Beiträge von Caro;Papier

    Moby Dick habe ich drei Mal angefangen und wieder aufgehört^^ Das Buch will mich einfach nicht als Leserin haben.


    Aber zur Frage: Ich habe mein erstes Projekt fertig und arbeite gerade (mehr oder weniger erfolgreich) mit viel Unterstützung an meinem Exposé. Eigentlich wollte ich Ende diesen Jahres schon meine Sachen an Agenturen rausschicken, aber es wird wohl doch bis Januar/Februar dauern. Was das kommende Jahr also ansteht, ist, viele Absagen einzusammeln :freutanz*juhuu

    Ansonsten fange ich wohl mit der Fortsetzung an, um mich weiterzubilden und aus den Fehlern des ersten Teils zu lernen. Einerseits, weil ich die Geschichte abschließen und neu beginnen will, andererseits, weil es doch zwei-drei Leute gibt, die gerne eine Fortsetzung lesen würden. Es kommt also neben viel Enttäuschung auch viel Arbeit auf mich zu. Oh, und mich vielleicht ein bisschen in buchbezogenes Social Media einarbeiten.

    Vielleicht kann ich auch genug Geld zusammenkratzen, um nochmal auf ein Seminar zu gehen. Das hat mir dieses Jahr sehr geholfen.

    :saint:

    Ich denke, niemand, der selbst nicht diese Wurzeln hat, würde sich anmaßen oder zutrauen, ein Buch über etwa das Erleben des Antisemitismus' aus persönlicher Sicht eines jüdischen Menschen zu erzählen, weder fiktional, noch als fiktive Biografie.

    Die Frage ist, wo ziehst du dann die Grenze? Ich stimme dir ja zu, aber wenn ich mir nicht anmaße, ohne entsprechende Wurzeln über Antisemitismus zu schreiben, darf ich mir dann anmaßen, ohne afrikanische, amerikanische oder asiatische Wurzeln über Rassismus zu schreiben? Letztendlich muss jeder für sich entscheiden, was er sich zutraut. Ich kann mich in Viele/-s hineinversetzen, aber nicht in jemanden, dem jeder Zehnte wünscht, er wäre mit seinem Gummiboot ersoffen. Ich habe einen syrischen Freund, der mir erzählt hat, dass noch ein Bombensplitter in seinem Bein steckt. Ich kann noch so viel recherchieren und werde das trotzdem niemals nachvollziehen können.

    Und meine Beispiele waren auch nicht in Stein gemeißelt, das diente mehr der Veranschaulichung, damit etwas klarer wird, was ich meine und warum. Hoffentlich ist das jetzt etwas verständlicher.

    Nicht zu fassen, dass Leute, die irgendwas mit dem Schreiben zu tun haben wollen, so argumentieren.

    1. Danke für deinen professionellen Umgang mit meiner Ansicht. Du hättest auch schreiben können "Ich sehe das nicht so, weil ...", dann hätte ich vielleicht gesagt "Ah, stimmt, das habe ich so gar nicht bedacht. Da hast du Recht."

    2. Bezog sich mein Kommentar nicht auf Fiktion, sondern auf Menschen, die - wie in dem Shitstorm - für andere über ihre Diskriminierung sprechen. Das mag gut recherchiert und geschrieben sein, aber in diesem speziellen Fall, finde ich das eben schwierig. Und ich persönlich finde das unglaubwürdig. Dazu wollte ich ein Beispiel geben. Mir ging es nicht darum, dass man unter keinen Umständen über etwas schreiben kann, dass man nicht selbst erlebt hat, schließlich machen wir das ständig. Vielleicht kam das falsch rüber.

    Worauf man sich sicher einigen kann, ist, dass rassistische/sexistische Klischees etc. nicht in Kinderbücher gehören - zumindest nicht im Jahre 2022. Aber darauf müssen besonders Betroffene aufmerksam machen. Also erstens nicht unbetroffene Moralprediger und zweitens hilft da ein Shitstorm auch nicht weiter.

    Ich habe kein Problem mit Karl May, Disneys Pocahontas oder von mir aus Jim Knopf, wenn man es in einen historischen Kontext setzt. Ich finde es sogar wichtig, das Kindern zu zeigen und zu erklären, wie (schlecht) man früher mit anderen Menschen und Kulturen umgegangen ist.

    Abgesehen davon habe ich es aber auch schon immer für fraglich gehalten, dass Nicht-Betroffene über solche Themen schreiben und meinen, sie hätten eine Ahnung davon. Ich schreibe als heterosexuelle Frau kein Buch über homosexuelle oder transsexuelle Männer. Ich schreibe als Weiße nicht über die Interessen, Probleme und das Trauma indigener Kulturen. Egal, ob in Kinderbüchern oder nicht. Ich kann doch nicht über ein gesellschaftliches Thema schreiben, von dem ich nicht betroffen bin, oder? Vielleicht als Sozialwissenschaftler in einer datenbasierten Abhandlung, aber doch nicht in einem emotionsgeladenen Roman. Ich habe aber zugegeben den Shitstorm nicht mitbekommen und weiß nicht, ob das hier der Fall war.

    Shitstorms sind davon abgesehen meistens nicht mehr als eine Blase heißer Luft. JK Rolling wurde auch massiv kritisiert. Und? Ist Harry Potter in der Versenkung verschwunden? Nein. Kein HP-Fan hat deswegen seine Merchandise-Sammlung verbrannt. Die Leute, die sich da aufregen, hätten das Buch so oder so nicht gekauft.

