Beiträge von Silke

    Absolut legitime Frage!


    Laut Duden:


    "Schauder"


    1. heftige Empfindung von Kälte; Frösteln, das jemanden plötzlich befällt (und besonders im Bereich des Rückens empfunden wird)

    2. plötzliches [wegen seiner überwältigenden Heftigkeit] gleichsam körperlich empfundenes Gefühl (2) (besonders der Angst, der Beklommenheit, des Entsetzens o. Ä.)

    • ein Schauder ergreift jemanden
    • ein [heftigen] Schauder erregender Anblick

    Aber hier dann wiederum "Schauer":

    • ein Schauer durchrieselte, überlief sie
    • er fühlte einen eisigen Schauer über den Rücken laufen
    • ein Schauer ergreift, befällt jemanden

    Zu letzterem schreibt der Duden: Eigentlich ein meteorologisches Phänomen, aber hier "wohl unter Einfluss des nicht verwandten Schauder" entstanden.


    Ich denke, da ist bestimmt das Passende dabei für das, was du ausdrücken möchtest.


    Ansonsten empfehle ich auch bei Redewendungen die Verwendung von Anführungszeichen bei der Google-Suche, um zu schauen, ob das schon mal jemand so verwendet hat, dem ich eine gewisse Autorität zuspreche.

    https://www.google.de/search?q…AoAEBoAEC&sclient=gws-wiz

    Ich verstehe sowieso nicht so recht, warum Verlage diese Ausschreibung machen. Ich dachte, die werden überhäuft mit unverlangt eingesandten Manuskripten? Und wenn man dann gewinnt, wird man zum Auftragsschreiber für den Verlag und erfüllt weiterhin so haarklein deren Vorgaben? Oder ist danach die Zusammenarbeit wieder vorbei?

    Katla


    Vielen Dank für deinen überaus interessanten Einwurf. Ich schreibe lediglich Genreliteratur, mache mir da in der Hinsicht also weniger Gedanken, wie künstlerisch es ankommt. Es soll einfach nur unterhalten.


    Da ich nach gravierenden Zeit- und Ortssprüngen oft eine neue Orientierung voran stelle (im Sinne von Berlin, Juni 2022), breche ich wohl ganz offensichtlich nach deiner Einteilung die Perspektive und begehe - streng genommen - einen Formfehler? Ich glaube allerdings nicht, dass ich den Leser gängle.


    Ich bleibe dabei, mein Bauchgefühl sagt Ja, aber ich werde mich auch noch mal mit der Lektorin beraten. Meine anderen Geschichten schreien mir nicht so zu, dass sie sich Kapitelüberschriften wünschen. In diesem Fall scheint es mir passend.

    Danke für eure Meinungen, Erfahrungen und Einschätzungen.


    Ich selbst tendiere auch oft dazu, Kapitelüberschriften zu überlesen, nicht mal aus Absicht, sondern einfach, weil ich mich gleich auf den Text stürze.


    In diesem Fall sind es sehr kurze Überschriften (Bestimmter Artikel + Substantiv), die den Inhalt, denke ich, nicht unnötig spoilern und damit die Freude am Text nehmen.


    Natürlich habe ich mir auch was dabei gedacht - die Überschriften sind Stimmungsmacher, Lokalkolorit, Metapher, Thema usw. Wer sie überliest, wird nichts vermissen. Wer sie mitliest, wird nicht mehr gelenkt als durch alles andere, was der Text manipulativ tut, schließlich formuliere ich jedes Wort mit Intention. Wer das Buch irgendwann ein zweites Mal liest, wird vielleicht eher dahinter kommen, was sie bedeuten.


    Vielleicht denke ich aber auch zu komplex. Momentan würde ich sie behalten wollen, aber es gibt so viele kritische Stimmen, dass ich nun zweifle, ob mich mein Bauchgefühlt betrügt. Vor allem bin ich überrascht, wie viele Leser offenbar Kapitelüberschriften richtiggehend hassen (das tritt jetzt hier nicht so zutage, aber an anderen Stellen, wo ich gefragt habe, schon).

    Was der Titel sagt und aus aktuellem Anlass - Stört ihr euch an ihnen, überlest ihr sie einfach, regen sie euch zum Nachdenken an? Oder ist das abhängig von Genre, Text, Inhalt?


    Würde gern mal eure Meinungen und Erfahrungen als AutorInnen / LeserInnen dazu hören, weil ich da gerade vor einer Entscheidungsfrage stehe.


    Danke!

    Danke für eure lieben Worte! Ich finde das Cover auch sehr schön. Vor allem ist es keine Rückansicht einer Dame im historischen Kostüm, aber das hätte meine Raubrittergeschichte auch kaum hergegeben. :roll

    Mein Debüt erscheint zwar erst im September, aber ich freu mir so einen Keks, dass ich es jetzt schon vorstellen möchte.


