Beiträge von Joachim

    Rammstein funktioniert auf dem Prinzip Provokation, was sich durch ihre Wurzeln erklären lässt. Die Musik ist eher brachial und hat wenig mit filigran gespieltem Artrock zu tun; dafür waren andere Bands im Osten zuständig. Die musikalische Rammstein-Formel, die wirklich nicht allzu komplex ist, hat Marti schon richtig erkannt. Texte mögen im ersten Moment banal erscheinen, erst beim zweiten Hinhören kann klar werden, dass Banalität auch tiefgründig sein kann.

    Das Problem ist, Provokation kann man nur schwer covern. Ich bezog mich mit dem Covern auf den Song "Vegan", den Marti am Ende des Clips singt. Es reicht eben nicht, grimmig drein zu blicken, der Stimme Lindemanns möglichst nahe zu kommen und ein paar blutige Bild- und Filmschnipsel aneinander zu reihen. Marti ist vom Habitus eben nicht der "Bad Boy", sondern eher der Schwiegermuttertyp. Hätte er den Versuch "Vegan" fallen lassen, hätte ich ihn anders bewertet.

    Ich glaube nicht, dass Rammstein auf Provokation beruht, sondern auf sehr gutem Marketing für seine Zielgruppe. Die Texte enthalten einen kleinen, sagen wir, leicht gewagten bis zart provokanten Anteil, der genau so groß ist, wie es die mittlerweile recht familiäre deutsche Metal-Community erwartet. Und da muss man sich ehrlich machen, es werden nun mal keine Fledermausköpfe mehr abgebissen, wie es der alte Ozzy noch getan hat, die Zeiten sind um, man hat es mittlerweile gern gemütlich und behaglich beim Headbangen. Weshalb Rammstein viel mehr auf den ganz klassischen Mechanismen Anschlussfähigkeit und Wiedererkennung beruht, da sind sie nicht anders als die Ex-Punks Tote Hosen oder die Ärzte.:gitarre :)

    Man kann die Texte und Musik von Rammstein so sehen, das ist reine Geschmackssache. Marti Fischer kommt mir zu selbstverliebt rüber und hat mich zugetextet, bevor er zum Thema kommt.

    Es ging mir nicht um meinen oder deinen Geschmack. Ich sprach davon, dass Marti Fischer eben genau diese Rammstein-Formel zum Thema hat, wie auch die Abba-Modern-Talking-Formel, und nicht in erster Linie covert. Persönlich ist er mir auch ein bisschen zu Youtube-zappelig, was aber nix dran ändert, dass er das gut macht, sehr gut sogar.

    Rammstein habe ich bis so etwa zum dritten Album ("Sonne", glaub ich) tatsächlich gerne gehört, danach dann das Interesse verloren, weil siehe oben.

    "Wird an keine der drei rankommen", hm, gewagte Aussage.

    Rammstein ist im Prinzip seit sicher zwei Jahrzehnten sehr durchschnittlicher Industrial-Sound, der komplett auf der Stelle steht/trampelt und mit in meinen Augen sehr schwachen Allerweltstexten garniert wird, halt mit bisschen Splatter und rollendem R vorgetragen. Die Band hat ihre AC/DC-Formel gefunden, nach der Bekanntes Song für Song einfach nur minimal variiert wird. Und von Abba und Modern Talking lässt sich zu jeweils ihrer Zeit praktisch dasselbe sagen.


    Und genau das zeigt Marti Fischer hier wunderbar, nicht, wie gut oder schlecht er selbst covern kann. Beim "Sound von" Prince oder Bowie (oder auch Pantera oder System of a Down) würde das wahrscheinz nicht ganz so gut klappen.

    Ach was, Tom, hör' mit den Fakten auf, es gibt keinen echten Wassermangel! :nein1

    Es gibt auch keinen echten Verkehrsstau, vorübergehende Behinderungen des Straßenverkehrs können allerdings mancherorts deutschlandweit flächendeckend dort entstehen, wo zu viele PKW und LKW auf einmal unterwegs sind.

    Dasselbe gilt ja auch für den Energie-, Akku-, Strom- oder Flächenverbrauch, da hat sich halt was umgangssprachlich eingebürgert, wir sind eben alle Endverbraucher. Neulich habe ich jemanden sagen hören, er konsumiere Medien und/oder Nachrichten, hört sich auch seltsam an.


    Zum Thema: Mal schauen, wie das mit dem Wassermangel wird, der uns ja bevorsteht bzw. in dem wir eigentlich schon mittendrin stecken. Nur scheint auch das keinen zu interessieren ... :kratz2

    Doch, du hast dich zum Krieg geäußert, implizit und aus der schönen Deckung heraus. Das ist eine übliche Taktik.

