Beiträge von Katla

    Marockh (Christian) Lautenschlag: Wenn der Schnee in meinem Land fällt
    Medea Frauenverlag, Frankfurt am Main 1984, 120 Seiten, Klappenbroschur.


    Buchrückentext, der das schmale Bändchen auch sehr gut umreißt: "Es gibt nicht ein bisschen Folter, genauso wenig wie es ein bisschen Gewalt gibt. Es gibt nur etwas, das irgendwo anfängt und dann unaufhaltsam seinem Ende zugeht, ob mit Prügel, Verbrennungen oder Drogen; eine unaufhaltsame Korrumpierung des eigenen Gewissens."


    Die Geschichte spielt laut Anmerkung des Autors in einem fiktven Land mit einer fiktven Sprache, doch liegen lateinamerikanische Diktaturen oder Francos Spanien äußerst nahe. Der Protagonist, Darmon, ist mit dem Auto unterwegs nach Hause, was bedeutet: Etwas chaotische, schwer zuzuordnender Aufenthalt in seiner Großfamilie. Darmon ist zudem im bewaffneten Widerstand.
    Entgegen seiner Intuition nimmt er einen Anhalter mit - einen Bauern, der eigentlich harmlos wirkt. Beim Versuch, small talk zu machen, kommt der Eindruck des Aushorchens auf, und der Austausch gestaltet sich auf groteske, aber sehr realistische und nachvollziehbare Weise schwierig: Jedes Wort kann falsche Zugehörigkeiten suggerieren oder aber verbotene tatsächliche offenbaren. Auch könnte alles ganz harmlos sein.


    Darmon ist überzeugt, sich quasi die Schlinge selbst um den Hals gelegt zu haben, als er den Anhalter mitnahm, und so ist es dann auch: Er wird später verhaftet und gefoltert. Ich denke angesichts des Stils und des Plots ist es kein Spoiler zu sagen: Es wird hier kein Happy End geben. Das Buch schnürt einem die Luft ab, ist fast klaustrophobisch intensiv und schockt doch am Ende noch.


    Die augenscheinlich undramatische, sachliche Erzählstimme kollidiert mit der unsäglichen Bedrückung, Panik und später Schmerz, Verzweiflung, und die Erzählung hat mich tatsächlich mitgenommen. Sie ist meisterhaft geschrieben, ohne je aufdringlich oder laut zu werden. Das Pacing ist sehr ruhig. Diese Szenerie, in dem jeder und alles verdächtig ist oder verdächtigt werden kann, ist ungeheuer bedrückend und lebensnah. Intuitiv denke ich immer an eine historische Autobiographie, bevor ich mir die Fiktionalität ins Gedächtnis rufe. Ein schönes und schreckliches Buch, das z. B. über Booklooker für wenige Euro erhältlich ist.


    Christian Lautenschlag, von dem es heißt, er sei Autor und Übersetzer, hatte in den 80er Jahren Bücher schreiben wollen, die Frauenverlage nur aufgrund des Geschlechts des Autors abgelehnt hätten. (In der Zeit eine durchaus sinnvolle Gegengebewegung, aber eben manchmal ein Knieschuss.) Also legte er sich den Künstlernamen Marockh zu und kam bei dem sehr guten Medea Verlag heraus. Er outete sich erst sehr viel später.


    Ich lernte ihn in meiner Trash/Barbaren/Amazonen-Fantasyzeit Ende der 80er durch den Roman Der Araquin kennen. Das Buch ist grandios gealtert und hatte mich damals sehr fasziniert. Es ist High Fantasy mit leisen Anklängen an Aragorn und LotR in Form eines nicht besonders umfangreichen Romans, hat sehr komplexe Figuren, damals ungewöhnliche Konflikte jenseits des 'Frauen sind grundsätzlich toll und bewunderswert'-Ethos und ist wirklich spannend. Auch unter Fantasy-Aspekt super gelungen (das naiv-bunte Coverbild ist wirklich massiv unpassend).


