Beiträge von Horst-Dieter

    Das Geschichtsdarstellungen ständig optimiert werden müssen dank neuerer und fortlaufender Forschungen ist selbstverständlich. Ein Neu- und Umschreiben ist nur in seltenen Fällen angebracht und auch da meist noch in Details zu kritisieren. Der Begriff wird aber inflationär gebraucht.

    Die ganze Geschichte Mesopotamiens ist ein tolles Rabbit hole. Die erste Großstadt Uruk, die Erfindung der ersten Schrift (Keiöschrift), der Ursprung biblischer Erzählungen, warum Babylon (zu unrecht) verteufelt wurde ...

    Die "erste Großstadt" und die "erste Schrift" sind nicht eindeutig auf Mesopotamien und Ur zu verorten. Im Indusdelta gab es zur gleichen Zeit eine ähnlich starke Kultur (Mohenjo-Daro und vor allem Harappa, das bereits um 2500 v.Chr. eine Einwohnerzahl von 40.000 aufgewiesen haben soll). Auch eine Schrift gab es in dieser Kultur, die allerdings noch nicht entziffert ist. Ausgrabungen und Erforschungen in diesem Bereich haben jedoch erst spät begonnen, weshalb die Kulturen in Mesopotamien populärer (und vermutlich auch besser erforscht) sind.

    Jedenfalls wird das neuerdings in Verträgen abgefragt (zumindest seit letztem Jahr, nach meiner Wahrnehmung). Eine ISNI (Inernational Standard Name Identifier) soll Personen, die schöperisch tätig sind, eindeutig identifizieren. Als ich das erste Mal damit konfrontiert wurde, ergab meine Prüfung, dass es für mich bereits eine ISNI gab. Muss wohl ein Verlag mal angelegt haben. Nötig wurde allerdings eine neue ISNI, die ich inzwischen habe und bei Verträgen eintragen kann. Wer nachschauen möchte, ob es für die eigene Person bereits eine ISNI gibt, kann das hier tun.

    Gustav Le Bons "Psychologie der Massen", Ende des 19. Jahrhunderts verfasst, zeigte bereits vor mehr als 100 Jahren wie man Massen beeinflussen und manipulieren kann. Nicht ohne Grund ließen sich die frühen Faschisten des 20. Jahrhunderts (u.a. Mussolini, Hitler, Goebels) davon beeinflussen. Während die frühen rechtsradikalen Gruppierungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sich kaum damit befassten, nutzt beispielsweise die AFD (aber ach andere Gruppierungen in Europa) diese Erkenntnisse. Die modernen sozialen Medien spielen ihnen dabei in einem bislang nicht gekannten Maße zu.

    …aber die Anzahl der Wohnungslosen ist keineswegs ein Indikator für eine systemische Gesellschaftsungerechtigkeit. …

    Aber ein Indikator dafür, dass es nicht allen gut geht. Für die Gruppe der Notleidenden in unserer Gesellschaft gibt es noch weitere Indikatoren, zum Beispiel die Tafeln, die ständig zunehmen und den Bedarf dennoch nicht decken können (geschweige die Armut derjenigen, die auf die Tafeln angewiesen sind, beseitigen helfen).

    Eine überwiegend völlig grundlose und eben per social media erfolgreich implantierte Angst. Den Menschen ging es niemals - zu keinem Zeitpunkt der Geschichte - besser als heute. Und auch das mit der vermeintlich ungleichen Einkommensverteilung ist zum Großteil eine drastische Überspitzung.

    Die ungleiche Einkommensverteilung ist ein Fakt, der allerdings - da gebe ich dir recht, Tom - gerne drastisch überspitzt dargestellt wird. Lösungen dafür sehe ich nicht, sehr wohl aber wäre eine Anpassung auf vielen Ebenen möglich (zumindest könnte die Regierung das tun) um diese Situation abzumildern. Vielen Menschen geht es zwar heute besser als jemals zuvor in Mitteleuropa, gleichwohl gibt es aber noch eine viel zu große Anzahl notleidender Menschen. Auch die Zahl der Obdachlosen steigt, und das nicht erst seit gestern.


    Tatsächlich sind es aber nicht die Notleidenden, die AFD & Co hinterherrennen, zumindest nicht in der Mehrzahl. Diese rechtsorientierten und rückwärtsgewandten Strömungen werden vor allem getragen von solchen "Bürgern", denen es (noch) gut geht.

    Aber nicht in dieser Stärke, mit dieser Reichweite, mit diesem Erfolg.

    Was Stärke und Erfolg anbelangt, müssen wir nicht weit zurückschauen.


    Mit dem (schnellen) Erfolg magst du recht haben, aber ob das ein Nachteil oder Vorteil ist, werden wir vermutlich erst rückschauend beurteilen können.


    Und dass die sozialen Medien die "Ursache" sind, dem widerspreche ich nach wie vor