Beiträge von Katla

    Aha, hehe: So geht es natürlich auch - das ist im Grunde Wortkrieger.de im Pay-to-Play-Format mit zusätzlicher Lottofunktion.


    Ob oder in wieweit man dort strukturiertes Feedback bekommt, hängt natürlich stark von den Beteiligten ab und kann eigentlich nicht garantiert werden. Bei WK z. B. geht grad gar nix, weil nur noch Neue aktiv sind. Oder eben nicht aktiv ...

    Abgesehen davon mag ich auch keine Texte mehr frei online stellen (mache das mit Micro Fiction auf einer englischen Plattform, weil sich damit bei einem Klau eh kein Geld verdienen liesse und was ne AI von diesen Schnipseln hätte, naja).

    Dadurch, dass sich Google Gemini vor die Suchergebnisse schiebt

    Das ist mir auch auf der Arbeit unangenhm aufgefallen, wenn ich bei den eingeloggten Chefs und nicht den Mitarbeitern mal kurz was nachschauen will. (Die Mitarbeiter verwenden alle alternative Suchmaschinen.)


    Ich nutze DuckDuckGo, da kann man das ja zum Glück ganz ausschalten. Und ein neuer, wohl extrem 'privater', sicherer Browser soll nun Vivaldi sein. Was da auf Bluesky geschrieben wird, klingt sehr gut, ich bin aber noch nicht bereit, Duck abzulösen, v.a. weil sich dort auch KI-generierte Bilder von den Suchergebnissen ausschließen lassen. (Funktioniert nicht 100%ig, aber wesentlich besser als ohne die Funktion natürlich.)

    Mich würde es stören, wenn ich das gleiche Label auf dem Buchcover habe wie Autoren und Autorinnen, die für die Veröffentlichung viel Geld bezahlt haben.

    Sehe ich auch so. Zudem hätte ich das Gefühl, auf dem Rücken derer, die dem vanity publishing erlegen sind, ein Buch veröffentlicht zu bekommen. Meh.


    Konditionen mögen für einige, die schon Verträge gesehen haben usw., klar sein, für Neulinge aber gar nicht - ich hab in einem anderen Forum einen Fall erlebt, wo ein gar nicht so tumber, nicht so naiver Hobbyschreiber einem DkzV aufsaß und da wohl um die € 8,000,- investierte, die er eigentlich gar nicht über hatte. In der Annahme, das spiele sich wieder rein, aber selbstverständlich bleib er auf allem sitzen und Werbung wurde auch nicht gemacht. Man kann den Kopf schütteln und sagen "Schön blöd", aber das sind ja teils recht trickreiche Unternehmen, ich sehe da auch viele als reine Opfer. Ihn jedenfalls. Er hat darüber wohl auch ganz aufgehört zu schreiben, nicht mal für sich selbst.


    Das ist einfach kein Umfeld, in dem ich mein Buch sehen möchte - weder so, noch in einer softeren, transparenteren Version.

    Darf ein Autor nach Informationen googeln? Klar. Und in Wiki steht auch viel Schrott, nicht nur bei der KI. Ist die Verantwortung des Autors, wie gut er recherchiert. KI als Lexikon finde ich unproblematisch. Für mein letztes Sachbuch habe ich Rüdiger (so nenne ich meine KI) das Korrektorat machen lassen, weil das im Verlag nicht so gefunzt hat - und die Zeit knapp war. Finde ich auch okay. Ich finde sogar ein Lektorat okay, in Grenzen. KI gar nicht beim Schreiben einzusetzen, scheint mir altmodisch.

    Das denke ich auch, besonders weil es oft auch schon fast unmöglich ist.

    Ihr beide verwechselt KI mit generativer KI.


    Korrekturprogramme gab es schon in den 90ern. Der Dudenkorrektor hat vor 20 Jahren wesentlich besser funktioniert als heute, hab das Abo längst gekündigt, weil dort Fehler übersehen und andere reinfantasiert wurden.


    Meinem Verlag hab ich kein KI-Lektorat erlaubt. Ob die das eingehalten haben, kann ich aber nicht sagen.