    Und jetzt fällt dir halt auch wieder was ein, woraus man Stricke drehen kann. Sind ja richtige Heuchler, die Grünen! Halten ihre eigenen Grundsätze nicht durch! Dass sich eine politische Lage einfach mal maximal erschütternd ändern kann, wie jetzt, Stichwort Angriffskrieg in Europa, scheiß drauf. Die Grünen sind und bleiben Heuchler!


    +++ Achtung, an dieser Namedropping-Stelle bitte beliebiges Zitat irgendeines großen Denkers/Künstlers/Literaten dazudenken +++

    Ja, Vichara, das sind halt leider die üblichen Gemeinplätze. Wir (dieses Wir variiert) stoßen hier (das variiert auch) ja nur paar Prozent CO2 aus, also können wir ja eh nix machen, weshalb der Laden dann halt an die Wand fährt. Wenn man den Krieg verurteilt, ist man Russenhasser und kriecht den Amis in den Arsch. Als ob derjenige, der den Krieg verurteilt und für Waffenlieferungen in die Ukraine ist, automatisch mit den Amis, Guantanamo und dem Irakkrieg total fein ist. Jetzt mal ehrlich, was soll das? Was bringt's?

    Hm, es gibt eine Klimakrise, und daraus wird dann bald Energieknappheit, falls man die Klimakrise ernst nimmt und umstellt, ergo Energiekrise. Wenn nicht, natürlich nicht, es gibt ja noch immer genug Öl zu verfeuern und dessen hoher Brennwert macht weiterhin den katastrophalen Wirkungsgrad sämtlicher Verbrenner wett. Im Ergebnis haben wir dann halt eine ganz andere Energiekrise... ob Katzen die selbst mit sieben Leben überstehen? Weiß nicht.


    Shit, 0.3 Bitcoins, mein Beileid. Ich rechne jetzt mal nicht aus, wie viele Wochen Kreuzfahrt man damit hätte buchen können ;)

    Dann schon mal danke für den Input, ich muss mich wohl noch etwas kundig machen. Mir scheint, dass die energieaufwändige Lernprozedur einer KI und deren vergleichsweise energiearme Anwendung in Zukunft nicht ganz so getrennt sind wie bei ChatGPT, offenbar greift bereits Googles Bard AI in Echtzeit auf die hauseigene Suchmaschine zu. Aber man kann da wohl fast nichts prognostizieren.


    Ja, der verdammte Bitcoin. Zum Einen hab ichs einfach verpasst rechtzeitig welche zu kaufen. Zum Anderen kämpfe ich wegen des Chipmangels und diesem verfluchten Bitcoin ja seit Jahren mit meinem first-world-problem einer viel zu alten Graka im Rechner. Deshalb bin ich gar nicht gut auf den zu sprechen ... :schmoll

    Dank dir, Tom, für die Quellenangabe. Ich denke natürlich auch, dass man sich Streaming insbesondere zu Unterhaltungszwecken vom Verbrauch her nicht mehr lange wird leisten können, falls der Umbau der Energieerzeugung wirklich ernst genommen wird und die Kernfusion uns nicht alle rettet (danach sieht es vorerst übrigens leider nicht aus). ChatGPT ist ja "nur" eine Sprach-KI ohne wirklichen Faktencheck oder vorgeschaltetem Trainingsfilter, die braucht vielleicht nicht so viel. Aber bei einer sogenannten starken KI, die komplexere Aufgaben übernimmt, z.B. ein Auto fährt, eine Drohne durch eine Innenstadt um die Mittagszeit bei Regen lenkt, einen Anwalt ersetzt oder so, könnte ich mir den Energiehunger und - damit verbunden - die Kosten durchaus als begrenzenden Faktor vorstellen, abgesehen von Systemstabilität und Haltbarkeit. Eine Kreuzfahrt um die halbe Welt wird natürlich immer noch mehr Energie kosten, aber das hat sich dann ja gleich mit erledigt :)


    HD: Autor*innen sind extrem energieeffizient, ich denke, das Hirn verbraucht beim Schreiben wesentlich weniger Energie als die Tastatur beim Eintippen, müsste man aber mal ChatGPT dazu fragen. Bei Bitcoin stimme ich natürlich zu, das Thema lässt mich jedesmal einfach nur aussteigen ... :achsel

    Edit: Nachbesserung, ich habe übertrieben, laut startpage (also mehrere Quellen) braucht das Hirn durchschnittlich 20W, ne Tastatur schon bisschen weniger, ne Grafikkarte allerdings wesentlich mehr.


