Wir können auch mehrere unterschiedliche Projekte starten. Nursoalshinweis.
Beiträge von Tom
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Die Frage ist, ob eine Person insgesamt maximal einen Abschnitt, ein Kapitel, wasweißich übernimmt, und wenn alle durch sind, ist das Ding irgendwie fertig, oder ob wir uns im Flow immer wieder und auch mehrfach abwechseln.
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Habe gerade am Sonntag noch einen Roman von Dir verschenkt.
Das ist aber nicht nett. Romane von befreundeten Autorinnen und Autoren behält man.

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Eher 1000 Wörter. Das sind knapp vier Normseiten.
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Zündring gezogen.
Bin sehr gespannt. Entweder bin ich raus aus dem Projekt oder der Herausgeber mag es.

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Kann man es irgendwo sehen? Hast Du einen Link und/oder eine ISBN?
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Ich fänd's gut, wenn auch aktive Forenmitglieder mitmachen könnten und würden.
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Ist es Absicht, dass dieser Thread im öffentlichen Bereich steht, statt im Vereinsbereich?
Na ja, die Idee ist im öffentlichen Bereich entstanden, was in der Konsequenz aber nicht bedeuten muss, dass es keinerlei Teilnahmebedingungen geben muss.
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Man könnte ja trotzdem einer Reihenfolge folgend schreiben, so dass jede und jeder die Möglichkeit hätte, Referenzen auf das bisher Erzählte einzubauen und Überschneidungen zu vermeiden.
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Aber 2. wäre das, was Robert Seethaler pausenlos als Bestseller raushaut: Die Straße, Das Feld usw. Man definiert einen (originellen?) Ort und ein paar Gemeinsamkeiten und lässt dann Einzelgeschichten darauf los. Das kann von einem Raumschiff, auf dem sich lauter Leute befinden, die sich nicht kennen, aber eine Kolonie bevölkern sollen, über ein von Feinden eingekesseltes Haus oder eine Abteilung in einer Großversicherung bis hin zu Touristen auf einem Ausflugsdampfer alles mögliche sein. Es wäre halt personengetriebener als 1 (und ich mag Personentrieb).
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Und, äh: Sehr feiner Text, lieber HD!
(Irgendwann muss ich mal einen Maigret lesen.)Wenn ich über das Thema der Blogserie nachdenke, fällt mir immer nur "Set this House in Order" von Matt Ruff ein, der übrigens zu meinen Lieblingsautoren gehört. Aber das titelgebende Haus ist kein echtes, sondern das Heim der Persönlichkeiten, die in der Hauptfigur leben, die unter der dissoziativen Persönlichkeitsstörung leidet. Den deutschen Titel fand ich lahm.
ASIN/ISBN: 3446286462 -
Zündring gezogen.
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Ich bin Team Handgranate.
Und ich ja sowieso. Die lag bei mir quasi schon in der Wiege. Aber ich zucke noch. Hoffentlich nicht zu viel.

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Ja, solche Gedanken hatte ich auch schon, aber selbst das muss ja passen, entwickelte Charakterzüge transportieren, Vorgeschichte mitdenken, schon entstandene Divergenzen berücksichtigen, Figurenkontexte veranschaulichen usw. usf. - man macht es sich also nur scheinbar einfacher.
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Es gibt eine Vorgabe für eine vergleichsweise (nee: ordentlich) skurrile Situation und etwas Personal, das durchaus bereits recht originelle Startkapitel vom Herausgeber und (leider?) die Mitteilung "Ihr habt alle Freiheiten". Die sind dann auch genutzt worden. Ich überlege gerade, entweder ein freundliches, zurückhaltendes Überleitungskapitel zu schreiben und mich nicht allzu sehr einzumischen - oder eine Handgranate in den Plot zu schmeißen. Um ehrlich zu sein: Ich habe den Zündring schon in der Hand. 💣
"Superspannend" - na ja. Es ist viel Bemerkenswertes dabei, und stilistisch ist einiges sogar zum Niederknien, aber inzwischen gibt es esoterische, postfeministische, utopische, metaphysische, fundamentalpolitische und weiß der Geier was für Elemente, Handlungsstränge und Anspielungen, jedoch nur noch wenig, was sich nach einem Plot anfühlt. Und aus meiner ganz persönlichen Perspektive wäre ich lieber mit Kapitel drei oder vier drangewesen als im letzten Fünftel. Aber - schauen wir mal.

