Beiträge von Horst-Dieter

    Braucht man überhaupt eine eigene Homepage, wenn man einen Verlag hat?

    Wenn ich mich über neue Bücher informieren will, schaue ich auf Amazon, oder den Webseiten der entsprechenden Verlage. …

    Wenn einem Werbeaussagen reichen, dann ist natürlich kein Bedarf vorhanden, sich an der "Quelle" zu informieren.

    Tante Wiki weiß:

    Zitat

    Aufgrund einer Fiskalerbschaft wurde der Freistaat Sachsen Erbe des Nachlasses von Hildegard Maria Rauchfuß. 2021 erhielt er an Tantiemen und Lizenzgebühren rund 10.000 Euro.

    Eine Situation, die sicher nicht zu oft vorkommt, dass der Staat die Urheberrechte erbt. Aber gut zu wissen, dass auch so etwas vorkommen kann.

    Es ist oft so, dass Menschen, die viel von einer Sache verstehen, nicht gut (belletristisch) darüber schreiben können. Möglicherweise wäre ein spannendes Sachbuch die bessere Wahl gewesen. Immerhin klingt deine Kurz-Rezension doch so interessant, dass ich mir das Buch mal notiert habe und möglicherweise demnächst hineinlesen werden.

    … (Schade, daß wir so etwas nicht haben. Wir dürfen weder die Schulbehörden, noch unsere Staatsführung wählen; ja noch nicht einmal die Rundfunkräte. Daher haben wir keinen Einfluß, was unseren Kindern vorgesetzt oder wie unsere Jugend indoktriniert wird. Immerhin dürfen wir alle 4-5 Jahre die Partei wählen, die uns die schönsten Lügen erzählt, um danach wieder brav die Schnauze zu halten. Denn wer aufbegehrt, gar auf die Straße geht und die Regierung kritisiert, ist hier ganz schnell ein Nazi...)

    Wo werden den Rundfunkräte und Schulbehörden von der Bevölkerung gewählt? In den Ländern, die keine Demokratie haben vielleicht? Oder in den Ländern, in denen eine Demokratie durch Autokraten ausgehebelt wird? Man "darf" auch nicht nur Parteien wählen, man darf in ihnen mitarbeiten. Und wenn man das nicht will, gibt es noch eine ganze Menge andere Möglichkeiten, sich für gesellschaftliche und soziale Belange zu engagieren und mitzuarbeiten. Jedenfalls geht so etwas in Demokratien ganz gut.


    Selbstverständlich wird man nicht ganz schnell ein Nazi, wenn man die Regierung kritisiert. Da gibt es genügend Beispiele für. Man wird dann ein Nazi, wenn man sich ideologisch so äußert, wie jene es tun, und da haben leider zu viele inzwischen gar keine Hemmungen mehr.

    Warum nicht granteln wenn man liest wie jemand gegrantelt hat? 8)


    Ich sehe es ungefähr wie Tom. Bislang habe ich nur hier und da hineingeschnuppert und manchmal geschmunzelt, meist den Kopf geschüttelt (innerlich). Für Literatur halte ich es auch nicht, aber für kurzweilig dann und wann.


    Und mit Handke halte ich es ähnlich wie Jefferson: Manches Buch in den vergangenen Jahrzehnten habe ich mit Gewinn gelesen - die aufgeführten gehören dazu –, und immer wieder bin ich an ein stinklangweiliges geraten, das mir nicht das Papier wert schien, auf dem es gedruckt war und das mich dazu brachte, eine Weile keine Bücher von ihm mehr zu lesen. Dazu gehörte der Torwart beispielsweise, oder der Hausierer, von den späteren Büchern die Jukebox. Und seine Winterliche Reise (1996) und seine Verteidigung des serbischen Nationalismus gehen mir unglaublich auf den Sack.

    Ein Nachruf


    Gegen Ende der 1970er-Jahre besuchte ich in Münster im »Kleinen Haus« des Stadttheaters ein Konzert des Gitarrenduos »Guitarissimo«. Staunend sah und hörte ich, wie Sigi Schwab, den ich bis dahin nur als Jazz-Musiker kannte, mit dem österreichischen Schlager- und Chansonsänger Peter Horton Gitarrenmusik spielte, die mich nicht vom Hocker riss, sondern regelrecht darauf festbannte. Da kam eine Mischung aus Klassik, Südamerika und Jazz auf mich zu, die mir zu jener Zeit äußerst progressiv erschien. Heute höre ich die Musik dieses ungewöhnlichen Duos etwas gelassener, aber immer noch gern. Für Ernüchterung sorgten damals nur die zwischen den Musikstücken vorgelesenen Texte von Horton. Ich verzieh ihm das aber, denn sein Gitarrenspiel war so gut, wie ich das von einem aus seiner Branche nicht erwartet hatte und er erwies sich als souveräner Partner desjenigen Gitarristen, Sigfried Schwab, wegen dem ich eigentlich gekommen war.


