Beiträge von Flaschengeist

    Huhu Horst-Dieter,



    danke für das Feedback. Freu mich drüber.:blume


    Die Herangehensweise finde ich äußerst sachlich. Er belegt und erklärt alles.

    Ich finde nicht, dass er alles sachlich belegt und erklärt.

    Oben habe ich beschrieben, wie er seine Ansicht, dass jeder den linguistischen Feminismus hasse, zu belegen versucht: Einer seiner Artikel mitsamt E-Book habe eine enorme Breitenwirkung. Das ist seinerseits eine Behauptung, die auch falsch sein könnte. Selbst wenn dieser Artikel tatsächlich massenhaft angeklickt worden ist, taugt es nicht als Beleg. Viele seiner Erklärungen sind zudem gespickt mit Verallgemeinerungen und Polemik. Unter einer sachlichen Herangehensweise stelle ich mir etwas anderes vor. :rolleyes


    Kennst du zum Thema Gendern Artikel von Autoren, die "gegen das Gendern" sind, sich der Thematik aber deutlich nüchterner nähern?


    Ich habe mir den kompletten Podcast angehört, aber in drei Etappen. Dann geht das.

    Danke für den Tipp. ^^ Mal sehen. Dein Nachtrag motiviert mich allerdings nicht direkt, es weiter zu versuchen.:D



    Viele Grüße und einen schönen Abend

    Flaschengeist

    Danke, Horst-Dieter!


    Scholten kreidet es den Autoren des kritisierten sz-Artikels u.a. an, als Tatsache darzustellen, was lediglich eine Vermutung sein kann. Dabei neigt er selbst zu einer unsachlichen und verallgemeinernden Ausdrucksweise. Nur ein Beispiel (ab 18:40): "Machen Sie sich das bitte klar: Jeder hasst feministische Linguistik. Jeder hasst Feminismus." Das klingt für mich nach Größenwahn. Die Behauptung, jeder hasse feministische Linguistik, leitet er auf Basis der Häufigkeit her, mit der einer seiner Beiträge mitsamt des dazugehörigen E-Books bereits angeklickt oder heruntergelanden wurde. Das finde ich frappierend unlogisch und ein bisschen witzig.


    Scholtens Herangehensweise wirkt auf mich recht unsachlich. Seine Ausdrucksweise finde ich marktschreierisch. Nach ungefähr einer halben Stunde hatte ich keine Lust mehr, weiterzuhören.



    Viele Grüße

    Flaschengeist

    Ich freue mich sehr über H. Dieters Klarstellung und insgesamt über eure Offenheit.


    Mein Antrag auf Freischaltung liegt schon bei Cordula im Postfach. Aber zuerst würde ich mich im internen Bereich gern eingewöhnen. Auch wenn ich mich mittlerweile wohlfühle mit meinem Versuch, eine längere Erzählung für Kinder zu schreiben und freudig Fortschritte bemerke, werde ich Blut und Wasser schwitzen an dem Tag, an dem ich hier einen ersten Text zur Operation am offenen Herzen freigebe. :D


    Allerdings hat sich meine Zielvorstellung beim Schreiben in den letzten Jahren erheblich gewandelt.

    Das finde ich interessant, vor allem in Bezug auf das Thema dieses Threads. Auf deine Texte bin ich jetzt auch gespannt.



    Einen gemütlichen Abend allerseits.

    :+ak

    Danke für die Rückmeldung, Didi!


    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.


    Ich lese es so, dass du am Beginn der Arbeit noch keine Geschichte vollständig im Kopf hast, die du erzählen willst, sondern allenfalls etwas, das du "Kern" nennst

    Die Grundidee, dieser "Kern" stand ganz am Anfang. Dann habe ich ein knappes Jahr am Plot gearbeitet. Mir zwischendurch ein professionelles Lektorat gegönnt und mit den Hinweisen der Lektorin die Plotidee überarbeitet. Ein halbes Jahr unter Berücksichtigung vielfältiger Schreibtipps versucht, den Plot in einen längeren Text zu gießen. Erkannt, was für mein Empfinden zu wenig durchscheint: Die Stimmung, von der ich möchte, dass sie sich durch das Buch zieht. Wobei es das Wort "Stimmung" nur teilweise trifft. Im Englischen nennt man es wohl "tone". Jetzt versuche ich so zu schreiben, dass sich alles möglichst dieser gewünschten "Stimmung" unterordnet. So habe ich wieder Lust am Schreiben und gleichzeitig das Gefühl, auch handwerklich einen Tick besser zu schreiben.


