Beiträge von Christoph

    Der Dan-Brown-Effekt. Nach dem Erscheinen von Sakrileg haben offenbar etliche Leser den im Buch gegebenen Hinweisen nachgespürt und sind dafür auch mal über die eine oder andere Absperrung geklettert. Ist nicht ganz dasselbe, klar... Trotzdem.


    Könnte sogar ein persönliches Merkmal werden, die ganz ganz ganz genaue Recherche.

    Es ist andersherum, magico. Der Roman spielt in Bochum. (Das Manuskript ist etwa zur Hälfte geschrieben.) Ich habe eine Figur, die von der Umwidmung von ehemaligem Industriegelände zu Baugrund profitiert. Da lief im Vorfeld nicht alles ganz sauber und nun ist die Figur erpressbar. Die Erpressbarkeit ist das tragende Element und dieses zu ersetzen, wäre schon aufwendiger. Und es soll in dem Roman (auch) um Grund und Boden gehen, den Wert davon, die Geschäftemacherei damit, solche Dinge. Die Kokerei bzw. der Phönixsee wäre ein Hingucker für den Roman gewesen, ein (schönes) Stück Kulisse. Aber vielleicht kriege ich das auch trotzdem noch hin. Vermutlich. Muss mal schauen, wie genau. Denn es stimmt, im Grunde ist das hier alles eine Sauce, Bochum, Essen, Dortmund usw. Stimmiger und runder wäre es allerdings, wenn diese rückgebaute Industrie in Bochum liegt, weil sie in Tatortnähe liegen sollte. Und der Tatort liegt wie gesagt in Bochum. Da steckt schon viel Recherche drin, darum werfe ich das nicht mal so eben wieder um. Ich denke, ich kriege es auch so hin.


    Es ging mir (auch) um die grundsätzliche Frage der "Kulisse" und inzwischen ist mir auch aufgegangen, dass es gerade bei einem Regionalkrimi unsinnig wäre, sich hier eine Schwäche einzubauen, anstatt mit genau diesen Dingen, dem Lokalkolorit, zu punkten. Denn das ist ja gerade das Merkmal dieses Genres, ein Grund, warum Leser solche Romane kaufen, die Anknüpfung an die Region, das Wiedererkennen und auch die Identifikation mit diesen Dingen.


    Ganz am Anfang stand allerdings tatsächlich die Überlegung, mir Recherche zu ersparen. Ich habe ich die Handlung einfach in meine Heimatstadt gelegt, weil ich mich hier bereits gut auskenne. Dass dabei ein Regionalkrimi entsteht, war mir nicht bewusst und auch nicht der Plan, darauf haben mich erst später andere aufmerksam gemacht.

    Danke für die vielen und schnellen Rückmeldungen!

    Ja, nee, dann muss ich das doch noch einmal umstellen, da hatte ich einfach nicht genug drüber nachgedacht und habe einfach getippt und getippt und dachte noch wow, ja, das ist ja eine richtig tolle Idee. Ist es aber wohl doch nicht. Zumindest nicht die Verlegung nach Bochum. ;-)

    Dann wird das eben eine Nummer kleiner, ich suche mir eine andere stillgelegte Industrieanlage hier in der Umgebung und stricke das um. Das gleiche Problem betrifft dann wohl auch noch ein, zwei andere Handlungsorte, die ich irgendwie so im Vorbeigehen hingeballert (und auch nett in Szene gesetzt habe, wie ich finde ;-).


    Es soll Bochum sein, da kenne ich mich gut aus und hier ist der Roman nun angesiedelt. In Dortmund kenne ich mich einfach nicht gut genug aus. Ist ja auch eher Sauerland als Ruhrgebiet. Ha!

    Hallo,

    angenommen, jemand wollte einen Regionalkrimi schreiben und würde dazu gerne die Wahrheit verändern. Sagen wir mal, den Rückbau der Kokerei Kaiserstuhl in Dortmund nach Bochum verlegen. Und das wäre auch noch ein tragendes Handlungselement.

    Gute Idee oder keine gute Idee?

    Wie tolerant sind Leser mit so etwas?


    Christoph

    Michael, das macht alles Sinn, was du schreibst. Mir passt einfach der Gestus nicht, mit dem Katze über ihre Mitmenschen spricht. Der Thron, von dem aus sie über die "Nutzvieh-Menschen" redet, die ja so dumm sind und sich abrichten lassen. Passt mir einfach nicht, ich kann's nicht ändern.

