Beiträge von Tom

    Hallo, Katarina.


    Zitat

    schließen die Tätigkeit als Autor und die Tätigkeit als Literaturagent eigentlich einander aus?


    Klar kann es Interessenkonflikte geben (wenn die eigenen Werke und diejenigen zu vertretender Autoren ähnliche Zielgruppen haben und man sich der Versuchung ausgesetzt sieht, die eigenen Traktate vorrangig zu bewerben), aber das ist in vielen Branchen der Fall. Damit müßte man in einer solchen Konstellation sensibel umgehen, sonst verlöre man Klienten. Aber einen generellen Ausschluß sehe ich eigentlich nicht. Es gibt auch Verleger, die selbst schreiben.

    Huhu.


    Ich kenne keine Schreibrituale, aber ich schreibe (auch) sehr gerne unter Menschen, mitten im Lärm, vorzugsweise spätnachts in einer Kneipe bei ein, zwei Bierchen, Fluppen und netter Hintergrundmucke. Wann immer ich dann stocke oder nicht weiter weiß, blicke ich vom Laptop auf - und sehe immer sofort irgendwas Inspirierendes. :bier

    Hallo, Jo.


    Zitat

    Hattest du auf den Titel von "Radio-Nights" irgendeinen Einfluss, Tom? Ich glaub nämlich, dass es zu guten Teilen auch der Titel ist, der einen Verkauf verhindert hat. Hab von einigen Freunden gehört, dass sie ein Buch mit diesem Titel nicht kaufen würden. So geil das Cover auch aussieht, auch "Idiotentest" passt mir nicht recht.


    Ja, ich hatte Einfluß, bei beiden Titeln. "Radio Nights" hieß ursprünglich "Fuck Radio" 8) - und das wollte natürlich niemand beim Verlag. Wir haben dann viele Titel gewälzt, meistens Vorschläge von mir (z.B. "Nachtratten"), favorisierten dann "Radio Days", was aus Titelschutzgründen nicht ging, und daraus wurde dann "Radio Nights". Ja, der Titel hat sicherlich den einen oder anderen Leser abgeschreckt.


    Bei "Idiotentest", das ja ursprünglich "Taxi ins Wohnzimmer" hieß - ein Titel, den ich immer noch sehr gerne mag -, gab es große und lange Diskussionen mit den Vertretern. Der Titel klang für viele im Verlag irgendwie zu schwul (es gibt einen Schwulen-Film mit dem Titel "Taxi zum Klo"), und aus meiner Vorschlagsliste wurde dann ziemlich schnell Broxis Vorschlag (wo steckt die eigentlich? ?() "Idiotentest" ausgewählt. Das war nicht mein Favorit, aber das Cover bricht ihn m.E. ganz vortrefflich, so daß ich damit leben kann - das Buch springt einen vom Neuerscheinungenstapel förmlich an (mich natürlich ganz besonders.)


    Titelei ist ein laaaanges, leidiges Thema. Zufrieden ist man irgendwie nie, frag mal Iris. Aber da es nun einmal zum Marketing und damit zum Verantwortungsbereich des Verlags gehört, bleibt es auch ein leidiges Thema. Ich kann mich schon über meine Mitsprachemöglichkeiten freuen.


    Zitat

    Zu den Verissen: So ärgerlich sie sind, ich finde, dass sie was über den Charakter des Buches aussagen. Gehören auch zum Profil, sozusagen. Aber das Just-mag-Ding ist mir eine Spur zu beleidigend, um nur ein Verriss zu sein.


    Das sehe ich (erster Teil) auch so, und auch zum zweiten Abschnitt gebe ich Dir recht - das ist mir eine Spur zu persönlich (aber ich schwöre Stein und Bein, mit dem Kritiker noch niemals bewußt Kontakt gehabt zu haben - andererseits, wer weiß, wen wir schon alles in der BT-Liste verrissen haben, ohne zu wissen, wer dahintersteckt? 8)).


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    Diese Amazon-Rezensionen sind ziemlich eigenartig. Zum Beispiel gerade Donna Leons Brunetti. Mir scheinen da auch manche ihren ausnehmend exquisiten Geschmack an einem doch recht erfolgreichen Werk profilieren zu wollen.


    Ich wollte die amazon-Rezis auch nicht qualitativ/inhaltlich bewerten - aber sie haben Einfluß, da bin ich sicher.

    Hallo, Susanne.


