Ich habe Monika Kim - The Eyes Are the Best Part auf Englisch gelesen.
Nachdem ihr Vater ausgezogen ist, fällt Ji-wons Leben in LA Korea town auseinander. Ihre Mutter, eh vorgezeichnet, da als Kind von Eltern und älteren Geschwistern verlassen, wird immer wunderlicher. Sie bemüht sich, Ji-won und deren jüngerer Schwester durch aufwändiges Kochen abzulenken. Doch mit der aufreizenden Art, in der sie große Fischaugen isst, verursacht sie bei Ji-won eine fatale Obsession. Die Mutter verliebt sich bald in einen weißen Mann mit ebensolchen blauen Augen. Der neue Partner behandelt Ju-won und ihre Schwester über die Maßen ignorant, bemüht sich nicht mal, ihre Namen richtig auszusprechen, und flirtet in Anwesenheit der Mutter mit jungen Kellnerinnen asiatischen Aussehens. Ji-wons Leben gerät auch anderweitig aus den Fugen. Ihre sonst hervorragenden Noten an der Uni werden rapide schlechter, und ihr neuer Unifreund entpuppt sich als Blender und Stalker. Da wäre nur noch die neue Unifreundin, die ihr dahingehend die Augen öffnet, aber auch nicht richtig an sie heran kommt. Alpträume mit riesigen Augen und Mordfantasien ergreifen immer mehr Besitz von Ju-won.
Die Horrorgeschichte, die sich daraus entspinnt, braucht, ehe sie ihren Sog entfaltet. Ich fand lange, dass es diesem gefeierten Romanerstling an Besonderheit in Sprache und Erzählweise fehlt, aber hintenraus ergibt die Einfachheit im Stil Sinn. Das Ende ist kurios, verstörend, lustig, hanebüchen. Ich tendiere zu "hanebüchen". Nicht nur aufgrund eines Plot twists - einerseits ein ärgerlicher Taschenspieler-Trick, andererseits irritierend überflüssig. Mag sein, dass ich da etwas übersehen habe; ich wäre neugierig auf andere Einschätzungen.
P.S.: Die Intention von Monika Kim, einer jungen Frau mit asiatischen Wurzeln eine maximal konträre Rolle zum Üblichen zu geben, ist natürlich sehr zu begrüßen. Die Umsetzung hat mich aber weniger überzeugt als offenbar viele andere.