Beiträge von Zwitscherlerche

    @ Christian J.

    De l' Horizon ist kein Transmensch, sondern nonbinär. Das ist ein wesentlicher Unterschied, denn Transidente wissen genau, welchem Geschlecht sie angehören (wollen). De l' Horizon hingegen ist still sitting on the fence.


    @ alle anderen

    Mir erscheint sein gesamter Auftritt als schrille Selbstdarstellung, die perfekt zum deutschen Zeitgeist passt. Von Outfit und solidarischem Gehabe - mir fehlte neben der Schädelrasur bloß noch der blau/gelbe Schal - alles perfekt inszeniert. Rede hatte er keine vorbereitet, er rechnete ja nie, nie damit, den Preis zu erhalten, bloß den Rasierapparat hatte er sicherheitshalber dabei.

    Erinnert mich etwas an Conquita Wurst, einen schwulen Sänger, der einst, vollbärtig im Abendkleid, mit der Transmasche den Song-Contest gewann. Obwohl er mit Trans überhaupt nichts am Bart hat, weinten viele im Publikum vor Rührung und Mitgefühl.


    Mittlerweile kenne ich mehrere Ausschnitte von Horizons Blutbuch und frage mich zunehmend, was will mir dieser Mensch erzählen, außer dass er gerne Schwänze und andere große Körper in sich aufnimmt?


    Zitat aus de l' Horizons Blutbuch, entnommen Amazon:


    (sic) Ich spüre meinen Körper nur, wenn ich ihn fortgebe, wenn ich ihn anderen anbiete, jemensch in mich eindringt, die selbst errichteten Grenzen meines Körpers durchdringt und sich dahinter hinterlässt. Ich habe nicht primär das Bedürfnis, Schwänze in mir zu spüren, ich habe das Bedürfnis, mich zu spüren, jenen pulsierenden Mantel um die Schwänze. Dieser Körper ist in der Lage, außerordentlich große Dinge in sich aufzunehmen, wenn er sich entspannt, ohne den geringsten Schmerz zu empfinden. Schmerzen entstehen, wenn mensch sich gegen das Eindringende wehrt oder es aus sich herausstoßen will. Ich habe mich nie dagegen gewehrt, wenn sich andere Körper in mich hineindrängten. (sic)


    Das ist natürlich große Literatur. Stilistisch einwandfrei, tiefgehend, im wahrsten Wortsinn, perfekt gegendert und vermenscht. Was braucht es neben Schnurrbart, Lippenstift und Tüllröckchen dann noch mehr, um einen der begehrtesten deutschen Buchpreise zu erlangen?

    Bin schon gespannt, was uns De l'Horizon in seinem nächsten Buch erzählt. Falls er noch etwas anderes zu erzählen hat.

    Aber es ist schön, mal wieder kurz was zum Reden zu haben.

    Genau deshalb habe ich diesen Link gesetzt. Zur Anregung einer Diskussion. :)

    War vor wenigen Minuten in einer gut sortierten Buchhandlung. Das Blutbuch ist derzeit nicht lieferbar, hieß es. Angeblich kommt es noch im Oktober. Der Verlag muss erst nachdrucken ...

    Edit: Bei Amazon ist es jedenfalls erhältlich, wie ich grade sehen konnte.

    In der Fiktion muss die Geschichte selbst so gut sein, dass sie alle anderen Qualitäten des Autors in den Schatten stellt; Charakterisierung, Stil, Thema, Stimmung, das alles bedeutet nichts, wenn die Geschichte langweilig ist. Und wenn die Geschichte fesselt, kann der Leser alles andere verzeihen."

    (Stephen King)


    Anlässlich des 75. Geburtstags eines der erfolgreichsten Schriftsteller der Gegenwart, präsentiert der Journalist Alexander Kluy in der Wiener Zeitung ein Porträt des Ausnahmetalents.

    erklärt selbst Heinzlmaier, dass die ARD die Lizenzverlängerung für die Filme schon vor zwei Jahren nicht mehr vorgenommen hat, was der Kommentator auf "vorauseilenden Gehorsam" zurückführt, was möglicherweise aber ganz andere Ursachen hat

    Heinzelmaier spricht in seinem Artikel nicht von einer zweijährigen Zeitlinie, wie du anführst, er erwähnt nur die Tatsache, dass ARD und ORF diese Filme nicht mehr zeigen. Mag sein, dass dieser Fakt in seiner Suada untergegangen ist. Dennoch halte ich seinen Beitrag für einen guten Artikel. Es geht ja nicht nur um literarische Bevormundung. Dieses Zensurverhalten hat längst so gut wie alle Bereiche unseres Zusammenlebens erfasst. Natürlich sind Menschen, die solches vorantreiben, Überzeugungstäter mit geradezu religiösem Eifer: Als Minderheit terrorisieren sie die Mehrheit, als Mehrheit terrorisieren sie die Minderheit.


