Beiträge von Kristin

    :rofl Oh, Kaelo, jetzt kann ich nicht widerstehen und muss mich outen: Es war einer meiner Blogtexte, an der sich die Diskussion um das Sinn machen entspann (der verspätete Neujahrsgruß vom letzten Sonntag). Ich habe völlig blauäugig das Sinn machen für salonfähig gehalten, entsprechend fröhlich verwendet - und natürlich geändert, als meine Blogkollegen mich darauf hinwiesen.


    Dein Widerwille gegen das Sinn machen muss ungefähr dem ähneln, den ich beim Wort nichtsdestotrotz empfinde - seit Jahrzehnten im Gebrauch, und trotzdem von mir als grauenhaft falsch, falsch, falsch empfunden.


    Wie auch immer und um bei den dümmlich falsch benutzen Scheinanglizismen zu bleiben: Du machtest meinen Tag! :gimme5

    Ja, das Nörgeln kann auch eine Art Loslass-Schmerz sein. Mein einziger Tipp: Verbrate die Figur nicht um des Verbratens willen, bevor du weißt, was sie von dir will. Sie muss sich schon klarer äußern. Du musst sie auch nicht töten. Du kannst sie ghosten, oder du kannst so tun, als ob sie wegzieht und ihr euch aus den Augen verliert. Vielleicht trefft ihr euch mal wieder, und dann, mit der nötigen Distanz, erzählt sie dir alles. Vielleicht verstirbt sie aber auch. Einfach so, ohne dein Zutun. Eigentlich alles wie im echten Leben! ^^

    Ich habe lange darüber nachgedacht und würde auch "Machste mir einen Wodka-Cola" sagen/ schreiben (mit Bindestrich, genau). Genau wie einen Gin-Tonic. Der Ansatz dabei: Ist es vielleicht so, das sich das Geschlecht sozusagen nach dem Main Act in dem Getränk richtet? Keiner bestellt einen Wodka-Cola der Cola wegen!

    Im Allgemeinen gibt es eine schöne Eselsbrücke... Zwei Fahrräder können sich gleichen aber nicht selben.

    Hmmm ... Also, ich kann vorm Spiegel stehen und sagen: "Ich selbe mir heute wieder so schön!"? =)


    Witzige Diskussion! Bis zum Komplettaustausch veränderte Anzüge, das Schiff des Theseus - und sagt man nicht, dass auch beim Menschen alle sieben Jahre die Zellen in ihrer Entität (höhö) ausgetauscht werden? Und wird die Diskussion dadurch weniger kompliziert? Ich denke, nein.


    Ich versuche mich auch mal:


    1) Weder, noch. Das Ulkige da im Spiegel ist kein Mensch (also, hoffentlich nicht). Es ist eine Reflektion meines Selbst und gleicht mir nicht mal. Es hat ein paar Merkmale von mir, aber ist doch insgesamt recht zweidimensional.


    Und wenn ich mir die anderen Punkte anschaue, dann werde ich völlig irre. Denn was ich zu 1) schrub, lässt sich auf 2, 3 und 4 ebenso anwenden. Es sind immer nur Reflektionen, Hirnwelten, Gedankenkonstrukte, Projektionen, Annahmen, Sichtweisen, und wechselnde Perspektiven, die mein vermeintliches Selbst bestimmen. Wodurch natürlich 5) ad absurdum geführt ist, und nein, da gibt's auch keinen passenden Single Malt, mein 2021 ist gelaufen, danke, Jürgen! :schmoll

    Ich gestehe, die Spiegelsache habe ich auch schon verwendet

    =) Ich gestehe, ich auch! Also, so halb. Es war eine alte, verkratzte Schöpfkelle, die Gesichter entsprechend verzerrt. Das war, als mir auf ca. Seite 100 auffiel, dass nicht mal klar war, ob mein Liebespaar eher helle oder dunkle Typen sind. Da musste schnell etwas passieren, und zu einem richtigen Spiegel konnte ich mich dann doch nicht überwinden!

