Bücher, während deren Lektüre man kapitulierte

  • Hi Amos,

    wenn du das Buch "Life" von Keith Richards meinst, das liegt bei mir seit zwei, drei Jahren ungelesen herum. Hab mal damit angefangen, aber kein Feuer gefangen. Vielleicht probier ich es später erneut ...

    "Die Nato wurde geschaffen, um die Russen draußen, die USA drin, und die Deutschen unten zu halten!"

    (Lord Hastings, 1. Gen. Sekretär der Nato, 1952)

  • Der Herr der Ringe gefällt mir gerade deshalb, weil er so weitschweifig ist und keine Kompromisse an die Anforderungen heutiger Schnellleser stellt. Ich habe ihn drei mal gelesen, davon zweimal vorgelesen. Tom Bombadil ist eine meiner Lieblingsgestalten, auch wenn er nicht auserzählt ist. Es gibt ihn auch als Gedicht.

    ASIN/ISBN: 3608960910

    BLOG: Welt der Fabeln


    Sagen & Legenden vom Bodensee

    ASIN/ISBN: 3955404021


    Verengung des freien geistigen Horizontes ist eine Gefahr in Zeiten des Massenkultes.
    Emanuel von Bodmann


  • Bei Goethes Wilhelm Meister bin ich beim ersten Lesen ausgestiegen beim 6. Buch (Bekenntnisse einer schönen Seele). Das hat mich rausgehauen und mich viele Jahre einen großen Bogen um dieses Buch machen lassen. Als ich es dann, aus einer Laune heraus, noch einmal vornahm, konnte ich es in einem Rutsch lesen und fand auch das 6. Buch nicht mehr als Fremdkörper im Ganzen. Kann gut sein, dass ich den Meister noch einmal lesen, wenn mir genug Zeit bleibt.


    Goethes Wahlverwandschaften habe ich zwar gelesen, aber ich wäre gerne nach zwei Drittel ausgestiegen. Das ich durchgehalten hatte ist falschem Pflichtbewusstsein geschuldet gewesen. Heute würde ich das nicht mehr machen.

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  • Goethes Wahlverwandschaften habe ich zwar gelesen, aber ich wäre gerne nach zwei Drittel ausgestiegen.

    Die hab ich seit Jahren auf meinem Kindle liegen und weiche der Lektüre aus. Auch, wenn Marcel Reich-Ranicki dieses Buch, gemeinsam mit dem Zauberberg, als die bedeutendsten Werke Deutscher Sprache bezeichnet hat. ;)

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  • Aber Vichara, die Adler konnten die Hobbits ja erst abholen (sprich: den Luftraum von Mordor widerstandslos durchqueren), als Sauron und sein Ring abgeschmiert sind, vorher waren sämtliche Flugabwehrgeschütze mit Orks/Magiern/Hexern/BösePudel/sonstiges besetzt. :)


    Gelesen habe ich den Herrn der Ringe aber auch nicht, schon die Betrachtungen "über Hobbits" am Anfang war mir viel zu ... gähnig.

  • Hallo,


    zunächst ein paar Anmerkungen zu einigen hier bereits erwähnten Autoren und Werken:


    - J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe habe ich zweimal gelesen, beide Male mit großer Begeisterung. Wie bei Horst-Dieter hat mich in diesem Fall auch die Weitschweifigkeit nicht gestört, auch, weil sie maßgeblich dazu beitrug, möglichst lange in diesem Universum verweilen zu dürfen und währenddessen das diesseitige Universum für einige Zeit völlig ausblenden zu können, etwas, das ansonsten nur wenige Bücher geschafft haben. Allerdings stimme ich Manuela in einem Punkt zu. Die Rückkehr und die Befreiung des Auenlandes sind viel zu lang geraten und äußerst zäh zu lesen, nachdem die Geschichte im Wesentlichen doch erzählt ist.

    Und beim Silmarillion sowie den Nachrichten aus Mittelerde bin ich ungefähr in der Mitte ausgestiegen.

    - Umberto Eco: Der Name der Rose ging runter wie Öl. Aber bei Das Foucaultsche Pendel habe ich bereits nach wenigen Seiten das Handtuch geworfen, obwohl ich in der Regel jedem Roman mindestens fünfzig bis siebzig Seiten „gebe“, um mich von den Vorzügen des Weiterlesens überzeugen zu lassen.