    Wenn in meinem Land ... kaufte ich neulich noch mal neu nach, nachdem ich damals wegen des männlichen Protas und des unfeministischen Themas irritiert war (eben: Medea Verlag). Inzwischen sind mir längst jede Zuordnungen Latte und ich bin von dem Kurzroman wirklich restlos begeistert.
    Sein Sweet America kam mir übrigens damals zu platt, simplistisch vor, er ist aber eine geradezu unheimlich prophetische Darstellung der Ära trump. Was man damals so für unrealistisch-überzogen ansah ... Das werde ich mir auf jeden Fall erneut vornehmen. Leider hab ich noch nicht so eruieren können, wo seine KGs erschienen.

    Nur als kleine Nebennotiz und nicht unbedingt direkt zu diesem Fall: Ich hab mal irgendwo im www gelesen: Je vernichtender eine Kritik / Rezension ausfällt, desto fundierter sollte sie sein. Das finde ich eine ziemlich gute Vorgehensweise. Es erschwert jedenfalls ein Abbügeln unter den hier vorliegenden Prämissen, der Rezensent hätte nur etwas gegen eine soziale Gruppe, zu der die Erstellerin gehören soll. Schlechte Texte sollten als solche immer benannt werden, egal wie die Identität des Erstellers ist - alles andere wäre diskriminierend.


    Ganz abgesehen davon ist mir auch schon seit geraumer Zeit aufgefallen, dass Kritiken an Werken (oder Taten, Aussagen) damit abgebügelt werden, es handle sich eigentlich um kaschierte Diskriminierung. Oder noch besser: Unbewusste Diskriminierung! Das Praktische daran ist, dass es sich eigentlich nicht mit sachlichen Argumenten aushebeln lässt. Und die Kritisierten - in eigenen Augen - immer gut dastehen.


    Mich triggert das ebenfalls. Ganz vor allem, weil es die ernst gemeinte, sachlich-fundierte Kritik an echter, tatsächlicher Diskriminierung untergräbt, sie der Lächerlichkeit preisgibt und so die Gegenseite stärkt.

    Und deine Worte zur Impulskontrolle beruhigen mich ungemein. Ich gehe bei manchen Dingen auch von 0 auf 100 an die Decke und weiß auch nicht, wie (ob!) das in den Griff zu kriegen ist ... Und es ist ja auch die Kehrseite von unbedingter Leidenschaft, die ich nun gar nicht abschalten will.

    Ich bin überglücklich, nach der #7 wieder in einem !Time Machine vertreten zu sein! In der Jubiläums #10 betrachte ich über acht Seiten hinweg dystopische und margainale Architekturen - sowohl gebaute bzw. geplante wie auch rein fiktionale Strukturen.


    Zu beziehen im Shop des Memoranda Verlages hier.


    Illustriert mit wunderbaren Fotos von Forgotten Chornobyl / Kamil Budzyński sowie zwei meiner Bilder (Mäusebunker Berlin, TU Darmstadt). Obwohl nicht alle besprochenen Gebäude negativ konnotiert sind, hat das Essay eine starke Horrorausrichtung und widmet ein Kapitel den realen Monstern Cabrini Green Chicago (Candyman, abgerissen) sowie dem absolut beeindruckenden Ponte City Johannesburg, bis vor einigen Jahren das höchste Gebäude Afrikas (rehabilitiert, saniert).

    Die Zusammenarbeit mit Herausgeber Udo Klotz war wie immer sehr erfreulich, nicht nur, weil er mir ungewöhnlich viel Raum ließ (42.590 Zeichen mLz), sondern auch wegen unseres nerdigen Austausches bis hin zu Details in Fußnoten. Sehr inspirierend!


    p.s. Da Architektur & Phantastik mein Hauptthema geworden ist (nachdem ich ausgewichen bin, weil jemand im Genre ein Thema besetzt hat, in dem ich eigentlich schon länger unterwegs war und auch die meiste Expertise hab), plane ich auch auf lange Sicht einen Roman innerhalb dieses Themenkomplexes.


    Für die #11 werde ich mich dem Thema 'Globale Vermüllung' widmen, z. B. in Jimmie Robinsons Graphic Novel Junk Rabbit, dem japanischen stop-motion Film Junk Head, Chen Qiufans Waste Tide und Vandermeers Borne. Dabei wird auch die wenig beachtete moderne Sklaverei und human overpopulation eine Rolle spielen.