    Und zuletzt noch meine Quellen zwecks KI im Allgemeinen: Interessante Vorlesung, Lesch mit Hannah Bast, ein Podcast

    So, ich hab mich jetzt etwas kundig gemacht. ChatGPT, der hier im Threat wohl gemeint ist, ist ein KI-Chatbot, der darauf optimiert ist sich mit Menschen möglichst auf menschliche Art zu unterhalten. Basis ist der sogenannte "Stochastische Papagei", der auf eine beliebige Eingabe einfach das erste wahrscheinlichste Wort errechnet, dann wieder auf dieses Wort das nächste wahrscheinlichste Wort, und so weiter, bis am Ende die wahrscheinlichste Ausgabe zusammen gebastelt ist. Das Modell ist nicht jung, aber jetzt funktioniert es zum Erstaunen vieler, was, wie ich mitbekommen habe, mit der heutigen schieren Masse an Min-Max-Parametern zu tun haben muss. Ich finde es interessant und bedrohlich zugleich.

    Immer noch denke ich aber, dass die Energiefrage da wirklich eine Rolle spielen wird. Bei den zugrundeliegenden Vektoren- und Matrizenrechnungen werden gern Grafikkarten verwendet, weil die über entsprechende Chips verfügen, und GraKas brauchen richtig Saft. Will man mit KI menschliche Hirnarbeit ersetzen, was man wohl "starke KI" nennt (ChatGPT, dieses GO-Ding oder Schachcomputer nennt man schwache KI), müsste die KI auf lange Sicht ähnlich energieeffizient sein, was mir auf Basis von Binärcode und Halbleitern prinzipiell nicht möglich scheint, ohne mich da jetzt furchtbar super auszukennen.

    Aber interessantes Thema, danke für den Thread, hab mich erst durch den Impuls damit bisschen befasst. :)

    Ich habe mich noch nicht soooo intensiv mit KI befasst, würde daher mal einfach ganz prinzipiell in die Runde fragen: Erledigt sich das Ding nicht von selbst, sobald die Energiekrise richtig heftig wird? Wie so ne KI auch immer auf der Maschinenebene (Assembler) funktioniert, ich könnte mir vorstellen, dass sie bei annähernd gleicher "Leistung" exorbitant mehr Energie frisst als das menschliche Hirn, allein schon, weil sie (noch) auf dem Binärcode basiert. Dazu sei gesagt, dass das Hirn derart energieeffizient ist, dass es sich einst unser aller Vorfahre trotz des recht schwankenden Kalorienangebots in der Wildnis erlauben konnte, also die Kalorien für's Hirn quasi über hatte, sonst gäb es uns ja nicht. Oder mache ich irgendwo einen Denkfehler?

    Aber Vichara, die Adler konnten die Hobbits ja erst abholen (sprich: den Luftraum von Mordor widerstandslos durchqueren), als Sauron und sein Ring abgeschmiert sind, vorher waren sämtliche Flugabwehrgeschütze mit Orks/Magiern/Hexern/BösePudel/sonstiges besetzt. :)


    Gelesen habe ich den Herrn der Ringe aber auch nicht, schon die Betrachtungen "über Hobbits" am Anfang war mir viel zu ... gähnig.

    Der Name der Rose habe ich in wenigen Tagen (und Nächten) durchgelesen, obwohl ich den Film schon kannte. Fand ich tierisch spannend und wirklich gut geschrieben, hat einen so richtig reingezogen in diese, sagen wir, mittelalterliche elitäre Klosterdenke von wegen Nabel der Welt und Hüter des Wissens und Verteufler des bösen Wissens und so. Das ist ein Buch, das würde ich glatt nochmal lesen. Aber noch ein bisschen geiler ist der Friedhof in Prag von Eco, finde ich.


    Aber zu meinem pile of shame (Auszug):

    Doktor Faustus - ich habe noch nie einen eitleren, selbstgefälligeren Schriftsteller gelesen, bah, war das ranzig, würg. Aber wegen des großen Namens Thomas Mann und seiner großen politischen Rolle während der Nazizeit habe ich mich bis Seite 200 rum durchgewurschtelt, dann aber aufgegeben.

    Die Deutschstunde - Siggi Lenz, cool eingeleitet, witzig geschrieben, irgendwie auch kompromisslos, aber der Roman lässt dann richtig stark nach, verliert jeden Schub und verhungert am Ende, verliert sich in Wiederholungen und schleppt sich zeimlich statisch dahin, Abbruch nach etwa der Hälfte.

    Fantasy-Literatur i.A. - damit hat ja alles bei mir angefangen, mit dem D&D-Zocken und billige Fantasy lesen, und ich hab jetzt, auf meine etwas älteren Tage, so die Schnauze davon voll, dass ich sogar das Lied von Eis und Feuer beiseite gelegt habe, als es wieder mit wilden Barbaren losging und dem ganzen Quatsch. Game of Thrones habe ich übrigens gerne geschaut, aber als Buch funktioniert Fantasy für mich nicht mehr.


    Interessantes Thema übrigens. Ich dachte, ich wäre allein mit meinen Abbrüchen :verleg3