    Hallo Petra ,


    gute Punkte, fast hoffte ich, es ginge um den Nicht/Erfolg von Recherchereisen für Sachbücher. Da überlege ich, wie sinnvoll es ist (wenn nicht sicher ist, ob und was man auffindet). Allerdings sind ja auch Sachbücher narrativ, und eben die Haptik kann einfließen und die ggfs. drögen Infos auflockern.

    Mir leuchtet ein, dass etwas (meistens) besser vermittelt werden kann, wenn der Verfasser sich selbst am Ort des Geschehens einfindet - was sich nicht verallgemeinern lässt

    Ja, auf jeden Fall, ich schreib auch selbst sehr haptisch / sensorisch orientiert, und es interessiert mich auch beim Lesen (wenn es nicht manipulativ als offensichtliche Leserbindung reingedrückt wird).
    Aber praktisch ist, dass niemand zur selben Zeit an der selben Stelle war, und auch sind die Wahrnehmungen z. B. von Farben und Gerüchen eh individuell verschieden. Daher denke ich, es muss nicht "stimmen", sondern stimmig klingen. Willst du die Varusschlacht im Teuteburger Wald schreiben, und willst Haptik, kannst du gucken, wie die Wälder beschaffen waren (nass/trocken, Laub/Nadel, welche Arten ...) und dann in irgendeinen anderen, ähnlichen Wald gehen und den erkunden. Wer soll dir da Fehler nachweisen? Wenn du nicht grad Pilze beschreibst, die belegt erst später in die Region kamen, oder so.


    Und wenn du etwas partout nicht nachprüfen kannst (weil es Tiere oder Landschaften so gar nicht mehr gibt, oder sie Phantastik sind), beschreibe diesen Teil ohne Sensorik, webe aber Haptik von Dingen ein, die du kennst. Also z. B. hast Du Fantasy / Sword & Sorcery und willst jemanden gegen ein Drachenmonster kämpfen lassen. Den Gerucht des Monsters musst du dir ausdenken, aber die Kriegerin kann auf einem Pferd sitzen und ein Schwert schwingen, das sich beides selbst probieren, erfühlen, beschnuppern lässt. So kann man das doch letztlich mit allem machen: Bissl Reales, bissl Geschummel, bissl Fantasie, alles in einer Form, die stimmig zum Rest passt.


    Und dann muss man eh üben, Haptik/Sensorik zu schreiben, wenn man spekulativ unterwegs ist. Stephen Graham Jones, den ich über alle Maßen bewundere, schafft es in seinen Büchern - vor allem dem Buffalo Hunter Hunter - eine ganz unglaublich nahe, realistische und dichte, individuelle Sensorik eines Nachzehrers (Vampirs) zu schreiben. Und obwohl ich nicht an Paranormales glaube, hab ich ihm dort eben diesen Vampir geglaubt. Bis dahin, dass ich mich fast kneifen musste, weil ich den Eindruck hatte, das wäre so passiert. Das ist eben 50% reale Erfahrung gut und detailliert erinnert (Geschmack nach Speck z.B. und andere reale Aspekte im Irrealen) und 50% Abstraktion/Fantasie.

    Persönlich genug erzählt, ist es irgendwie egal, ob es nun "stimmt" oder nicht. Auch bei Dingen, die sich real nachprüfen ließen.

    Es ist also meistens besser, wenn man sich den Wind dieses Landstrichs, über den man schreibt, um die Nase wehen lassen kann, besser noch, wenn man in Milieus eintaucht. Das Schreiben wird dadurch weniger fehleranfällig, weniger oberflächlich und allgemein griffiger. Wen man über den Geschmack eines Gerichts schreibt, hat man es auch besser zumindest einmal geschmeckt: Man hat das dann erlebt, sich nicht nur erlesen.

    Ja, es wäre dann auch gut, irgendwas Eigenes reinzubringen, sonst wird es trotz Sinneseindrücken generisch. Also diese typischen Lavendelgeruch der Provance, Leder/Tabakgeruch bei Männern etc.


