"Der erste Entwurf ist immer Mist", sagt Hemingway. Was mich angeht, hat er recht.
Ich plotte meine Krimis und habe, bevor es losgeht, einen Kapitelplan.
Hässliche erste Fassung - oh ja!
Ein einzelnes Kapitel schreibe ich runter, dann gibt es einen Ausdruck und die erste Überarbeitung. Diese mache ich inzwischen zügig, denn wenn ich länger warte, bekomme ich ganz fürchterlich schlechte Laune beim Anblick der hässlichen ersten Fassung, in der es häufig noch von Logikfehlern und dramaturgischen Schwächen wimmelt.
Rechtschreibfehler und stilistisch Unschönes bessere ich aus, wenn es mir in die Augen springt, aber ich suche in diesem Stadium nicht danach. Ich mache erstmal Strecke - also alles ohne Rücksicht auf Verluste in den PC, dann die erste Überarbeitung, um das Gröbste auszumerzen.
Lücken - ja. Platzhalter - wenige
Ja, ich springe bei Kapiteln. Inzwischen schreibe ich den Schluss ziemlich früh, weil ich es ungemein beruhigend finde, zu wissen, dass ich jetzt "nur noch" die MItte ausfüllen muss. Manchmal gibt es auch Erzählstränge, die ich hintereinander weg schreibe, auch wenn sie nicht als lineare Folge im Text erscheinen. In den einzelnen Kapiteln habe ich wenig Platzhalter, weil ich mit inhaltlichen Lücken nicht die Tragfähigkeit der Kapitelstruktur überblicken kann. Ich markiere jedoch Schwachstellen bei den Formulierungen, um mich später darum zu kümmern.
Katastrophale Kapitel - kommt drauf an.
Manchmal hilft es mir, an anderer Stelle weiterzumachen, um mir bessere Laune (und Selbstvertrauen) zu verschaffen, und die Katastrophe später zu beseitigen.