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Irgendeine verdunkelte Erinnerung sagt mir, dass wir so etwas hier im Forum schonmal gemacht haben. 🤔
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Ich schreibe übrigens gerade an einem Roman mit, den 25 bekannte und weniger bekannte Autorinnen und Autoren gestalten, und für den es nur eine inhaltliche Vorgabe (Setting) gab und das erste Kapitel, das der Herausgeber geschrieben hat. Ich bin just in diesem Moment mit meinem (dem 19.) Kapitel an der Reihe. Und versuche gerade, das bereits vorliegende, teilweise ziemlich flirrige Material halbwegs zu sortieren. Das ist nicht einfach, und ich wüsste nicht, ob ich als Leser bis zu meinem Kapitel durchhalten würde. In den Nullerjahren habe ich mal einen historischen Roman begleitet, der von einem guten Dutzend Leute geschrieben und namhaft veröffentlicht wurde. Da waren die Leitplanken noch enger, aber es war nicht weniger krautig, aus allen Perspektiven. Was ich sagen will: Schwierig. 🤔
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Bilanz einer einzigartigen Beziehung
Es ist unausweichlich und alltäglich, dass Menschen ihre meistgeliebten Menschen wegsterben. Dieses Schicksal nimmt auch keine qualitativen Kategorisierungen vor; das passiert einfach allen, Königinnen und Bettlern, um einen etwas unzeitgemäßen Vergleich zu wählen. Und trotzdem ist es besonders, wenn zwei der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftstellerpersönlichkeiten dreiundvierzig Jahre miteinander verbracht haben und nun eine davon dem Krebs erliegt.
Siri Hustvedt war 26 Jahre alt, als sie den acht Jahre älteren Paul Auster traf und sich die beiden ineinander verliebten; ein Zustand, der bis zu seinem Tod unverändert anhielt. Als sich das Paar fand, begann Austers Karriere als Autor später weltweit erfolgreicher Prosa soeben, und Hustvedt, die sich zunächst mit Lyrik befasste, hatte auch gerade ihr erstes Werk publiziert. Sie trafen sich auf einer seiner Lesungen und wurden fast sofort ein Paar, das ein Jahr später heiratete.
Hustvedt erzählt in diesem Buch zuerst von Austers Tod, von der Zeit zwischen der Diagnose, den zehrenden Therapieversuchen bis zu seinem Sterben im April 2024, knapp drei Monate nach der Geburt von Miles, dem ersten gemeinsamen Enkel. Dann begleitet sich die Autorin eines meiner absoluten Lieblingsbücher („Was ich liebte“) während der folgenden Monate selbst, beobachtet sich dabei, mit dem Verlust irgendwie umzugehen, sich in der reduzierten Welt zurechtzufinden, das Fehlen zu verstehen und halbwegs in den Griff zu bekommen, das Leben ohne die Person weiterzuführen, die für sie bis dahin der sprichwörtliche Dreh- und Angelpunkt gewesen ist – genau wie umgekehrt. Danach wird es anekdotischer, fragmentarischer, Hustvedt versucht aber, Themen zu finden, etwa die Wahrnehmung des Paares und der Einzelpersonen in der Öffentlichkeit, den Umgang mit dem Erfolg, das sich allmählich verändernde Leben, wachsende Rituale und Abläufe. Es wird oft sehr privat und intim, ohne dass sich je die Gefahr abzeichnen würde, dass es peinlich werden könnte, denn dieser Text ist vor allem liebevoll und über alle Maßen liebenswürdig, obwohl die sehr analytische Siri Hustvedt zu keinem Zeitpunkt damit aufhören kann, nach Zusammenhängen zu suchen und Phänomene zu verstehen. Außerdem enthält das Buch ein halbes Dutzend Briefe, die Auster kurz vor seinem Tod an seinen neugeborenen Enkel geschrieben hat. Sie erzählen Teile der Familiengeschichten, und sind durchdrungen von einem sehr traurigen Optimismus.
„Ghost Stories“ ist tatsächlich – natürlich – ein sehr, sehr trauriges Buch, und ein sehr anschauliches darüber, wie diese Situation sein kann, wenn man (Hustvedt benutzt dieses Bild selbst) plötzlich amputiert ist, wenn etwas fehlt, dessen Fehlen mehr als nur einen Verlust markiert, sondern eine existentielle Katastrophe, weil man zusammen einfach mehr war als zwei Leute in einem Leben. Es geht aber auch und vor allem um das, was diese einzigartige Beziehung war, was sie ausgemacht hat, wie sie sich anfühlte, also um das unfassbare, gleißende Glück dieses Zusammenkommens, das auch in dieser bitteren Phase immer noch vieles zu überstrahlen vermag.
Das ist kein Text, der sich qualitativ irgendwie einordnen ließe. Er ist ja sowieso genial, weil er von Siri Hustvedt ist, deren Werk ich ganz persönlich jederzeit mehr geschätzt habe als das von Auster, von dem übrigens „Im Land der letzten Dinge“ mein Lieblingstext ist. Aber eigentlich ist es nicht gerecht, das zu vergleichen, weil die sehr analytische Literatur von Hustvedt und das ideengetriebene, wohlklingende Werk von Auster zwar nicht in zwei unterschiedlichen Ligen spielen, aber mindestens zwei unterschiedliche Sportarten repräsentieren.
Es ist nicht leicht, dieses Buch zu lesen, und zwangsläufig gehen mit der Lektüre Gedanken an die eigene Zukunft einher. Aber es ist dennoch und umso mehr ein äußerst lesenswertes Buch.
ASIN/ISBN: 3498007882