Beiträge von Anja

    Ich weiß, das tust du nicht,

    Genau. Ich tue das nicht:). Im Gegenteil. Ich mag selber diese Inszenierungen nicht, in denen die Figuren auf der Bühne eher arrangiert wurden, als dass man von einer richtigen Regie sprechen kann. Damit verpflichtet man sich ja auch nicht dem Werk, sondern es entstehen oft sehr blasse Inszenierungen ohne psychologische Profile der Figuren - sofern es die überhaupt gibt, natürlich. Nicht jede Oper bietet die.


    Aber Interpretationen, in denen man das Werk gar nicht mehr wiedererkennt, und das jetzt nicht als polemische Überspitzung, sondern die gibts ja wirklich, finde ich auch an der Sache vorbei gearbeitet.

    Aber ich bin nicht bereit, einen Eintrittspreis von 50 oder 60 € für einen mittelprächtigen Platz in der Oper zu bezahlen, der, wie Tom zurecht anmerkt, noch dazu mit beträchtlichen Steuermitteln subventioniert wird, nur um mir den Abend durch die möglicherweise vergebliche Mühe einer versuchten Entschlüsselung der Chiffren eines selbstverliebten Theaterregisseurs versauen zu lassen.

    Mit 50 oder 60 Euro wirst Du bei den Salzburger Festspielen vermutlich noch nicht ganz weit kommen;).


    Was ich aber eigentlich schreiben wollte: Es gab vor Jahren sogar mal den Trend, "das Haus leerzuspielen". Heißt: Man brachte Inszenierungen, die das Publikum größtmöglich brüskierten. Und da habe ich mich tatsächlich gefragt, worin der tiefere Sinn liegt, sich die Zuschauer gezielt zu vergraulen. Klar hat sich dieser Ansatz gegen all jene "Kulturspießer" gerichtet, die sich mit einem Opernbesuch unterhalten lassen wollten. Aber: Die anderen, wer auch immer das gewesen sein soll, hat man damit keineswegs für sich gewonnen. Eine möglichst werkferne Inszenierung lockt nämlich trotzdem keinen Metall-Fan in die Oper.


    Mein Sohn hat gerade in der Schule den "Don Giovanni" in Musik behandelt. Sie haben auch verschiedene Inszenierungen gesehen. Mein Sohn ist klassischer Musik nicht völlig abgeneigt, er hört aber auch anderes. Gelegentlich zwingt Mama ihn, sich "Zauberflöte" oder dergleichen anzuschauen, dann macht er das auch halbwegs klaglos. Aber auch er hat mir erzählt, dass ihm die konventionelle Inszenierung (sie haben mehrere zum Vergleich angeschaut) besser gefallen hat als die Bronx-Version. Und ich denke, das ist gar nicht so untypisch für Jugendliche. Die brauchen nämlich keineswegs irgendwelche Modernisierungen, um den Inhalt eines Werks zu verstehen. Genau das hat man aber eine Weile vermutet.


    Natürlich gibt es Opern oder Oratorien, die einen "musealen" Charakter haben. Es gibt aber auch solche, die zeitlose Themen behandeln. Wenn man die in einer Inszenierung herausarbeitet, kann das auch im modernen Bühnenbild etc. sehr gut werden. Aber Regieexperimente ... Ich glaube, da stehen vor allem die Regisseure auch unter dem Druck, unbedingt etwas "ganz Neues" hervorbringen zu müssen. Oder ihre eigene Handschrift zu entwickeln, um aus der Masse hervorzustechen. Oder auch einfach nur, um nicht zu bloßen Arrangeuren eines Bühnengeschehens zu werden. Das hauen ihnen nämlich die Kritiker nachher tatsächlich um die Ohren.


    Es ist schwierig: Was die Kritik oft sogar begeistert, stößt beim "Durchschnittszuschauer" oft einfach nur auf Unverständnis. Und das führt dann wieder zu der Frage: Für wen wird das Ganze denn nun auf die Bühne gebracht?

    Ich glaube, man sollte noch unterscheiden zwischen dem, was ich "Metaebene" genannt habe, also einer Inszenierung, die eigentlich ein ganz anderes Stück erzählt als das, was ursprünglich komponiert wurde, und einer Inszenierung, die ein Werk aus seiner ursprünglichen Zeit heraushebt. Man kann eigentlich alle drei Da-Ponte-Opern (Don Giovanni, Figaro und Cosi fan tutte) sehr zeitlos und trotzdem sehr schlüssig erzählen.