    ASIN/ISBN: 3839202523


    Brandenburg um 1400:

    »Was weißt du denn von der Welt, Bauer? Was gerecht ist und was nicht, das bestimme immer noch ich!«


    Als Carls Dorf von Dietrich von Quitzow überfallen wird, gerät sein Leben aus den Fugen: Der Raubritter schändet Carls Jugendliebe und er selbst wird als Geisel verschleppt. Für Carl beginnt ein neues Leben als Waffenknecht auf Burg Kletzke, doch in ihm wächst ein unstillbarer Wunsch nach Rache. Als sich mit Friedrich von Hohenzollern ein neuer Landesherr ankündigt, sieht Carl die Chance gekommen, sich für all das Leid zu revanchieren …


    Eine mitreißende Geschichte von Hass, Liebe und dem alles verzehrenden Wunsch nach Rache in den wirren Zeiten brandenburgischer Anarchie.


    Ab 14. September 2022 im Handel. Weitere Infos auf http://silkeelzner.de

    Ich habe innerhalb meines Netzwerks (Facebook, Instagram) herumgefragt. Da tummeln sich jede Menge andere angehende AutorInnen herum. Und mein Mann und mein Bruder sind exzellente Testleser, weil schonungslos ehrlich.

    Hallo Lea,


    ich kann den Frust aus deinen Zeilen herauslesen, und ich kann dir ebenfalls versichern, du bist nicht allein.


    In meinem Fall war es so, dass mein erstes Manuskript gleich bei der ersten Agentur auf Begeisterung stieß - nun ja, die Leseprobe. Dann wurde das GM angefordert, und da bin ich dann mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Das tat sehr, sehr weh, weil es mein Ideal-Szenario gewesen wäre, genau hier unter Vertrag genommen zu werden. Ich habe dann nach Feedback gefragt und erstaunlicherweise auch bekommen.


    Jetzt wusste ich wenigstens, woran ich war. Zu dem Zeitpunkt spielte ich gerade mit dem Gedanken, ein drittes Manuskript zu schreiben. Ich habe mir das Feedback hinter die Löffel geschrieben und darauf geachtet, dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen - unter anderem "Klischee" und "flache Charaktere"- autsch!


    Während dieses dritte Manuskript wieder die Runde machte bei den Agenturen und eine Absage nach der nächsten kassierte, bin ich zurück zu Stoff Nr.1 gegangen und habe ihn von vorn bis hinten neu geschrieben. Dann Stoff Nr. 2. Warum? Weil ich soooo viel gelernt hatte seitdem. Weil ich eine so viel bessere Geschichte erzählen konnte. Weil der Stoff eine bessere Erzählung verdient hatte. Im Endeffekt bin ich also erleichtert und froh, dass die Agentur das Manuskript abgelehnt hatte, denn es war unreif.


    Zurück zu Manuskript Nr. 3 - alle Agenturen lehnten es der Reihe nach ab, ein oder zwei machten sich wenigstens die Mühe, es einmal ganz zu lesen. Also begann ich bei den Verlagen. Einer meldete sich nach zehn Tagen mit einem Vertrag - voila.


    Was ich da gelernt habe, war, dass es oft das richtige Programm braucht, oder einen freien Programmplatz oder so - die Wahl des Verlags ist enorm wichtig. Das Manuskript kann noch so gut sein, es braucht auch einen Platz in der Welt.


    Was ich auch gelernt habe, ist, dass so etwas nicht über Nacht passiert. DSDS und GNTM - das sind die Erwartungen, die heute viele haben. Von Obskurität zum Star. Leider ist es aber so: Niemand wartet auf einen und es gibt unglaublich viele Mitbewerber. Ich habe lange dafür arbeiten müssen, dass jemand meinen literarischen Erguss überhaupt zur Kenntnis nimmt, und ich habe mir das Stück für Stück über Jahre aufgebaut. Ja, die beim Verlag haben das Manuskript quasi ungesehen nach zehn Tagen genommen, aber ich hatte auch eine bescheidene Bibliographie vorzuweisen (aber eben keinen Roman), was sicherlich geholfen hat bei der Einschätzung meiner Glaubwürdigkeit.


    Ich schließe mich den VorrednerInnen auf jeden Fall an, dass es Feedback braucht, damit man sich als AutorIn entwickeln kann. Ohne Feedback wäre ich noch immer bei Tag Null.


    Und: Nicht aufhören zu schreiben. Wenn es Manuskript 1 oder 2 nicht werden, dann vielleicht Manuskript 3.

    Ehrlich gesagt, ist es, glaub ich, recht schnuppe, wie und was in diesem Bericht gesagt wird. Die wollen nur schauen, dass man noch lebt und dass man an dem Projekt gearbeitet hat. Da wird nicht bewertet, ob es künstlerisch genug war oder so. Ich habe mir auch erst in die Hose geschissen, denn was will man schon großartig schreiben? Aber letztlich wurde alles durchgewinkt, no questions asked.

    Zum Glück wird es keine Rückenansicht einer Dame im historischen Kostüm aus falscher Epoche vor einer Stadtansicht, die erst 300 Jahre so hätte sein können.


    Nee, aber im Ernst. Ist ganz hübsch.


    Und deins sowieso.