Beiträge von Silke

    Nach allem was ich höre und lese ist es nahezu unmöglich geworden, als unbekannter Autor - ohne Agentur - an einen Verlag heranzukommen. Vermutlich war das vor 30 oder mehr Jahren anders, vielleicht ist es im Sachbuchbereich auch heute noch anders, mag sein.

    Andreas Eschbach hat kürzlich erwähnt, sein ehemaliger Verlagslektor hätte in seinen 13 Jahren Tätigkeit nur ein einziges unverlangt eingesandtes Manuskript angenommen.

    Ein einziges! In 13 Jahren! Von tausenden, die in diesem Zeitraum auf seinem Schreibtisch landeten.

    Ob dieser eine Autor auch lange und intensiv verhandelt hat?

    Nun, ich bin ja jetzt auch an einen Verlag gekommen, dabei habe ich unverlangt eingeschickt. Es ging sogar ratzfatz.

    Und ja, auch ich habe verhandelt. Allerdings nicht beim Geld. Ich habe meine Rechte verhandelt, und die Anteile bei eventuellen Rechteverkäufen. Das war mir wichtig. Ums Geld im Sinne von Tantiemen ging es mir jetzt erstmal weniger, davon leben kann man bisher sowieso nicht, und ich finde es als Debütantin viel, viel wichtiger, erstmal den Fuß in der Tür zu haben.

    Hat gut geklappt mit dem Verhandeln, auch ohne zwischengeschalteten Agenten.

    Hallo Alexander,


    Spannung erreichst du u.a. durch Verzögerungen und unerwartete Twists & Turns. Sprich: dem Protagonisten und damit dem Leser nicht sofort alles so geben, wie er es wünscht oder braucht.


    Nun willst du aber in deinem Fall, dass die Lösung schnell gefunden wird.


    Da hilft zum Beispiel der äußere Druck: z.B. die Zeit läuft aus (sowas passiert häufig in Fernsehshows a la CSI) oder die Charaktere sorgen sich, dass das Nichtfinden der Lösung eine große Katastrophe auslöst (es steht viel auf dem Spiel).


    Dazu natürlich kurze, präzise Sätze und (falls vorhanden) ein knackiger Dialog.


    Vielleicht hilft das ja beim Neuschreiben.


    LG!

    Ich habe mir vorgestern die erste Folge angehört und war angenehm überrascht. Die Mikros mögen nicht die besten sein, aber ehrlich gesagt, ich habe dabei das Bad geputzt und keine Kopfhörer getragen, deshalb ist es mir gar nicht aufgefallen.


    Inhaltlich fand ich das Thema gut angegangen und vor allem - es war vorbereitet. Wie oft habe ich jetzt schon Podcasts zum Schreiben gehört, die aus dem Stottern und Ähms nicht mehr herauskommen! Die beiden Sprecher haben sich gut ergänzt und waren bewandert. Das sah man auch an der Auswahl der Bücher (Klassiker und Zeitgenössisches). Besser als der Podcast, dessen Name mir bereits wieder entfallen ist, wo beide Herren null Ahnung von "Vom Winde verweht" hatten, obwohl das Thema "Liebesgeschichten" war.


    Positiv ist mir außerdem aufgefallen, dass sich die beiden das obligatorische 5-7 Einleitungs-Smalltalk-Geplänkel gespart haben und gleich rein in die Materie sind. Es gab keine Werbung und auch keine peinliche Füllermusik aus der Konserve.


    Fazit: Auch die zweite Folge (zum Thema Buchtitel) werde ich mir anhören.

    Ich bin bislang von allen Podcasts enttäuscht worden, aber ich werde mal reinhören. Da lobe ich mir das Lesen. Wenn es langweilig ist, lese ich quer oder überspringe Stellen. Bei Videos und Podcasts ist das nicht so einfach möglich. Und leider kranken alle Podcasts daran, dass sie mit mind. 5 Minuten sinnlosem Geplänkel beginnen, um dann völlig unvorbereitet und inkompetent Fachfragen zu besprechen und nicht in der Lage sind, einfach mal ein bisschen tiefer in die Materie einzudringen. Sowieso richten sich die meisten an Schreibanfänger und wiederholen sich inhaltlich mit immer den gleichen Fragen. Bin gespannt auf diesen hier, danke für den Tipp.