    Die Figuren müssen dafür nicht in historischen Kostümen auf der Bühne agieren.

    Und das, was zu Karajans Zeiten passiert ist, dass nämlich eine Plattenfirma die Oper mit einem bestimmten Ensemble bereits aufgenommen hatte und dieses Team dann in einer zweiwöchigen "Probenzeit" (normalerweise dauern die szenischen Proben für eine Neuinszenierung 6 Wochen) die Oper auf der Bühne noch mal irgendwie "arrangiert" hat, also die Personen irgendwie angeordnet hat, das muss ich auch nicht mehr sehen. Da fehlt mir nämlich selber die Arbeit eines Regisseurs, der dem Werk eine Aussage abgewinnen möchte.

    Aber Regie-Exzesse müssen meiner Ansicht nach auch nicht sein.


    Ich glaube, zwischen Werktreue und "Metaebene" gibt es eine Menge, Ein Beispiel dafür ist etwa die Festspielinszenierung von Offenbachs "Les Contes d'Hoffmann", die hier vor ... ohje, vielleicht vor 20 Jahren bei den Festspielen gezeigt wurde. Der ORF hat das aufgezeichnet, und die Inszenierung gehört mittlerweile fast schon zu den Klassikern der Festspielnächte. Geschickt in eine Art Zeitlosigkeit transportiert, aber nicht so, dass das Werk unkenntlich gemacht worden wäre. (Hoffmann raucht und spritzt sich alles Mögliche, aber das passt zu ihm als Figur, auch wenn es wohl nicht den historischen Dichter Hoffmann nachzeichnet.)


    Ich hab auch schon einen "Giovanni" gesehen, der in der Bronx spielt, nicht immer, aber zu weiten Teilen durchaus schlüssig inszeniert. Sowas geht alles, finde ich, und kann einen Opernabend auch interessant machen.

    Beim Giovanni aus dem Vorjahr hier in Salzburg bin ich mir nicht ganz sicher. Da blieb zu weiten Teilen doch nur noch die Musik. Und musikalisch war das tatsächlich großartig gemacht.


    Ich glaube, die Inszenierung wird irgendwann in diesem Sommer auch im Fernsehen übertragen. Wenn ich es entdecke, schreibe ich es hier hinein. Kann aber sein, dass es im ORF gebracht wird, ich weiß nicht, ob der via Satellit heute überall zu empfangen ist.

    Bei solchen Inszenierungen tauchen hinterher die üblichen Lego-Sätze unter Kritikern auf: "Shakespeare gegen den Strich gebürstet ..." oder "Wer den Regisseur kennt, der weiß ..." Hier unterhält sich eine verschworene Gemeinde miteinander

    Es tauschen sich da allerdings nicht nur die Kritiker untereinander via Zeitungskritik aus, sondern sie richten sich auch noch an andere Eingeweihte aus der Szene. Okay, das war polemisch. Ich habe damals schon versucht, mich an eine allgemeine Leserschaft zu wenden und viele meiner Kollegen haben das genauso gemacht. Aber es gibt diesen Zeitungs-Dialog unter Eingeweihten durchaus, das ist auch mein Eindruck.

    Hallo alle,


    um es gleich vorweg zu sagen: Es geht hier nicht um Literatur, sondern ums Theater, ganz genau um das Musiktheater.


    Hier in Salzburg laufen ja aktuell wieder mal die Festspiele. Und parallel dazu schon seit vielen Jahren auch die "Festspielnächte". Da werden bei freiem Eintritt und unter freiem Himmel auf einer riesigen Leinwand alte und neue Festspielinszenierungen aus dem Archiv des ORF gezeigt, auch zeitversetzte Live-Übertragungen sind ab und zu dabei. An warmen Sommerabenden ist das eine wirklich schöne Sache, man kann kommen und gehen, wann man will, setzt sich hin, bleibt eine Weile da und geht dann wieder oder schaut sich die gesamte Aufzeichnung an. Dazu werden in einem Zeit auch Essen und Getränke angeboten, natürlich bleibt es da, auf dem Kapitelplatz, ruhig, also kein Volksfest, sondern immer noch Festspiele via Leinwand.


