Ich mag Herrn Weimer zwar nicht, aber in diesem Fall hat er natürlich recht. Bücher kann man digital besser archivieren. Der gesamte Bestand hätte auf 2-3 großen Festplatten Platz. Diese könnte man kopieren und an verschiedenen Orten lagern, während ein Büchermagazin, ganz leicht einem Feuer oder Bombenangriff zum Opfer fallen kann. Außerdem ist es geradezu absurd, einen millionenteueren Bau für eine Lebenszeit von gerade mal dreißig Jahren zu planen. Die Unibibliothek in meiner Stadt wurde irgendwann Anfang der 70er neu gebaut und ist immer noch nicht voll.
Beiträge von Katze
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Ist das nicht prinzipiell das gleiche? Man verplichtet sich etwas abzuliefern, was zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses noch nicht existiert. Ideen und Konzepte sind billig. Davon habe ich ein ganzes Notizbuch. Aber ein fertiger Roman von mehreren hundert Seiten daraus zumachen, der etwas taugt, ist eine andere Hausnummer.
Vielleicht liegt es auch einfach daran, daß ich nicht routiniert genug bin, und daß es mir an der notwendigen Disziplin und Zielstrebigkeit gebricht. Es gibt Geschichten, die ich in vier Monaten fertigstellte, und andere, da dauerte es sechs Jahre. ^^"
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Am besten immer die Vorschau-Funktion von Amazon nutzen. Ist die nicht verfügbar, dann immer die Rezensionen lesen. Sowohl die guten als auch die schlechten. Mit der Zeit entwickelt man ein gewisses Gefühl, welche echt und welche gekaute Jubelperser sind. Das sollte einem einen gewissen Anhalt geben. (Meist ist es so, daß überlange Lobhudeleien fast immer gekauft sind. Kein Produkt ist so gut, daß sich jemand freiwillig und gratis die Zeit nimmt, eine A4-Seite oder mehr des Lobes zu verfassen. ^^" Bei kritischen Rezensionen ist es anders. Da will man sich eher den Ärger über das vergeudete Geld vom Leibe schreiben.)
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Ich finde es bewundernswert, daß manche Leute auf Bestellung Romane schreiben können. Ich könnte das nicht. Ich hätte zu viel Angst, nicht rechtzeitig fertig zu werden, und daß der Verleger merkt, daß ich ein Betüger bin, der gar nicht schreiben kann, und er seinen Vorschuß zurückverlangt... ^^"
Meine Arbeitsweise ist ziemlich ineffizient und intuitiv. Die Rohfassung schreibe ich von Hand mit dem Füller, ohne allzuviel nachzudenken. Danach übertage ich es in den PC und formuliere einiges um, und ergänze. Wenn alles fertig und ausgedruckt ist, gehe ich noch einmal darüber und schaue, was ich ggf. löschen sollte.
Wenn ich direkt am PC schreibe, neige ich dazu, zu viel Zeit mit Korrigieren zu vergeuden, was meinen Gedankenfluß hemmt. Irgendwie macht es einen großen Unterschied, ob ich einen Text geschrieben oder gedruckt vor mir sehe.
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Ich finde, daß ein Künstler nicht von seiner Kunst leben sollte, sondern im echten Leben einen Beruf ergreifen, der es ihm ermöglicht, seine Kunst aus der Perspektive eines teilnehmenden Individuums zu schreiben, und nicht aus einem von der Lebensrealität der Anderen abgeschotteten Elfenbeinturm. Wir leben nicht mehr in finsteren Zeiten, da ein Arbeiter sechs Tage die Woche zwölf Stunden und länger schuften mußte. Moderne Menschen haben so viel freie Zeit, daß sie locker eines oder zwei Bücher im Jahr schreiben können. Eine Stunde weniger Fernsehen am Tag = 1 Seite schreiben. 365 mal 1 Seite = 1 Roman.
Vielleicht sollten wir Kunst wieder als etwas betrachten, das kein Produkt ist, das man vermarkten und verkaufen muß, das Profit einbringt und Ruhm, sondern einfach das ist, was sie schon immer sein wollte: Ausdruck eines Persönlichkeit und Reflektion des Lebens.
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Das alles klingt für mich mehr nach einem Hobby, als nach professioneller Geschäftstätigkeit.
Was absolut legitim ist, wenn man es der Freude halber macht. Aber aus kommerzieller Sicht ergibt es vom Kosten/Nutzen-Verhältnis betrachtet, keinen Sinn.
Für mich persönlich kommen solche Auftritte ohnehin nicht in Betracht, da ich reisen nicht mag, schon gar nicht mit der DB ^^", und weil ich mich als mehr als Produzent, denn als Interpret betrachte. Ich produziere ein Produkt, das verkauft wird, und verkaufe mich nicht selbst.
Da ich allerdings nicht unter meinem Namen veröffentliche, könnte ich für solche Auftritte und Veranstaltungen ganz leicht auch einen Stellvertreter oder Doppelgänger engagieren. Jemanden, der gut ausschaut, eine sympathische Ausstrahlung und ein Talent als Entertainer besitzt. Die 500€ teilen wir uns dann.

