Beiträge von Petra

    • Es gibt auch wasserzeichenähnliche Verfahren (z. B. versteckte Muster in der Wortwahl), aber die funktionieren nur, wenn der generierende KI-Anbieter sie absichtlich einbaut.

    Daran hatte ich gedacht - und gleichzeitig habe ich wenig Hoffnung, dass das (politisch) um- bzw. durchgesetzt würde.

    Interessant, danke fürs Verlinken!

    Zitat
    Elsberg: Noch sehr zögerlich. Das Tabu, KI zu nutzen, besteht weiterhin, aus verschiedenen Gründen. Einer ist sicher der Authentizitätsanspruch vieler Autorinnen und Autoren. Gleichzeitig verändert sich der Literaturmarkt rasant.

    ZEIT: Inwiefern?

    Elsberg: Die Textflut ist längst da. Amazon hat beim Selfpublishing inzwischen eine Upload-Grenze eingeführt, weil täglich Tausende KI-generierte Bücher auftauchen.

    Zitatende


    Bloß: Dieses angeführte „Tabu“ besteht dann nicht, wenn sich der Ersteller von KI-Texten nicht als Autor versteht, sondern - mit ebenfalls zusammengebasteltem Profil - lediglich ein paar schnelle Euro verdienen will. (Ob das klappt oder eher doch in der Masse untergeht, steht auf einem anderen Blatt.)


    Das mit der Upload-Grenze finde ich bezeichnend dafür, dass man sonst keine Handhabe gegen KI-generierte Texte hat. (Was man auch kaum wollte, wenn sie sich denn gut verkauften.) Man siebt, aber es kommt immer noch genug durch.

    Frag ChatGPT, der wird Dir das bestätigen.

    Mit dem rede ich nicht.


    Ich muss Dinge nicht toll finden oder wenigstens mögen, um zu fürchten, dass eine Reise in eine bestimmte Richtung geht. Was ich gerne wissen würde: wie man diese Entwicklung eindämmen soll.


    Mir ist das Erstellen von Texten mittels KI hochgradig suspekt. Ich frage mich auch, wie ein Verlag oder der Ausrichter eines Wettbewerbs noch unterscheiden soll, ob ein Text von einem Menschen oder einer Maschine kommt, wenn ich mir die Beispiele in dem anderen Thread ansehe. Indem man eine Versicherung einholt? Als ob es darauf dann noch ankäme, wenn man schon beim Text selbst bescheißt. Also wie? Gibt es verlässliche Kriterien, anhand derer man einen menschgemachten von einem KI-generierten Text unterscheiden kann?

    Irgendwie erinnert mich eine Diskussion um KI-gemachte Geschichten an Warnungen, dass der menschliche Körper nicht mit den Kräften umgehen könne, die bei einer Zugfahrt entstehen. Oder die Mahnung, dass man Pudding doch lieber auf die altmodische Art und nicht mittels Pulver aus einer Tüte kochen sollte.

    Mich stimmt das durchaus nicht froh, das mit den KI-gemachten Wunschgeschichten für Kinder (machen das Leute?). Ich würde dem wahrscheinlich nicht trauen. Also, jedenfalls nicht ohne Prüfung und Bearbeitung.
    Aber irgendwann, wenn solche Geschichten richtig, richtig gut ausfallen sollten: dann ist das wahrscheinlich der Lauf der Welt.

    Eigentlich war mein Vorschlag nicht ernst gemeint.

    Ach.


    Mittlerweile ist der Fokus in diesem Thread eh vom Ursprungsthema weg, von daher …:


    Kunst imitiert das Leben, soll mal jemand gesagt haben, und darum ging es mir auch in meinem ersten Post. Schon heute erzählen Menschen munter intimste Dinge, wenn sie dafür von einer KI - einer vermeintlichen Person - Antwort bekommen. Zuspruch, Aufmerksamkeit, Interesse, Freundschaft , Liebe - vermeintlich. Für einen überschaubaren Betrag konfiguriert man sich eine KI, kann mit ihr chatten und telefonieren. Tatsächlich telefonieren. Man wartet zwar ein paar Sekunden auf Antwort, die Stimme ist etwas künstlich, was gesagt wird, ist mehr Horoskop als fundierte Entgegnung, aber dafür steht diese „Bezugsperson“ auch nicht unangekündigt auf der Matte, hat keine eigenen Probleme, ist immer freundlich und zugewandt. Hat man die Nase voll, zieht man einfach den Stecker. Das alles hat ja auch was für sich?! Ich kann es nicht nachvollziehen, aber das wird heute schon, mit den genannten Einschränkungen, tatsächlich gekauft. Und gelebt. Die Kunden der Apps wähnen sich in einer echten Beziehung mit der KI. Alles Freaks? Ich glaube eher nicht.