    Gestern haben wir uns also einen Teil des Mozartschen "Don Giovanni" aus dem Jahr 2021 angesehen. Wir sind früher gegangen, allerdings nicht, weil die Vorstellung so schrecklich war, sondern weil es uns zu spät wurde und wir noch ein Lokal ansteuern wollten.


    Und genau dort, im Lokal, haben wir uns dann lange über das Thema Werktreue unterhalten.


    Ich nehme mal an, die meisten von Euch kennen den Don Giovanni, so dass ich hier nicht noch zur großen Inhaltsangabe ausholen muss. Der Titelheld erlebt seinen Niedergang. Die Oper setzt mit Verführung/Vergewaltigung (so klar sagt das das Libretto nicht) und Mord am Vater eines Mädchens ein und endet damit, dass der Geist bzw. die Statue des ermordeten Vaters den Don Juan zur Reue für sein gesamtes Leben bewegen will. Der bereut aber nichts, weder Vergewaltigungen, noch Verführungen (zusammengenommen sicher an die 2000), noch den Mord und fährt lieber in die Hölle.

    Man nennt den Don Giovanni gerne auch die "Oper aller Opern", und sie ist in gewisser Weise tatsächlich zeitlos, denn es geht vor allem um Paar- und Liebesbeziehungen in allen denkbaren Konstellationen.

    Man muss daraus absolut keine Kostümklamotte machen, auch in Jeans und Minirock bleibt die Oper glaubhaft.


    Aber die Inszenierung aus dem Vorjahr macht etwas, das auch von der Kritik etwas zwiegespalten aufgenommen wurde. Ich war ja selber zehn Jahre Kritikerin, und, ehrlich, gestern war ich heilfroh, dass ich dazu keine Kritik schreiben musste.


    Denn der Regisseur erzählt schlicht nicht die Geschichte des Stückes. Stattdessen hatte ich den Eindruck, dass er jede Szene in ein eigenes, vielleicht archetypisches Bild auflöst und diese Bilder dann aneinanderreiht. Und selbst wenn eine Oper ja vorwiegend über die Musik erzählt wird, gibts eben auch ein Libretto, und Lorenzo da Ponte war nicht der schlechteste Librettist. Er hat nicht nur einfach irgendeinen mehr oder weniger simplen sangbaren Text zur Musik bereitgestellt, sondern sein Libretto ist auch für sich genommen gut.


    Und abgesehen davon, dass sich die Szenen für mich einfach nicht zu einer Geschichte zusammenfügen wollten, war das Ganze in Teilen auch noch völlig am Libretto vorbeiinszeniert.


    Mal ein paar Beispiele:


    Am Anfang läuft die junge Adelige Donna Anna aus dem Haus, Sie verfolgt einen Mann (Don Giovanni), der laut Libretto sein Gesicht verhüllt. Er hat sie verführt/vergewaltigt, und nun soll sie nicht erfahren, wer er ist. Im Text singen sie beide genau davon: Sie sagt sinngemäß, dass sie ihn nicht eher in Ruhe lässt, bis er sich ihr zeigt, er sagt, er werde den Teufel tun, eher würde er sie umbringen.

    In dieser Inszenierung steht Donna Anna alleine auf der einen Seite vorne am Bühnenrand, sie ist gekleidet wie eine griechische Rachegöttin, weitere Rachegöttinnen zerren an Don Giovanni herum, der auf der anderen Seite der Bühne steht und keineswegs sein Gesicht verhüllt ...


    Dann kommt der Vater des Mädchens: Hier fällt zuerst mal sein Rollstuhl mit lautem Knall aus dem Schnürboden auf die Bühne, dann betritt er auf eine Krücke gestützt selber die Bühne. Laut Text fordert er Don Giovanni zum Duell heraus. Hier legt er ihm von hinten seine Krücke an den Hals und droht ihn damit zu ersticken. Es sieht also ziemlich schlecht aus für Don Juan. Dann: (vermutlich) ein Schwächeanfall. Der Alte fällt hin. Don Giovanni schnappt sich dessen Krücke und erstickt nun seinerseits den Vater des Mädchens. Das Bild dieses alten Mannes, der sogar noch mit seiner Krücke den Verführer der Tochter umbringen will, finde ich persönlich sogar sehr gelungen. Aber: Laut Libretto erdolcht Don Giovanni ihn. Überall Blut.


