Beiträge von Dorrit

    Bei mir hat sich heute Janice Goldklang von other press in New York wegen der Übersetzungsrechte für den Äthiopier gemeldet :D


    Es gibt eine Janice Goldklang dort tatsächlich, allerdings wird die den Verlagsnamen nicht vor dem @ stehen haben und danach nur eine Zusammensetzung aus Vor- und Nachnamen.


    Schade eigentlich, denn ich stimme Janice zu, die meint:


    Auch die Verbindung von persönlicher Geschichte und den historischen Umwälzungen rund um Sozialismus, Migration und die Beziehungen zwischen Afrika und Europa könnte für ein englischsprachiges Publikum von großem Interesse sein.

    Aus diesem Grund möchten wir unser Interesse an den englischen Übersetzungsrechten für Der Äthiopier bekunden. Wir sind überzeugt, dass die emotionale Tiefe, der historische Kontext und die kulturübergreifende Perspektive des Romans eine wertvolle Bereicherung für unser Programm darstellen könnten.

    Vielleicht verweise ich sie an meinen Verlag - weil: Ich habe die Übersetzungrechte ja gar nicht. Wenn "Janice" ihre Hausaufgaben richtig gemacht hätte und nicht nur die KI irgendwas zusammenrotzen lassen hätte, würde sie das wissen und hätte sowieso gleich dort angefragt.


    Aber vermutlich habe ich keine Lust, Zeit auf eine Antwort zu verschwenden. - Ich bin gerade ohnehin so müde von der Flut an Nachrichten, SoMe, Spam, etc. - und es kostet mich zunehmend zu viel Kraft, mich dagegen zu wehren und ich verbringe zu viel Zeit damit. Auch wenn so was wie das hier ja schon auch witzig ist.


    Aber ich bekomme zunehmend das Gefühl, dass mir mein Leben zwischen alledem irgenwie "versickert". Geht Euch das auch so? (Sorry für den kleinen OT-Schlenker)

    zu deinem ersten Absatz: man könnte als Verlag/Self-Publisher-Verband ein No-KI-Kennzeichen aufs Buch drucken und damit eine Handarbeits-Garantie abgeben, die jetzt jederzeit und durch jeden standardmäßig maschinell nachprüfbar wäre... wäre angesichts des zunehmend ramponierterereren Rufs der KI-Branche auch ganz gutes Marketing, schätze ich.

    Naja, damit würde man aber den KI-Kram quasi als den "Normalfall" legitimieren, während die Handarbeit das "Besondere" wäre. (Wie bei Bio-Lebensmitteln, z.B.). Irgendwie ist das auch nicht so ganz das, was wir wollen, oder?


    Die Antwort darauf kann nur lauten: Qualität, Qualität, Qualität.

    Naja, wenn die aber gar nicht mehr gesehen wird, weil das schnell hingerotzte KI-Zeug die Sichtbarkeit nimmt, ist das zwar irgendwie ein hehres Ziel, hilft aber nicht wirklich. Es gibt ja nicht mehr Leser (und erst recht nicht mehr Buchkäufer) und wenn sich ein Teil davon überhaupt nicht daran stört, dass die KI das Buch geschrieben hat, dann bleibt halt auch für Qualität nur noch wenig Leser- und Käuferschaft übrig.


    Leider habe ich schon von einigen Leser:Innen gehört, denen so was völlig schnuppe ist.

    Eben :kopfhau

    Ja, das mit der Kennzeichnung durch die Anbieter stimmt - ist aber eben etwas anderes als wenn direkt erkennbar ist, dass es sich um ein KI-Buch handelt. Wie das für Käufer erkennbar sein wird, weiß ich nicht.


    Und ja, es gibt für das KI-Zeugs kein Urheberrecht und das Zeug ist quasi gemeinfrei. Für Amazon dürfte es allerdings egal sein, so lange irgendjemand das kauft und liest. Und bei den Erstellern solcher Machwerke - ich hatte da ja mal hier Beispiele gepostet, meine ich - geht es ja nicht um langfristige Karriere, sondern das schnelle Geld. Wenn man eine Woche nach dem Tod von AnNa R einen Roman "Rosen ohne Stolz: Die Geschichte hinter der Stimme herausbringt, ist das nicht auf eine langfristige Autorenkarriere ausgelegt, sondern darauf, auf dien Zug der Trauer aufzuspringen und da zu verkaufen. Wenn das jemand später klaut ... so what.