    :kaffeepc

    Und ist es so, dass man hier sagen kann: Ich zahle, um veröffentlicht zu werden?

    Äh ja, weil .... du da zahlst, um veröffentlicht zu werden.


    Ob du den Verlag direkt zahlst (Dkz) oder Lektor & Korrektor (und Coverkünstler/designer?) zahlst, die eigentlich vom Verlag übernommen gehören, macht doch den Bock nicht fett.

    Und warum 'Zeit verschwenden'? Muss heute denn alles instant sein? Ich kann doch auf Antwort warten und dann auf eine VÖ, selbst wenn es ein Jahr dauert.

    Lieber Ariiool - Nein, sorry, und es sollte nicht unfreundlich klingen. War nur verwirrt von: HIer ist ein Text, er ist zu lang und ich hab ihn abgehakt.


    Ich wollte nur wissen, ob du eine bestimmte Unterstützung oder Fragestellung im Kopf hattest, weil ich eben nur die Besprechungsrunden kenne (die sind wirklich super und sehr konstruktiv). :blume

    Ariiool Wenn ich ganz ehrlich bin, verstehe ich nicht, was hier dein Punkt ist.

    Also, der Text ist nicht genommen worden (oder: Korrektur, du hast ihn nicht eingereicht, weil du ihn nicht gekürzt bekommen hast) und nun ... machst du Witze drüber? Oder möchtest du Rückmeldungen (genau: BT Runde war mir auch eingefallen)? Oder keine? Oder ...?

    Viel zu viele Worte. Zu lang für die Vorgaben.

    Kürzen geht immer. Sollte man immer. Als erstes kann man ganze Sätze killen, und wenn das nicht mehr geht, journalistisch Wort für Wort. Ggfs. kommst du mit einem 'den' anstelle eines 'einen' weiter.


    Ich wette, der Text klänge besser, wenn du einiges raushauen würdest.

    Betrachte ihn als Zeitschriftenbeilage.

    Ein literarisches NFT? :/

    Das ist ja schlicht Vanity Publishing.


    Jede Art des 'bezahlen, um veröffentlicht zu werden' liegt irgendwo auf der schiefen Ebene zwischen semikriminellem Dkz und glorifiziertem SP, in diesem Fall auch noch oberdreist verbrämt als liebe Gemeinschaft Gleichgesinnter, die nur ein ganz klein bisschen beisteuern müssen ...


    Eine andere Variante existiert bislang nur in englischsprachigen Ländern, weil sich bereits vor KI die Beitragsflut nicht handhaben ließ: Pay to Play, d.h. Herausgeber und Verlage (häufig, aber nicht nur von Zines) setzen eine Einreichungsgebühr fest, die man selbstverständlich nicht zurückbekommt, wenn der Text abgelehnt wurde. So finanzieren die sich ihre Projekte, das ist auch eine Art Dkz, nur über mehr Leute verteilt.

    Lekorat und Korrektorat gehören nicht vom Schreibenden bezahlt, sondern: Der gehört entlohnt. Und sei es in ganz kleinem Rahmen mit einem Freiexemplar. Ich würde nicht mal bei einer Ausschreibung was einreichen, wo ich mein Autorenexemplar mit Rabatt selbst bezahlen müsste, oder whatever für Porto aufkommen. Ich hatte ja die Arbeit und die wollen was drucken. Also ...


    p.s.
    Ich beobachte mit großem Ärger, wie SPler (und wohl auch diese Organisation) "Verlagsnamen" erfinden, um irgendwas aufs Cover zu faken. Teils ist es gar nicht so leicht rauszufinden, ob das Mikroverlage / ehrlich engagierte Verleger sind oder eben ein komplett fiktiver. Das ist bodenlos und böswillige Täuschung, ich bin baff erstaunt, dass sowas noch legal ist.

    Ja, das hab ich auch schon gedacht. :kendo Da standen wir allerdings grad *hüstel* für drei Jahrzehnte auf der falschen Seite. Wobei es sich im Hinblick auf die udssr natürlich nix nimmt, da stand keiner auf der richtigen.