    Solides Handwerk ist mir wichtig, das will ich weiter lernen. Es geht in kleinen Schritten. Lang habe ich z.B. regelmäßig Hinweise auf die Umgebung eingeflochten, weil ich dachte, dass ich das muss, wenn eine für mein Empfinden gute Geschichte entstehen soll. Weil ich gesehen habe, dass (Kinderbuch-)Autoren, von denen ich gern lese, das so machen und weil verschiedene Schreibratgeber es empfehlen. Diese Herangehensweise und die Ergebnisse haben mich nicht befriedigt.


    Jetzt mache ich letztlich dasselbe, aber vor einem anderen gedanklichen Hintergrund. Ich denke nicht mehr ausschließlich wie beim Nachkochen eines Rezepts: Oh, mal wieder Zeit für eine passende Umgebungsbeschreibung. Jetzt überlege ich mehr, wie ich die Grundidee der Geschichte und damit auch des Plots, des jeweiligen Akts, des Kapitels, der Szene, des Absatzes, an dem ich gerade schreibe, verdeutlichen kann. So komme ich automatisch auch z.B. zu Hinweisen auf die Umgebung. Auch sie tragen ja dazu bei, etwas plastischer zu machen. Das habe ich gemeint, als ich schrieb, dass sich so (für mein Empfinden) erzählenswerter Inhalt generiert. In einer Form, die ich interessant finde und die mit der Grundidee der Geschichte verwoben ist. So die Idee.


    In der Paxis kann ich so nur ansatzweise arbeiten, will mich aber dorthin entwickeln. Gleichzeitig versuche ich, handwerklich besser zu werden. Ich glaube, beides geht Hand in Hand oder ist letztlich sogar teilweise dasselbe. Ich muss handwerkliche Aspekte nicht aus den Augen verlieren, wenn ich verstärkt (am liebsten nur noch) schreibe, was ich interessant finde und die Grundidee des Buches durchscheinen lässt. Im Gegenteil. Sie helfen mir ja, das auszudrücken, was ich ausdrücken möchte.


    Insofern wünsche ich dir viele originelle Einfälle für dein Kinderbuchprojekt, vor allem aber die Demut, zu erkennen, dass ein wirklich gutes Kinderbuch etwas ganz und gar Eigenständiges ist, niemals aber so etwas wie ein auf Kinderlevel heruntergebrochenes Erwachsenenbuch.

    Danke! Originelle Einfälle kann ich brauchen und eine gesunde Demut schadet nie.

    Anscheinend habe ich den Eindruck erweckt, ich wäre nicht sensibel für Unterschiede zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur, und dass es mir an Respekt mangelt. Das macht mich betroffen und ein bisschen traurig. An Demut fehlt es mir, glaube ich, nicht. Zumindest frage ich mich regelmäßig voll Bewunderung, was Romanautoren für Gehirne haben müssen. :huh:

    Meinen obigen Beitrag empfinde ich trotzdem als passend zu der von Nils geschilderten Problematik. Ich denke, wir haben zunächst einmal grundsätzlich mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen.


    Je mehr ich schreibe, herumexperimentiere und mich gedanklich damit beschäftige, um so mehr Möglichkeiten finde ich auch für längere Texte.

    Das klingt toll!

    Welche Möglichkeiten sind dir aufgefallen, die du zuerst nicht im Blick hattest?

    Da ist zwar was dran, aber mein innerer Zensor ist ein verrückter Typ. Wenn ich ihn einfach seinen Job machen lasse, dann ist nach zehn oder zwanzig Seiten alles an seinem Platz. Vielleicht sorgt da auch nicht der innere Zensor für sondern irgend ein anderer innerer Irgendwas. Jedenfalls gibt es da eine Art Gefühl oder Intuition für die Proportionen, Charaktere und Handlungsfäden, die mir bei längeren Texten einfach komplett abgeht.

    Bei mir stellt sich gern schon nach zehn Zeilen das Gefühl ein, dass alles gesagt ist. :prost

    Aber langsam fängt es an zu fließen und das Schreiben einer etwas längeren Geschichte fühlt sich nicht mehr ganz so widerständig an.



    Was mich lang beschäftigt und gehemmt hat, war die Frage, was ich erzählenswert finde. Warum bleibe ich nicht bei der Lyrik oder Prosaminiatur, wenn ich das Gefühl habe, nach zehn Zeilen ist alles gesagt? Was finde ich über diese wenigen Worte hinaus überhaupt von Belang?


    Zuerst habe ich versucht, bestimmte Inhalte auszumachen, die für meinen Geschmack in eine gute Geschichte gehören: Gedanken und Gefühle? Verschiedene Sinneseindrücke? Hinweise auf die Umgebung? Bla bla bla.