    Einmal das. Und sich immer wieder zu sagen, wie schlimm man etwas findet, trägt dazu bei, dass man sich dem nie und nimmer annähern wird wollen oder können. Wie es mir bei jemandem aus meinem nahen Umfeld wiederholt auffällt, der einem Vortrag, der mit vielen „Ähems“ durchsetzt ist (was sich wahrscheinlich bald um mit „genau“ erweitern wird), nicht folgen kann, will, was auch immer: Wer nicht in der Lage ist, sich damit abzugeben (von „anfreunden“ will ich gar nicht sprechen) oder das herauszufiltern, zu überhören, dem könnte das eine oder andere entgehen.

    Das ist der hochwertigste Ausbildungsgang dieser Art in Deutschland, aber es ist auch nicht ganz leicht, sich dafür einzuschreiben. CW lehren viele Unis, Volkshochschulen und andere Institute, und ich bin sicher, dass man dabei etwas lernen kann. Ich bezweifle aber, dass auf diesem Weg (vor allem in Leipzig) aus schlechten Schriftstellenden 8-) gute werden.

    Zweifellos.

    Unter „Ausbildung“ fielen mir aber nicht die eher raren Plätze an solchen Instituten ein, sondern, ähnlich wie die vielen Vanity-Verlage, Schreibkurse, wo man zweifellos etwas lernen KANN, oft genug aber auch nicht. Ohne Neigung (um „Talent“ nicht zu gebrauchen) kein Erfolg.
    Lesen kann zudem auch eine Ausbildung sein. Trainiert das Sprachgefühl ungemein. Wer ohne regelrechte Ausbildung gut schreibt, hat in den meisten Fällen viel gelesen.

    Der Stein war mir zu groß, um nicht drüber zu stolpern, sorry. (Ich habe zudem Emojis vergessen, die meine Betonung von „Ausbildung“ verdeutlicht hätten.)

    Inzwischen habe ich weitergelesen. Meine Frage erübrigt sich demnach.

    Ich bin kein Gegner des True-Crime-Genres. Ich habe u. a. auch schon Bücher über Kindermörder gelesen. Romane und Sachbücher. Wenn ein Buch allerdings unter Mitarbeit des Mörders entsteht, eröffnet dem das auch die Möglichkeit, horrende Lügen in die Welt zu setzen. Über die Mutter, über den Tod der Kinder … um sich in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Wahrscheinlich wird das vom Autor des Buches dann nicht unkommentiert bleiben, dennoch: Ein schales Gefühl bleibt mir.


    Am Rande: Die Schwester eines Mordopfers hierzulande ging aktuell gegen die „Aufbereitung“ dieses Falls in einer Art Show-Format vor:


    https://uebermedien.de/103465/…vom-bayerischen-rundfunk/

    Wenn Bücher verboten würden, weil sie „jemandes Gefühle verletzen könnten“, dann müssten sehr viele Bücher verboten werden. Mit den wenigen hier aufgeführten Fakten finde ich es schwierig, eigentlich unmöglich, diese Frage zu beantworten. Es verlangt nach einer Verallgemeinerung, die man eigentlich nicht machen kann. Gerade, wenn man sich überhaupt keinen Eindruck von dem Buch verschaffen konnte. (Nicht, dass dieser Bann grundsätzlich umgesetzt wurde, wenn man danach googelt, kann man eine spanischsprachige Hörbuchfassung als MP3 angeboten finden.)

    Dieses Buch ist unter der wahrscheinlich unabdingbaren Mitwirkung eines Mörders geschrieben worden. Es breitet womöglich die Umstände ungefiltert (?) aus. Wer könnte der Mutter verdenken, dass sie weitere Einzelheiten und womöglich Verunglimpfungen nicht breitgetreten haben möchte? Was wäre denn, wenn z. B. Dominique Pélicot ein Buch aus seiner Sicht veröffentlichen wollte?

    Es ist ein Einzelfall: Was man daraus lernen könnte, sei mal dahingestellt. Dass Menschen zu monströsen Taten fähig sind? Wusste man das nicht schon? Hülfe es, in Zukunft solche Taten zu verhindern? Wohl kaum.

    Unbesehen glaube ich, dass ein fähiger Autor ein „gutes“ Buch aus jedem Stoff machen könnte, also auch aus diesem.

    Da steht dann das Recht eines Autors dem Wunsch der Mutter entgegen, auch ihr Leben nicht aufs Neue und immer weiter (was ohnehin durch die Tat schon passiert ist) vom Vater und Mörder der gemeinsamen Kinder beeinflussen zu lassen?

