Beiträge von Anja

    "fand" ist richtig.

    finden - fand - gefunden. Es ist ein unregelmäßiges Verb, das folgt nicht immer der Logik und man kann die Vergangenheitsform hier auch nicht (immer) analog zu der eines anderen unregelmäßigen Verbs bilden.

    Glaube ich zumindest mal.

    Hallo Tom,


    da gebe ich Dir zwar recht mit Deinen Äußerungen zur Empathie. Aber ... alles könnte ich nicht. Beziehungsweise in alle Menschen könnte ich mich nicht hineinversetzen. Zum Beispiel nicht in Techno-Fans. So wie Du Dich vielleicht nicht in Klassikhörer hineinfühlen kannst (ist aber nur eine Vermutung).


    Gerade bei Musik setzt meine persönliche Empathie völlig aus. Was fühlt jemand, der sich Sachen anhört, die für mich allenfalls als Urlaute durchgehen würden, aber nicht mehr als Melodie? Oder für den Musik gar nicht hart und aggressiv genug klingen kann, obwohl er oder sie selber gar nicht aggressiv ist, die Musik also gar nicht als Katalysator einsetzt?


    Aber das wäre eigentlich ein ganz eigener Thread, ich finde es nur gerade interessant.

    Hallo Felix,


    ich komme ja ursprünglich aus Norddeutschland. Aber "weißeln" finde ich ganz normal. Ich glaube, das schreibt auch Max Frisch in "Andorra", aber gut, der Mann war Schweizer, vielleicht ist es da auch üblich.


    Eine andere schöne dialektale Form ist "haltet" statt "hält". Sagt mein Sohn immer. "Der Zug haltet dort nicht" / "Der Nagel haltet das Bild nicht." etc.


    @Jo: Ich leiste hiermit Abbitte. Mit dem Schwäbischen kenne ich mich so gut wie gar nicht aus. Aber klar, es gehört ja auch zu den oberdeutschen Mundarten.

    Hallo Felix,


    ein bisschen off-topic, aber trotzdem: Kommst Du aus Österreich?

    Wenn Du die Frage beantwortet hast, verrate ich Dir auch, wieso ich gefragt habe:).

    Hallo Tom,


    von dem Buch habe ich zwar schon gehört und auch mal hineingelesen. Aber es hat ja eine ganz andere Ausrichtung. Die Autorin ist aus der Gemeinde in Williamsburg geflüchtet und erzählt natürlich sehr kritisch über die Lebensweise der chassidischen Juden.


    Was mich an den beiden Romanen fasziniert, ist, dass sie die Perspektive "von innen" einnehmen: Es wird beim Lesen natürlich klar, dass die Frauen dort nach strikten Rollenvorgaben leben, und ich könnte nicht sagen, dass ich selber mir so ein Leben vorstellen könnte. Aber die Figuren der Romane leben in dieser Gemeinschaft. Das Frauenbild dort wird nicht schöngeredet oder als vorbildhaft dargestellt, und auch in diesen Geschichten klingt bisweilen eine Distanz an. Aber die Bücher sind keine "Abrechnungen" mit diesem Lebensmodell.

    Der Blick in den Romanen von Harris und Goldbloom überlässt es den Lesern zu entscheiden, wie sie über diese Gemeinschaft denken wollen. Man spürt aber auch, dass diese orthodoxe Religionspraxis vielen Mitgliedern einen Halt gibt. Gleichzeitig gibt es aber gerade im Roman von Harris eine Figur, die nicht in die orthodoxe Gemeinde hineingeboren wurde und die auch wieder in Distanz zu ihr tritt. Mehr möchte ich über ihre Entwicklung aber nicht verraten, falls sich jemand das Buch kaufen will.


    Die chassidischen Juden erinnern mich ein bisschen an die Amishen. Ich möchte so nicht leben. Darüber zu lesen, finde ich aber sehr interessant. Entscheidend finde ich auch, dass zumindest Frau Harris selber keine orthodoxe Jüdin ist. Goldie Goldbloom gehört der Gruppe sogar an, scheint sich aber über einige Statuten hinwegzusetzen.

    Chani ist neunzehn Jahre alt, ihr Bräutigam Baruch Levy kaum älter. Bisher haben sie sich erst drei Mal gesehen, sich noch nie berührt. Denn in der orthodoxen jüdischen Gemeinschaft, der beide angehören, herrschen strikte Regeln.


    Dieser Roman aus dem Jahr 2015 ist der erste und, wenn ich mich bei meiner Suche nicht hoffnungslos dumm angestellt habe, auch der bisher einzige von Eve Harris. Leider. Denn am Ende wünscht man sich, die Geschichte möge weitererzählt werden.


