42er-Werkstatt? 🤔
Falls Du echt bist: Willkommen! ![]()
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Müssen wir! Ich knete mein Hirn schon. Wir können auch Ideen sammeln.
Ich schaue gleich.
Tach!
Willkommen am Montag! ![]()
Dieser Roman, der keiner ist, landete auf meiner Urlaubs-Leseliste, weil ich erschüttert feststellen musste, bislang noch nichts von Setz gelesen zu haben. Außerdem hat mich Thematik von "Indigo" interessiert, und auch die Struktur des Romans, diese Mischung aus adaptiertem Esogeschwurbel, SF, Dokumentation, Interviews, aus Abschnitten, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt sind, aus zuverlässigen und sehr unzuverlässigern Erzählern, aus Zeitsprüngen usw. usf. Das Buch ist wie eine Loseblattsammlung, aus der es teilweise ja tatsächlich besteht.
Die Geschichte basiert auf einer (selbstverständlich hinreichend falsifizierten) Theorie aus dem esoterischen Lager, die auf der Behauptung fusste, dass bestimmte Kinder eine blau gefärbte Aura hätten, die beim Kontakt mit anderen Menschen ihre Wirkung zeigen würde. Diese Theorie hat Setz etwas ausgeweitet und als wahr angenommen.
Im Prinzip geht es nach meiner Lesart um den Einfluss, den Menschen aufeinander haben, tatsächlich oder nur eingebildet, wobei die "Indigo-Kinder", die (vermeintlich) sogar Krankheitssymptome bei anderen hervorrufen können (weshalb sie u.a. für Folterungen missbraucht werden), besonders plakativ für diese Phänomenologie stehen. Gleichzeitig ist "Indigo" aber auch ein Spiel mit Wahrheit und Behauptung, und selbst hochgradig verspielt; man hat oft das Gefühl, dass Setz einfach gemacht hat, worauf er gerade Bock hatte, und dass die Struktur nicht einer zwingenden Planung folgt. Deshalb ist es (manchmal: sehr) verwirrend, den Text zu lesen, in dem der Autor auch als Figur auftritt (deren Name von anderen oft falsch ausgesprochen wird, die aber die gleiche Initialen wie eine andere relevante Figur hat), der eine Riesenmenge Auslassungen und tote Stränge und unerklärliches, scheinbar zusammenhangsloses Zeug bietet. Und den zu lesen dennoch spannend, interessant, packend und in gewisser Weise ein Vergnügen ist, weil diese mögliche Planlosigkeit auf verdammt hohem Niveau stattfindet, weil da so irre viel drinsteckt, dass man nach Beendigung der Lektüre eigentlich sofort wieder von vorne anfangen müsste, ohne ganz genau zu wissen, womit man da gerade aufgehört hat. Faszinierend und anstrengend, aber auch genial und originell.
Stand damals auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis.
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ASIN/ISBN: 3518464779 |
Hier noch der Link zum Verpackungsregister: https://www.verpackungsregister.org/
Eigentlich ist das aber überschaubar komplex. Die LUCID-Meldung ist einfach und kostenlos, danach schätzt man dann ab, wie viele Umschläge man im Jahr versenden wird, und sucht sich einen Systembetreiber, bei dem man das meldet. Das wird bei um die/unter 100 Exemplaren im Jahr vielleicht 20 € kosten, eher weniger. Und man ergänzt den Adressaufkleber, den man sowieso auf dem Umschlag anbringt, um einen QR-Code, der zum Systembetreiber verlinkt. Das ist eigentlich alles. Und nur nötig, wenn man das gewerbsmäßig macht, also Geld für die Bücher bekommt (wobei es keine Mindestmenge gibt). Wenn man ausschließlich kostenlose signierte Exemplare an Fans verschickt, fällt die Pflicht weg.
So, wie es aussieht, käme es allerdings nur in extrem seltenen Fällen zu Kontrollen und Sanktionen. Es ist nicht so, dass alle Postsendungen geprüft werden; das Postgeheimnis hat Vorrang. Jemandem müsste auffallen, dass Autorin XY (häufiger) Bücher verschickt. Oder ein Mitbewerber schwärzt einen an oder ähnlich.