    Schwierig.

    Es würde mich nicht wundern, wenn hier das letzte Wort auch noch nicht gesprochen wäre. Es scheint sich ja um eine zivilrechtliche Auseinandersetzung zu handeln. Womöglich kommt das Buch letztendlich mit Kürzungen oder auch ungekürzt doch noch auf den Markt?

    Interessant finde ich einen in einem Artikel angesprochenen Vergleich zur sog. Holocaust-Literatur, einer Debatte, die der Fall in Spanien entfacht haben soll. Aber kann man denn ein Menschheitsverbrechen mit einem persönlichen Rachefeldzug eines Einzelnen vergleichen und daraus irgendetwas für dieses Buch ableiten? Ich glaube nicht.

    Die „Gesichter“ von Milli Vanilli hatten beide starke Akzente. Die waren plötzlich weg, als „sie“ sangen. Manchmal kann man durchaus ins Grübeln kommen, wie weit sich der Mensch an sich belügen lassen will, wenn es seiner Unterhaltung dient.

    Wenn ich heute alte Madonna-Songs höre, bin ich unangenehm berührt, wie quäkig sich ihre Stimme da anhört. Aber Stimme war im „Gesamtpaket“ ganz offenbar nicht das Wichtigste.

    Wieviele „Stars“ gleichen stimmliche Mängel heute mit Technik aus? Und ist das „schlimm“, wenn das Endprodukt dadurch gewinnt? Da ist es jedenfalls kein Thema mehr, dass diese Töne nicht von ihnen produziert werden. Wenn’s damals noch (auch) andere, richtige Sänger hinter den Kulissen brauchte, zieht man heute Regler und dreht an Knöpfen - oder wahrscheinlich auch das nicht mehr, zu old school.

    Ja, natürlich gibt’s diejenigen, die Stimme und Persönlichkeit/Star Quality haben. Aber es ist immer leichter geworden, Anteile zu faken. Und es scheint immer mehr akzeptiert zu werden.

    Zitat Alexander:


    > Eine seiner Executive Orders trägt den Titel: „Wiederherstellung der Redefreiheit und das Ende föderaler Zensur“. Nun führt seine Regierung ein, was sie bekämpfen wollte. Nur mit anderen Vorzeichen.


    Mit anderen Vorzeichen, ja. Ich würde meinen: Ob sich das widerspricht, ist eine Deutungssache. Wenn jemand Wörter tilgen will, die er z. B. als woke versteht (oder die tatsächlich in dem Zusammenhang entstanden sind), dann tritt er - in seiner verqueren Logik - für Redefreiheit ein. Der „neumodische Quatsch“ wird abgeräumt, man kehrt zurück in die „gute alte Zeit“.


    Was meinte denn J. D. Vance, wenn er die deutsche Regierung zur Redefreiheit aufrief? Dass Bullshit gefälligst „unzensiert“ bleiben soll. Hassrede als Recht der freien Meinungsäußerung akzeptiert wird. Faktencheck? Braucht keiner.


    Da hat jemand klargestellt, was seiner Meinung nach nicht besprochen gehört: worunter weitestgehend die Belange von Minderheiten zu verstehen sind. Menschen, die sich mitunter gerade erst getraut hatten, sichtbar zu sein, sollen wieder dahin, wo sie mit ihren „Befindlichkeiten“ „normale“ Menschen nicht mehr stören. Behinderte, Queere, Angehörige nicht-weißer Ethnien … Wenn dann über sie gesprochen wird, dann mit anderen Bezeichnungen und garantiert wenig freundlichem Tenor. So spaltet man, in „wir“ und „die anderen“.


    Interessant finde ich: „Schwangere“. Das passt für mich irgendwie nicht in die Reihe der Wörter. Fruchtbarkeit (weißer, nicht armer Menschen) sollte doch gern gesehen sein. Also was soll damit unterdrückt werden? Diskussionen über Abtreibung? Warum dann nicht gleich „Schwangerschaftsabbruch“?


    Dass zu viel Freiheit auch Angst machen kann, halte ich nicht für ungewöhnlich. Oder dass Minderheiten Rechte bekommen, die einem selbst zu weit gehen. Man fürchtet um eigene Pfründe, wenn andere plötzlich gleichberechtigt sein sollen.

    … und die Plätze der unerwünschten Pressevertreter werden durch genehme ersetzt (die dann z. B. nach Garderobe „fragen“).


    Mit Sprachlenkung haben „wir hier“ (in Deutschland und Österreich, meine ich) ja Erfahrung …