    Die Geschichte spielt im London unserer Gegenwart, als Rahmen dient die Hochzeitszeremonie und in Rückblenden erzählt die Autorin aus dem Leben der unterschiedlichsten Figuren: Man lernt Chani als eine selbstbewusste junge Frau kennen, die sich in den Riten und oft strengen Regeln ihrer Religionsgemeinschaft wohl und aufgehoben fühlt, die aber doch einiges in Frage stellt. Darin gleicht sie ihrem zukünftigen Mann. Die beiden werden sich, so hofft man am Ende, zusammenfinden, vielleicht werden sie einander im Laufe der Zeit wirklich lieben, vielleicht werden sie einfach nur eine Ehe führen, die von denselben Wertvorstellungen zusammengehalten wird. Vermutlich aber wird mehr aus diesem Paar als eine reine Ehegemeinschaft auf der Basis religiöser Gesetze.


    Chani und Baruch sind aber nur eines der Paare, von denen Eve Harris erzählt. Die beiden werden in eine unbekannte Zukunft entlassen. Zugleich schildert die Autorin aber auch andere Lebenswege innerhalb dieser orthodoxen und damit stark in sich geschlossenen Gruppe. Da ist zum einen Rebecca, die sich vor Jahren aus Liebe zu ihrem Mann dem orthodoxen Zweig angeschlossen hatte und die nun an ihrer Ehe und dem gesamten Lebenkonzept zu zweifeln beginnt. Als Rebbetzin, als Frau eines Rabbis, begleitet sie Chani durch die Ehevorbereitungen. Da ist Rebeccas Sohn, der sich in eine nicht-jüdische Mitstudentin verliebt.


    Harris gewährt in diesem Roman Einblick in eine Welt, die den meisten Menschen völlig fremd ist. Sie tut das mit viel Respekt, erzählt eine mal traurige, mal humorvolle Geschichte. Und sie erschafft Figuren, deren Schicksal mich noch lange nach der Lektüre beschäftigt haben.


    Übrigens: Erst in diesem Jahr ist ein weiterer Roman erschienen, der eine „Innenansicht“ der jüdisch-orthodoxen Gemeinde schildert. „Eine ganze Welt“ von Goldie Goldbloom spielt im New Yorker Stadtteil Williamsburg. Auch hier leben die chassidischen Juden in einer eigenen, in sich geschlossenen Welt. Surie, die Hauptfigur dieses Romans, erfährt mit 57 Jahren, dass sie noch einmal schwanger geworden ist, gleichzeitig kommt demnächst ihr erstes Urenkelkind zur Welt. Surie muss ihre Schwangerschaft verstecken, zu spät erwartet sie dieses Kind, eine Frau nach den Wechseljahren hat in ihrer Gemeinschaft schlicht keinen Sex mehr. Die Schwangerschaft würde sie und ihre Familie um ihr Ansehen bringen. Nicht einmal ihrem Mann erzählt sie davon.


    Beide Bücher zusammen ergeben eine schöne Kombination. Auch diesen Roman habe ich gerne gelesen, mir persönlich hat allerdings „Die Hochzeit der Chani Kaufman“ besser gefallen.

    Ich habe mir diesen Roman als Hörbuch angehört und bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Klar liefert Fitzek hier keine hohe Literatur, an dem Anspruch möchte er aber auch gar nicht gemessen werden, und darum messe ich ihn daran auch gar nicht erst.


    Zu Beginn finde ich das Buch sogar recht spannend, damit erfüllt es genau den Zweck, den sein Autor beabsichtigt. Probleme habe ich allerdings mit der Figur des Antagonisten. Das Buch ist an sich (auch wenn es gar nicht als solches deklariert wird) der dritte Teil einer Trilogie mit immer demselben Widersacher. Und genau der ist ... in allem zu viel: zu grausam, zu psychisch abgedreht, zu böse. Es fehlt ihm dabei allerdings an Charme und an der Größe eines Hannibal Lecter, mit dem ja immerhin auch drei Romane gefüllt wurden.


    Der Rest des Romans ist vertrautes Handwerk, wie Fitzeks Leser es erwarten. Und damit ist "Playlist" in Ordnung. Handwerk eben. Kann man lesen/hören, wenn man einfach nur abschalten und sich über das Gelesene/Gehörte nicht weiter Gedanken machen möchte. Denn zu letzteren regen weder die Figuren noch die Handlung an. Man liest es und vergisst es gleich wieder, hat sich aber ein paar Stunden ganz nett unterhalten.


    Grundsätzlich mag ich auch im Spannungsgenre subtilere Romane lieber. Aber wenn man sich auf Fitzek einlässt, weiß man, was man hören wird. Nicht weniger. Aber natürlich auch nicht mehr.