    Das mit dem "gut fürs Geschäft" frage ich mich ja ohnehin bei Verlagen gern, wenn die auf den KI-Zug aufspringen. Weil: Wenn ich mir von der KI Lesestoff nach meinem Geschmack ausspucken lassen kann, wozu soll ich dann noch einem Verlag als Zwischenhändler Geld dafür bezahlen, dass der mir KI-Krams herstellt :rolleyes

    Aber gilt das nicht nur für Inhalte, die wichtige Informationen vermitteln wie Nachrichtendienste? Ich glaube, für Belletristik ist es irrelevant.

    Genauso ist es.

    Es gab einige Artikel zum Thema, die das geschickt umschifften, deshalb ist das nicht so deutlich geworden, aber leider ist es so wie Du sagst: Für Belletristik gilt es nicht.

    ... und aktiv verkennt, dass in nicht wenigen westlichen Gesellschaften für zwei, drei nachwachsende Generationen längst nahezu vollständige Gleichberechtigung erreicht ist, und sich in vielen Fällen sogar eine Dominanz der Frauen abzeichnet, die sich bald in alle gesellschaftlichen Bereiche verzweigen wird.

    Ernsthaft? Spannend. Welche Länder sind das?

    Vielleicht magst Du mir das ja verraten - ich denke eher nicht, dass ich dieses Buch lesen will.

    Das ist nicht zutreffend und in unschöner Weise vereinfachend. Hast Du Dich über das Haber-Verfahren informiert?

    Zum ersten Teil: Nein, es ist nicht unschön vereinfacht. Genau so ist es. Da wird irgendwo irgendwas geraunt, nicht einmal das BKM weiß, was für Erkenntnisse das sind. Und die Betroffenen schon mal gleich gar nicht.


    Und ja, Du bist nicht der Einzige, der sich mit dem - übrigens durchaus umstrittenen - Haber-Verfahren beschäftigt hat.

    Eine Zeremonie, der mit ziemlicher Sicherheit zum Eklat geraten wäre.

    Woran jetzt aber die Buchhandlungen eher keine Schuld haben.

    Den Skandal hat WW sich selbst eingebrockt. Und duckt sich dann einfach weg. DAS nenne ich schwach.


    Und ja, er bestraft die anderen Buchhandlungen, selbst wenn diese keine Einzelsichtbarkeit bekommen hätten, gehört die Preisverleihung einfach dazu. Und ich finde auch nicht, dass es uns ansteht, zu beurteilen, wie wichtig die Preisverleihung für die Buchhandlungen gewesen wäre.


    Ich wollte hier gar nicht wirklich mitdiskutieren - aber diese Verdrehung geht mir schon etwas auf die Nerven.

    Vielleicht auch deshalb, weil es so ein Muster ist, das im Moment überall zu sehen ist, ich kann das nicht gut ab: Politiker treffen schlechte Entscheidungen, ausbaden müssen das andere und dann inszenieren sich die Politiker als Opfer :rolleyes


    Dabei könnten sie einfach mal etwas bessere Politik machen, z.B. nicht heimlich von einer Jury ausgewählte Buchhandlungen vom Verfassungsschutz überprüfen lassen, sie auf ein geheimnisvolles "Es gibt Erkenntnisse" ausschließen und dann auch noch denen gegenüber dreist zu behaupten, die Jury hätte sich gegen sie entschieden.


    Ich finde auch, dass Verfassungsfeinde nicht von Steuergeld gefördert werden sollen. Wenn es aber schon reicht, dass da irgendwas geraunt wird, um zum Verfassungsfeind erklärt zu werden, habe ich ein Problem damit.

    Dennoch: Die Buchhandlungen hätten durch eine Preisverleihung zusätzlich Sichtbarkeit bekommen - sowas ist ja heutzutage nicht unwichtig.


    Und sie haben den Termin eingeplant, Reise und Übernachtung nach Leipzig gebucht (die zu diesem Termin eher nicht mehr stornierbar ist), eine Aushilfe für den Laden eingestellt, etc.


    Ganz kompletter Unsinn ist das also nicht, was Michael schreibt. Es stimmt, dass sie Urkunde und Geld trotzdem bekommen.

    Und dass da ein Mann zu feige ist, mit den Konsequenzen seiner Entscheidung umzugehen, ist auch richtig.

    Ich bin für "Der Äthiopier" 2018 nach Äthiopien geflogen, um dort mit Adane über sein Leben zu sprechen.