    Ich erinnere mich noch gut an "Sommerhaus, später", weil es sogar in meinem Kurzgeschichtenseminar für Amerikanistik besprochen wurde (!). Ich habe das Buch geliebt, einfach, weil es so Gefühle transportiert hat, die ich selbst niemals in Worte hätte fassen können (noch nicht einmal in einer Zusammenfassung). Ich erinnere mich gut an den heftigen Neid, den ich verspürt habe, denn ich bin ja eine Generation mit Frau Hermann.


    Das, was du, lieber Tom, hier zusammenfasst, klingt allerdings eher wie etwas, das man im Zufallsprinzip zusammengewürfelt hat. Im Internet gibt es ja diverse Generatoren, so seltsam verkorkst mutet es an. Ich frage mich, ob der frühe Ruhm, und Reich-Ranicki, vielleicht der Frau Hermann nichts Gutes getan haben. Ich war ja lange Zeit nicht in D, aber hat die Dame noch einmal in der Zeit einen solchen Wurf hingelegt? Ich glaube, der Druck muss unglaublich hoch gewesen sein. Schade eigentlich.

    Hier ein paar Dinge, die mir dazu einfallen


    1. Schreiben ist Kunst und unterwirft sich daher von Natur aus keinen Regeln, aber –

    2. Schreiben ist auch Handwerk und folgt bestimmten Regeln, auf die wir uns kulturell geeinigt haben und die nachweislich funktionieren

    3. Wer für den Leser schreibt, muss berücksichtigen, was der Leser will, ansonsten schreibt er für sich (was auch ok ist, aber dann darf man sich nicht wundern)

    4. In unserer digitalisierten Welt hat der Leser die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs, weshalb Regeln wie "Show don't tell" in Anlehnung an unsere modernen Sehgewohnheiten sinnvoll sind

    5. Der Leser ist mündig und in der Lage, aus dem Text seine eigenen Schlüsse zu ziehen; das macht Texte interaktiv

    6. Wer alle Regeln kennt, versteht und anzuwenden weiß, der darf sie auch brechen

    7. Wie überall im Leben ist das Extrem in die eine oder in die andere Richtung unsinnig; der Autor muss selbst herausfinden, was funktioniert

    8. Die wenigsten von uns sind Tolkien, King, Hemingway und co. Diese Autoren haben bereits einen Vertrauensvorschuss; man kauft ihre Bücher, weil sie von einem bekannten Namen stammen. Es ist daher unsinnig, sich an ihren Werken zu orientieren und die dort angewandten Techniken oder das Fehlen von Technik als Nonplusultra anzusehen

    Ich habe einen Verlag gefunden - yaeh, und eine Literaturagentin - Doppel-yeah!


    Und zwar in der Reihenfolge. Und während ich gerade noch selbst mit dem Verlag verhandle, baue ich mit der Agentin für die weitere Zukunft. Nun rät sie mir, unter meinem Echtnamen zu veröffentlichen, wobei ich bei dem Verlag gerade am Überlegen bin, meinen Mädchennamen zu verwenden.


    Ich habe dazu folgende Gründe:

    - Mein Mädchenname ist "unbefleckt", denn unter meinem jetzigen Namen existieren diverse Buchübersetzungen und eine Reisebuchveröffentlichung, auffindbar z.B. bei Amazon.de

    - mein Mädchenname ist ungewöhnlicher und dadurch auffälliger, zumindest sehe ich das so

    - unter meinem Echtnamen existieren zwei Reiseblogs, die bei einer Internetsuche wohl als Erstes auffindbar wären


    Um niemanden zu verwirren und beide "Identitäten" klar voneinander abzugrenzen, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Verwendung eines Pseudonyms von Nutzen wäre. Nun widerspricht mir meine Agentin, weil sie meint, so fange ich wieder bei Null an. Aber tue ich das nicht sowieso? Inwiefern sollen die oben genannten Veröffentlichungen mir bei meinen historischen Romanen helfen?