Man kann bei der ZSVR, der Zentralstelle für das Verpackungsregister (LUCID), eine Anfrage stellen und den konkreten Einzelfall schildern, und die teilen einem dann mit, ob man was tun sollte oder nicht.
Unter den hilfreichen, echten Teilergebnissen finden sich beinahe jedes Mal auch solche, die nicht stimmen, die halluziniert sind.
Das reduziert sich allerdings fast im Tagesrhythmus, und KIs wie Claude oder Gemini "halluzinieren" bei Fachfragen deutlich weniger als die ersten öffentlichen Versionen von ShitGPT. Auch "Klassiker" wie generierte Bilder, auf denen Menschen mit zu vielen Händen oder Fingern oder anderen Körperteilen zu sehen sind, sind schon morgen Schnee von vorvorvorgestern.
Tatsächlich aber ist ausgerechnet das "Halluzinieren", also das "Erfinden" einer Antwort, um überhaupt eine Antwort geben zu können, ein - wenn auch sehr kleines - Indiz für das Potential, mit dem wir es hier zu tun haben, und ich meine das überwiegend wertfrei. Was ist Fiktion? Eine von der Realität ausgehende Halluzination.
Aber das ist alles auf Spitze-des-Eisbergs-Niveau.
Versteht sie unsere menschliche Irrationalität, und falls ja, kann sie diese auf eine nachvollziehbare Weise nachahmen? Wie geht sie mit Paradoxien um? Versteht sie, was Subtext ist und erkennt sie dessen Bedeutung? Vermag sie mit Klischees zu spielen? Ist sie in der Lage menschliche Gefühle und Emotionen, die sie ja nicht kennen kann, so perfekt zu imitieren, dass wir sie in der Rezeption der von ihr geschaffenen „Werke“ als die unsrigen zu akzeptieren vermögen?
Das Missverständnis Deinerseits besteht darin, dass Du zu glauben scheinst, dass es hier tatsächlich um Intelligenz geht, um regelbasiertes, kontextbezogenes Handeln in unerwarteten/unerwartbaren Situationen. Darum geht es aber überhaupt nicht. Die GPTs- und alle "KIs", mit denen wir derzeit konfrontiert sind, gehören zu dieser Kategorie - "wissen" aber überhaupt nichts, sie "kennen" keinen Kontext, sie verfügen nicht über Bewusstsein, sie rechnen nur, das aber mit unvorstellbarer Leistung und unter Zuhilfenahme einer Datenmenge, die alles, was die meisten von uns wissen, um ein Zigfaches übersteigt, wobei der Präfix "zig" für eine sehr große Zahl steht.
Viele Menschen glauben, das wahrscheinlichkeitsbasierte KIs letztlich nur Antworten geben, die Menschen zuvor schon gegeben hatten, weil sie quasi in der riesigen Datenmenge nach dieser passenden Antwort suchen, aber das stimmt so nicht. Sie sind keine Suchmaschinen. Sie generieren. Und dafür steht ihnen weit mehr Material zur Verfügung, als jedem von uns jemals. Es geht also nicht darum, wie sie mit philosophischen Phänomenen umgehen, was sie "verstehen" oder "erkennen", weil sie all das überhaupt nicht können, jedenfalls nicht strukturell. Aber sie können all das erzeugen, unter Zuhilfenahme all dessen, was wir Menschen bisher fabriziert, erdacht, produziert haben. Es entsteht also etwas, das Ironie enthält, Denkmodelle auf den Kopf stellt, sich subtil gibt, neue Wege "denkt" u.v.a.m., und dafür, dass das entstehen kann, muss die Maschine überhaupt nichts wissen, erkennen, mit irgendwas umgehen oder interpretieren können. Sie ist ohne diese Fähigkeiten dazu in der Lage.
Besser als viele Menschen.
bevor das stört.
Mich stört es nicht, obwohl ich das Gefühl habe, niederschwellig missverstanden zu werden.