    :rofl


    Nunwohl. Ich sag's mal so: Zu "Radio Nights" habe ich ausschließlich positive Kritiken bekommen, aber das Buch hat sich nicht verkauft. Jetzt ist es zwar nicht umgekehrt, aber es verkauft sich deutlich besser. Wenn ich dafür ein paar dieser Kröten schlucken muß - immer her damit. :D

    Huhu, TWJ.


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    Ich weiß, dass das kein Trost ist! Wollte trotzdem mal virtuell auf Deine Schulter klopfen!


    Herzlichsten Dank! :) Wie gesagt - halb so wild.


    Der Flaubert-Vergleich hat mich schwer zum Lachen gebracht, aber aus Gründen, die ich hier nicht erklären kann. BTW, zurück zu Monikas Buch ... 8)

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    Aber was soll 's?


    Ich sehe das extrem locker - okay, über die ersten zwei Sätze der justmag-Rezension habe ich mich wirklich geärgert, aber man kann niemanden zwingen, ein Buch zu mögen, und negative Presse ist immerhin Presse. Geht mir tendentiell echt am Arsch vorbei, tatsächlich - ich bin ganz erstaunt von mir. 8)


    Allerdings: Über die schlechten Bewertungen, die Du insbesondere zu "Die Schwerter des Tiberius" bekommen hast, habe ich mich wirklich sehr geärgert, weil da eine Absicht hinter zu stehen schien. Und diese Durchschnittsbewertung bei amazon hat tatsächlich Einfluß auf das Kaufverhalten. Wenn der fünfte Stern hohl bleibt, bleiben auch ein paar Leser weg.

    Hallo, hpr.


    Das deckt sich auch mit den Rückmeldungen, die ich so bekomme. Fast alle weiblichen Leser finden insbesondere den zweiten Teil - ab Harrys Tod - sehr traurig, und viele regen sich über den Klappentext ("rasend komisch") auf. Allerdings haben auch ein paar männliche Leser zugegeben, die eine oder andere Träne im Knopfloch gehabt zu haben. ;(

    Hallo, Monika.


    Congrats und viel, viel, vieeeeeeell Erfolg! :strauss :strauss :strauss


    Allerdings hat mich diese Zeile aus der (Vorab-? ) Rezension bei amazon schon etwas befremdet:


    Männer, die sich mit ihren meist negativ besetzten Geschlechtsgenossen identifizieren könnten, werden das Buch beiseite legen.


    Da saß ich eine ganze Weile grübelnd davor. Ich wußte nicht, ob ich es als geschlechtsspezifische Unterstellung einer Kollektivschuld oder einfach als dramaturgischen Übergriff innerhalb der Rezension verstehen sollte. Beim Stöbern hätte ich dieses Buch aufgrund dieser Rezension nicht bestellt.

    Hallo, Hans Peter.


    Das hier schrub - u.a. - ein amazon-Rezensent, der einzige bisher:


    Zitat

    Herrlichster irrelevanter Surrealismus erwarten den Leser hin und wieder in Schulzes Buch


    :rofl


    (Anm.: Der Rezensent vergab (dennoch?) 5 Sterne.)

    Hallo, hpr.


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    Was unterscheidet eine Soap von einer Telenovela?


    Und jetzt die ernsthafte Antwort: Soaps sind dramaturgisch auf weitgehend beliebige Austauschbarkeit angesetzt (der Szenen, der Figuren) und auf gleichfalls beliebige Dauer, wohingegen "Telenovelas" dramaturgisch in sich abgeschlossen sind und ein Ende haben (gottseisgetrommelt). Scheiße sind beide Gattungen.


    Kleine Ergänzung: Der Begriff wird neuerdings nur deshalb im deutschen Fernsehen gebraucht, um die neuen dusseligen Billigheimerproduktionen von den alten dusseligen Billigheimerproduktionen abzuheben. Er stammt aus dem lateinamerikanischen Raum, vor allem in Brasilien gehören "Telenovelas" zum beliebtesten Fernsehgut, weit mehr als Spielfilme, die sich dort viele Sender nicht leisten können.


    http://de.wikipedia.org/wiki/Telenovela

    Hallo, Pearl.


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    Hier nicht. Hier muss ich zurückklicken, um es auszuixen.


    Wenn ich Dich richtig verstehe, öffnet Dein Brauser ein neues Fenster, wenn Du hier bist und über Deine "Favoriten" (auch bei Eingabe einer URL?) woanders hinwillst? Das macht keiner meiner Brauser (Netscape, Firefox, IE). Jedenfalls kann das nicht am Forum liegen. Meiner bescheidenen Meinung nach. 8)

    Hallo, Angelcurse.