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Ich fürchte, Du hast einfach überhaupt keine Ahnung.
Dann erkläre mir mit deiner großen Ahnung doch bitte, wieso ein Autor, der nicht zu den Prominenten gehört, die ganze Theatersäle füllen, quer durch das Land tingeln sollte, um in irgend einer Buchhandlung oder ähnlichen Lokalität vor 1-2 Dutzend Leuten aufzutreten.
Das kann er zu Hause auch haben, nur bequemer und billiger. Und vermutlich kommen da sogar mehr Leute, weil er in der Heimat bestimmt mehr Fans hat, als am anderen ende der Republik. -
magico Es muß nicht unbedingt für Produkte geworben werden. Bei Büchern käme eher Firmen- oder Imagewerbung zum Tragen. Ähnlich wie beim Sport, wo in der Regel auch nur die Firmenlogos am Spielfeldrand prangen.
Es kommt auch darauf an, um was für Bücher es sich handelt. Wer sich die goldgeprägte Sammleredition eines Klassikers kauft, will nicht mittendrin das Lufthansa-Logo finden.
Aber wer sich eines von diesen billigen Fastfood-Taschenbüchern für die Reise kauft, hätte vermutlich wenig einzuwenden, wenn er für eine Handvoll Reklameseiten, den Schmöker 1-2 Euro billiger bekäme.
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Es ist halt immer eine Frage der Betrachtung.
Wer verdient mehr: der Eine, der 10'000€ verdient, und dafür 160 Stunden im Monat arbeitet, oder der Andere der 1000€ verdient und dafür 4 Stunden arbeitet?
Man kann faul sein, und einen Bestseller schreiben, mit dem man reich wird. Man kann fleißig sein und mehrere Bestseller schreiben, mit denen man stinkend reich wird. Man kann fleißig sein, und 80 Durchschnittsbücher schreiben und davon erträglich leben, und man kann faul sein und nur alle drei Jahre ein wenig erfolgreiches Büchlein auf den Markt werfen und sich beklagen, wie wenig die Künstler geschätzt werden. ^^"
Oder man hat einen halbwegs vernünftigen Beruf, verdient gutes Geld und schreibt jeden Tag in seiner Freizeit 1-2 Seiten, und kommt so auch auf 1-2 Bücher pro Jahr, und braucht sich nicht um Verkaufszahlen zu scheren. (Und wenn man das Glück hat, Lehrer zu sein, hat man noch zwölf Wochen Ferien, in denen man sich zusätzlich künstlerisch betätigen kann.)
Nun ja, es sind ja nicht nur die zwei Stunden vor Ort, die Du rechnen musst. Du musst auch den zeitlichen Aufwand für Anreise etwaiger Übernachtung etc. einrechnen,...
Das ist wahr. Aber ich gehe mal davon aus, daß die meisten Autoren an ihrem Wohnort lesen und nicht für eine einzelne Veranstaltung quer durchs Land reisen.
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Warum nicht? Wenn die Reklame diskret ist, und nicht 40% des Inhaltes ausmacht, wie bei Zeitschriften. (Komisch, da regt sich keiner auf, obwohl die Zeitschrift nicht gratis ist, sondern immer teuerer wird.) Bemerkenswert finde ich, daß man selbt in diesen billigen amerikanischen Taschenbüchern, die so aussehen, als fingen sie schon im Regal an zu kompostieren, keine Reklameseiten findet.
Ich denke, das grundsätzliche Problem ist, daß man als Autor vermutlich keinen Pfennig von dem Werbegeld sehen wird, weil alles der Verlag einkassiert. Und daß man nicht unbedingt seine Bücher für alle Zeiten mit Reklame für schäbige Produkte und Dienstleistungen verunziert sehen möchte. (Wenn ich bedenke, was für ein Schrott bzw. regelrechten Betrug auf Youtube so beworben wird.... Neulich wollte mir ein freundlicher Chinese eine SSD mit 16 Terabyte für schlappe 40€ verkaufen. Oder eine Firma wollte Anleihen für ein Projekt, bei dem Plastikmüll in Petroleum zurückverwandelt wird.
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Das erinnert mich an einen uralten Sketch von Harald Juhnke und Eddie Arendt, in dem Arendt einen Buchladen betreibt, in dem er nur ein einziges Buch, nämlich seine Autobiographie "Mein Leben mit Büchern" in unzählligen Sprachen und Formaten verkauft.