Ich bin fasziniert und verblüfft und bis zu einem gewissen Grad auch begeistert. Ich bin besorgt und verängstigt und mir ziemlich gewiss, dass viele die Gefahren der Entwicklung (und ihre Hintergründe und Missbrauchsmöglichkeiten und ihren Impact auf die Gesellschaften) massiv fehleinschätzen. Ich bin irritiert ob der Naivität, die viele an den Tag legen, obwohl sie mich nicht überrascht (Menschen sind gerne naiv, das kommt gleich hinter bequem). Und ich bin sicher, dass es nicht gelingen wird, das "Problem" auszusitzen. Das wird das "Problem" eher mit uns machen.
Und, übrigens. Die Möglichkeiten werden unterschätzt. Sehr. ![]()
Katla, Du musst mir nicht empfehlen, was mich interessieren sollte, aber, ja, das tut es. Natürlich. (Alltags-)Kultur wird kanalisiert, das läuft schon seit einer Weile und ist kein Verschwörungsmythos. Und die Technik multipliziert die Effizienz dieses Vorgangs.
Sie ist dennoch in hohem Maß verblüffend. Und sie stellt eine Menge Dinge, die wir über uns und über Intelligenz zu wissen glaubten, fundamental infrage.
Ich spiele nicht. Ich warne. Auch vor zu viel Naivität.
Hätte die KI in der Kunst epochenprägende Umbrüche auslösen können wie z.B. Claude Debussy in der klassischen Musik oder Miles Davis, Charlie Parker und Thelonious Monk, um nur diese drei zu nennen, mit dem Bebop im Jazz?
Gegenfrage: Wie viele Künstlerinnen und Künstler schaffen sowas heutzutage noch? Wenn Du das, was die GPTs (noch) nicht schaffen können, auf solche Fälle reduzierst, und ich fürchte, das wird über Kurz oder Lang das Ergebnis sein, fallen (niedrig geschätzt!) trotzdem 99,9999999999 Prozent durchs Rost. Weil wir anderen, wir Normalkünstlerinnen und -künstler, nichts weiter tun als die zwanzig Masterplots zu permutieren, und wir erschaffen dabei zwar immer etwas mehr oder weniger Neues, aber nur durch die Art, wie wir anders als andere permutieren. Und genau das können die Dinger ziemlich gut.
Weder das Genieargument, noch das Menschengemachtargument werden mittel-, meinetwegen langfristig* ziehen oder sogar stechen. Leute wie wir oder alle Leute werden in nicht allzu langer Zeit wie Picard in ST-TNG vor ihren Replikatoren stehen und anstelle von "Earl Grey, heiß" etwas wie "Krimi, entspannt, britisches Hinterland, weibliche Ermittler, cool" sagen (das geht jetzt schon), ohne noch darüber nachzudenken, dass es anstelle der Getränke, die man seit Jahrzehnten kennt, auch noch etwas anderes geben könnte.
(*"langfristig" bedeutet im Hinblick auf die derzeitigen Evolutionsrhythmen: Zwei Jahre)
Die KI rechnet. Nichts sonst.
Das ist überhaupt kein Argument, weil es auf das Ergebnis ankommt, und dem merkt man das Rechnen (übrigens eine Art von Rechnen, die kein Mensch je beherrschen wird - und die übrigens jetzt schon kaum ein Mensch versteht) nicht mehr an, ganz im Gegenteil (und was noch fehlt: s.o.). Und übrigens machen wir Menschen möglicherweise ja dasselbe, nur ein wenig anders und auf anderem Niveau. Niemand würde bezweifeln, dass unser Hirn eine Schaltung ist, die mit elektrischen und chemischen Signalen hantiert und Synapsen als Schalter einsetzt. Es ist eine veränderliche Schaltung, aber es ist eine. So, what's the difference? 🤔
Was wäre denn eine zutreffende Antwort?
Es gibt keine. Wir sind tatsächlich noch in der Pionierphase. Die Komplexität dessen, was GPTs "können", nimmt fast täglich zu.