    Ihn kannte man zu jener Zeit schon. Er war mit diversen Jazzmusikern zu hören gewesen (Wolfgang Dauner, Eberhard Weber, Manfred Schoof u.a.) und sogar im Beat-Club zu sehen. Es gab Soloalben von ihm schon in den 1960ern (z. B. The Fabulous Guitar - From Bach to Almeida), eine Zusammenarbeit mit der Band »Embryo«, die man damals noch zur Krautrockszene zählte, Eberhard Schöner und einem Gamelan-Orchester sowie vielen anderen. Als Studiomusiker war er bis in die 1990er Jahre sehr beliebt. Seine Umfangreiche Diskographie bei Wikipedia ist lang und doch nur eine Auswahl.

    Ab 1980 überraschte der klassisch ausgebildete Gitarrist dann mit dem Diabelli-Trio, das er mit Willy Freivogel (Flöte) und Enrique Santiago (Viola) bildete. Sie spielten romantische Serenaden, Ragtime von Scott Joplin und Wiener Walzer von Lanner und Strauß ein. Leider hatte ich nie die Gelegenheit, das Trio einmal Live zu erleben. Bei den seltenen Gelegenheiten, wenn es in erreichbarer Nähe von meinem Lebensmittelpunkt konzertierte, war ich gerade an einem anderen Ort. Die Schallplatten aber, und auch die CDs, gehören nach wie vor zu den von mir gern und oft gehörten Tonträgern.


    Immer wieder vorgeholt werden von mir zwei schmale Notenhefte, die er 1978 und 1980 verfasste. Das erste (Capriccios, Divertimenti, Miniaturen) enthält eine Auswahl der italienischen Komponisten für Gitarre aus dem 18./19. Jahrhundert (Carulli, Giuliani, Carcassi), mit brauchbaren Fingersätzen versehen. Das zweite (12 Ländler) enthält Kompositionen, die ich so von ihm nicht erwartet hatte. Ländler liefen bei mir bis dahin eher unter »Volksmusik« und wurden nicht sonderlich beachtet. Schwab komponierte jedoch zwölf Miniaturen, die musikalische Substanz aufwiesen und zudem in das Lagenspiel einführten. Sie öffneten auch meinen Blick auf eine Musiktradition, die durchaus einiges zu bieten hatte. Bereits 1976 erschien seine zweibändiges "Folk Picking für Finger-Style Guitar", mit der er eine grundlegende Schule für diese Gitarrentechniken vorlegte, ohne Tabulaturen, weil er der Meinung war, dass letztere die Gitarristen in eine Sackgasse führten. Ohne dass ich ihm persönlich begegnet bin, ist Siegfried Schwab für mich über die Jahre immer wieder auch Lehrer gewesen.


    Fast noch erfolgreicher war Sigi Schwab mit seiner Filmmusik. Das ein Titel mit seiner Musik sogar in einem Quentin Tarantino Film (Jackie Brown) zum Soundtrack gehörte, mag Zufall sein. Konkret für eine Reihe Fernsehfilme (Anna, Laura und Luis u.a.) und Serien (Tatort u.a.) komponierte er jedoch die Musik und konnte mit einem Lied daraus (My Love Is a Tango) sogar einen Nummer-eins-Hit landen. Begeistern konnte mich diese Art von Musik von ihm allerdings nicht, doch ist sie ein nicht zu übersehender Teil des großen musikalischen Spektrums, das Schwab, immer in hoher Qualität bedient hat.


    Bereits 1978 hatte er mit Guillermo Marchena und Freddie Santiago das Weltmusikensemble »Percussion Academia« gegründet, das bis in die 1990er Jahre hinein bestand, Auftritte absolvierte und Tonträger veröffentlichte. Wohin man hörte, oft war Sigi Schwab dabei. Im Jahr 2014 wärmte er noch einmal mit Peter Horton das Duo Guitarissimo XL auf und spielte außerdem im Duo »Mandala« mit dem indischen Perkussionisten Ramesh Shothamn. Danach wurde es still um ihn. Am 11. Januar 2024 starb er in München. Ich bin mir sicher - nicht nur ich werde ihn vermissen.





