Es ist andersherum, magico. Der Roman spielt in Bochum. (Das Manuskript ist etwa zur Hälfte geschrieben.) Ich habe eine Figur, die von der Umwidmung von ehemaligem Industriegelände zu Baugrund profitiert. Da lief im Vorfeld nicht alles ganz sauber und nun ist die Figur erpressbar. Die Erpressbarkeit ist das tragende Element und dieses zu ersetzen, wäre schon aufwendiger. Und es soll in dem Roman (auch) um Grund und Boden gehen, den Wert davon, die Geschäftemacherei damit, solche Dinge. Die Kokerei bzw. der Phönixsee wäre ein Hingucker für den Roman gewesen, ein (schönes) Stück Kulisse. Aber vielleicht kriege ich das auch trotzdem noch hin. Vermutlich. Muss mal schauen, wie genau. Denn es stimmt, im Grunde ist das hier alles eine Sauce, Bochum, Essen, Dortmund usw. Stimmiger und runder wäre es allerdings, wenn diese rückgebaute Industrie in Bochum liegt, weil sie in Tatortnähe liegen sollte. Und der Tatort liegt wie gesagt in Bochum. Da steckt schon viel Recherche drin, darum werfe ich das nicht mal so eben wieder um. Ich denke, ich kriege es auch so hin.
Es ging mir (auch) um die grundsätzliche Frage der "Kulisse" und inzwischen ist mir auch aufgegangen, dass es gerade bei einem Regionalkrimi unsinnig wäre, sich hier eine Schwäche einzubauen, anstatt mit genau diesen Dingen, dem Lokalkolorit, zu punkten. Denn das ist ja gerade das Merkmal dieses Genres, ein Grund, warum Leser solche Romane kaufen, die Anknüpfung an die Region, das Wiedererkennen und auch die Identifikation mit diesen Dingen.
Ganz am Anfang stand allerdings tatsächlich die Überlegung, mir Recherche zu ersparen. Ich habe ich die Handlung einfach in meine Heimatstadt gelegt, weil ich mich hier bereits gut auskenne. Dass dabei ein Regionalkrimi entsteht, war mir nicht bewusst und auch nicht der Plan, darauf haben mich erst später andere aufmerksam gemacht.