    Die Sache mit den "Fehlern" ist dabei heikel. Ich habe verschiedene, etwas ungewöhnliche Eindrücke / Erlebnisse in spekulativen (Horror)Stories verbraten, und oft wurden mir gerade die als besonders ausgedacht / künstlich angemarkert.

    Z. B. war ich mal auf den Hebriden, und auf Mull war ein Abhang zur See, an dem wohl über längere Zeit hinweg immer wieder Schafe abstürzten. Da lagen offenbar gerade verstorbene neben Skeletten und bei denen dazwischen war das Fell schleimig und grasgrün geworden, wohl von der Feuchtigkeit an der See, oder Algen, Bakterien, keine Ahnung. (Sie lagen auch auf Gras.) Weil ich dort durch musste (ein schmaler begehbarer Weg nur), bin ich in einen Kadaver getreten, den ich wegen der Farbe nicht gesehen hatte. Genau das - weil es etwas ist, das zum Glück nicht ständig und jedem passiert (ich kann auch verzichten), hab ich das mal genauso in einem Text verwendet. Viele Leser haben nicht mal ganz verstanden, was da vorgeht - Wieso grün, wieso Geruch nach Ammoniak? Riecht Aas nicht süßlich? Nein, nicht dort jedenfalls.

    Also ist es auch schwer, Sinneseindrücke zu vermitteln, wenn sie ZU individuell sind.

    Was aber, wenn die Orte und Situationen, über die geschrieben wird, so nicht mehr existieren? Wenn etwas völlig von der Erdoberfläche verschwunden ist (wie hier bei mir im Braunkohlegebiet abgebaggerte Dörfer) oder nur noch in abgewandelter Form existiert (wie heutige Gedenkorte)?

    Wie oben gesagt: einfach was Ähnliches nehmen. Bissl forschen, ob der Referenzort Dinge aufweist, die das angepelite Setting nicht hat(te). Wenn ich einen Roman zu Braunkohledörfen schreiben wollte, würde ich sicher mal in ein Bergwerkmuseum fahren, und mir nen Sack Kohle kaufen. Ich denke nicht, dass es sinnvoll wäre, ein noch im Betreib befindliches Bergwerk in - sagen wir - China zu besuchen, denn dort werden die Eindrücke ganz anders sein als in Wales oder im Ruhrpott.

    Und: Wie weit haben moderne Technologien den Wert des „selber Erleben“ gemindert? Wie wertvoll sind die in großer Zahl abrufbaren Informationen über Film, Internet, Technologien wie Webcams, Landkartenplattformen etc.?

    Gar nicht gemindert, sondern sinnvolle Ergänzung. Ich google ja nicht, wie Braunkohle oder ein totes Schaf riecht, oder sich Seidenstoff anfühlt. Sondern ich nehme echte, reale, eigene Eindrücke und nehme das Internet für Infos. z. B. Entfernungen.


    Wenn ich 5 spezielle Gebäude in London habe, die ich nicht austauschen kann/will, und wenn es eine Postapokalypse ohne Motoren und Pferde / Reittiere ist, müssen die zu Fuß abgelaufen werden können. Weil ein Gebäude zu weitab lag, hab ich für die letzte Szene ein Boot genommen, denn die Themse wand sich da passend und das Gebäude lag flussabwärts, verkürzte meinen Weg. Und da denke ich, das kann dann auch langsam mit der Fließ- und Rudergeschwindigkeit bei Ebbe oder Flut niemand aus Deutschland mehr nachvollziehen, inwieweit das so hinkäme oder nicht. Zwei der 5 Gebäude kannte ich von Londonbesuchen. Und dann gab es Besonderheiten, für die ich mir Baupläne anschauen müsste, das Material des Daches etc. Wie sich das anfühlt, mache ich dann wieder selbst.


    Oder aber: Ich schaue auf die Topographie: muss eine Person in dieser Gegend oder Stadt bergan/ab gehen oder auf gerader Ebene? Ist dort ein Durchkommen? Einmal musste ich über google streetview eine Adresse suchen, die ich von Fotos rückverfolgen müsste.

    Bei sowas hab ich schon große Überraschungen erlebt und hätte mich da ganz schön in die Sche... geritten bzw. geschrieben.