    - Die Wahlverwandschaften: Von denen mag Marcel Reich-Ranicki natürlich halten, was er will. Ich habe während der gesamten Lektüre allerdings nur gepflegte Langweile empfunden (ja, ich habe bis zum Schluss durchgehalten). Aber die Lektüre liegt auch schon ein paar Jahrzehnte zurück.


    Die Zahl meiner Kapitulationen kommt mir schier endlos vor und ich könnte vermutlich ein bis zwei Umzugskartons mit nicht zu Ende gelesenen Büchern füllen und noch dazu einen halben Karton mit gekauften Büchern, deren Lektüre ich zum Teil bereits seit mehreren Jahren vor mir herschiebe.

    Hin und wieder habe ich mich als Erwachsener auch noch mal an den während der Schulzeit gelesenen „alten Meistern“ versucht – Kafka, Thomas Mann, Böll, Frisch, Grass etc. - bis auf Dürrenmatt und teilweise auch Böll leider sämtlich mit dem gleichen ernüchternden Ergebnis wie damals.

    Anderer Autoren, die ich in meiner Jugend und als junger Erwachsener verehrt habe, bin ich im Laufe der Zeit überdrüssig geworden. Den Siddhartha habe ich als Achtzehnjähriger in einer Silvesternacht verschlungen, aber mittlerweile finde ich zu Hermann Hesse keinen Zugang mehr. Ein anderes Beispiel ist Ernest Hemingway. Den habe ich damals vergöttert, aber irgendwann ist meine Bewunderung ins Gegenteil gekippt.

    Ja, ich bin mir der Tatsache bewusst, ein Banause zu sein. :)


    Überwiegend erfolgen meine „Kapitulationen“ schleichend. An einem bestimmten Punkt bemerke ich erste Ermüdungserscheinungen, lese aber noch eine Zeitlang weiter, bis ich mich irgendwann zum Weiterlesen regelrecht zwingen muss und ich daraufhin entscheide, eine Lesepause einzulegen, die aber in der Mehrzahl der Fälle von Dauer ist.

    Und die Romane jüngerer Autorinnen und Autoren sind mir häufig zu selbstreferenziell. Dieses ständige Kreisen der Protagonisten um die eigene Befindlichkeit (oder die des Autors oder der Autorin?) ist mir zu wenig, um mein Interesse zu wecken.

    Natürlich gibt es Ausnahmen. Die finde ich aber seltsamerweise und mit großer Beständigkeit vorzugsweise im nicht deutschsprachigen Ausland, insbesondere unter den großen angelsächsischen Erzählerinnen und Erzählern wie John Updike, Ann Tyler, John Steinbeck, Marilynne Robinson, John Irving (die frühen Romane), John Banville, Anne Enright, um nur einige zu nennen.


    Anyway. Danke für den Thread, Manuela, obwohl er mich ein wenig ratlos macht. Mit einiger Resignation stelle ich fest, dass meine Begeisterung und Neugier früherer Jahre nach und nach verschwunden ist und bei vielen Büchern kommt es mir heute so vor, als hätte ich das alles doch schon ein paar Mal gelesen, obwohl ich weiß, dass das nicht stimmt. Oder ist das nur eine zwangsläufige Alterserscheinung? :)


    Herzliche Grüße,


    Jürgen

    "Bibbidi-Bobbidi-Boo!" (Die Gute Fee in Cinderella)

  • Das von vielen als langweilig empfundene Ende des Herrn der Ringe gehört für mich wesentlich zur Geschichte. Es ist etwas, was man "Ausklingen" nennen könnte. Und keineswegs ist die Geschichte schon auserzählt. Sarumans Geschichte endet nicht im zweiten Band. Im Film hat man das so gemacht, aber Tolkiens Intention war das nicht. Viele Geschichten enden mit einem Knall. Der Böse tot, das Gute siegt. Erledigt. Tolkien sah das nicht so und so subtiel wie er am Schluss darstellt, dass das Böse noch weiterlebt und Unheil anrichtet, habe ich das bislang noch nie irgendwo anders gelesen. Nicht einmal bei Ursula K. Le Guin, die Tolkien mit ihrer Erzählweise doch ziemlich nahe kommt. Tolkien schrieb Fantasy, aber der Schluss seines Hauptwerks ist realistischer als viele das wahrhaben wollen.

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    Verengung des freien geistigen Horizontes ist eine Gefahr in Zeiten des Massenkultes.
    Emanuel von Bodmann


  • Manuela Haha, sehr cooler Faden!