    Danke Euch beiden,


    Das ist ein sehr netter Verlag, HD. Angenehme Zusammenarbeit. Von alchemistischen Umtrieben haben wir nichts gemerkt;).


    Ich habe mir die Ränge noch gar nicht angeschaut, mache ich eigentlich nie. Aber 42 ... das ist doch mal was!

    Und zwar im Advent.


    Alexander und ich haben im fünften Band des "Holmes-Adventskalenders" für ein paar Rätsel und Mordfälle gesorgt, die der Urvater aller Detektive lösen muss.

    Jeden Tag schicken wir einen neuen Fall ins Rennen, auf der Vorderseite des Kalenderblattes wird das Rätsel entwickelt, wer umblättert, gelangt zur Lösung.

    Ich versuche es hier mal mit einem Link


    ASIN/ISBN: 3946120385


    Hm, ich fürchte, die Amazon-Links und ich werden keine Freunde. Falls Ihr nichts seht und falls hier gerade irgendein netter Mensch mitliest, der weiß, wie man diese Links einbaut, bitte melden.


    Und noch was: Keine Sorge, wir sind nicht allzu grausam zu Werke gegangen, es ist ja für den Advent ❄️

    Gratulation.


    Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn jemand anderer den eigenen Text liest und damit ja gleichzeitig auch interpretiert? Ich kann mir vorstellen, dass sich dabei auch ganz neue Akzente ergeben, an die man beim Schreiben gar nicht gedacht hatte.

    Hallo Bettina,


    ausgerechnet dieses Gedicht von Gryphius ist für mich der Prototyp von Schullektüre;).

    Bestimmt ist es für sich genommen ein gelungenes Gedicht, aber bei mir läutet da vor allem: aha! Vanitas-Motiv.

    Warst Du nicht u.a. Deutschlehrerin?:)

    Sonst gibt's aus dem Barock viele schöne Gedichte.

    Hallo HD,


    ich bin mir gerade nicht sicher, ob wir nicht aneinander vorbeigeschrieben haben: Ich meinte natürlich nicht, dass sich Kinski irgendwas bei Herrn Quadflieg abgeschauat hat. Sondern dass er eben nicht Quadfliegs (mit Genitiv geht einiges besser!) weihevolles Pathos hat, das ich gerade bei mancher Lyrik ziemlich gut finde.


    Kinski ist natürlich anders. Nur damit wir uns nicht falsch verstehen:).


    Meinst Du, Kinski hat das nicht nur gemimt, sondern auch gelebt? Ich hätte jetzt eher gedacht, er habe dieses Image des Exzentrikers gehegt und gepflegt. Aber, wie gesagt, ich bin weder eine große Kinski-Kennerin noch mag ich das Wenige, was ich von ihm kenne.

    Hallo HD,


    ich gebe zu, ich kenne nur wenig von Kinski. Aber hat der denn diesen besonderen, manchmal fast schon etwas weihevollen Ton von Quadflieg? Denn genau das mag ich nämlich an Letzterem, und ja, ich weiß, genau DESHALB mögen andere seine Rezitation überhaupt nicht.

    Kinski ist doch der, der alles. was er liest oder spielt, in die Nähe zur Psychopathologie rückt, oder ;)?

    Hallo Ulli,

    Aber Rilke liebt man oder hasst ihn- dazwischen gibt es scheinbar nicht...dafür kann ich Eichendorff nicht ab...

    "hassen" würde ich jetzt nicht gerade sagen, aber seine Texte sprechen mich nicht besonders an.

    Und weil Du Otto Sander ansprichst: Für mich ist und bleibt einer der ganz großen Rezitatoren Will Quadflieg! Ja, ich weiß, viele mögen ihn nicht, zu viel Pathos, zu viel gerolltes R, zu altbacken. Aber ich steh total auf seine Art, Gedichte zu lesen.

    Und, was ich gar nicht gedacht hätte, auch Jan Josef Liefers gefällt mir sehr gut, ich habe mir mal einen Heine-Zyklus mit ihm angehört. Er ist in gewisser Weise das genaue Gegenteil von Quadflieg, sehr zurückgenommen und eher leise, aber sein lakonischer Tonfall, den er für Heine herausholt, passt sehr gut, finde ich.


    Die Edits: Ich hasse TippfehlerX(

    Ich kann auch kein einzelnes Gedicht nennen. Aber ich mag fast alles von Eichendorff, gleich gefolgt von Heine. "Der Erlkönig" ist auch schön oder vielleicht eher: atmosphärisch sehr dicht.

    Und dann (kam noch gar nicht vor bisher) finde ich auch bei den Dichtern des Barock immer wieder sehr hübsche Gedichte.