    P.S.

    Die Karl May-Filme empfand ich immer schon als billigen Abklatsch der Bücher.

    Man bediente sich einfach der Figuren von Karl May, gab ihnen teils andere Namen und bastelte irgendwelche Handlungen zusammen, die kaum oder bestenfalls rudimentär mit der literarischen Vorlage zu tun hatten. Eigentlich eine Gemeinheit, sich derart schamlos an Mays Figuren zu vergreifen.

    Wie ich gerade erfuhr, hat der ORF ebenso wie die ARD beschlossen, keine Lizenzgebühren mehr für die Winnetou-Filme zu bezahlen und sie damit, in vorauseilendem Gehorsam, aus dem Programm geworfen.

    Damit zeigt uns der mit gesetzlichen Zwangsgebühren finanzierte Staatsfunk, dass er schon still und leise auf die Linie der radikalisierten Hater der westlichen Zivilisation eingeschwenkt ist. Ein klares Signal für mich, schleunigst in den Keller zu gehen und die Karl-May-Bücher, die ich in meiner Kindheit über alles geliebt habe, heraufzuholen und möglichst vielen Kindern als Lesestoff anzubieten.

    Endlich gelesen. Bin schlichtweg begeistert, habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen, vielmehr verschlungen. Danke für den Lesetipp.

    Die beiden angeschlossenen Kurzgeschichten fehlen noch, muss erstmals diesen fantastischen "Irrsinn" verdauen, bevor ich erneut aufnahmefähig bin.

    Edit: Das ebook ist auch hübsch illustriert.

    Man kann nichts lachen oder kichern. Man kann kichern oder lachen. Und man kann etwas lachend sagen oder im Anschluss ans Gesagte lachen. Gab erst neulich eine solche Diskussion in einem anderen Forum. Die Mehrheit war sich darüber einig, dass es besser ist derartige Phrasen besser nicht einzusetzen.

    Eine der grandiosesten Jazz-Saxophonistinnen der letzten Jahrzehnte ist verstorben. Mit dem United Jazz & Rock Esemble tourte sie erfolgreich um die ganze Welt, in diesem Orchester spielten anerkannte Größen der Jazz- und Fusionszene, darunter der geniale deutsche Posaunist Albert Mangelsdorff. Ebenso erfolgreich war sie mit ihrer eigenen Formation Paraphernalia, der ich einst das Vergnügen hatte, live beizuwohnen. Sie war viele Jahre, bis zu seinem Tod, mit John Hiseman, dem ehemaligen Schlagzeuger und Gründer der Formation Colosseum verheiratet. Barbara Thompson gehörte zu den wenigen Saxophonisten, die zwei dieser Instrumente gleichzeitig spielen konnten und eine spezielle Ein- und Ausatemtechnik beherrschten. So konnte sie Töne minutenlang unverändert halten, was sie nahezu in jedem ihrer Konzerte demostrierte. Seit Jahren litt Thompson an Parkinson. Vor zwei Tagen ist sie verstorben.

    Sie argumentiert nicht gegen die Rechte von Transpersonen o.ä., sondern gegen Vorgehensweisen wie etwa den irischen Gender Recognition Act, nach dem sich Menschen quasi jederzeit frei und ohne Ansatz irgendwelcher Mechanismen für ein Geschlecht entscheiden und diese Entscheidung auch jederzeit revidieren können.

    Ich habe mich mit keinem Wort zu den Rechten von Transidenten geäußert.

    Gegen die freie Beliebigkeit ohne jede medizinische Begleitung habe ich mich hingegen klar und deutlich in meinem Beitrag geäußert. Ich halte auch nichts davon, MzF an sportlichen Biofrauenwettkämpfen teilnehmen zu lassen, wo es primär auf Körperkraft ankommt. Das ist sportlich unfair und sollte nicht stattfinden.


    Aber danke für Deine Belehrungen. :)

    Gern geschehen!

    ... weil sie eine Gefahr dabei sieht, wenn sich Menschen in männlichen Körpern kurzerhand zu Frauen deklarieren und dann in deren Schutzräume eindringen.

    Fr. Rowling mag gute, kindergerechte Fantasy verfassen. Davon versteht sie etwas. Von Transidentität hat sie hingegen keine Ahnung.