    Der Herr der Ringe gefällt mir gerade deshalb, weil er so weitschweifig ist und keine Kompromisse an die Anforderungen heutiger Schnellleser stellt. Ich habe ihn drei mal gelesen

    Da gehe ich vollkommen mit, Two Towers hab ich drei Mal gelesen, die anderen zwei Mal. Silmarillion, Unfinished Tales ein Mal, das erste mit Begeisterung (die Tales fand ich etwas zerfasert, im Vergleich langweiliger und auch zu ungebrochen heldenhaft).

    Zudem - das ist eine wirklich fette Empfehlung - zwei der großformatigen 1.000+Seiten LotR Annotations zu zwei "Baddie"-Themen, Sauron/Saruman und ...? Länger her. In den Annotations, die es zu allen möglichen Themen gibt, werden wirklich spannende Hintergründe anhand von teils handschriftlichen Quellen, Briefen, Rohfassungen etc. erörtert, auch zu der Herkunft der Uruk-Hai und Orks, und warum Elben und diese 'Züchtungen' sich so hassen. Das ist eines der intelligentesten und perfidesten Konzepte der Literaturgeschichte. Zeigt auch, warum der "Rassismus"-Vorwurf absolut unangebracht ist.

    Der Böse tot, das Gute siegt. Erledigt. Tolkien sah das nicht so und so subtiel wie er am Schluss darstellt, dass das Böse noch weiterlebt und Unheil anrichtet, habe ich das bislang noch nie irgendwo anders gelesen. Nicht einmal bei Ursula K. Le Guin, die Tolkien mit ihrer Erzählweise doch ziemlich nahe kommt. Tolkien schrieb Fantasy, aber der Schluss seines Hauptwerks ist realistischer als viele das wahrhaben wollen.

    Ganz genau. Return of the King endet mit einem sehr bösen Catch 22, der auch eigentlich nicht vollkommen aufgelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben wird. Die ganze Kritik an der Industrialisierung war extrem weitsichtig und nicht einfach einem 'Traditionalismus' zuzuschreiben. Das Ende von LotR ist wirklich bitter - umso ärgerlicher, dass Jackson (immerhin der Regisseur von Braindead!) das so zuckersüß-schleimig glattbügelte.

    Gelesen habe ich den Herrn der Ringe aber auch nicht, schon die Betrachtungen "über Hobbits" am Anfang war mir viel zu ... gähnig.

    Ich oute mich auch mal als Hobbit-Hater, da hatte ich schon als Kind den dtv-Kleinen Hobbit abgebrochen, obwohl es ein dünnes Bändchen ist. Und mehrmals auch später LotR,. Dann studierte ich Anglistik und arbeitete dort als HiWi in der Bibliothek, da wurde mir diese Lücke peinlich (nur Tolkien hatte wie Shakespeare eine eigene Signaturreihe), und mir wurde gesagt: "Naja, es fängt ja auch keiner auf Seite 1 an, S. 70 ist ein guter Start." Was anfangs passiert, kannte ich aus dem Bakshi-Film und so klappte es bei mir. Danach war ich Feuer und Flamme. Probier das doch mal. Also anfangen mit dem Auftauchen der Schwarzen Reiter. :evil

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    Ich breche eine Menge Bücher ab, dafür gibt es zu viele, die ich lesen möchte und die mir sicher gefallen. Aber ich bin auch bei Büchern gescheitert, die ich - im Sinne diesen Fadens - gern mögen wollte, oder bei denen ich überzeugt bin, da müsse etwas sein, das mir gefällt oder mich weiterbringt. Also genau so (hahaha!):

    Die Zahl meiner Kapitulationen kommt mir schier endlos vor und ich könnte vermutlich ein bis zwei Umzugskartons mit nicht zu Ende gelesenen Büchern füllen und noch dazu einen halben Karton mit gekauften Büchern, deren Lektüre ich zum Teil bereits seit mehreren Jahren vor mir herschiebe.


    Gescheitert bin ich zum eigenen Erstaunen an Marlowes gesammelten Dramen, die mich eigentlich von den Themen und auch seiner Biografie her interessieren sollten, aber ich fand den Aufbau und die Sprache so derart platt, dass ich es abbrechen musste (also: alle Stücke der wenigen erhaltenen teilgelesen, nicht nur eines).


