das wäre zu einfach, Horst-Dieter. Zudem möchte ich noch einmal an das Anliegen von Katrin Göring-Eckardt erinnern: „Mit Poesie einen diskursiven Raum zwischen Parlament & lebendiger Sprache öffnen.“


    Endlich. Endlich nimmt sich jemand dieses Themas an, das den/die Bundesmichel:le derzeit wie kein anderes beschäftigt. Denn, was Frau Göring-Eckardt da vorschlägt, ist im Grunde ja nichts anderes, als neben Bundestag und Bundesrat noch eine dritte Quasselbude einzurichten, nur deutlich verspielter, bunter, diverser halt. Bürgernäher. Und unterhaltsamer.

    Deshalb, und um auf Dirks initiale Frage zu antworten: Parlamentspoeten – brauchen wir die? Ja. Unbedingt.

    Aber, und an dem Punkt wird der entscheidende Makel des Konzepts einer dritten Parlamentskammer deutlich: Wer ernennt deren Mitglieder? Erfolgt die Ernennung auf Lebenszeit? Oder sollen die Poetinnen und Poeten rotieren? Abhängig oder unabhängig vom jeweiligen Wahlergebnis? Auf welche Weise findet Artikel 20 des Grundgesetzes Beachtung? Welche Qualifikation müssen potentielle Kandidatinnen und Kandidaten nachweisen?

    Man braucht kein Hellseher zu sein, um bereits jetzt zu konstatieren: Das wird ein Fall fürs Bundesverfassungsgericht.


    Und was deinen Vorschlag mit dem Abzeichen angeht, Horst-Dieter: Meinetwegen. Aber vorher wird getanzt. Basta. Show, don’t tell!

    Danke, Amos, für den Link. :)


    Da werde ich gleich wieder besser schlafen können in dem Bewusstsein, dass es noch Menschen vom Schlage Katrin Göring-Eckardts gibt, Politikerinnen und Politiker, die verstanden haben, was die Stunde geschlagen hat und mit Mut und Entschlossenheit die drängendsten Probleme angehen, denen sich die Menschen hier und anderswo ausgesetzt sehen.


    Angesteckt von so viel Aufbruchsstimmung: Wie wäre es, wenn alle neuen Bundestagsabgeordneten vor ihrer Jungfernrede im Rahmen einer Liveübertragung im Plenarsaal ihren Namen tanzen würden?

    Ich musste unwillkürlich an die Boten früherer Epochen denken, die für das Überbringen einer schlechten Nachricht mit ihrem Leben bezahlten.


    Man kann sich mit einer Meinung kritisch auseinandersetzen. Mit jeder Meinung. Und man kann jemanden für das Vertreten einer bestimmten Meinung kritisieren, zu deren Begründung er oder sie neben anderen Wörtern auch das Wort Pushback verwendet. Aber das Wort selbst?


    „Pushback! Du böses, böses Wort, du! Ab auf dein Zimmer! Dafür gibts 100 Jahre Stubenarrest.“


    Und wie kann ein Wort zugleich ein Unwort sein?


    Der gleichen Logik folgend könnte man dann auch die Benutzung von Hämmern oder anderem potentiell gefährlichem oder gar für kriminelle Zwecke verwendbarem Werkzeug verbieten oder jedes Jahr ein "Unwerkzeug des Jahres" küren.


    Aber so etwas passiert wohl, wenn verbeamtete Demiurgenseelen Langeweile haben.

    Verbeamtet bin ich zwar nicht, aber so ein klitzkleinesbisschen von einer Demiurgenseele steckt vermutlich in jedem von uns.


    Deshalb hier schon mein Vorschlag für das Unwort des Jahres 2022: „Unwort“