    Will ich wirklich erzählen, in welcher Umgebung sich die Protagonistin gerade befindet, oder was sie gerade denkt, nur damit das auch gesagt ist? Nö.


    Momentan sehe ich es so: Eine längere Geschichte braucht genügend Anregungen für den Leser, ihre einzelnen Elemente miteinander zu verknüpfen. Kausalketten und Wiederkehrendes. Letzteres freut mich beim Schreiben besonders: Alles, was auftaucht, darf nochmal auftauchen und nochmal - oft verändert, in anderer Form und hier und da als kaum wahrnehmbarer Hauch. Alles darf die Stimmung unterstreichen, die ich haben will, darf und soll ausdrücken, was mich am Kern der Geschichte inspiriert. Es ist ein wiederholtes Wiedergeben dessen, was mich begeistert. In Variation und sich entwickelnd. Allein das schafft für mein Empfinden erzählenswerten Inhalt und bildet ein hoffentlich schmackhaftes Fruchtfleisch um den Kern. So betrachtet macht mir das Erzeugen diverser Inhalte Spaß. Ich addiere nicht zusätzliche Elemente zu einer gedachten Prosaminiatur / zu etwas, das mir als Wesentlich erscheint, sondern ich breite es aus, lasse es sich entfalten.

    So stelle ich es mir jetzt vor. In der Praxis bin ich da noch lange nicht, aber der Gedanke inspiriert mich, es weiter mit der Langform zu versuchen. Zumindest mit der kurzen. Ich schreibe an einem Kinderbuch. Wahrscheinlich werden es ungefähr 80 Normseiten und ich bilde mir ein, dass die veränderte Sichtweise mein Schreiben gerade einen Tick besser macht.



    Der Thread ist ein paar Monate alt. Hat sich was an deiner Sicht- oder Herangehensweise geändert?

    Würde mich freuen, wenn du berichten magst.

    Danke für den sympathischen Empfang, über den ich mich sehr freue!



    Richtig erkennen kann ich es nicht - aber Du bist diese teilmanifeste Masse, die hier herumwabert, richtig?

    Ja, zumindest ein Teil davon. Der gelbgrüne.

    Teilmanifest - Danke für das Wort!

    die Antworten auf die Fragen, die Du Dir zum Jugendbuch selbst gestellt hast, interessieren mich brennend

    Letztlich ist die Antwort 42, da bin ich mir fast sicher. Ich werde aber versuchen, demnächst mehr dazu zu schreiben. Vielleicht finde ich einen passenden Thread dazu.

    Geister gibt es nicht.

    Zumindest fühle ich mich nach dem herzlichen Empfang hier schon ein wenig sicht- und nahbarer. :blume


    Mal sehen, was passiert, wenn die Flasche entkorkt wird... Ich musste an die schöne Szene aus Faust 2 denken, 2. Akt, 2. Szene, wo Wagner den Homunkulus braut und Mephistopheles ihn sich sogleich zunutze machen will...

    Ja, eine schöne Szene!

    Wir werden sehen. ;)



    Herzlich

    Flaschengeist

    Guten Abend ihr Foristen,




    noch erscheine ich transparent, aber das wird bestimmt bald besser. Ich war nicht immer so durchsichtig.



    Neun Jahre war ich als Autorin und einmal zusätzlich als Herausgeberin von Sachliteratur in einem großen Verlag präsent. Zweimal habe ich Fachliteratur in kleinen Verlagen veröffentlicht und phasenweise reimfreie Lyrik gebastelt. Ein paar dieser Texte wurden als Prosaminiaturen in der Literaturzeitschrift Ostragehege veröffentlicht.


    Es hätte bequem weitergehen können, aber mir ist langweilig geworden. Ich habe weitere Anfragen meines Stammverlages abgesagt, mich in Rauch verwandelt und bin in eine Flasche gezogen. Dort brüte ich seit bald tausend Tagen an einem Buch für Kinder ab etwa neun Jahren.


    Von der konzisen Sprache meiner Miniaturen, der Sach- und Fachliteratur hin zu einem Kinderroman. Was soll außer dem Wesentlichen zu Papier? Beziehungsweise: Was ist, anders als für ein Sachbuch oder ein fünfzeiliges Kunststückchen, für ein umfangreiches Kinderbuch von Belang? Ich habe ungefähr zwei Jahre und zwölf Überarbeitungen gebraucht, mir diese Frage in Ansätzen zu beantworten.

    Jetzt sehne ich mich nach Austausch. Was ich hier bisher gelesen habe, hat mich veranlasst, mich sichtbar zu machen. Ich bin freudig gespannt, ob und wie ich mich in diesem Forum einbringen kann.




    Viele Grüße noch unbekannterweise

    Flaschengeist