Beiträge von Tom

    Hallo, Uve.


    Ich habe mir erlaubt, diesen Satz an meinen Lektor zu schicken:


    Aber Aufbau, igitt, olle Ostmuschpoken, da haben sie mal ne Perle und machen nichts draus.


    :anbet

    Toll, daß der Thread jetzt so inhaltsschwanger "gar nicht ..." heißt. :wow


    @Iris: Kannst du das wieder ändern? Ich versuche es, aber ich glaube nicht, daß es funzt ...

    Das Ende der Menschlichkeit


    Ein Autofahrer erblindet plötzlich, während er an der Ampel auf grün wartet. Es ist kein „normales“ Erblinden; der Mann sieht weiß, nur noch weiß, mit geöffneten wie geschlossenen Augen. Ein anderer Mann, der ihm hilft, seine Wohnung zu finden, klaut ihm danach das Auto, aber auch dieser Mann verliert seine Sehkraft, wie der Augenarzt, den der „erste Blinde“ aufsucht, und es folgen andere.
    Die Regierung ergreift schnell drastische Schritte; die ersten sechs Blinden und alle Menschen, die mit ihnen Kontakt hatten, werden interniert, in ein ehemaliges Irrenhaus verbracht, im rechten Flügel die Blinden, im linken die vermeintlich Infizierten. Um weitere Infektionen zu vermeiden, beschränkt man sich darauf, den „Kranken“ Essen in Kisten bereitzustellen. Sonstige Hilfe gewährt man ihnen nicht. Wie sie sich im Irrenhaus organisieren, das bleibt ihnen überlassen, und man gibt ihnen nichts als das Essen – keine Medikamente, keine Informationen, und man wird nicht einmal ihre Leichen abtransportieren.


    Rasch kommen weitere Blinde hinzu, und ebenso rasch eskaliert die Situation. Bald sind es mehrere hundert, die Essensausgabe gerät zum Drama, verunsicherte Wachsoldaten erschießen einige Insassen, die orientierungslos herumirren, die Gänge des Irrenhauses werden als Aborte genutzt, und schließlich ergreift eine Gruppe von Dieben die Initiative, reißt die Nahrungsversorgung an sich und erpreßt die anderen Blinden – zuerst um deren Wertsachen, dann um ihre Frauen. Währenddessen greift die Erblindung „draußen“ mehr und mehr um sich …


    Die Frau des Augenarztes, der vom „ersten Blinden“ aufgesucht wird, ist als einziger Mensch vom Verlust der Sehkraft verschont geblieben, aber das weiß nur ihr Mann, den sie ins Irrenhaus begleitet hat. Sie hilft den Internierten heimlich, wo sie kann, aber sie fühlt die Blindheit auf gewisse Art noch viel stärker, weil sie all das sehen muß, was die Menschen in ihrer Hilflosigkeit und existentiellen Angst miteinander tun.


    Diese apokalyptische Parabel liest sich anfangs recht sperrig, weil Saramago keinerlei Namen gebraucht, Sätze einfach aneinanderreiht, Dialoge nicht von Handlung trennt, und zuweilen philosophierend eingreift, aber das Buch vereinnahmt dann rasch, so rasch, daß man es kaum spürt und die vermeintlichen stilistischen Widrigkeiten schnell vergißt, sogar zu genießen beginnt. Das Szenario ist enorm dicht, beängstigend und spannend, von hoher Detaildichte und Glaubwürdigkeit. Vergleichbar mit Camus’ „Die Pest“ stellt der Literaturnobelpreisträger die Frage, wie weit Menschen zu gehen bereit sind, wenn die sozialen Strukturen zerbrechen, und die Antwort lautet: Beliebig weit.


    Ein faszinierendes, beängstigendes, sehr eindringliches Buch, dessen erklärungsarmes Ende den Eindruck kaum schmälert.