    Und diese kleine Ergänzung, die ich inhaltlich mache, die ist glaube ich auch richtig. Die Perspektive auf die Fragestellung ist verzerrt. Die Bedeutung, die wir ihr beimessen hat sie schlicht nicht, sie hat sie auf die von uns diskutierte Art und Weise nur für uns (Schreibende), weil sie uns eben auf diese Weise betrifft. Andere betrifft sie nicht in der Weise und darum ist vielen diese Entwicklung schlichtweg egal, bzw. sie begrüßen sie sogar, weil sie so vieles erleichtert, unseren Hang zur Bequemlichkeit, den Wunsch nach Effizienz usw. usf. bedient. Viele viele sehen hauptsächlich die Vorteile, die diese Technologie mit sich bringt und diese Vorteile sind ja auch erstmal einfach nicht von der Hand zu weisen.

    Die Leute werden sich keine eigenen Bücher herstellen lassen, weil sie auf Konsum getrimmt wurden, und ihnen das eigenständige Denken abgewöhnt wurde.

    Naja. Der durchschnittliche Leser macht sich über diesen ganzen Quatsch auch einfach gar keine Gedanken. Der kauft sein Buch und gut. Nur wir laufen hier rum wie die aufgescheuchten Hühner. Autoren in einem Autorenforum. Andere Menschen beschäftigen ganz andere Dinge. Die sind nicht unbedingt mehr auf Konsum getrimmt oder haben keine Lust mehr zu denken. Sie denken nur einfach über andere Dinge nach.

    Alter Verwalter. Das kann doch wohl nicht wahr sein. Und das haut der einem dann einfach so vor die Brust. Da kannst du doch echt bald einpacken. Oder auch jetzt gleich, das verkürzt die Quälerei.

    Aber einen habe ich noch, liebes CHatGPT. Das kannst du nicht: Lecko mio am Arscho!

    :rofl

    Finde ich schräg. Ich habe mir aber auch noch nicht wirklich angeschaut, zu welcher Qualität KI in der Lage ist. Hauen die wirklich in dieser Geschwindigkeit richtig gute Sachen raus? Mit richtig gut meine ich das volle Programm, angefangen beim verwendeten Wortschatz, über idiomatische Ausdrücke, von denen ich möchte, dass Kinder sie kennenlernen, stilistisch "schön" soll die Geschichte sein. Und sie soll bitte auch über sich hinausweisen, zu etwas anregen, was nicht direkt da steht. Aber eben auch nicht zu irgendwas. Sondern etwas für Kinder förderliches. Und noch viel mehr, Dramaturgie, Figuren, Spannung, das volle Programm eben. Also das, was ich von Romanen für mich selbst auch erwarte erhoffe. Und dann vielleicht noch eine Überraschung, etwas, das ich in den bisher gelesenen Büchern so noch nicht gelesen habe. Und das alles natürlich von einer Autorin mit eigener Handschrift, mit eigener, wiedererkennbarer Stimme. Das kriegen die Kinder genauso mit wie wir - auch wenn sie es (noch) nicht benennen könnten.

    All dies ist schon per Hand schwierig genug. Kann KI das? Richtig gut? In jedem Fall sind diese Texte Zufallsprodukte, wenn ich das richtig verstehe. Es ist immer nur ein Text, der auf Wahrscheinlichkeiten basiert. Die Qualität ergibt sich einfach nur aus der unvorstellbar großen Menge an durchgekauten Texten, richtig? Incredibly fucking big data, sozusagen.

    Und das funktioniert erschreckend gut, ja. Aber mehr passiert da nicht, auch wenn man den Eindruck hat, die KI verhielte sich wie der Urheber eines Textes und denkt sich da wirklich etwas aus. Die KI ist nicht kreativ. So funktioniert diese Technik nicht.

    Ich stimme halbwegs zu. Die paar Romane, die ich von Suter kenne, fand ich ganz gelungen. Die "Dunkle Seite" habe ich sogar zweimal gelesen, bzw. nee, doch nicht, das zweite Mal habe ich abgebrochen. Die Romane sind schon gut erzählt, er weiß, was er tut. Aber viel mehr ist da nicht. Oder sagen wir mal so, es hat nicht genug geturnt, um mich intensiver damit zu beschäftigen und dann vielleicht herauszufinden, dass da doch mehr ist. Das Leben ist schließlich kein Deutschunterricht.;)

    Moin,

    sagt mal, ist es üblich, in einem Dialog das "Anrede-Sie" großzuschreiben wie diese Höflichkeitsform in Briefen, oder belässt man es beim "sie"?

    Ich könnte auch aufstehen und nachgucken, aber irgendwie...außerdem fürchte ich, es gibt beides und es unterscheidet sich je nach Pipitemperatur der Marketingleute.

    Hat vielleicht jemand eine schöne, klare und einfache Antwort?:):like