    Das Bittere an dem historischen Vergleich ist, dass ruZZland heute identische Taktiken anwendet, die im Winterkrieg zur Niederlage gegen ein so wesentlich kleineres Land führten: 'meat waves', Masse statt Logistik, Zwang & Gewalt gegen eigene Soldaten, schlechte Versorgung und Ausbildung. Auch die Ausrüstung damals funktionierte nicht, war quasi Attrappe (Gewehre mit einem Schuss Munition oder ganz defekte ... eben was zum Rumschwenken, damit der Gegner Munition verballert, egal ob der Angreifer dabei draufgeht oder nicht). 100 Jahre später dasselbe! In der Postmoderne!


    Vorgeben, "ihre Bevölkerung im Ausland schützen" zu wollen, aber das einzige, was der ruZZischen Bevölkerung faktisch und massiv schadet, ist ihre eigene Regierung. Meine Orwell-Skala hat sich längst zerlegt.

    Frank62 Danke, mache ich! Wenn mir was auf den Kopf, fällt, gibts Ärger - faule Eier über die Grenze wäre das Mindeste. :D Aber vielleicht sollte ich mir doch langsam ein Smartphone zulegen, heutzutage läuft Luftalarm ja darüber, und die wöchentlichen Tests der Sirenen zeigen immer wieder, dass die im Grunde bei geschlossenem Fenster nicht zu hören sind. (Dann möchte ich aber auch Mark Hamills Stimme für die Ansage! :))


    Inzwischen gehen Gehemdienste (und unsere Regierungen) davon aus, dass die Drohnen nicht zufällig bei der Abwehr verrissen wurden, sondern absichtlich umgelenkt, um Dissenz in den betroffenen drei Ländern zu schüren. Haha, viel Glück! Finnland hat zwischen extrem rechts und extrem links nicht eine einzige pro-ruzzische Partei und die drei baltischen Staaten sind ja führend im Widerstand gegen den Aggressor. Da zeigt sich mal wieder, dass Putin & Co im LaLaLand leben und keinen Plan haben, was in anderen Ländern tatsächlich vorgeht.

    Anlässlich einer Premiere - zwei Dronen kamen auf Finnischem Boden runter, eine 20 Min von meinem Viertel entfernt - hier eine schöne Entdeckung durch Victoria Amelinas lange erwarteten Roman, Ein Zuhause für Dom:

    Der Mauke-Verlag hat eine ganze Reihe wunderbarer Bücher von ukrainischen Autoren und in seiner Edition Europastrasse sogar ausschließlich von Autorinnen. Es dürften - leider auch aus Todesmeldungen - bekannte Gesichter darunter sein: außer Amelina selbst z. B. Volodymyr Vakulenko-K.

    Überhaupt ist das ein super spannender Schwerpunkt auch in Richtung Baltikum und Kaukasus, zudem scheinen mir einige Bücher am Spekulativen langzukratzen.


    Ach ja: Die Dronen waren ukrainische, die vom ruzzischen elektronischen Abwehrsystem verrissen worden waren. Unsere Jets sind ohnehin täglich wegen der Aktivitäten in Vyborg an der Südostgrenze unterwegs und haben diese beiden ohne Beschuss abstürzen lassen. Auch über Estland (wo es in 10+ Städten Luftschutzalarm gab) und Litauen gingen fehlgeflogene UA Dronen runter, aber der Finger zeigt offiziell nach Mordor. D.h. keine Hysterie im Land.

    8)

    Tom Oh, danke, hab die Ansprache gleich mal aktualisiert.


    Ja, Tribalisierung ist auch ein sehr guter, spannender Punkt, das wird ja auch die Beobachtung hinter Lord of the Flies / Herr der Fliegen gewesen sein. Das Buch ist nicht nur gut gealtert, sondern aktueller und wichtiger denn je. Im Teenageralter sowohl gelesen als auch im Kino gesehen, empfand ich das als ungeheuer befreiend. Und gar nicht als schockierend. Ich hab übrigens auch einige Täterinnen erlebt und beobachtet, nicht nur Jungs.

