Beiträge von Silke

    Sehr gut zusammengefasst. Meine Einschätzung deckt sich. Ich habe das Vorbild nicht gelesen, fand den Transport in die heutige Zeit aber gut umgesetzt, vor allem, wie Oxy durch die (unteren Schichten der) Gesellschaft fetzt und alles zerstört. Allerdings ist diese Geschichte mit Dori am Ende irgendwie seltsam und schwer verdaulich. War auch ein bisschen froh, als alles vorbei war.

    Deshalb sage ich ja auch ein "bisschen". Gewandert wurde damals nicht zum Spaß oder des Naturerlebnisses wegen, sondern, um von einem Ort zum anderen zu kommen. In der Einsamkeit des Outbacks nicht selten allein und nicht in der Gruppe. Und wahrscheinlich wollte man auch seine Kräfte sparen.

    Spannende Frage! Ich glaube, dass das ganz eng verknüpft mit den geographischen, klimatischen und gesellschaftlichen Bedingungen in Deutschland zu jener Zeit, als die Wanderbewegung aufkam.


    Aus Australien fällt mir nur ein Lied ein, das ein "bisschen" sich dafür qualifizieren würde. "Waltzing Matilda" ist das wohl bekannteste Volkslied dort und wird gern wie eine inoffizielle Hymne auch im Stadion gesungen. Es handelt von einem Wanderarbeiter, der ein Schaf stiehlt und sich dann das Leben nimmt, statt sich verhaften zu lassen. So gesehen hatten die Australier also zu jener Zeit ganz andere Sorgen als die Deutschen, und das spiegelt sich auch in der musikalischen Kultur wider.

    Markus,


    ein herzliches Willkommen auch von mir!


    Ich denke, ich kann ganz gut nachvollziehen, wie du dich fühlst. Da ist dieser riesige Berg ... und doch muss man einen Schritt nach dem anderen machen.


    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: Schreiben, schreiben, schreiben. Denn nur, wenn du auch etwas zu Papier bringst, kommst du deinem Ziel näher. Nicht heute, nicht morgen, wahrscheinlich auch nicht mehr dieses Jahr. Schreiben ist ein langwieriger Prozess. Ich habe gelernt, dass man am besten Schreiben lernt, indem man tatsächlich schreibt und nicht nur davon träumt. Vielleicht fehlt dir noch eine Art Kapitelplan, also ein Dreiakter, ein Fünfakter, was auch immer deine Präferenz ist. Ich kann dazu "How to save the Cat" empfehlen. Das ist das Richtwerk, nach dem ich arbeite. So kann man die Höhe-, Kipp-, Wend- und Angelpunkte genau takten und timen.


    Dann schon während des Schreibens die entsprechende Kritik einholen von Lesern, zum Beispiel hier - das sind hier alles nämlich "professionelle" Leser mit fundierter Kritik. Meine Schwiegermutter zum Beispiel ist keine professionelle Leserin, obwohl sie gerne liest. Aber ihr Feedback ist nicht hilfreich (meist ein einsilbiges "gut"). Die Kritik abwägen und annehmen, und dann zurück zum Text und weiter daran arbeiten. Das alles dauert und dauert, aber es lohnt sich.


    Vielleicht hilft dir auch der Gedanke, dass nichts von dem, was du zunächst zu Papier bringen wirst, in Stein gemeißelt sein wird. Es ist nur dein erster Entwurf. Du schreibst das für dich, um Ordnung ins Chaos zu bringen. Die Überarbeitung des Textes hinterher, das ist es, was wirklich das Schreiben ausmacht. Also raus mit dem Perfektionismus und rein mit der Kreativität und dem Ausprobieren.


    Und die Szenen, die dir schon wirr im Kopf rumschwirren: Aufschreiben! Mach dir weiter Stichpunkte! Sammle deine Ideen, bring sie in eine logische Ordnung. Schreibe Steckbriefe für deine Figuren. Vielleicht schreibst du auch erst einmal einen Szenenplan, eine Art Fahrplan, um deine Ideen und Gedanken unter Kontrolle zu bringen. Teile dir den Berg auf in Etappen, dann wirkt er gleich gar nicht mehr so hoch.


    Zur Recherche: Ich persönliche schwöre ja auf Bücher. Da findet man allerhand an Informationen (keine besonders überraschende Aussage eigentlich, aber ich bin immer wieder verwundert, wie wenig Autoren zu Büchern greifen, um sich Themen anzulesen). Ansonsten das gute alte Internet, YouTube, Podcasts, Museen, Expertengespräche. Mein Schreibprozess beginnt IMMER mit monatelangen Recherchen. Erst wenn ich bei diesen Hintergrundinfos einigermaßen firm bin, entwickle ich die Geschichte dazu mit meinen fiktiven Handlungsträgern. Aber das hält jeder anders, so ist es eben bei mir. Deine Themen sind sehr speziell, aber ich denke, es finden sich bestimmt Experten, die sich mit dir austauschen würden. Wenn du Englisch sprichst, dann zum Beispiel auch über Reddit (z.B. fürs Militärische).


    Viel Erfolg und Spaß!


    Silke

    Ich bin ein ziemlicher Fan von Jodi Picoult und habe fast alles von ihr gelesen. Ich erinnere mich an besagtes Buch (allerdings schwach). Was meinst du mit "unterliegen einem Bann?" Im Sinne von: Sie wurden zensiert?

    Zum Recherchieren kann ich die KI noch lange nicht verwenden. Die erfindet absolut hanebüchene historische Ereignisse und widerspricht sich oftmals noch im selben Satz. Übrigens ist Bing ein wenig gescheitert, weil es dir die Quellen seiner Informationen mit an die Hand gibt. Aber im Grunde ist es nur ein Hilfsmittel, um die Inhalte diverse Webseiten auf eine gewisse Fragestellung hin zusammenzufassen. Was nicht im Internet ist, kann die KI auch nicht wissen. Und meine Fragen gehen oftmals weitaus tiefer als das, was ich sowieso selbst hätte ergoogelt können.

    Aber fürs Tippgeben, für Inspiration und ad-hoc-Übersetzungen ist sie durchaus nützlich.

    Das englische Hörbuch war super. Natürlich spielt das in Amerika, wo die Marktbedingungen anders sind, aber ich konnte dennoch vieles wieder erkennen.


    Danke nochmal für den Tipp.