    Ich kannte ihn als Tourguide einer Rundreise, die von einem deutschen Veranstalter organisiert war - und hatte keine Ahnung, wie vertrauenswürdig Adane als "Privatperson" sein würde. Er versprach, mich am Flughafen in Addis abzuholen; keine Ahnung, was ich gemacht hätte, wenn er nicht da gewesen wäre. Am nächsten Morgen sind wir mit dem - von ihm im Vorfeld gebuchten - Zug weiter nach Dire Dawa gefahren, wo er ein Hotel reserviert hatte.


    Ich habe ihm einfach vertraut, auch als er mich für unsere Gespräche in die nachmittäglichen Kath-Runden mit seinen Freunden schleppte, die dort schon mal eine Waffe unter einem Kissen versteckten, auf dem sie saßen, was ich - vermutlich glücklicherweise - erst am Ende des Nachmittags mitbekam.


    Und obwohl ich eigentlich wusste, dass Äthiopien sicherheitsmäßig ein etwas heikles Pflaster war, hatte ich mich nicht in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eingetragen und war ziemlich panisch, als bei einer Kundgebung in Addis eine Bombe explodierte. Das waren die ersten Wochen von Abiy als Ministerpräsident und ich war mir - dann - nicht mehr sicher, ob die Lage wirklich so stabil war, wie ich mir eingeredet hatte.


    Nicht nur einmal habe ich mich gefragt, ob ich nicht einfach wahnsinnig naiv war, mich einfach so komplett ohne Plan B auf diese Reise einzulassen. (Wobei natürlich ein deutscher Pass und eine Visa-Card schon auch immer ein guter Plan B sind).


    Da ich während des Schreibens beschlossen habe, nie wieder eine Hauptfigur aus einem anderen Kulturkreis zu schreiben, werde ich solche Abenteuer wohl nicht noch einmal erleben. Allmählich werde ich wohl auch zu alt für sowas 8)

    Ich hole diesen Thread noch einmal hoch, weil bis morgen noch die Auslosung für eine Leserunde bei Lovelybooks läuft, die der Verlag macht, bei dem Adane jetzt gelandet ist.


    Falls also jemand von Euch das Buch gern lesen möchte, aber bislang noch keine Gelegenheit hatte, es zu kaufen, kann er/sie es mit ein bisschen Glück gewinnen.


    Hier geht es zum Lostopf.

    Viel Glück.

    Jo, im Deutschen ist das so (also noch entfernt von wirklicher Konkurrenz zum menschlichen Schreiben), glaube ich, ohne dass ich wirklich etwas ausprobiere, ich kriege nur so am Rande einiges mit.

    Aber im Englischen funktioniert das mE schon sehr viel besser, da gab es einfach mehr Futter. In dem Zusammenhang könnte man auch noch einmal darüber nachdenken, wie schwierig das mit der KI ist, weil sie z.B. vermutlich kaum etwas auf Suaheli hat oder so - wenig Sichtbares wird also noch unsichtbarer.


    Was einer der Gründe dafür ist, dass ich nicht mit dem Zeug arbeiten will: Ich will das nicht noch zusätzlich füttern. Albern und nutzlos, das ist mir klar, aber irgendwas in mir weigert sich bislang. Bin halt ein Fossil, was das angeht, und merke gerade in diesen Monaten, dass ich offensichtlich alt geworden bin und auf diversen neumodischen Kram einfach keine Lust habe :achsel Mal sehen, wann sich das ändert :kratz2

    Warum soll man sich einen KI-Roman für 2 Euro kaufen, wenn man ihn für 0 Euro selber erstellen kann?

    Das denke ich auch schon die ganze Zeit. Wenn der Leser dann nur noch ein paar Stichworte eingeben muss: Liebe, Italien, gutes Essen, arme Frau, reicher Mann oder umgekehrt ... wozu dann überhaupt noch Verlage oder Autoren. Braucht dann kein Mensch mehr :(


    Ich glaube, ich lasse das mit dem Schreiben gleich ganz ;(

    Ich finde es einfach zu harte Arbeit, um dann mit sowas konkurrieren zu wollen.


    Hatte ich das hier schon mal gepostet? Das hat eine "Autorin" nicht einmal zwei Wochen nach dem Tod von AnNa R. herausgebracht.

    Und vier Tage nach dem Tod des Papstes kam dieselbe "Autorin" dann mit diesem hier.

    (Ich kann zum Inhalt nichts sagen, weil ich einen Teufel tun werde und dafür auch noch Geld ausgebe.)


    Das hat mich echt entsetzt, aber das ist dann wohl die schöne neue Welt, mit der wir da umgehen.