Beiträge von IngridH

    Ja, für mich auch. Ich schaffe das ohne Druck nie. Und ich habe auch im NaNo-Monat immer einen oder mehrere Tage, an denen ich einfach nicht schreiben kann. Dann hechle ich nicht auf Gedeih und Verderb hinterher, sondern sage mir genau das: Jedes Wort ist eins mehr, als ich ohne diese Übung hätte.


    Ich schaffe das Rohmaterialsammeln, das Dorrit beschreibt, nicht so gut. Und ich sehe dabei auch die Gefahr, dass nicht mehr meine Figuren denken und handeln, sondern ich. Den richtigen Weg findet jeder selbst.

    Tom : Bei mir ja, aber ich unterwerfe mich nicht sklavisch dem Wortziel, und ich würde nie im Leben 50.000 Wörter schaffen. 35.000 war mein bestes (und brauchbares) Ergebnis, und zwischen 15.000 und 25.000 liegt ein realistisches Ziel, bei dem ich mir auch mal Aussetzer zwischendurch leisten kann. Damit bin ich zufrieden, weil jedes Wort eins mehr ist, als ich sonst zu Papier brächte.


    Ich schaffe es, in der Zeit und unter dem Druck intuitiver zu schreiben, meine Figuren agieren zu lassen, ohne sie zu sehr zu lenken. Bei meinem Topergebnis wusste ich vorher ziemlich genau, welche Szene(n) ich schreiben will, und war Teil einer superaktiven Gruppe.

    Für alle, die den NaNoWriNo ausprobieren wollen, gibt es im März und Juli das CampNaNoWriMo mit der Möglichkeit, die Zielzahl an Wörtern selbst zu bestimmen. Ich mache immer mit, weil ich diesen sanften Druck brauche, um jeden Tag zu schreiben. Außerdem mag ich das Gemeinschaftsgefühl und die grafische Aufbereitung auf der NaNo-Seite: eine ansteigende Linie, an der entlang ich schreibe bzw. meine Zahl eintrage. Noch besser ist es - wie Dorrit schreibt -, sich dafür Gleichgesinnte zu suchen und sich jeden Tag auszutauschen.


    Die NaNo-Seite ist jetzt auch flexibler als früher, jeder könnte auch außerhalb der offiziellen Veranstaltungen ein Projekt eintragen und sich selbst messen.


    Zum Papier: Ich mache das auch, aber beim Roman eher selten. Ich wechsle jedoch regelmäßig das Format. Normalerweise schreibe ich in Scrivener, aber ich kopiere immer wieder einzelne Szenen in Word, arbeite dort weiter und kopiere zurück. Per Hand, und ich ändere meistens auch die Schrift. Die andere Optik wirkt bei mir Wunder.

    Mir hat meine Agentin auch die motivierende Absage eines Verlags weitergeleitet. Die Programmplätze waren leider schon belegt, aber sie fanden mein Projekt beeindruckend. Immerhin.

    Ich denke, dass es viel mehr gute oder zumindest ausbaufähige Manuskripte gibt, als wir glauben. Als Lektorin sehe ich ab und an welche, und das ist beileibe nicht zu 90 % Mist.


    Klar, niemand sollte verkrampft lustig auftreten, sondern authentisch und selbstbewusst. Darunter versteht jeder/r etwas anderes, und darüber, was passt, sollte sich jede/r Gedanken machen. Das hat nichts mit Bittstellertum zu tun, sondern mit Verkaufsgeschick. Und das kommt selbst mir nach meinen vielen Vertriebsjahren ab und zu abhanden, wenn es um mich selbst geht. :)

    Deshalb habe ich geschrieben, dass das Produkt allein nichts hilft, Tom. Und ich schrieb von einem bisher unbekannten Autor bzw. der Autorin. Das gute Produkt (davon gehe ich aus) muss erst einmal jemand finden und als solches erkennen, in dem Fall also lesen.


    Es ist wie in jedem Markt, es gibt Angebot und Nachfrage. Wenn das Angebot derartig viel (mehrstellig) größer ist, muss sich der bisher unbekannte Verkäufer bzw. die Verkäuferin schon was einfallen lassen, um auf sich aufmerksam zu machen. Ein gutes Produkt allein hilft nichts, wenn das Exposé im Stapel verschwindet. Das gilt aber analog auch für die IT-Produkte, die ich früher verkauft habe.

    Instagram gehört Facebook, also ist es ganz egal, wie du dich dort einloggst, Horst-Dieter. Deine Daten enden immer in Menlo Park.


    Man kann bei Instagram sogar mit dem Smartphone posten, dafür braucht's wirklich keinen Kurs. Aber wie bei allen sozialen Plattform gilt: Wer das Medium gezielt für Werbung nutzen will, sollte eine Strategie haben, was er/sie überhaupt dort posten will. Langweilige Fotos von den eigenen Büchern werden nicht reichen, auch wenn sie noch so schön arrangiert sind.


    Wenn ich es richtig im Kopf habe, gibt's bei Annika Bühnemann allerlei Tipps für Social Media, eventuell auch bei Jasmin Zipperling. Und es hilft, sich anzusehen, was andere Autorinnen und Autoren dort von sich zeigen.

    Ich bin immer noch in der "Selfpublishing"-Gruppe, die sehr oft nervt, aber dank Matthias Mattings Moderation nicht ganz entgleist und auch gute Tipps liefert. Echt brauchbar und professionell ist "Lektorat und Korrektorat", wo sich lauter Sprach-Nerds tummeln. In Diana Hillebrands Gruppe "Heute schon geschrieben" ging es auch gesittet zu, aber die Gruppe ist eingeschlafen, denke ich.


    Die Gruppe, die allen gerecht wird, gibt's nicht. Die Bedürfnisse sind zu unterschiedlich, und die Toleranzschwelle ist sowieso höchst individuell.

    Und was ein Lektorat angeht: Das nutzt erst etwas, wenn das Manuskript etwas taugt. Bei vielen Manuskripten wäre der Aufwand derart hoch, dass es einfacher wäre es von jemand anderem neu schreiben zu lassen. Welcher Verlag würde sich so etwas antun?

    Das gilt auch für den Weg ohne Verlag (z. B. Selfpublishing): Manche Manuskripte sind so schlecht, dass sie auch eine freie Lektorin nicht anfassen würde. Der Aufwand, aus einem "ungenügend" wenigstens ein "befriedigend" zu machen, ist nicht zu bezahlen.

    Wie wird denn da heuzutage gearbeitet? Als ich mich vor zwanzig Jahren damit etwas beschäftigte, gab es normierte Korrekturzeichen, die man in eine nach Normvorgabe erstellte Papierseite einfügte. Wie macht man denn das in Zeiten der Textverarbeitungsprogramme? Gibt es da Standards?

    Word mit Änderungsmodus ist quasi der Standard. Je nach Kundenvorgaben bzw. -wünschen und Aufgaben gibt es auch Redaktionssysteme, gemeinsames Arbeiten in Papyrus Autor, PDF, OpenOffice, Excel usw.


    Ob die Dokumente dann über Mail, Post, Dropbox oder irgendwelche anderen Wege ausgetauscht bzw. gemeinsam bearbeitet werden, ist auch abhängig davon, was die Parteien vereinbaren.