    (ah sorry, hab deinen vorletzten Satz erst jetzt registriert ?()


    Aber du hast natürlich recht, es gibt eben Unterhaltung und naja, Kunst dann, oder? Jetzt kann man drüber streiten, in welche Kategorie "Es" fällt.

    Ich würde behaupten, beides ist Kunst. Beides kann auch unterhaltend sein und keins ist weniger Wert. Nur legen die Autorinnen da eben einen anderen Schwerpunkt. Das ist wie Prosa und Lyrik, finde ich. Beides ist Kunst, beides hat seinen Wert, aber es ist eben nicht direkt zu vergleichen.

    Ich gebe mal meinen Senf dazu und würde sagen, es kommt vielleicht darauf an, was man mit seinem "Kunstwerk" erreichen möchte. Die meisten Werke haben irgendeine Art Metapher/Prämisse, aber die steht nicht immer im Vordergrund. Ich würde zwischen Werken unterscheiden, die zum Ziel haben, diese Metapher, eine Weltanschauung, eine Philosophie etc. zu vermitteln, und denen, die "Unterhaltung" liefern. Ich würde Werke wie "der Prozess" oder "Farm der Tiere", die auf ihre Metapher fixiert sind, nicht mit "Romeo und Julia" oder "Es" vergleichen. Da liegt der Fokus meiner Meinung nach einfach woanders. Aber ich würde dabei Unterhaltungsliteratur nicht geringer schätzen. Und ja, ich weiß, dass auch hinter "Romeo und Julia" und "Es" eine Bedeutung steckt. Aber diese Werke werden nicht unbedingt dafür geschätzt, sondern für ihre Tragik und Spannung.

    Also ich benutzte das auch gerne, weil es das für mich einfach am treffendsten beschreibt. Wenn ich an etwas Unangenehmes, Gruseliges, Bedrohliches denke, dann durchfährt mich so ein Gefühl, dass sich über die Schultern legt. Manchmal schüttelt es mich auch. Es krabbelt den Rücken hoch, die Schultern und dann über die Arme. Wie wenn Katzen die Ohren anlegen und sich ihr Fell im Nacken sträubt. Aber da ich im Nacken kein Fell habe, kann ich das Bild wenn dann nur im übertragenen Sinne benutzen. Jetzt, wo ich das schreibe, gefällt mir das ganz gut 8)

    Okay, also kann man "schauder", aber nicht "schauern". Wenn mich etwas ergreift, kann es sowohl ein Schauer, als auch ein Schauder sein. Wenn er mir aber über den Rücken überläuft, dann ist es ein Schauer. Kleine Wissenschaft für sich^^ danke!

    Also wenn es einem kalt den Rücken runter läuft, ist das ein Schauder? Aber das bewegt sich ja :/ Es soll nämlich um ein Angstgefühl gehen, um eine Art schlechte Vorahnung. Und ich will nicht immer "Gänsehaut" schreiben.

    Vermutlich ist das eine ziemlich blöde Frage und die Antwort ist absolut offensichtlich.


    Heißt es "mir läuft ein Schauer über den Rücken" oder ist es ein "Schauder"? Ich tendiere ja zu Letzterem, weil "Schauer" für mich was mit Regen zutun hat. Außerdem heißt es ja "schaudern" und "schauderhaft" und nicht "schauerhaft". Allerdings habe ich den Schauer jetzt schon so oft irgendwo gelesen, dass ich verunsichert bin. Google hatte auch keine zufriedenstellende Antwort darauf. Irgendwo hieß es, dass käme auf das Gefühl an. Ein "Schauer" könne einen auch im Positiven überlaufen, z.B. beim Musikhören o.Ä. und ein "Schauder" sei ausschließlich auf etwas Unheimliches beschränkt. Was meint ihr dazu?


    Liebe Grüße gehen raus:saint:

    Danke für deine Einschätzung! Als Juror hat man auf die ganze Sache sicher noch mal einen anderen Blick.

    Blöder hingegen :bonkfinde ich die Wettbewerbe, bei denen man ausgeschlossen wird, wenn man nicht Baden-Württemberg wohnt, nicht älter als 27 Jahre ist, etc., weil manches Thema wirklich motivierend ist und ich kann ja nicht immer meinen Sohn vorschicken :/:schmoll:D.

    Eigentlich gebe ich dir Recht. Aber was ich am YSA anziehend finde, ist gerade die Altersgrenze. Da spricht sicher die Unsicherheit aus mir, aber ich habe den Eindruck, dass viele junge Leute bei einem Wettbewerb, bei dem erfahrene Autorinnen und Autoren mitmachen, weniger Chancen haben. Nicht, weil die Jury voreingenommen ist. Jemand, der seit wenigen Jahren schreibt, ist in den meisten Fällen nicht so "stilsicher" wie jemand, der 30 Jahre Schreiberfahrung hat. Außerdem glaube ich, dass eine Jury bei einem offenem Wettbewerb inhaltlich etwas anders erwartet, als bei einem so eingeschränkten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand in meinem Alter eine gewitzte Analogie über das Leben schreibt. Vor so einem Wettbewerb würde ich automatisch zurückschrecken, weil ich mir überlege, was für einen krassen Text ich abliefern müsste, um da zu gewinnen. Keine Chance. Bei dem YSA sehe ich mich wenigstens eher unter Teilnehmerinnen auf einem ähnlichen Niveau.

    Danke für die ausführliche Erklärung :chapeau Ich denke, vieles davon wird natürlich noch deutlicher, wenn man dann in der Position ist, dass man sich damit befassen muss. Also falls mal jemand aus meinem Zeug einen Hollywood-Blockbuster machen will, komm ich drauf zurück 8o