    Hätte gern mal eure Meinungen dazu gehört!

    Danke!

    Es ist ein bisschen so, als wolltest du einer Freundin den Inhalt deines Buches in 3-4 Sätzen erzählen. Dazu gehören, meiner Meinung nach, eine zeitlich-räumliche Orientierung, Protagonist und Antagonist, der Konflikt und dessen Auflösung. Dabei sollte man im Auge behalten, dass es das Interesse des Lesers wecken soll (der Klappentextaspekt). Ich schicke dir mal privat meine Lösung, die ich erfolgreich an einen Verlag bringen konnte.

    Für mich ist es das Wort „Stichwort“. Als ob der Journalist nicht mehr weiter wusste.


    „Stichwort: Corona-Hilfen“


    Ist das so wie „Hashtag“?

    Ich glaube, liebe Silke, eine solche Entscheidung hängt (in meinen Augen ausschließlich!) von der zu erzählenden Geschichte ab. Braucht diese Geschichte, die Du erzählen willst, mehrere Blickwinkel, mehrere Erlebnis-/Zeit-Ebenen? Ist es eine Bereicherung für die Leser, wenn Sie die Geschehnisse und Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven miterleben dürfen. Bei Kriminalromanen kann dies z.B. so sein und erhöht die Dramaturgie und die Spannung.

    Handelt es sich bei der Geschichte eher um eine Entwicklung, einen Plot, eine Spannung rund um eine Figur, dann wirst Du möglicherweise auf jeden weiteren Er-Erzähler verzichten können.

    Ebenso kommt es darauf an, wieweit Du die Leser miteinbeziehen möchtest. Sollen sie immer nur das wissen, was Dein personanaler Erzähler auch gerade weiß? Oder möchtest Du, dass die Leser mehr wissen, als die Figur, aus deren Perspektive gerade erzählt wird? Um z.B. eine Bedrohung/ein Konflikt der Figur bereits vor dieser zu wissen, was - gut gemacht - ebenfalls die Spannung erhöhen kann.

    Es gibt eine Reihe von Geschichten, bei denen zunächst scheinbar unabhängige Figuren sich auf sich zubewegen. Ihre Wege kreuzen sich. Und möglicherweise möchtest Du, dass in diesem Moment der Begegnung die Leser bereits die Figuren mit ihren Charakteren und ihren gewohnten Verhaltensweise kennen, um vielleicht nur so das aktuelle Geschehen im Plot ausreichend beurteilen zu können. Wenn ich z.B. einen Choleriker als Figur habe und dieser trifft auf eine Person, die ihn reizt, er hält sich aber zunächst - aus welchen Gründen auch immer - zurück. Dann ist das für die Leser nicht allzu interessant, da sie die Zurückhaltung und die drohende Eskalation nicht kennen können.

    Solche Beispiele kann man endlos weiter spinnen. Es kommt einfach darauf an, was genau Du erzählen möchtest. Die reine Angabe eines Genre ist nicht ausreichend, um hier einen Tipp geben zu können.

    Danke für deinen äußerst hilfreichen Kommentar, liebe Cordula! Ja, genau das war es, worauf ich mit der Frage abzielen wollte: Zweck und Nutzen für diesen oder jenen Ansatz.


