Beiträge von Horst-Dieter

    Mir war die Geschichte nicht unbekannt. Sie kommt bereits im »Silmarillon« zur Sprache (XXI Von Túrin Turambar) auf etwa 30 Seiten, und in »Nachrichten aus Mittelerde« (II. Narn I Hîn Húrin …«) auf immerhin schon etwa 120 Seiten, mit zusätzlichen Anmerkungen von Christopher Tolkien. Nun also ein Buch von 300 Seiten, zwar in nicht so kleiner Schrift wie in den anderen beiden Büchern, aber letztendlich doch umfangreicher. Es gibt eine ganze Reihe andere von Christopher Tolkien herausgegebener Geschichten, die im Silmarillon als Fragment oder Kurzfassung enthalten sind, meist mit mehr als weniger Anmerkungen und Erklärungen. So interessant diese durchaus sind, so bemüht kommen sie daher und stören den Lesefluss, wenn man einfach nur eine Geschichte lesen will. In »Die Kinder Húrins« sind die Anmerkungen von einer kurzen Einführung abgesehen auf das Ende des Buches gesetzt, zusätzlich gibt es dort Ahnentafeln und ein Glossar der Namen, die beim Lesen hilfreich sind, weil es nicht immer leicht ist, Tolkiens Genealogien seiner Gestalten richtig einzuordnen. Man braucht diese Informationen aber nur gelegentlich, der Lesefluss wird dadurch kaum gestört. Und damit erstrahlt diese Geschichte in ihrer ganzen Pracht. Sie entwickelt nicht diese Dynamik wie de »Hobbit« oder »Der Herr der Ringe«, ist aber als Ganzes und gut durchkomponiertes Werk zu sehen. Tolkien hat es aber nicht in dieser Form vorgelegt. Sein Sohn musste es erst aus vorhandenem Material rekonstruieren. Das ist ihm gut gelungen.

    Die Geschichte selbst ist eine traurige, beinahe schon depressive Geschichte. Es löst sich am Ende nicht alles in Wohlgefallen auf, auch wenn Túrin über Glaurung Sieger bleibt, ist er dennoch der Verlierer. Das ist anders als bei den Hauptwerken Tolkiens aus dem Dritten Zeitalter von Mittelerde. Trotzdem hat es mir den Lesegenuss nicht verdorben und wenn ich mir demnächst mal wieder den Herrn der Ringe aus dem Regal hole, wird mir dieses Hintergrundwissen die wiederholte Lektüre noch interessanter machen.

    ASIN/ISBN: 3608937625

    Zum 25jährigen Vereinsjubiläum haben wir ein Buch gemacht. Darin Texte von neunundzwanzig 42ern und noch ein paar andere, durchmischt von ein paar Cartoons zum Schreiben und Veröffentlichen. Das Buch kam nicht ganz passgenau zur Preisverleihung in Putlitz kann nun aber bestellt werden. Wer es haben möchte überweist 5 Euro incl. Versandkosten (Ausland 7,50 Euro) auf das Konto des Vereins (steht im Impressum) und gibt bei der Überweisung die Anschrift an, an die das Buch geschickt werden soll.

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    Jetzt ist das Belegexemplar da, und eine schöne Hinleitung zu meiner Kurzgeschichte hat der Herausgeber auch geschrieben.

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    Horst-Dieter Ach ja, die Walz! Darauf bin ich gar nicht gekommen, dabei trage ich seit einem halben Jahrhundert diverse FHB-Zunfthosen. Nix geht über Pilotzwirn. Ich hatte allerdings nicht auf dem Schirm, dass da gesungen würde (habe die Gesellen aber nie auf Landwegen, sondern immer nur in Städten gesehen, mag daran liegen. Auch schon in Helsinki, übrigens).

    Ist schon Jahrzehnte her, aber bei uns hat mal ein walzender Zimmermann übernachtet. Der hatte sogar eine Querflöte im Rucksack und wir konnten den Abend über zusammen quer durch die Romantik spielen.

    Danke, Dietmar, bei dem bin ich noch nicht vorbeigekommen, weil es eben auch zeitgenössische Volksmusik ist, und damit nicht Rechtefrei (und nebenbei bemerkt auch ein Stück weit entfernt von der traditionellen V/F/olksmusik). Rennsteig ist aber etwas, wo man suchen könnte. Immerhin gab es um diesen Wanderweg sogar eine literarische Bewegung (um August Trinius), ob es aber zu eigenem Liedgut gereicht hat, weiß ich nicht. Trotzdem danke für den Tipp. Es ist immer gut, wenn man über die selbst gesetzten Zäune gucken kann.