    Giovanni sucht das Weite, Donna Anna kommt mit ihrem Verlobten zurück. Sie sieht den Vater, singt, die Wunde, das Blut ... Nur: Da liegt gar kein Vater mehr. Aus unerfindlichen Gründen ist der Mann nämlich in der kurzen Dunkelheit, die vorübergehend auf der Bühne geherrscht hat, verschwunden. Stattdessen schmiert sich ihr Verlobter seine Arme mit Blut ein (warum bloß?) und singt, man solle doch bitte den Toten fortbringen, dessen Anblick seine Verlobte so sehr erschüttere. Den Toten, der schon gar nicht mehr dort liegt ...


    Und so geht das weiter. Es entstehen tatsächlich ein paar sehr eindringliche, durchaus auch sehr schöne Bilder. Nur wird eben meiner Ansicht nach eher eine Art "Metageschichte" erzählt.

    Für Opernkritiker, die wahrscheinlich schon ihre mindestens zehne Don-Giovanni-Inszenierung rezensieren, mag das ja interessant sein. Aber für die wird an sich nicht inszeniert oder sollte nicht inszeniert werden. Auch für mich war das der vielleicht sechste Don Giovanni, ich habe eine neue Sichtweise auf das Stück kennengelernt, über die ich nachdenken und über die ich mit anderen sprechen kann - für die das auch die sechste oder zehnte Inszenierung ist.


    Aber wie ist das mit Theaterbesuchern, die das Stück vielleicht erst zum zweiten Mal sehen? Die es vorher nicht so gut kennen, um das Original von der Lesart des Regisseurs zu unterscheiden?


    Ich musste gestern glücklicherweise ja nichts dazu schreiben, ich muss das schon seit Jahren nicht mehr und ich bin ehrlich gesagt auch sehr froh darüber. Aber gestern hätte ich wirklich nicht gewusst, wie ich diesen Zugang zum Stück bewerten soll.


    Was meint Ihr zu dieser Art der "Meta-Inszenierungen"?

    Ich sehe das genauso: Das Blutbad ersetzt oft die Spannung. Und auch das stimmt: Wer in Skandinavien das Alphabet beherrscht, meint, er müsse jetzt auch Krimis oder Thriller schreiben.

    Allerdings höre (ich lese sie weniger, sondern höre sie vor allem) ich mir trotzdem neue Autoren gerne an, manchmal entdeckt man doch wieder richtig gute. Mir gefällt etwa die Stilton/Rönnig-Reihe des Autorenduos Cilla und Rolf Börjlind. Und auch den guten alten Jo Nesbö kann man immer wieder lesen, finde ich. Er kopiert sich zwar gerne selber, aber seine Harry-Hole-Reihe bleibt trotzdem irgendwie spannend. Apropos: Wird Zeit, dass da mal wieder ein neuer Band erscheint;).


    Überrascht bin ich allerdings, dass in dem Artikel Simon Beckett als einer der Autoren gepriesen wird, die ohne großes Blutbad auskommen. Das mag schon sein, dafür präsentiert er Leichen in allen Stadien der Zersetzung. In dieser Detailtreue fand ich das dermaßen gruselig, dass ich nach dem ersten Werk beschlossen habe, mir kein zweites von ihm anzuhören.

    Oje, mal wieder die Schreibratgeber:).

    Wer sie als Orientierungshilfe liest, oder eher: zur Anregung, für den können sie durchaus von Nutzen sein, finde ich. Schreiben nach Anleitung funktioniert natürlich nie, würde ich meinen. Aber klar, das ist der Ansatz hinter vielen Schreibratgebern: Halte Dich einfach an ein paar handwerkliche Grundregeln, dann schreibst Du den Bestseller!


    Aber da fehlt dann eben noch der letzte, aber entscheidende Funke. Vielleicht kann man ihn "Talent" nennen. Denn man kann sich jede Anleitung durchlesen, man muss nur das, was man dort liest, umsetzen können. Und man muss auch in der Lage sein zu entscheiden, welche Aspekte für das eigene Schreiben wirklich nützlich sind.