    Servus, Du alter Grantler!


    Das mit dem „Prachtband“ habe ich anerkennend gemeint. Das Titelbild ist toll. Ich ziehe meinen Hut vor Deiner rastlosten und engagierten Publikationstätigkeit und Deinen weitgespannten Interessen.


    Denn vom Mittelalter bis zur Neuzeit, vom Sachbuch bis zum Kriminalroman, vom Wanderführer bis zum Kunstband kannst Du ja alles. :blume

    Übertreib nicht. Den Bestseller habe ich noch nicht geschafft und ich sehe auch nicht, wie ich so etwas auf die Reihe bringen könnte.


    Das Titelbild stammt von unserer Tochter. Die hat fotografisch mehr drauf als ich. Sie hat da in klirrender Kälte vor dem Schloss ausgeharrt, bis das Licht stimmte, während ich hinter dem Schloss herumgeirrt bin und zig verlorene Fotos geschossen habe.

    (Gegenüber beim Metzgerwirt an der Trambahnhaltestelle, da ißt man übrigens recht gut und bekommt sogar an Sonn- und Feiertagen, wenn man insistiert, noch einen Tisch.)

    An Wirten, die auch Metzger sind, gehe ich im allgemeinen kommentarlos vorbei und merke mir die Adresse auch nicht. Aber in München läuft man ohnehin nicht Gefahr, zu verhungern.

    Telefonbücher sind, anders als die "Wer-ist-was-und-who-is-who" Bücher, für Autoren unglaublich nützlich, nämlich dann, wenn man auf der Suche nach Namen für seine Protagonisten ist.

    Aktuell flattern wieder Rundschreiben von WER IST WER, einer "Enzyklopädie bedeutender Persönlichkeiten" von einem Redaktionsbüro Deutschland aus Wuppertal in die Briefkästen all derjenigen, die als Autorinnen und Autoren öffentlich auszumachen sind, aber auch andere, die irgenwie öffentlich in Erscheinung getreten sind. Es ist schon eine "Aktuelle Biographie" beigefügt, die man korrigieren und/oder ergänzen kann. Dann unterschreiben und per Fax oder Post zurück. Das war's dann - oder? Mitnichten! Dann kommt das sogenannte "Dicke Ende". Im Kleingedruckten oberhalb der Biographie kann man lesen, dass dann der Eintragungspreis von 329,00 Euro fällig wird.


    Ob überhaupt diese Edition 2024 gedruckt wird, ist nicht ersichtlich. Das wird in dem Schreiben auch nicht versprochen, obwohl es angeblich für 99 Euro gekauft werden kann und zwar "vor Erscheinen" (womit noch nicht das Erscheinen garantiert ist). Nach Erscheinen kostet die Scharteke dann 129 Euro.


    Schaut man auf die Homepage des Anbieters , findet man exemplarisch eine Infektiologin, einen Kabarettisten, einen Philosophen, einen Astronomen, eine Moderatorin und einen Radiologen vorgestellt. Von letzterem kann man sich auch eine Beispielbiografie ansehen. Ein Blick in's Impressum zeigt, dass der Hauptsitz des Unternehmens in Österreich liegt und Geschäftsführer ein gewisser Michael Wockel ist. Von dem gibt es auch einen Buchvertrieb in Potsdam und eine Adresse in Kanada.


    Der Wikipediaeintrag informiert, dass das ursprüngliche Wer-ist-wer bereits 2015 eingestellt wurde. Einträge waren bis dahin kostenlos und nur für ein Foto wurden 19 Euro verlangt.

    Dateien

    • IMG_5067.jpg

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    Da hier gerade von Haikus die Rede ist, zwei Buchempfehlungen:


    Stefan Valentin Müller: Haiku schreiben, eine kleine Schule


    ASIN/ISBN: 3743142104


    Dieses kleine Büchlein aus dem Hamburger Haiku Verlag ist nicht nur gut, um Haikus schreiben zu lernen – will ja nicht jede/r –, sondern auch, um Haikus zu verstehen.


    David G. Lanoue: Schreiben wie Issa - Ein Haiku Ratgeber


    ASIN/ISBN: 3749435685


    Intensiver ist dieses Buch, das ganz konkret anleitet, wie Kobayashi Issa (1763-1828), ein Meister des klassischen japanischen Haikus, zu schreiben.


    Von Lanoue gibt es auch noch zwei Haiku-Romane


    Voller Mond


    ASIN/ISBN: 374942229X


    Buddha lacht


    ASIN/ISBN: 3749428492