    Roman (TB) Rowohlt 1999, 400 Seiten, € 9,90


    ASIN/ISBN: 3499224674

    Zitat

    Die gab's bei uns in Berlin auch mal.


    Fasanenstraße, wenn ich recht erinnere. War sehr gut sortiert - ich habe da ausgesprochen gerne gekauft, Bücher und Musik. Ein angenehmer Laden. Schade drum.

    Hallo, Bianca.


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    Wann ist der richtige/früheste Zeitpunkt, beim Verlag nachzuhören, was das nach Rücksprache eingesandte Manuskript so macht?


    Es empfiehlt sich generell sowieso, vor dem Versand beim Verlag anzufragen, sich den Namen eines Lektors nennen zu lassen (oder mit ihm/ihr zu sprechen), um das Manuskript dann direkt an diesen Lektor zu schicken (und das Anschreiben entsprechend persönlich zu adressieren). Da erfährt man auch gleich, mit welcher Bearbeitungszeit zu rechnen ist.


    Ansonsten denke ich, schadet es nicht, wenn man nach vier, sechs Wochen mal anruft. Bei kleinen Verlagen ohnehin.

    Hallo, Tasso.


    Zitat

    Original von Tasso9xMeine Antwort wäre gewesen: "10 Finger blind auf dem PC". Aber das konnte man ja nicht auswählen.


    Doch, konnte man. Es ist eine Multiple-Choice-Umfrage, und man konnte aus genau diesem Grund bis zu zwei Antworten ankreuzen. 8)

    Hallo, Tasso.


    Zitat

    Wie lange dauert es, bis Amazon die Texte freigibt?


    Ungefähr eine Woche. In einigen Fällen veröffentlicht Amazon die Rezensionen überhaupt nicht, gibt dafür aber keine Begründung.


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    Lohnt sich das überhaupt für Fachbücher mit speziellem Thema, was meinst du?


    Es lohnt sich immer. Wenn sich jemand für das Buch interessiert, liest er in > 80% der Fälle auch die Rezensionen dazu.


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    Eigentlich könnte ja der eine oder andere seine Rezensionen hier im Forum bekannt machen. Wir könnten dann zu Amazon wechseln und die Rezensionen als "hilfreich" anklicken. Was meinst du/ihr?


    Herzlich gerne - ich praktiziere das bereits, wie Du im Bereich Buchvorstellungen sehen kannst. :D Und mit den "BUCH"-Tags (Symbol mit dem aufgeschlagenen Buch über dem Nachrichteneditor) kann man per ISBN direkt einen Link auf das Buch legen.

    Das ist ein netter Versuch von amazon, aber vor Gericht dürften sie kaum eine Chance haben, den Urheberrechtsinhaber zu belangen. Dieser Passus ist vor allem für Amerika gedacht. Es gibt übrigens - ich muß das nachher mal raussuchen - einige Rechtsexperten, die der Meinung sind, aus dieser Klausel ließe sich ein Honoraranspruch der Rezensenten ableiten.
    Wie auch immer. Meine Rezensionen werden an verschiedenen Stellen veröffentlicht (z.B. hier), und ich habe nicht die geringste Sorge vor einer Auseinandersetzung mit amazon. 8)

    Da ich schreiben als Entspannung empfinde, fehlt es mir selten an Motiviation, auch nach einem sechzehnstündigen Arbeitstag nicht. Im Normalfall. Wenn etwas geschehen muß - ein Manuskript muß fertig werden -, dann geht es mir wie Tasso. Ganz automatisch wird ein Gutteil meiner Gedanken davon beherrscht, wie es mit der Geschichte weitergehen soll, und in jeder freizuschaufelnden Minute schreibe ich dann. In der übrigen Zeit arbeite ich gedanklich an den Sachen. Zuweilen kostet mich das ein, zwei Stunden Schlaf pro Nacht, weil ich vor dem Einschlafen auch im Kopf weiterschreibe.
    Ich schreibe kaum, wenn ich keine Ideen habe. Sind welche da, ist das Motivation genug. Und irgendwie befasse ich mich immer mit dem Schreiben, egal, was ich sonst gerade tue.