    Das mit dem Wandern als Handlung für sich war seit der Romantik in Deutschland durchaus ein Thema neben der berufsmäßigen Wanderei (Walz). Es gab Leute, die spazierten von zu Hause zu Fuß bis nach Syracus oder durch das Taubertal. Durch die Wandervogelbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts bekam das Wandern noch einmal einen deutlichen Schub. Da wurden neue Lieder erfunden und die alten richtig populär.


    Nachtrag: Auch das Kunstlied hat in der Romantik vom Wandern profitiert (Schubert).

    Da die Hobbits große Wanderliedersänger sind und dem Vernehmen nach zuweilen sogar die Elben ein paar Töne von sich geben, wenn sie in Richtung Anfurten schweben, wäre davon auszugehen, dass es im Umfeld ihres Erfinders auch solches Liedgut und entsprechende Praktiken gab.

    Du wirst lachen, aber ein anderes Mitglied unseres Vereins hat mir schon solch ein schönes Lied aus dem Auenland zur Verfügung gestellt. --u:-) Aber so schön es auch ist, kann ich es doch nicht brauchen. Es ist nämlich nicht frei von Rechten. Und was das Umfeld des Erfinders anbelangt, ich bin noch dabei, das englische Liedgut zu durchforsten, bin aber bis lang noch nicht zufrieden gestellt (von jenem Mitglied, das dass Auenlandlied gefunden hat, habe ich auch den Hinweis auf "It's a long way to tipperary" bekommen, aber auch das ist kein reines Wanderlied).

    Danke für die Anmerkungen und Hinweise. Sie helfen vielleicht bei der weiteren Suche.


    Die Tradition der detuschen Wanderlieder kommt weniger aus dem Christentum, als aus der Tradition der Gesellenwanderungen. Deswegen tauchen auch öfters Handwerksberufe in den Liedern auf (z.B. der Müller).

    Bei dem Versuch, internationale Wanderlieder zu finden, guck ich nur in die Weite. Nirgendwo ist etwas in Sicht. Oder guck ich nur in die falsche Richtung? Wer kann helfen? Ich suche internationale Wanderlieder (Volkslieder/Folksongs - nix aus den Charts). Oder gibt es das nur auf Deutsch?

    Und die Szenen, die dir schon wirr im Kopf rumschwirren: Aufschreiben!…

    Wenn mir eine Szene einfällt, ein Dialog, eine Beschreibung oder was auch immer, notiere ich mir das (falls manuell, übertrage ich es später in den Computer). Diese kurzen Texte nenne ich "Textschnippsel", nummeriere sie in der Reihenfolge des Schreibens und speichere sie in einen Unterordner. Die meisten dieser Textschnippsel kann ich später gebrauchen und integriere sie in das Gesamtmanuskript, manchmal direkt, manchmal aber auch nur als Anstoß für einen neu zu schreibenden Text. Diese Technik hat zwei Vorteile: 1. vergesse ich das nicht wieder und 2. macht das "herausschreiben" der Ideen Platz für neue.


    Zur Recherche: Silke hat schon darauf hingewiesen: Bücher und andere Schriften, die man anfassen kann, sind längst noch nicht out. Sie haben den Vorteil, dass wir durch die 'Berührung' einen weiteren Zugang zum Text haben, als es der Blick auf einen Monitor zulässt. Das mag für manche zu vernachlässigen sein, aber ich meine, es hilft auch ein bisschen zu differenzieren. Außerdem kann man diese Art von Quellen auch bei Stromausfall lesen und nutzen und auch dort, wo man den Computer, das Tablet oder das Smartphone sonst nicht mit hinnimmt. Bei der Recherche im Internet rate ich, sich nicht auf die einfache Eingabe eines Stichworts in die Suchmaschine zu verlassen. Der Blick auf das, was man sucht, wird durch die subjektive Auswahl getrübt. Man sollte sich mit Suchoperatoren vertraut machen, um gezielter und effektiver zu suchen. Das hilft dann auch, wenn man Suchmaschinen umgeht und direkt in Archiven sucht.

    Noch besser für "Ungeübte" ist, erst einmal mit kleinen Formaten anzufangen. Mit Kurzgeschichten beispielsweise. Es ist ja auch nicht zielführend, gleich den Mount Everest zu probieren, wenn man vorher noch keinen kleineren Berg probiert hat.

    Mein neuestes Werk aus der Reihe "Sagen & Legenden" - dieses Mal vom Bodensee – ist erschienen. Lieferbar über jede Buchhandlung und auch in manchen Museumsshops wird es vorrätig sein (vielleicht nicht sofort, aber in Kürze). Wieder ist es keine reine Textsammlung, sondern mit Kommentaren und Ergänzungen versehen, die die Hintergründe der einzelnen Sagen beleuchten.

    ASIN/ISBN: 3955404021