    Hallo, Birgit,


    ich denke, es kann funktionieren, ja. Als Leser brauche ich Personenbeschreibungen im Sinn von Haar- und Augenfarbe, Größe etc. so gut wie gar nicht. Wenn es einfließt, schön. Ich lese gerade einen Roman von Rolf Lappert, der personal zwischen verschiedenen Perspektiven wechselt. Da kann es geschehen, dass eine Person A eine andere Person B kennenlernt und findet, dass die weiße Gesichtshaut seines Gegenübers einen ulkigen Kontrast zu den sehr dunklen Haaren darstellt. So finde ich es okay. Oder wenn Angelika Klüssendorf ihre Hauptfigur April immer mal wieder Bezug nehmen lässt auf ihre Magerkeit, ihre Knochigkeit (Spitzname Rippe, oder Rippchen). Das ist ein Thema des Romans und vermittelt mir viel mehr darüber, wie April durchs Leben geht als die exakte Haarlänge o.ä. Ich habe gerade überlegt, ob ich es je weniger brauche, als je "besser" oder "anspruchsvoller" ich die Literatur bewerte, aber das stimmt nicht. Ich würde auch bei Chicklit niemals etwas brauchen wie: Sie kämmte ihre langen, blonden Haare. Grusel!


    Beim Schreiben? Ist alles denkbar. Warum nicht die Ich-Erzählerin einfach mal sagen lassen: Ich bin blond. Knallblond. - und dann kann man ja immer noch Sätze folgen lassen wie: Letzte Woche war ich schwarz. In der davor rothaarig. Da fragt man sich doch als Leser, und das Sichfragen ist doch das, was wir beim Schreiben anstreben. Wenn ich hingegen doch mal ausdrücklich will, dass der Leser ein Bild hat, dann kann ich entweder die Figur vergleichen, "Jamie Oliver für Arme" oder z.B. schreiben: Der Mann heißt Glump und sieht auch so aus. Alles ist möglich! Was ich hasse wie die Pest, ist der Spiegeltrick. Ich hasse ihn so sehr, dass ich meine Figuren manchmal vor den Spiegel stelle und dann extra und aus reiner Bosheit nicht beschreibe, was da zu sehen ist :evil.


    Unterm Strich würde ich es eher mit deinem Schreibpartner halten. Ich würde den Leser entscheiden lassen, ob er die Hauptrolle im Kopf mit Sibel Kekilli oder Nora Tschirner besetzt (ob Nora Tschirner oder Marianne Sägebrecht sollte aber schon irgendwie zwischen den Zeilen durchschimmern 8o).

    Von mir auch die besten Wünsche für die Weihnachtstage und das ausklingende Jahr. Bleibt gesund oder werdet es, bleibt bei allem so fröhlich und gelassen wie nur möglich, und hofft mit mir auf ein Wiedersehen in nicht zu ferner Zukunft!


    Ach ja: Das Gedicht ist sehr schön, Monika, beruhigend irgendwie, danke dafür!

    Also, ich finde, vorwarnen hat schon eine leicht andere Bedeutung als warnen. Wenn die Nachbarn sagen: "Vorsicht, wenn ihr uns besucht: Wir haben einen bissigen Hund!", dann haben sie mich vorgewarnt - nämlich bevor ich mich in die heikle Situation begebe. Wenn ich aber bei den Nachbarn die Hand ausstreckte, um den Hund zu streicheln, und sie sagen: "Vorsicht, der beißt!", dann warnen sie mich.


    In dem Fall halte ich den Unterschied für eine zwar verzichtbare, aber doch die Sprache bereichernde Nuance.

    Viel Glück und alles Gute - das wünsche ich dir auch, Greenhorn! Da fällt mir doch glatt eine Szene aus einem Film über den Schriftsteller Salinger ein. Relativ am Anfang, als Salinger nur Ablehnungen von Zeitschriften, Verlagen etc. kassiert, rät ihm sein Prof und Mentor, darüber nachzudenken, ob er auch dann schreiben würde, wenn er bereits wüsste, dass nichts von dem, was er schreibt, jemals veröffentlicht wird. Und nur, wenn die Antwort ja sei, sei er wirklich ein Schriftsteller. Ob da was dran ist, weiß ich nicht. Ob es dich tröstet, schon gar nicht. Aber ich fand es nachdenkenswert.


