Beiträge von Tom

    Die Österreicher sagen das Cola. 8)


    Bei Drinks und Cocktails scheint es überwiegend so zu sein, dass der männliche Genus verwendet wird ("der Gin-Tonic", wobei die Schreibung ohne Bindestrich auch zulässig ist, weil eigentlich keine Zusammensetzung stattfindet, sondern ein neuer Eigenname kreiert wird - wie beim "Cuba Libre", was man in der DDR sicher nicht gesagt hat und auch nicht hätte sagen dürfen, denn diese Namensgebung fand durch amerikanische Soldaten statt).


    Ich habe meine Frau gefragt, die native DDR-Bürgerin war, und es wurde "Wodka-Cola" gesagt. Es gab keinen gesonderten Eigennamen dafür. Ich würde "der Wodka-Cola" ("Wir trinken einen Wodka-Cola") sagen und es mit Bindestrich schreiben.

    Das mit dem Gaspedal war tatsächlich ziemlich dicht am Thema, aber die anderen Sachen nicht so. ;)


    Ironiedetektor im Eimer, liebe Dorrit? :knuddel1

    Ach, und da Tom und Ben den Thread eh schon geschreddert haben

    Tatsächlich habe ich ganz überwiegend ziemlich leistungsfähige und themenorientierte Beiträge geliefert, während Du das Thema mit Deinem komischen Touristenbeispiel in jeder denkbaren Hinsicht verfehlst. 8)

    Ich bin zuweilen sehr "stutenbissig". Und der ziemlich festen Überzeugung, dass das männliche, das weibliche und alle anderen menschlichen Geschlechter viel mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweisen.

    Ich schmeiß mal eine Vermutung in den Raum: Ego?

    Klar. Oder irgendso ein Machoding. Oder das, was Männer halt immer machen. Schwanzvergleich und all das. :S


    Es könnte aber auch die pure Freude an einem (auch intellektuellen) Diskurs sein. Wenn die Waffen sozusagen entscheidender als das Kampfgeschehen sind.

    Spaß beiseite. Wenn Dich das nervt, fahre ich den augenzwinkernden (aber meistens durchaus substantiierten) Widerspruch runter, Ben. ;)

    Sind wir beide Besserwisser und Rechthaber? Oder haben wir recht, weil wir es besser wissen? Oder zu wissen glauben?

    Macht das einen Unterschied? 8)


    Das ist übrigens auch ein Anglizismus, mit ähnlichem Hintergrund ("makes a difference"). Ein Unterschied lässt sich nicht machen, er entsteht als Ergebnis eines anderen Vorgangs.


    Und ich denke, wir sind beide (nicht notwendigerweise im negativen Wortsinn) Klugscheißer und Besserwisser und haben Freude daran, auch die Details zu beleuchten. Der Unterschied besteht darin, dass ich im Detail recht habe und Du nicht. :evil

    Ben Vart: Nun müsste sich noch eine Zusatzdiskussion entspinnen, ob und wann "Sinn" und "Zweck" synonym sind. Wenn ich eine Figur in einer Geschichte etwas Bestimmtes tun lasse, dann hat das mittelbar einen Zweck und mit hoher Wahrscheinlichkeit (sowohl in der Situation, als auch bezogen auf die Geschichte, ihre Botschaft und Prämisse) auch einen Sinn, und beides überschneidet sich - manchmal mag es deckungsgleich sein. Der Zweck einer Sache oder eines Umstands ist der Grund für ihre/seine Existenz. Da dieser Grund in aller Regel mit einer Zielsetzung einhergeht, steht diese werkzeugliche Eigenart der Sache oder des Umstands mit ihrem Sinn - also ihrer Bedeutung - in direktem Zusammenhang. Das Gaspedal hat den Zweck, die gliedmaßengesteuerte Dosierung des Kraftstoffnachschubs zu ermöglichen. Das ganze Konstrukt hat den Sinn, einem Menschen die maschinengetriebene Fortbewegung zu ermöglichen. Diesen Sinn kann man als Bestandteil des Konstrukts also auch dem Gaspedal (mit)zuschreiben.

    Also, immer wenn ich Gas gebe oder bremse, also die Pedale meines Autos bediene, erkenne ich, zu welchem Zweck sie eingebaut wurden und keinesfalls, dass sie Sinn ergeben.

    Das ist beeindruckend, dass Du diesen Zweck jedes Mal erkennst, aber den Sinn dieser Pedale hast Du im Rahmen ihrer ersten Verwendung erkannt - oder er wurde Dir vermittelt. Die Pedale selbst ergeben auch keinen Sinn, sondern es ergibt einen Sinn, wie und dass sie in dieser Topologie untergebracht sind.

    Kerstin: Dass wir als Menschen versuchen, Sinn zu erkennen und gegebenenfalls "hineinzudenken", wo offenkundig zunächst einmal oder grundsätzlich keiner ist, könnte man tatsächlich als "Sinn machen" bezeichnen. Aber Gegenstand unserer Diskussion ist die Redewendung, die Floskel, der Anglizismus. Etwas hat, besitzt tatsächlich einen Sinn, wie etwa das Fußpedal rechts unten im Fußraum meines PKW - wenn ich dort drauftrete, bewegt sich manchmal mein Auto. Wenn ich nun "Ah, dieses Pedal macht Sinn" erkläre, was die bevorzugte Verwendung dieser Redewendung wiedergibt, erkläre ich eigentlich, dass ich den Sinn erkannt habe. Gemacht wurde überhaupt nichts.

    Kerstin: Da würde mich ein Beispiel interessieren, dass diese Auffassung demonstriert bzw. unterstreicht. Ich meine, es bisher fast ausschließlich im von mir skizzierten Kontext erlebt zu haben.

    Um die Falschheit dieser Floskel zu verstehen, muss man nur Anwendungsbeispiele anschauen. Wann immer eine Person das nämlich erklärt, meint sie nichts anderes, als dass sie nunmehr den Sinn erkannt hat, der da ohnehin war. Es wurde kein Sinn gemacht. Er wurde höchstens endlich ausgemacht.

    Ich finde allerdings, dass sich Sinn tatsächlich machen lässt - im Sinne einer nachträglichen Zuschreibung, genauso, wie sich Recht fertigen lässt, wo vorher kein Gesetz war, und dann im Nachhinein zur Rechtfertigung wird.

    Nein. Der Sinn selbst lässt sich nicht machen. Er ist eine Eigenschaft, kein Zustand oder substanzhaltiger Gegenstand.


    Ich verstehe aber auch, warum diese handliche Redewendung so gerne verwendet wird. "Ah, das macht Sinn" ist tatsächlich eine Form von "Ja, jetzt habe sogar ich begriffen", klingt aber weniger nach mentaler Schalldämpfung. ;)

    Sinn lässt sich nicht machen, oder meinetwegen irgendwo hineinkneten. Sinn ergibt sich oder ist enthalten. Dieser - einem Übersetzungsmissverständnis entspringende - Anglizismus ärgert mich regelmäßig, und zwar sehr. Es geht mir an dieser Stelle ähnlich wie beim mit "Es ist nicht nötig, zu argumentieren" übersetzten "No need to argue", das aber tatsächlich bedeutet, dass man nicht streiten solle. Wobei der zweitgenannte Übersetzungsfehler wenigstens zu einer sinnvollen Bedeutung führt, wohingegen Sinn tatsächlich nicht gemacht werden kann. Sinn ist das Ergebnis einer anderen Tätigkeit, oder einer Tätigkeit mit oder an anderen Komponenten. Man kann ihn nicht direkt herstellen.