    In meiner Geschichte soll es um ein Ereignis gehen, das sich fünf Jahre vor Eintreffen meiner Protagonistin ereignet hat. Sie wird im Laufe der Zeit immer wieder neue Geschichten, Lügen und Hinweise von verschiedenen Personen zu dem Ereignis erhalten. Deshalb dachte ich, es wäre wenig sinnvoll, in die Köpfe der anderen Figuren hineinzuschauen, denn ansonsten müsste ich ja vielleicht als Autorin sie offenbaren lassen, wann sie lügen, wichtige Dinge verschweigen oder die Wahrheit erzählen. Wenn ich die Perspektive bei der Protagonistin lasse, bleibt der Leser zu jedem Zeitpunkt so schlau wie sie. Irgendwie erscheint mir das aber zu schlicht gestrickt, deshalb meine Verwirrung und meine Zweifel. Deshalb auch meine Frage, ob es zu "faul" von meiner Seite aus ist, so vorzugehen. Ich will halt was Cleveres zu Papier bringen .... ?!?


    Aber vielleicht mache ich mir zu vielen einen Kopf und sollte einfach loslegen.


    Ich schätze, was momentan auch ein wenig mitschwingt, ist Testleserfeedback, das ich erhalte habe für eine Geschichte, die ich gerade abschließe. Einige Leser kannten eine frühere, komplett andere Version, wo aus zwei Perspektiven erzählt wurde. Ich habe eine davon gestrichen und sowieso den gesamten Fokus verschoben - von einer Liebesgeschichte zu einer Entwicklungsgeschichte. Jetzt wird beklagt, dass ihnen die zweite Person fehlt und die Liebe zu kurz kommt. Ich bin ziemlich frustriert deswegen, denn Leser, die nur die Neufassung kennen, sind begeistert. Ich weiß, das ist jetzt schwer für jemand Außenstehenden zu kommentieren, aber ich wollte es nur noch kurz mit einwerfen, warum ich so verwirrende Gedanken im Forum teile und warum ich sichergehen will, dass ich gerade beim prinzipiellen Aufbau nicht gleich zu Beginn einen Fehler mache.

    Eines vorneweg: Ich LIEBE Stephen Kings "Es". Sowohl den Roman, als auch die zwei (bzw. drei) Verfilmungen.


    Wäre das einer von Kings ersten Romanen gewesen, hätte das wahrscheinlich kein Verleger verlegt. Aber als "Es" Mitte der Achtziger rauskam, war King bereits der "King of Horror" und hätte unter seinem Namen auch ein Telefonbuch veröffentlichen können. Solche Freiheiten würde ich heute nicht mehr bei jedem Verlag erwarten (außer man ist tatsächlich bereits Bestseller-Autor).


    Kings umfasst in der ungekürzten deutschen Fassung 1.200 Seiten. So was kommt nicht ungefähr. Es ist die Geschichte einer Kleinstadt und sämtliche sieben Mitglieder des "Clubs der Verlierer" sind Protagonisten. Dazu gibt es noch zig Nebenfiguren, aus deren Sicht ebenfalls geschildert wird. Je mehr Charaktere du in einem solchen Buch hast, desto größer ist die Gefahr, dass es den Leser verwirrt. Bei Kings "Es" (oder seinem "Needful Things", wo es ebenfalls sehr viele agierende Figuren gibt) hat mich das nicht verwirrt. Aber bei Joanne K. Rowlings Ein plötzlicher Todesfall war es irgendwann anstrengend. Liegt vielleicht auch daran, dass ich diesen Roman nicht ganz so gelungen finde.

    Ich wollte das eigentlich auch nur total wertfrei anführen, weil ich gerade dabei bin, die Geschichte nach 30 Jahren noch einmal zu lesen. Ich kann die Kritik jetzt auch gar nicht so nachvollziehen bisher. Ich finde, King zeichnet ganz wunderbare Charaktere mit der Methode, auch wenn er sich wirklich Zeit lässt. Ich glaube, heutzutage sind wir das allein schon wegen unseres Medienkonsums nicht mehr gewohnt. Ich befürchte allerdings, dass mich - wie üblich bei King - das Ende enttäuschen wird, aber mal sehen.


    Danke für deinen Hinweis zu den Erzählperspektiven!