    Ich lese nicht mehr so viel Fantasy, und das liegt zu einem Gutteil daran, daß mir immerzu entweder Namen mit Auslassungszeichen (K'Rani) oder mit willkürlich gesetzten Accents ohne Ausspracheerklärung (Moíl) präsentiert werden, und zwar inzwischen durch die Bank von fast allen Autoren. Klar, die Figuren sollten nicht Manfred oder Sabine heißen, aber etwas mehr Originalität wäre da langsam wieder angebracht.


    Das Problem ist: Wenn Du keine eigene Sprache mit dazugehöriger Grammatik erfinden willst - etwas, das zum Beispiel Tolkien gemacht hat, tatsächlich war das erst der Anlaß dafür, HdR zu entwickeln -, mußt Du irgendeinen halbherzigen Kompromiß eingehen oder all Deine Namen ähnlich (und zumeist gezwungen "fremdartig") komponieren.


    Wie auch immer. Die Phantasie ist gefragt. :D

    Hallo, Hans-Peter.


    Zitat

    Margret Atwood hat auch sonst einige sehr empfehlenswerte Bücher geschrieben


    Ich werde ganz sicher noch mehr von ihr lesen. Aber im Moment grinst mich ein fast raumhoher Stapel an, und wenn er nicht grinst, raunt er: Lies mich! Lies mich! Wie gruselig. :groar

    Der Brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck soll die Nachfolge von Münte antreten. Wird er die Gelegenheit nutzen und sich seines irgendwie schmutzig wirkenden Stoppelgebärtes entledigen?


    :titanic

    Hallo, Susanne.


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    Macht ihr selbst Marketing für eure Bücher und wenn ja - wie?


    Ich habe einen vergleichsweise großen Bekanntenkreis, darunter auch einige Multiplikatoren, und da ich ausgesprochen gerne über das rede, was ich so tue, hat das sicher auch seine Wirkung. Ich bestücke die Presseabteilung mit zusätzlichen Adressen für Rezensionsexemplare. Und ich bin in einigen Bücherforen aktiv, vor allem bei den Büchereulen - da steckst Du seit ein paar Tagen ja auch -, aber nicht vornehmlich, um meine Bücher zu verscheuern, sondern hauptsächlich, weil es einfach Spaß macht (mehr als ein Forum ist auf diese Art aber nicht zu bewältigen). Allerdings sind die erstens nicht unkritisch (also kaufen nicht einfach Bücher, nur weil man erzählt, man hätte sie zufällig geschrieben), und sie reagieren (verständlicherweise) wenig auf Leute, die lediglich Eigenwerbung betreiben und sich sonst nicht umtun. Was auch etwas bringt, das ist, sich in solchen Foren für Leserunden (unter Beteiligung des Autors) anzubieten, aber auch das sehen die Forenmitglieder nicht so gerne - der Anstoß muß von innen kommen.


    Mit all dem verkaufe ich vielleicht zusätzliche 500 Bücher. Das ist nicht sonderlich viel. Und das soll es auch nicht sein. Marketing ist die Aufgabe des Verlages. Ich reagiere selbst empfindlich auf Leute, die sich in Foren einschreiben, Gästebücher zumüllen und ähnliches, nur, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich halte es da eher mit der alten "Qualität setzt sich durch"-Maxime. Und wenn nicht, dann eben nicht. 8)

    Huhu, Angelcurse.


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    dass ich seit nicht allzu langer Zeit auch wieder an einem Roman schreibe, einem ernsthaften, nix mit Kelly Family


    Och. Schade. Ich stelle mir einen Horrorthriller oder irgendwas Splattermäßiges mit der Kelly Family durchaus lesenswert vor. :P


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    Eine Autorin hist. Romane hat bereits einmal über den ersten Teil des ersten Kapitels drübergeschaut und meinte, man müsste vorsichtig sein, da Tempel und Burgen nicht zusammenpassen würden. Auch nicht in einem Fantasyroman.


    Nunwohl, das ist m.E. eine der Freiheiten, die man als Autor von Fantasyromanen (im Vergleich zu einem Autor historischer Romane) durchaus hätte - wenn es denn Sinn macht und irgendwie erklärt wird. Jedenfalls gibt (gab? :wow) es auf der "Scheibenwelt" (Terry Pratchtett) Burgen, Tempel, Pyramiden, und, und, und ...