    Ebenso gescheitert an Shakespeares A Midsummer Night's Dream, das irgendwie voller belangloser Albernheiten steckt. Danach hab ich seine Komödien ignoriert. That said: Seine Tragödien (Hamlet, Coriolanus, Titus Andronicus, Richard II, Macbeth, King Lear) gehören seit der Teeniezeit zu meiner liebsten Literatur, einiges auch mehrmals gelesen. Erster Durchgang: In der Schule die vierbändige Dramen-Sammlung nicht nur in den Pausen, sondern auch in den Mathestunden unterm Tisch, weswegen ich heute massive Probleme mit den einfachsten Rechenaufgaben jenseits von +/- hab ... :whistling:


    Dann an Die Last des Bösen von den Strugatzkis. Kleine Ehrenrettung: Es ist ein Fragment, wohl auch posthum in Rohfassung veröffentlicht. Ich habs sogar ausgelesen, ein zweites und drittes Mal begonnen, aber ich keinen Blassen, um was es da geht und kann damit nix anfangen. (Dabei gehören die Brüder zu meinen Lieblingsautoren.) Dito ihr Der Junge aus der Hölle (es mag sein, dass die Texte zusammengehören). Das fand ich ungewöhnlich zäh und sprachlich unschön, grob, hab ich abgebrochen.


    Dmitri Gluchowskis Text. Sein Metro 2033 (nicht aber die Fortsetzungen) gehören imA unter die Top 100 der Literaturgeschichte, weil das extrem schlau aufgezogen ist, vor allem das Ende unglaublich intelligent und sehr philosophisch das ganze Buch noch mal auf den Kopf stellt, einen das Geschehen und die eigene Welt mit anderen Augen sehen lässt und das auch noch als Tragik, nicht als Happy End konzipiert ist. Text ist sein einziger nicht-phantastischer Roman und ich halte das nicht aus - Teenies im heutigen Moskau, die ganze Haltlosigkeit, Hohlheit und Oberflächlichkeit von Jugendlichen dort: sicher authentisch, aber zu sehr real life und zu wenig 'Text'. YA / Coming of Age war nie mein Ding, hab aber dennoch das Gefühl, ich könnte bei dem Buch etwas übersehen haben ...

    Sein Futu.re hab ich auch abgebrochen, weil mich die Haltung ärgerte (SF: das Recht auf runaway population growth in einer vollkommen überbevölkerten Welt ist imA eine extrem kontraproduktive und wenig intelligente Botschaft).


    Mir wird ständig Ligotti empfohlen, aber diese Sprache ist so lächerlich skurril und aufgesetzt, auch imA teils semantisch fragwürdig bis konkret falsch ... ich war 100% sicher, er wäre kein englischer Muttersprachler. Eine total selbst-überhöhende Manieriertheit, wie mit dem abgespreizten kleinen Finger geschrieben, sinnlos verquaste Syntax, "kreative" Wortwahl, die einfach nur unpräzise und schwafelig ist. Auch die Aussagen finde ich jetzt nicht so weltbewegend oder shocking. Da bevorzuge ich den wesentlich subtileren Mark Samuels.


    Goethes Faust fand ich in der Oberstufe cool, unsere sehr engagierte Lehrerin erklärte viel der politischen Hintergründe / Referenzen. Vor ein paar Jahren nochmal angeschaut, aber alles in der Melodie von Limericks gelesen (das geht erstaunlich gut) und das kann ich nicht 'ungesehen' machen - ich muss also ständig lachen. Irgendwie finde ich das Ende inzw. auch peinlich naiv und Faust geht mir seinen ewigen Nörgeleien (schicker gesagt: Ennui) total auf den Keks. Mephisto rackert sich ab und Faust immer so: "Laaaaangweilig! Hast du nix Besseres zu bieten?" Herrje ...


    Mit einiger Resignation stelle ich fest, dass meine Begeisterung und Neugier früherer Jahre nach und nach verschwunden ist und bei vielen Büchern kommt es mir heute so vor, als hätte ich das alles doch schon ein paar Mal gelesen, obwohl ich weiß, dass das nicht stimmt. Oder ist das nur eine zwangsläufige Alterserscheinung?

