Ich habe die Nachricht heute beim Deutschlandfunk gelesen. Der bislang kaum bekannte Verfasser eines anonymen X-Kontos behauptet, "der Roman sei „fast vollständig“ von einer Künstlichen Intelligenz geschrieben worden."
Das wurde später von mehreren Medien untersucht - mir geht es nur darum, wie der Stein ins Rollen kam.
Die Académie Goncourt erklärt, mit dem Ausschluss solle die Integrität der Auszeichnung und der Akademie geschützt werden. Es geht also bei der Entscheidung, den Roman von der Liste zu streichen, in erster Linie um Reputation.
Beim Vorwurf: Autor lässt KI alles schreiben und - mon dieu! - vielleicht noch die Geschichte erfinden, denkt natürlich jeder: "Was für ein Schwein!" Ich auch.
Mich interessieren aber diese vorgeblichen Extremfälle gar nicht so sehr. Mich interessieren eher die Graustufen.
Darf ein Autor nach Informationen googeln? Klar. Und in Wiki steht auch viel Schrott, nicht nur bei der KI. Ist die Verantwortung des Autors, wie gut er recherchiert. KI als Lexikon finde ich unproblematisch. Für mein letztes Sachbuch habe ich Rüdiger (so nenne ich meine KI) das Korrektorat machen lassen, weil das im Verlag nicht so gefunzt hat - und die Zeit knapp war. Finde ich auch okay. Ich finde sogar ein Lektorat okay, in Grenzen. KI gar nicht beim Schreiben einzusetzen, scheint mir altmodisch.