    Weil du Schreibblockade sagst: Ich weiß nicht, ob es das gibt. Auch Recherche gehört dazu, planen, und damit wäre sie ja vorbei. Ich denke eher, dass Orte zu einer Geschichte anregen können. Also ungeplante Recherche, die dann in einem Text mündet, den man ohne Besuch nie geschrieben hätte.

    p.s. Frank62 Ich hoffe, ein bisschen Eigenwerbung ist erlaubt: Mich hatte dieser Fall genug fasziniert, um vor einigen Jahren dasselbe Spiel mit zwei namensgleichen Schiffen zu veranstalten, die im Abstand von 50+ Jahren im gleichen Seegebiet in der gleichen Kalenderwoche in jeweils einem Herbststurm sanken bzw. auf Grund liefen: Der Dreimaster Estonia und die Ro-Pax Fähre Estonia.

    "SOS Barkentine Estonia", Novellette in der Sammlung Amour Brut (Okt '26 bei Jojomedia Wien), Nachdruck von der vergriffenen Alraune 1 - Maritime Schrecken, Hrsg. S. Brandt, A. Weiß & N. Gampert, Wurdack Verlag 2021. Ich plane ein Sachbuch dazu, weil ich unveröffentlichte Archivphotos der Barkentine besitze und Rückendeckung vom ehemaligen Kurator des Maritime Museum Rauma habe. Ein ziemlicher Aufriss, der auch Reisen verlangte ...

    Sorry, bin schon weg! :renn

    Jedenfalls schien der amerikanische Schriftsteller Morgan Robertson das Schicksal der Titanic erahnt zu haben, denn er schrieb 1898 den Roman Titan.

    Lieber Frank62 , das ist einer der interessantesten Fälle von scheinbarer Prophezeiung, aber das Ganze ist absolut nicht so rätselhaft wie es scheint: Robertson hatte über seinen Beruf umfassende Einblicke und Verständnis von Ingenieurswesen, Seefahrt und Schiffsbau, es gibt extensive Aussagen von ihm selbst dazu, dass es absolut keine Mystik war, die seinen Kurzroman Futility inspirierte, sondern kalte Logik: Nämlich Details, wohin sich das Design / die Konstruktion von Ocean Liners mit Sicherheit aller Logik nach als nächstes entwickeln müsste.

    Genau zu der Zeit lässt sich auch bei der Benennung von großen Rennjachten ähnliche Namensgebung beobachten - Atlantic, Majestic etc.

    U. a. die abweichende Tonnage von Titan und Titanic wurde bei späteren Editionen des Buches angeglichen, um den Sensationswert zu erhöhen. Die Titan trug zusätzlich Segel, was eben nicht dem Design der Titanic, Britannic und Olympic entsprach. Daher wurden spätere Ausgaben mit Bildern der Titanic illustriert. Hier die ursprüngliche Titan aus dem Roman, mit einem seglertypischen Klipperbug:

    titan sails.jpg

    (Alle Segel stehen falsch zum Wind, aber ein schönes Bild.)

    BItte beachten, dass die Gegenüberstellung auf Wiki verschiedene Fehler aufweist (auch, wenn der größte Teil der Daten korrekt ist, unvollständig). Z. B. behauptete niemand bei der White Star Line, ihr Schiff sei "unsinkbar". Dies ist ein im Nachklang des Unglücks von der damaligen Presse lancierter Mythos, der zu schön ist, um ihn als Fake News zu enttarnen.
    Auch sind Theorien, die Schwesternschiffe seien von Konstruktionsseite fehlerhaft gewesen, Unsinn, denn eine davon lief auf eine Mine; die andere hatte eine längere Karriere.

    Ich hab mich zur Zeit der Ausstellung erster Fundstücke im Hamburger Schifffahrtsmuseum 1997 eingehend mit dem Untergang beschäftigt, und damals das Unglück Minute für Minute auswendig runterbeten können. Morgans Kurzroman ist ein schockierend realistischer Ausblick, der teils den Eindruck eines Tatsachenberichts erweckt, wenn man Einzelheiten kennt. Aber es ist ein erklärbarer Ausblick. Das Buch kann ich - trotz eines kleinen romanischen Subplots - wirklich sehr empfehlen.