    Für mich sind diese Bücher als Werkzeugkästen gar nicht schlecht. Man sucht sich das heraus, was man gebrauchen kann, man kommt beim Lesen dieser Bücher sogar manchmal zu Erkenntnissen darüber, warum einem der eigene Text gerade überhaupt nicht gefällt, vielleicht, weil man tatsächlich irgendeinen handwerklichen Aspekt nicht bedacht hat.


    Grundvoraussetzung beim Schreiben ist aber für mich das Sprachgefühl. Wem es daran fehlt, dem helfen auch Ratgeber nicht weiter.

    Bei mir ist das so eine Mischform: Ich brauche ein grobes Konzept für eine Geschichte/Roman. Und dann schreibe ich. Allzu ausführliches Plotten liegt mir gar nicht, weil sich meine Geschichten erst im Laufe des Schreibprozesses entwickeln (so gehe ich übrigens auch bei meinen Sachbüchern vor).

    Allerdings überarbeite ich auch schon zwischendurch. Meistens steht das sogar am Anfang meines Schreibtages, ich steige zwei, drei Seiten vor der aktuellen Stelle in meine Geschichte ein, und während ich die Seiten lese, korrigiere ich gleich, was mir auffällt.


    Aber ich denke, da hat jeder seine eigene Vorgehensweise.

    Hallo Tom,


    wir haben uns gestern die erste Staffel bei Amazon prime gekauft und bereits die erste Folge gesehen, noch ohne Maryl Streep, sie kommt ja im Roman gar nicht vor, soweit ich mich erinnere.

    Der Film ist tatsächlich gut gemacht und bislang auch eng an der Romanvorlage.

    Hallo Tom,


    diese zweite Staffel basiert aber nicht mehr auf dem Roman, richtig? Oder hat sie tatsächlich noch einen Nachfolgeband geschrieben, wenn ja, finde ich den nirgends.

    Ich lese gerade "Die Frau von früher", es gefällt mir nicht ganz so gut wie "Tausend kleine Lügen", allerdings hält es mich trotzdem noch jeden Abend davon ab, so rechtzeitig ins Bett zu gehen, dass ich nicht morgens den Wecker aus dem Fenster werfen will.

    Ich habe das Buch gelesen, das war streckenweise sogar recht lustig. Vor allem hat mir der Erzählstil der Autorin gefallen. Von dem erfährt man ja in dem Film nichts.

    Trotzdem, wenn ich die Serie irgendwo wieder mal entdecke, werde ich sie mir unbedingt anschauen.

    Hallo Tom,


    mal kurz weg von den Filmen, weil Du eben auch die Literatur und da vor allem die Krimis angesprochen hast: Ich oute mich mal als Jo-Nesbö-Fan. Wer die Krimis um seinen Ermittler Harry Hole mitverfolgt, hat bestimmt auch schon festgestellt, dass Nesbö seinen Helden schon mehrmals fast gekillt hätte. Aber eben nur fast. Er hat mal in einem Interview auf Englisch in etwa gesagt, wenn es vorbei sei, dann sei es vorbei, es werde keine "Auferstehung" geben.

    Nur ist Harry Hole vermutlich seine beste Einnahmequelle. Ab und zu schreibt er andere Einzelromane, aber ich habe den Eindruck, dass er mit denen primär Erfolg hat, weil man eben Bücher kauft, auf deren Cover sein Name steht.

    Mit anderen Worten: Harry Hole lebt noch immer! Das hat schon mal fast Dallas-hafte Züge angenommen, wenn sich im Folgeband herausgestellt hat, dass der Herr Ermittler nur scheinbar ermordet wurde, in Wirklichkeit aber vor der Öffentlichkeit verborgen zunächst im Koma lag, um dann ab der Mitte des (Folge)Romans genesen und in alter Form weiterzumachen :).

    Nesbö hat seinen elften Roman schon selbstironisch "Nummer elf von zehn" genannt und spielt damit auf eine Tradition an, derzufolge skandinavische Krimireihen grundsätzlich nur zehn Bände umfassen. Ich glaube, mittlerweile ist er bei Band 13, und inzwischen lässt er jeden Band so enden, dass sich auch die Entwicklung des Helden grundsätzlich noch weiterspinnen ließe.


    Schon faszinierend mitzuerleben, wie ein Autor seine beste Geldquelle sicherheitshalber nicht endgültig umbringt. Und bisher ist ihm die Weiterentwicklung seiner Figur sogar immer halbwegs glaubhaft gelungen.