    Liebe Joan [Sorry, my bad: Liebe Birgit ]
    Oh, wenn das - zumindest unter anderem - deine eigenen Erfahrungen sind, beneide ich dich wirklich um deine Kindheit. Ich kenne schon aus der Grundschule (im beschaulichen Wiesbaden, lauschiger Stadtteil, frühe 70er) Mobbing, körperliche Gewalt, Einschüchterung, Erpressung, Ausgrenzung unter allen möglichen Prämissen (Fettleibigkeit, Klassenbeste oder auch Klassenschlechteste, anders angezogen, 'Streber', andere Aggressive ...). Und zwar nicht als Einzelfall einer gegen einen. Meine 8 Jahre Wohnzeit einer Berliner Grundschule gegenüber hat all das eigentlich nur bestätigt, wenn ich Pausen und Schulwege betrachte. Oder heute noch Kids im Bus. Allgemein sind Kinder auch häufig grausam Tieren gegenüber.


    Interessant ist dabei, dass die Idee, Empathie wäre eine angeborene Fähigkeit, längst widerlegt ist. Das wurde mal festgestellt von Psychopathologen und Therapeuten, die mit minderjährigen Gewaltstraftätern (Mord, Folter, sexuelle Gewalt bis Vergewaltigung) arbeiten. Wird Kindern nicht bereits sehr früh Empathie beigebracht, kann es dann im Teenagealter nur noch mithilfe von jahrelangen, intensiven Therapien vermittelt werden, teils stationär.

    Vgl. Dokumentation des NDR irgendwann Mitte der 2000er: "Wenn der Onkel Doktor erst vierzehn ist". Oder Carol Ann Davies: Children Who Kill. (2011): "in-depth case studies of killers aged between ten and seventeen."


    Diese sorgsamen und integrativ-egalitären Grundschüler, die du erlebt hast, sehe ich da eher als ein sehr selten erreichtes Ideal. Abgesehen davon ist es selbstverständlich super schön, wenn diese Kinder sozusagen live & in Farbe existieren, und freue mich auch ausgesprochen zu hören, dass es da andere - rein positive - Erfahrungswerte gibt.


    Sorry für den Komm, falls Blogtexte eher Feelgood und nicht unbedingt Diskussionegrundlage sein sollen. (Nämlich nix gegen Feelgood, wirklich!) Für eine Reihe Texte hab ich mich mal sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt, von diesem im Grunde auch literarischen Steckenpferd aus meinte ich es.

    Ich bin als literarisches Mauerblümchen in der Position, niemanden beeindrucken zu müssen.

    Ich denke Perfektionismus hat an sich nix mit Verlegern oder Herausgebern zu tun, zumindest ich hab das immer schon gehabt - ich will sehen, wie gut ich werden kann im Sinne von: Handwerk beherrschen, meine Vorstellungen adäquat umzusetzen, Strukturen finden etc.

    Das Gedrucktwerden ist nicht Auslöser, aber verstärkt Perfektionismus, weil Zine- oder Buchdruck jede kleine (und große, haha) Schwäche gnadenlos deutlich werden lässt. Und dann steht es da, quasi eingemeisselt.

    Der Monitor und sogar das selbstausgedruckte Dokument machen das bei weitem nicht in in dem Umfang deutlich, da sieht vieles vllt. erstmal ganz okay aus.

    p.s. Silke Wenn ich genau drüber nachdenke, ist - nach der ganzen Konzeptionsplanung - im ersten Schritt die gesamte Erzählung durch einen Platzhalter ersetzt: Ich schreibe immer erst den Anfang und dann direkt das Ende (oder umgekehrt, aber die beiden Segmente vor allem anderen). Weil das imA die stärkste Verbindung / Konsequenz zeigen muss.


    Das sollte imA auch in der selben Stimmung, Tonfall / Stimme sein, die ich ggfs. nicht immer durchhalten kann. Dann steht diese Klammer und wie es sich von A nach Z entwickelt, lässt sich stärker modellieren, umstrukturieren, aber eben innerhalb des Rahmens.