Ich möchte nur davor warnen, sich auf diesem "Menschengemacht"-Kissen ausruhen zu wollen, oder auf der Behauptung, GPTs könnten nichts Neues entwickeln. Das können sie durchaus, weil sie - genau wie wir, wenn wir glauben, "kreativ" zu sein - Bestehendes, Erfahrenes, Bekanntes permutieren (und sie können dabei auf einen gigantischen Schatz zurückgreifen, im Gegensatz zu uns!). Klar, dabei kommen sie derzeit noch überwiegend zu gefälligen und irgendwie naheliegenden Ergebnissen, aber das ist nicht einmal in Lehm gemeißelt. Derzeit sind Menschen noch Impulsgeber.
Aber das Argument, der Output wäre qualitativ noch weit/erkennbar zurück, gilt in vielen Bereichen absolut nicht mehr, und darunter auch in einigen künstlerischen.
Dann mach das doch so. ![]()
Ich würde das nicht "immer vorziehen". Es hängt auch damit zusammen, wie und ob man mit einem Verlag weiter zusammenarbeiten will. Und, wie mehrfach erwähnt - es ist mit Arbeit verbunden, einen ehemaligen Verlagstitel selbst per PoD zu managen, und mit Kosten, etwa für die Gestaltung (weil man das Cover nicht übernehmen darf). Und übrigens auch mit Frust, denn die Abrechnungen einiger Dienstleister kommen sehr zögerlich, der Umgang mit Remittenden (den es dort tatsächlich auch gibt) ist zuweilen problematisch, und, und, und. Übrigens stellen die Verlage (ihre, zugegeben, meistens sehr übersichtlichen) Werbemaßnahmen für die Backlist keineswegs ein - wenn neue Titel von Autorinnen und Autoren kommen, wird die Backlist immer wieder ins Rampenlicht gerückt.
Aber, wie gesagt: Immer machen. Niemand ist gezwungen, irgendeinem Pfad zu folgen.
Ihr unterschätzt die Technik. Sehr.
Ich empfinde das auch eher als Ansporn. Aber ich glaube gleichzeitig leider nicht an das Gute in jedem Menschen. Dafür bin ich schon zu lange auf der Welt.
Katla Ich verstehe nicht (ganz), warum Du so erbost reagierst. Ich gehöre jedenfalls nicht zu den Leuten, die mit Freude die blaue Pille schlucken (oder war das die rote? 🤔). Ich stelle lediglich fest, dass sie längst in all unseren Körpern ist. Ich finde das falsch und fatal, das fängt bei der Missachtung sämtlicher Schöpfungsrechte an, geht über die Ausmaße und ökologischen und ökonomischen und sozialen Folgen der Technik und endet noch längst nicht bei der zu erwartenden gesellschaftlichen und kulturellen Situation, die am vorläufigen Ende dieser Entwicklung stehen wird. Alleine, ich halte es für fast noch fataler, zu versuchen, sich diese Entwicklung schönzureden und an das Menschlich-Gute in der Kunst zu glauben, das sie überleben wird. Der Moment, in dem uns die KIs mit unserem eigenen Zeug auch auf der kreativen Ebene abhängen werden, ist nicht mehr weit weg. That's what I'm saying. Das heißt keineswegs, dass ich mich darauf freue; ich wäre mit dem Puderbeutel geklammert. Aber ich würde ein mittelhalbwichtiges Körperteil darauf verwetten, dass es so kommt. Beziehungsweise eigentlich fast bereits ist.
Edit: Ach so. Ich finde trotzdem verblüffend und faszinierend, was die GPTs können und fabrizieren, aus technischer wie aus philosophischer Sicht. Ohne "Kenntnis" und Bewusstsein und mit dem simplen Trick multidimensionaler Vektorräume und ein bisschen Trainingsmaterial (das könnte eigentlich jedes Kind) menschliche Fähigkeiten so leicht zu imitieren oder sogar besser zu emulieren, das ist wirklich sensationell. Da denkt man jahrzehntelang, für KI müsse man herausfinden, wie das Denken funktioniert, aber dann geht es mit simpler Stochastik. Geil.
Ich verstehe die Aufregung nicht (und persönliche Attacken erst recht nicht). Ich prognostiziere. Fertig. Und ich meine, die Menschen ein wenig zu kennen.
Ach, und klar schreibe natürlich wegen des Reichtums. Einfacher und schneller wird man schließlich nur durchs Flaschensammeln wohlhabend.