    Der Autor hat übrigens in einem anderen Roman zwei weitere technische Besonderheiten vorausgesehen: Den Einsatz von Laserwaffen im Krieg und wohl auch ein besonderes U-Boot-Periskop. Ein schlauer Kopf, und sehr bescheiden, wie es aus Interviews herausklingt.

    Proton Cloud. Soweit ich weiß. hat Proton auch den besten Schutz bei Emails. Kostet einen ganz kleinen Ticken, ist es aber Wert. wenn mich nicht alles täuscht, war der Cloudspeicher bis zu einem gewissen Volumen mit einer Email-Adresse kostenlos, man kann auch aufstocken.

    Ich kann das echt sehr empfehlen. Einfacher Zugriff, klassisches Ordnungssystem.

    Das ist jetzt kein Phishing per mail, aber ich kann seit geraumer Zeit meinen insta-Account zu nichts außer Selbst-Posten und Nachrichten schreiben verwenden. Meine Timeline ist vollgeballert mit Open Calls, omniöserweise hängt sehr viel mit einem Account "Horror_tree" zusammen, dem eine echte (vertrauenswürdige) Person, der ich folge, eben folgte. Vermutlich hat der automatisch auf im Gegenzug folgen geclickt gehabt und nicht weiter geschaut. Es gibt vor zu funktionieren wie dieses Linktree.
    Die zweite OpenCalls-Serie hat ständig was mit "Review" im Titel, woher das kommt, weiß ich nicht.

    Ich bin einigen dieser Calls mal gefolgt und sie verwenden eine gemeinsame Plattform. (Das an sich wäre okayish, es gibt ja auch vollkommen seriöse Einreichungssysteme wie dieses Moksha.) Selbstverständlich verstecken sich hinter den Aufrufen aber wie erwartet autorenunfreundliche Pay to Play -Aktionen. Man soll bis zu £10,- zahlen, um einreichen zu können - "um unseren erheblichen Aufwand" blabla. Don't think so.

    Jetzt hab ich erstmal alles weggeclickt (not interested / no more suggestions from ...), aber dabei vergeht so viel Zeit, dass ich insta nicht mehr für Neuigkeiten verwenden werde, sondern eben nur noch BlueSky (und FB, wo das Problem aber in etwas abgemildeter Form ebenfalls existiert).

    P.S.
    Oh. grad gesehen - der neue Balken ist eine Verbesserung, ich kann von den Vorschlägen zu den Leuten, den ich echt folge (wie bei BlueSky).


    Ich kann nicht sagen, wie ich diesen ganzen Kram satt hab. Und hab auch den dringenden Eindruck, SoMe als Werbeplattform ist darüber am Implodieren. Die Leute verlassen ja in Scharen Netzwerke, die früher zum Austausch dienten, zum echten, organischen Kennenlernen neuer Themen / Dinge.


    Spam publ.jpg

    Kein Ding, ist ja auch keine Aufforderung, sondern nur Konjunktiv. Eigentlich bin ich in Literaurforen, weil mich die Beiträge nahezu alle irgendwie interessieren sollten. Vermutlich täten, so in der Art.


    Ich will auch keinesfalls spitzfindig sein, aber anders als bei deiner politischen Haltung kann ich hier keine Linie ausmachen, sorry, es liegt sicher an mir und ich halte mich hier auch jetzt raus, bevor das stört.

    Der Spruch ist ja auch als Ernstfall gemeint. Ich mache ebenfalls keine Witze, übrigens, sondern meine es genau so.


    Umso mehr, als dass KI nicht - wie beschönigend behauptet - wegen ihres Technikaspektes politisch neutral ist. Da liegt die eigentlich problematische Naivität.

    Die politische Richtung, aus der die generative KI stammt und die damit unterstützt wird, sollte gerade dich interessieren.

    Ich weiß nicht, Tom , ob du das Spiel "Kultur in die Tonne weil sentimentaler Blödsinn aus der Zeit der Romantik" wirklich spielen willst.