    Mach's gut! :wink2

    Bei meinem neuen Projekt mache ich es ganz anders als bei meinem ersten. Bei dem habe ich ständig an allen Stellen herumgepückert und - gezupft. Ich wollte alles gleichzeitig machen: Sinnzusammenhänge herstellen, Kapitelübergänge schaffen, Figurenstimmen generieren und Sprache und Stil optimieren - alles sofort! Dadurch war jede einzelne Textstelle wie ein Schorf, der im Zweitagestakt abgerissen wurde und viel zu langsam heilte.


    Für dieses Mal habe ich mir mehr Disziplin verordnet. Ich möchte jeden Tag eine Seite schreiben. Eine möglichst gute, bitte! ich habe den Plot im Kopf, weiß, wo ich hinwill und welche Szenen ich in etwa dafür brauche, bin aber auch jeden Tag gefasst auf Überraschungen. Zeitlich schreibe ich wild und lustig durcheinander, mal eine Anfangsszene, mal was vom Schluss, erst Papier, dann Tastatur. Eine Seite klingt nach nicht viel, ist aber in jedem Fall machbar. Außerdem wird es erstens, wenn ich einmal sitze, an neun von zehn Tagen sowieso mehr, und zweitens hätte ich selbst bei dem lahmen Tempo in 250-300 Tagen - hm, wie viele Seiten? Ganz schön viele jedenfalls. Ein paar weitere Wochen und Monate werden dann beim Sortieren, beim logischen Verknüpfen und beim Glätten der Übergänge ins Land gehen. Und, ganz wichtig: beim Rausschmeißen von Überflüssigem.


    Sprachlich überarbeiten tue ich nur das, was ich am Vortag geschrieben habe. Die sprachliche Gesamtüberarbeitung kommt ganz am Schluss, wenn sich alles gesetzt hat. Dass ich da zu ungeduldig war, war beim ersten Mal ein großer Fehler und hat mich eine irre Zeit gekostet, aber jetzt fühle ich mich auch insgesamt sicherer.

    Bei mir ist's gerad wie bei Dorit, das Schreiben ist die Belohnung. Nach dem Motto: Erst Küche sauber, dann meine mindestens eine möglichst gute Seite pro Tag schreiben. Allerdings habe ich es bisher in meinem Leben auch noch nicht mit Abgabeterminen oder dergleichen zu tun gehabt. Und dass das Schreiben Belohnung ist, heißt auch nicht, dass ich mich fürs Schreiben nicht belohne. Bisschen rumdaddeln im Internet, ein Ausflug zu Etsy, oder hierher ins Forum … Mit anderen Worten: ich finde es nicht verkehrt, sich für jeden Schiet zu belohnen! Seit ich mir z. B. angewöhnt habe, nach jedem kleinen wie großen Zahnarztbesuch (und nur dann!) dieses gewisse Café mit dem sündhaft süßen und sündhaft teuren Kuchen zu besuchen, freue ich mich auf jeden Zahnarzttermin. Schlau, was? Ich glaube, man nennt das Pawlow.


    Aber ich schweife ab. Ein paar der Beiträge bringen mich auf die Idee, mal wieder woanders zu schreiben. Im Café, ja - das geht leider erst im Dezember wieder. Frühestens. Und für mich sowieso erst im Januar, da Weihnachtsgeschäft in der Buchhandlung. Hoffen (und supporten, wo möglich) wir alle miteinander, dass es unsere Lieblingscafés dann noch gibt!


    Insbesondere hier blieb beim Mitlesen mein Blick hängen:

    Ohne mich wäre die Hälfte der Kieler Cafés schon pleite.

    Welche speziell empfiehlst du, tortitch? Ich mag das Lopposkaffee im Grasweg und das Fresco in der Möllingstraße, dort insbesondere den wunderschönen, teils überdachten Hinterhofgarten! :)