    Huhu.


    Ich bin "Top 100"-Rezensent bei amazon, was mir im Jahr 2004 ein schweres Hanser-Buchpaket beschert hat (7 Bücher, darunter "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier und "Die dunkle Seite der Liebe" von Rafik Schami). Inzwischen habe ich die fünfte oder sechste Mail eines Verlages (diesmal Ullstein) bekommen, in der mir Rezensionsexemplare angeboten werden (aktuell: "Lipstick Jungle" von Candace Bushnell). Augenscheinlich bemerken die Verlage langsam, daß es doch Leute gibt, die den Rezensentenmeinungen folgen ...

    Zweitausendeins hat mit mir auch schon gehörigen Umsatz gemacht, und es ist nie zu spät, sich für ein paar Pipperlinge eine Kafka-Gesamtausgabe zuzulegen, oder die Wahnsinnsbücher von Eckhard Henscheid - ganz dringende Empfehlung -, die es nur bei zweitausendeins gibt. Vor den Bücherpaketen muß ich allerdings ein wenig warnen: Es ist viel Schrott dabei. Meistens aber sind die Pakete so preisgünstig, daß es sich dennoch lohnt. Wenn das neue zweitausendeins-Merkheft kommt, geht bei mir i.d.R. noch am gleichen Tag die Bestellung raus. :)


    Ansonsten kaufe ich viel online - hauptsächlich bei amazon, ganz selten mal bei Bol. Das betrifft Bücher, die ich aufgrund von Empfehlungen kaufe oder weil sie von meinen "Standards" kommen. Amazon liefert schnell, hat einen guten Service, und die Pakete kamen noch nie beschädigt an.


    In Buchhandlungen stöbere ich gelegentlich mal, vor allem in der Nicolaischen, die bei mir um die Ecke ist - netter Laden, außerdem führen sie Liehr. 8) Und wenn ich geschäftlich unterwegs bin, marschiere ich in anderen Städten in fast jede Buchhandlung - nicht nur, um nachzusehen, ob sie meinen Krempel haben, sondern meistens auch, um was zu kaufen, irgendwas. Bücher kann man nie genug haben. Oder gar zuviel.


    Tauschen oder gebraucht kaufen kommt für mich nicht in Frage. Irgendwas stößt mich an Bücher ab, die andere schon gelesen haben. Ist wahrscheinlich was psychisches. :dumm

    Hallo, Horst Dieter.


    Zitat

    eine sehr merkwürdige Aussage.


    Was er damit sagen wollte, war nicht, daß er mir nicht zutrauen würde, SF zu schreiben. Er wollte damit m.E. zum Ausdruck bringen, daß ich die Art Romane, die ich schreibe, ganz gut hinkriege, wohingegen es sehr wahrscheinlich viele Autoren gibt, die Science Fiction besser schreiben als ich das bezogen auf mein Metier tue. Allerdings sagte er auch, daß es sehr schwer wäre, richtig gute SF zu schreiben. Und er vertritt einige Autoren, die sich in diesem Genre umtun.

    Hallo, Doris.


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    Muß ich da eine PN an Wolf schicken?


    Genau. Kurze Erklärung und BT im RTF-Format als Anhang. Kurz darauf erfährst Du vom allmächtigen BT-Obermotz, in welcher Woche Dein Text in der Luft zerfetzt wird (Mülleimer bereitstellen). 8)

    Hallo, Petra.


    Für Verramschung gibt es zumindest in meinen Verlagsverträgen festgesetzte Bedinungen.


    Zitat

    Könnte doch auch eine einfache Methode sein, die Buchpreisbindung zu umgehen?


    Um dann weniger am Buch zu verdienen? Ich verstehe die Frage anscheinend nicht.