    Ja, es gab einen Schwung Kulturtheorien wie auch erste Forensik, Kriminalistik, Geologie, Anthropologie und Naturwissenschaften wie ganz u. a. die Botanik. Ganz einfach, weil die Französische Revolution den Hemmschuh "Kirche" mit dem anderen Hemmschuh "Monarchie" (Oligarchie) entfernte. Ergebnisoffene Forschung wurde erst damit möglich.

    Allerdings wurden Kulturtheorien vielleicht in der Romantik geprägt, aber es gab ganz ohne jeden Zweifel weltweit Kultur, und zwar seit der Urzeit. Eben als ein Ausdruck persönlicher (menschlicher) Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt. Bevor Linné die botanische Systematik erstellte, gab es ohne jeden Zweifel Pflanzen. Bakterien, Gestirne, Viren, alles da, bevor sie entdeckt und kategorisiert wurden.

    Es gab aber noch etwas, viel Wichtigeres, das die Französische Revolution zumindest in der modernen Fassung ermöglichte: Demokratie.
    Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ist eine ganz wesentlich romantischere, gefühlig-verklärte Vorstellung als 'Kultur = Ausdruck von individueller / gesellschaftsstärkender Kreativität'. Weil sich ihr Startpunkt sogar noch lokalisieren lässt.

    Kommt Kultur wegen KI, wegen der Faulheit und dem Desinteresse der Konsumenten, der Überlegenheit der Technologie, die alles eh viel perfekter "kann", in die Tonne, muss Demokratie erst recht dorthin.

    Menschen sind nicht interessiert, wie was erstellt wird? Wollen es möglichst einfach haben? Okay, Deal. Es ist nämlich ebenso offensichtlich und durch Zahlen wie auch individuelle Beobachtungen zu belegen, dass die Menschen lieber irgendwas konsumieren, als sich um politische (oder gesellschaftlich-soziale) Fragen zu kümmern. Man fragt die "Wahlmaschine" KI, wen man wählen soll. Man geht vielleicht nicht mehr wählen. Wie ist denn der Stand bei der AfD, grad? *check*  28,3% und damit stärkste Partei (warum steht sie dort nicht an erster Stelle, eigentlich?) Jedenfalls kommt danach CDU mit 21%, dann lange nix, Grüne 14,3%, SPD 12% und knapp danach die Linke mit 11,6%, den Rest kann man knicken.


    Das sind Leute, die AfD wählen würden. Wieviel Leute geben das nicht zu, und wieviele Leute würden sie nicht wählen, oder nicht mit einer Erststimme, aber unterstützen zumindest Hauptteile des Programms? Wieviele Nazis sind also aktuell im Land? 70%? 60%? Sagen wir 50%, das ist echt konservativ geschätzt, wenn du jeden mit einem Gedanken, den die AfD auch ausspricht, als Nazi einstuftst.

    Es ist offensichtlich, dass das kurzzeitig aktuelle, vom verklärt-romantischen Gedanken gestüzte Model Demokratie für die Tonne ist. Abgeschafft gehört. Die Leute wollen das nämlich nicht. Es interessiert sie nicht. Da kann man nicht wegschauen, Faschismus wird unzweifelhaft als Staatsform kommen, Widerstand ist zwecklos (denn Demokratie ist die Mehrheitsentscheidung) und daher sollten wir aufhören, uns veralteten, romantischen Utopien hinzugeben und uns besser mal arrangieren. Lieber heute als morgen. Das sagen schließlich auch die ganzen TechBros, und das sind die Schlauen, die müssens wissen. Der Rest von uns ist so irrational wie die viktorianischen Frauen, die meinten, einen Roman lesen zu wollen und dann ihr armes Eichhörnchen-Hirn überanstrengten.


    Apropos 'Roman':

    Klar, für z. B. die Gebährfähigen unter uns wird es - aber auch nur mit der aktuellen Haltung, das wird sich schon noch ändern keine Angst - nicht so lustig. Ihren SF-Roman können sie nicht am Notebook schreiben, weil die AI das abends auf staatszersetzendes Material untersucht und löscht. Handschrift also! Einfach ein Büchlein neben dem Kochtopf, mit den vier Fleischsirenen am Rock, eine fünfte im Bauch - schwierig, aber machbar.
    Halt! Alexa kocht ja!