    Die von Fr. Rowling empört zitierten Übergriffe auf Frauen in Frauengefängnissen und öffentlichen Toiletten, die angeblich von Transfrauen verübt werden, bewegen sich im Millionstelprozentbereich. Nur drei von tausend Menschen empfinden transident. Also 3 Promille. Wohlgemerkt transidente Männer und Frauen zusammengenommen! Rund zwei Drittel davon sind MzF. (Mann zu Frau.)

    Bleiben 2 Promille. Wieviele dieser zwei Promille MzF-Transgender vergreifen sich wohl an hilflosen Frauen in ihren "Schutzräumen" ? Da kann man locker weitere ein, zwei Nullen hinter das Komma reihen.

    Für manche Menschen, wie Fr. Rowling, ist das dennoch eine schreckliche Perspektive. Tatsächlich ist diese sogenannte Problematik eine herbeigeschriebene. Vor allem die rechte Flanke weidet dieses Thema lustvoll aus und berichtet gar von Werbung und Anleitung zum Geschlechtswechsel oder der Homosexualität bei Kindern. Als ob sexuelle Veranlagung etwas mit Beliebigkeit zu tun hätte.

    Deshalb lehne ich auch die derzeitige gesetzliche Regelung ab, nachdem das Geschlecht offiziell gewechselt wird, ohne vorheriger psychiatrischer Abklärung, ohne Therapie, ohne Alltagstest, ohne geschlechtsangleichender Operation. Wer diese früher verpflichtende Abklärung als Zumutung empfindet, ist nicht transident, sondern hat möglicherweise andere psychische Probleme.

    Tatsächlich ist jede Abweichung vom "normativen Sexualverhalten" häufig mit gesellschaftlicher Ächtung und Ausgrenzung verbunden, unter der diese Menschen leiden und die mehrheitlich ihr Lebensproblem Nummer 1 darstellen.

    Noch was zu den "Schutzräumen". In Österreich gibt es kein Gesetz, das Männer oder Frauen zwingt, auf die geschlechtsspezifische Toilette zu gehen. Gab es nie. Wenn dort nichts anderes passiert als das, was man halt so auf Toiletten macht, ist das keine Verwaltungsübertretung. Wenn Unstatthaftes passiert, ist das eine Anstandsverletzung oder sexuelle Belästigung und wird entsprechend geahndet. Egal, wer sie begeht. Gleiches geschieht in Gefängnissen bei Sexualdelikten, egal welcher Art.

    Kaum ein transidenter Mensch will ein drittes oder viertes Geschlecht sein. Auch diese Begrifflichkeit existiert primär medial, ebenso wie der Terminus LGBTQ-Community. Keine dieser Gruppen hat etwas mit den anderen gemein.

    Es gibt auch keine Geschlechtsumwandlung, die gelingt vielleicht im Raumschiff Enterprise, aber nicht in der Realität. Man nennt diese OP eine Geschlechtsangleichung. Mehr ist medizinisch nicht drin.

    Und noch etwas: Ein transident empfindender Mensch hat kein sexuelles Problem, sondern ein Identitätsproblem. Deshalb nennt man diese Menschen auch nicht mehr transsexuell, sondern transident.

    So gut wie alle Betroffenen wollen bloß in die Reihe treten und, so gut es geht, unerkannt in ihrem empfundenen Geschlecht leben. Nur den wenigsten gelingt dies.

    Fr. Rowling hat m.A.n. eine manifeste Abneigung gegen transidente Menschen, das lässt sich an einigen ihrer öffentlichen Äußerungen erkennen. Sie bringt Argumente, die teils an den Haaren herbeigezogen sind. Deshalb auch der social-mediale Shitstorm gegen sie.

    Wir brauchen mehr Menschen mit gesundem Hausverstand. Heute dringender denn je, wenn ich mir die zunehmend suizidal geprägte europäische Politik so ansehe. Leider werden diese Leute immer weniger.

    Deine Thesen versuchen, diesen Erfolg zu verkleinern, ihn auf viel Glück usw. zu reduzieren. Ich verstehe die Intention, aber Du hast trotzdem unrecht.

    Ich verkleinere und neide niemandes Erfolg. Aber ich überhöhe ihn auch nicht.

    Einen Teil müssen wir selbst dazu beitragen und ein Teil wird uns von Gott geschenkt. Ich glaube viel genauer kann man die meisten Dinge nicht erklären.

    Das ist schön formuliert. Und exakt das, was ich mit anderen Worten sagen wollte. Auch wenn ich Glück nicht mit Gottes Willen gleichsetze.