Ich kann die Diskussion nicht ganz nachvollziehen. Sie scheint mit von dem Gedanken getragen zu sein, den Klassenkampf der Geschlechter zu befeuern. Scheck argumentiert polemisch, sarkastisch - und? Kritik ist nun nicht eine Schlacht mit Wattebällchen. Die Diskussion leidet auch unter der Verkürzung der Scheckschen Aussage über die "Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette", denn im Original heißt sie "Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit". Trotzdem - das Geschnatter will ich nicht zwingend hören müssen -Tür zu!
Was mich an dem Buch stört, ist der Titel. "Alt genug" schreckt mich ab; "Alt genug?" würde mich neugierig machen. "Alt genug" klingt für mich passiv, wie, jetzt schreibe ich mal etwas über mich auf, den viel wird nicht mehr kommen. "Alt genug" klingt für mich, als sei die Autorin der Meinung, mit Mitte, Ende 50 gediegen und in Würde zu altern, bloß keine Eskapaden, spontanen Einfälle und Sex nach dem Kilmakterium mehr, weil sich die Hormone auf das Renterdasein einstellen und die Woche durch Damen-Kaffeekränzchen und Mau-Mau-Spielenachmittag getaktet wird.
"Alt genng?" klingt für mich aktiv. Da fragt sich jemand - war's das? Und ich kann eine Autorin erwarten, die sich selbstbewusst und ergebnisoffen hinterfragt. So etwas würde ich lesen wollen.
Das einzige Buch, aus den 10 Büchern, welches ich gelesen habe, ist Jana Hensels "Es war einmal ein Land" und ich kann Schecks Entscheidung, das Buch nicht zu verschrotten, nicht nachvollziehen. Das Buch liest sich fürchterlich. Es ist Hensel krampfhaft bemüht, etwas Positives zu finden und im zweiten Teil redet sie meiner Meinung nach mit den völlig falschen Leuten. Selbst, dass Hensel Schecks allumfassende, ewig währende Meinung über die Verzwergten, Verhunzten und Verhassten nicht bedient, stört ihn nur als Erwähnung. Kann ich nicht nachvollziehen.