    Alexa schaut auch, was Mutti so schreibt.
    Vielleicht kann Mutti ja Steno, von der Uroma beigebracht (bitte etwas Willen zur suspension of disbelief, wenn ich bitten darf!). Alexa hat das nicht mehr in der Datenbank, weil tote Sprache: wurde als unbrauchbar gelöscht, Speicherplatz ist kostbar. Mutti schreibt ihren SF Roman in Steno, während sie zuschaut wie Alexa kocht, der Putzroboter saugt und der Mähroboter draußen mäht. Sie behauptet Alexa gegenüber, das seien alte Kochrezepte aus dem frühen 21. Jahrhundert. Zwar muss sie sich dann jeden Abend für Alexa, die sie in ihr Menü einzuspeisen verlangt, ein neues ausdenken, aber das ist ein vergleichbar kleines Problem. Selbst, wenn es etwas sein muss, dass die Familie dann auch noch essen kann.
    Mutti bedenkt dabei zu spät (wir müssen sie entschuldigen: sie wuchs ja noch mit physischen Büchern und der veralteten romantischen Idee von 'Bildung', 'Demokratie' und 'Kultur' auf), dass sie ihr Buch nie veröffentlichen, nicht mal irgendjemandem vorlesen kann, denn das hat sofortige Auslöschung zur Folge. Sie kann nicht mal hoffen, dass ihr Buch nach einem (natürlich eh völlig utopisch-unrealistischen) Regimewandel der Nachwelt erhalten bliebe, denn in der Zukunft könnte niemand mehr Steno dechiffrieren.
    Was ihr bleibt, ist, das Buch beim nächsten IVF-Termin selbst zu lesen, anstatt an die weiße Zimmerdecke zu schauen.


    So lässts sich durchaus aushalten, finde ich. Kein Problem. Panikmache ist für Loser.

    :kaffeepc

    Dietmar Dein Beitrag ist Nonsense, sorry. Das ist so wie das Schild: Die Terrasse ist geschlossen, weil sie heute nicht offen ist.
    Earth Overshoot Day war dieses Jahr am 30. Juli, übrigens. Hinweis: Kein Feiertag, weder amtlich noch inoffiziell.

    Ich bin raus hier, das wird mir zu albern.

    Inhalt und Form sind doch aber nicht unabhängig voneinander. -> Form Follows Function ist nicht umsonst ein Schlagwort (aus der Architektur).

    Und wieder die Frage, ob die KI technisch was überzeugend imitieren kann oder nicht. Das ist Latte. Oder: Das ist ja das ganze Problem. einen Schritt weiter gehen ...


    Langsam wird das zu einer Blaue Pille / Rote Pille-Sache. Alles wollen sein wie Neo, aber wenn es ein paar bunte Bilder zu generieren gibt, schlucken doch alle mit Freude die blaue.

    Petra Lustig, heute unter der Dusche fiel mir auch eine englische Grundlage dafür ein: Breaking Point.
    Das klingt anderserseits nach einem Actionfilm. :whistling: Point Break hat das ja so doppeldeutig verwendet: Der einer Welle (fürs Surfen) und die Entwicklung des Falles / Beziehung zwischen den beiden Protas.

    Hab grad mal geschaut für den 'surf break' gibt es leider kein deutsches Wort. Was war mit 'Brennpunkt'? weniger technisch als mein Flammpunkt vorher. Sagt vllt. nur nicht ganz, was zu beschreiben willst, weil das ja auch auf Problemviertel (wie meins ;D) angewandt wird.

    Blackout würde ich nicht nehmen, weil das tagtäglich in Zusammenhang mit Krieg in den Medien vorkommt.

    Das mit den Waldbränden kann nach hinten losgehen, weil du suggerierst, dass das Ausflippen der Prota schlimmer wäre. Auch wg. aktuellen (realen) Problemen imA keine gute Idee. Also: Sarkasmus an der falschen Stelle.


    Ich würd bei Gradzahl + Irgendwas bleiben.