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Fünfhundert Euro ist jetzt auch nicht schlecht für zwei Stunden Arbeit.
Mir geht das Lamentieren der Autoren ein wenig auf den Senkel. Sie können von ihrer Schriftstellerei nicht leben? Na und? Wie viele können vom Hand-, Fuß-, oder Volleyballspielen leben? Oder vom Singen? Vermutlich weniger als zwei Prozent. Wie viele Leute können davon leben, daß sie Bananan an die Wand kleben oder oder ein Pfund ranziger Butter in die Ecke klatschen?

Leidet die Vielfalt der Kultur darunter? So lange wir zehntausende Neuerscheinungen jedes Jahr zählen, so lange jeder praktisch kostenlos seine Kunst über das Internet in die Welt schicken kann, wohl kaum.
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1. Von einer fetten Katze zu einer normalen Katze werden. ^^"
2. Weniger Bücher kaufen.
3. Mehr Bücher lesen.
4. Weniger Videospiele kaufen.
5. Mehr von den gekauften Spielen auch tatsächlich spielen. ^^"
6. Mehr Kurzgeschichten schreiben.
7. Einen der vielen halbfertigen Romane auch fertig schreiben.
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Bei Amazon KDP hättest du deutlich mehr verdient.
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Ich finde, man sollte es mit den Örtlichkeiten schon möglichst genau nehmen, ebenso wie mit den Ereignissen und Personen in einem hostorischen Roman. Ich deke, daß viele Leute solche Bücher gerade wegen des Lokalkolorits lesen, und es schätzen, Dinge zu finden, die sie selber kennen.
Vielleicht bin ich zu penibel, aber mich stört es sehr, wenn ich Fehler oder Unstimmigkeiten in Geschichten oder Filmen entdecke, weil sie die Immersion zerstören und mir auch das Gefühl vermittlen, die Macher hätten unsorgfältig und schlampig gearbeitet, oder würden das Publikum einfach für ungebildet halten.
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Ich wußte gar nicht, daß es so etwas gibt. Ist das neu?
Ich habe einen Eintrag gefunden, aber ohne zugeordnete Werke. Ich habe keine Ahnung, wer damit gemeint ist, da ich einige Namensvettern auf der Welt besitze. Vermutlich ist es ein anderer, denn ich habe nie eine Nummer beantragt und auch noch nie ein Buch an die Nationalbibliothek abgeliefert.

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Warum kauft jemand für 6,5 Millionen eine Banane, wenn er sie sich für einen Euro selber mit Tesafilm an die Wand pappen kann?

Die Leute werden sich keine eigenen Bücher herstellen lassen, weil sie auf Konsum getrimmt wurden, und ihnen das eigenständige Denken abgewöhnt wurde.
Was hingegen geschehen wird, ist, daß nicht nur die Autoren, sondern auch die Verlagsanstalten obsolet werden, denn keiner weiß besser, was die Leute wollen, als Google, und keiner hat mehr Rechenzentren und die Technologie, KI zu nutzen, außer vielleicht noch Amazon. Die werden dann die gesamte Wertschöpfungskette einnehmen, da sie auch über die Infrastruktur und Logistik verfügen, diese Bücher zu drucken und zu verschicken.
Ich denke, langfristig, wird es eine große Masse an besitzlosen Nutzvieh-Menschen geben, die im Alltag überall mit KI und Robotern abgespeist werden, und eine kleine Elite, die sich leisten kann, mit echten Menschen zu kommunizieren und menschengemachte Dinge und Kunst zu konsumieren. (Es sei denn bei uns übernimmt das Kalifat und der Kalif verbietet alle gottlose moderne Technologie.^^")
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Ich habe es schon immer gesagt: Das Problem sind nicht die Andersdenkenden, sondern die Falschdenkenden.

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Die Informationen sind aber frei im Netz verügbar, und stehen somit allen zur Verfügung. Die Ki verarbeitet Informationen, sie kopiert keine Werke und gibt diese als eigene aus. Informationen wiederum stehen nicht unter dem Schutze des Urheberrechtes. Wenn ich ein Buch lese und daraus Italienisch lerne, muß ich auch nicht dem Autor irgend etwas zahlen oder ihn um Erlaubnis bitten, Italienisch zu sprechen.
Nutzt nicht jeder Dichter und Autor alle Werke, die er in seinem Leben irgendwann gelesen und alle Filme, die er einmal geschaut hat, um daraus seine eigenen Geschichten zu kreiren? Ideen gehören keinem. So lange keine Texte unverändert kopiert werden, gibt es keine Verletzung von Rechten. Lernen ist frei. Egal ob durch Maschine oder Mensch.
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Warum sollten KI nicht das Recht haben, Bücher zu lesen und von ihnen zu lernen?