Guten Morgen, allerseits!
Der Thread "Zeitprobleme" hat bei mir einen Gedanken rausgekitzelt ...
Als ich vor einigen Jahren zu den 42ern fand (als es noch kein Forum gab, sondern mehrere Mailing-Listen), war gerade ein heiße Diskussion über "Spaß beim Schreiben" im Gange. Grob gefaßt, die eine Fraktion war der Meinung, Spaß gehöre unbedingt zum Schreiben dazu, die andere, Spaß habe mit Schreiben herzlich wenig zu tun. Schreiben als "Hobby" contra "ernsthaftes" Schreiben".
In vorgenanntem Thread klang nun an, dass Leidenschaft unbedingt zum Schreiben dazugehöre. Ohne Leidenschaft kein Schreiberfolg.
Hört sich vernünftig an. - Und findet sicher auch viele Fürsprecher unter Schriftstellern von Rang und Namen (Zitat Ray Bradbury: "Was ein Autor zuallererst sein sollte ist - erregt! Aus Fieber und Enthusiasmus sollte er bestehen.")
Was ist für euch bei eurem Schreiben nun "Spaß" und was "Leidenschaft"?
Ist Leidenschaft das "Beseelte, Wahre, Echte" und Spaß das luftig-leichte Gegenstück?
Gehört Spaß zur Leidenschaft dazu? Oder hat Leidenschaft eher was von Getriebensein und ist definitiv NICHT! LUSTIG!?
Das mag sich jetzt furchtbar theoretisch anhören, aber ich verspreche mir tatsächlich einen praktischen Nutzen, wenn es mir gelingt, diese Frage für mich zu klären
Ich habe nämlich bei mir den starken Verdacht, dass mir die Leidenschaft fürs Schreiben in der letzten Zeit abhanden gekommen ist ...! So befasse ich mich seit Ende letzten Jahres mit der Idee für einen Roman (dessen Thema sehr rechercheaufwändig ist, ich hatte also immer was zu tun, das nicht mit Schreiben einherging) und bin mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo mich die Figuren beinahe konstant im Geiste begleiten/beschäftigen/wachsen - aber nun auch soweit gewachsen sind, dass sie endlich "raus" wollen! Das kann man sich ungefähr so vorstellen, als ob hinter meiner Denkerstirn
kleine Figuren an den Gitterstäben rütteln und schreien: "WIR WOLLEN RAUS!!!"
(Nein, ich glaube, es ist (noch) kein psychotischer Zustand, nur eine Art sich anpirschender Schreib- oder eben Nicht-Schreib-Koller ...!) 
Also: Wie ist das bei euch mit dem "Spaß" und der "Leidenschaft" beim/fürs Schreiben?
In der Hoffnung, dass einer meinen vielleicht wirren Gedankengängen folgen kann: Einen schönen Sonntag wünscht,
Petra