    P.S.: Ich denke immer mehr über Netflix nach. Nur schauen wir an sich sowieso eher wenig fern, das nimmt zu viel Zeit weg, die man anders genauso gut oder besser verbringen könnte. Bin mir nicht sicher, ob sich die Investition lohnt. Und WENN sie sich lohnt, ist das auch nicht unbedingt das Nonplusultra:).


    Gute Mini-Serien sind übrigens auch die Verfilmungen der Tetralogie ("Meine geniale Freundin") von Elena Ferrante. Leider sind bisher nur die ersten beiden Bände verfilmt, jeweils als 8-teilige Serien. Aktuell gibts die bei Amazon Streaming, allerdings auch nicht gratis.

    Hallo Tom,


    Amazon-Streaming haben wir schon, da gibts allerdings nicht so besonders viel Überzeugendes. Und die meisten Filme muss man ohnehin noch mal gegen Gebühr leihen, ein paar Serien haben wir gefunden, aber viele waren das nicht. Wir haben teilweise wieder auf die guten alten DVDs zurückgegriffen.

    Was das Angebot des öffentlich-rechtlichen Fernsehens betrifft, hast Du recht, und das, obwohl wir sogar noch den ORF als Alternative haben. Höchstens ORF III hat ab und zu mal was Sehenswertes.


    @Clarissa: Ist die Serie als Buch unter dem Titel "Tausend kleine Lügen" erschienen? Dann habe ich das nämlich gelesen. Hat mir sehr gefallen. Leider können meiner Ansicht nach die anderen Romane der Autorin nicht mithalten.

    Hallo Tom,


    und wie hat Euch Staffel 1 gefallen?

    Immerhin war das mal die ARD, ich habe den Eindruck, für Serien braucht man heute Netflix. Und dazu haben wir uns noch nicht durchringen können. Ich weiß auch immer noch nicht, ob sich die Investition lohnt oder ob das nur dazu führt, dass man permanent vorm Fernseher hängt;).

    Hallo Tom,


    die erste habe ich verpasst, und in der ARD-Mediathek war sie bei uns leider nicht abrufbar. Anders als Staffel 2, die kann man anscheinend nun auch im Ausland anschauen. Klappt das, oder sollte man die erste Staffel besser auch kennen, bevor man sich die zweite ansieht?


    Liebe Grüße

    Anja

    "fand" ist richtig.

    finden - fand - gefunden. Es ist ein unregelmäßiges Verb, das folgt nicht immer der Logik und man kann die Vergangenheitsform hier auch nicht (immer) analog zu der eines anderen unregelmäßigen Verbs bilden.

    Glaube ich zumindest mal.

    Hallo Tom,


    da gebe ich Dir zwar recht mit Deinen Äußerungen zur Empathie. Aber ... alles könnte ich nicht. Beziehungsweise in alle Menschen könnte ich mich nicht hineinversetzen. Zum Beispiel nicht in Techno-Fans. So wie Du Dich vielleicht nicht in Klassikhörer hineinfühlen kannst (ist aber nur eine Vermutung).


    Gerade bei Musik setzt meine persönliche Empathie völlig aus. Was fühlt jemand, der sich Sachen anhört, die für mich allenfalls als Urlaute durchgehen würden, aber nicht mehr als Melodie? Oder für den Musik gar nicht hart und aggressiv genug klingen kann, obwohl er oder sie selber gar nicht aggressiv ist, die Musik also gar nicht als Katalysator einsetzt?


    Aber das wäre eigentlich ein ganz eigener Thread, ich finde es nur gerade interessant.

    Hallo Felix,


    ich komme ja ursprünglich aus Norddeutschland. Aber "weißeln" finde ich ganz normal. Ich glaube, das schreibt auch Max Frisch in "Andorra", aber gut, der Mann war Schweizer, vielleicht ist es da auch üblich.


    Eine andere schöne dialektale Form ist "haltet" statt "hält". Sagt mein Sohn immer. "Der Zug haltet dort nicht" / "Der Nagel haltet das Bild nicht." etc.


    @Jo: Ich leiste hiermit Abbitte. Mit dem Schwäbischen kenne ich mich so gut wie gar nicht aus. Aber klar, es gehört ja auch zu den oberdeutschen Mundarten.