    Kann ich (Jahrgang 67) nicht bestätigen, aber solche Phasen kenne ich. Grad vor 2 Jahren einen Autor (Heteronym u.a. "Antoine Volodine") neu entdeckt, der mich so begeistert, wie es Bücher das letzte Mal in meiner Jugend taten. Und tolle Entdeckungen mache ich alle paar Jahre. Einiges davon ist allerdings Prosa von 1920 oder 1960, Volodines Werke sind aber aktuell. Kann es sein, dass du heute nicht mehr so intensiv schaust, gräbst? Also selbst die Neugier verloren hast?

  • Proust natürlich, das Ding mit dem Zeitverlust oder so, und dann zwei Ecos, die's bei zweitausendeins im Remittendenverkauf gab, "Baudolino" und diese Pendelsache, Scheiße, war das langweilig. Ulysses in der Wollschläger-Übersetzung habe ich auch drei-, viermal in die Ecke geworfen, aber es sind eher die kurzen, betont leichten Sachen, die mich schon nach wenigen Kapiteln so fertig machen können, dass ich aufgebe. Vergurkte Urban Fantasy oder schlaffe Pratchett-Nachahmer oder megablonde Lustigfrauensachen, wie dieses strunzblöde "Nur die Liege zählt" von dieser österreichischen Bloggerin, sowas.


    Aber ich halte meistens durch, auch bei David Foster Wallace, der das belohnt, und HdR haben ich ebenfalls mehrfach gelesen, und auch einmal vor-.

  • diese Pendelsache, Scheiße, war das langweilig.

    Das Faucaultsche Pendel habe ich aus Prestigegründen gelesen, weil mein Bekanntenkreis meinte, es sei unlesbar und ich mich intellektuell präsentieren wollte. Also pure Eitelkeit war dafür ausschlaggebend. Allerdings hat mir das Buch letztlich gut gefallen. Wenngleich ich es zweimal lesen musste, um es vollinhaltlich zu kapieren. Äh ... so dies der Fall war. :evil

    "Die Nato wurde geschaffen, um die Russen draußen, die USA drin, und die Deutschen unten zu halten!"

    (Lord Hastings, 1. Gen. Sekretär der Nato, 1952)

  • Das Faucaultsche Pendel habe ich aus Prestigegründen gelesen, weil mein Bekanntenkreis meinte, es sei unlesbar und ich mich intellektuell präsentieren wollte.

    Interessant. Obwohl ich Teile meines Bekanntenkreises als durchaus gebildet und intelligent bezeichnen würde, habe ich solche Lektüreschwanzvergleiche noch nie miterleben dürfen. Das macht mich fast ein bisschen neidisch. 8)

  • Bei diesem Thema kommt mir sofort ein Buch in den Sinn: Das Schwein war's von Joseph Caldwell

    Oh Himmel, war das furchtbar! Ich habe weniger als die Hälfte des Buches geschafft, da durch viel zu viele Rückblenden die Story so dermaßen verlangsamt wurde und ich mich ständig fragte: Was hat das alles mit der Geschichte zu tun?

    Wirklich zum abgewöhnen ...

  • Das erste Buch, das ich nach 20 Seiten wieder ins Regal gestellt habe, war "Der Butt" von Grass-Günna. Ich fand's damals (ich war ungefähr 20) unerträglich öde und würde das heute möglicherweise ganz anders bewerten. Den Hype um "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" konnte ich nie verstehen. Ich hab mich durch ungefähr 100 - 120 Seiten gequält und hab's dann aufgegeben. Mein damaliges Fazit: Ein mittelprächtiger Schreiber hat ganz viele Berichte über interessante Fakten gelesen und versucht unbeholfen und langatmig durch Factdropping (wenn's diesen Begriff bisher nicht gab, hab ich ihn jetzt erfunden), dem Leser gegenüber intelligenter zu wirken, als er ist.

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    kaelo.de

    2 % aller Menschen besitzen einen IQ >130, die restlichen 98 % nicht. Das erklärt meine Skepsis gegenüber Mehrheitsmeinungen. (Kaelo)

  • Vielleicht finde ich eines Tages die richtige Zeit und Stimmung, um diese Bücher zu Ende zu lesen.

    So, wie es mir nun endlich gelungen ist, den Mr. Aufziehvogel zu beenden. Aber auch jetzt weiß ich immer noch nicht, was mir Murakami damit erzählen wollte. Die Lektüre hinterlässt mich mit einem riesigen Fragezeichen.

    "Die Nato wurde geschaffen, um die Russen draußen, die USA drin, und die Deutschen unten zu halten!"

    (Lord Hastings, 1. Gen. Sekretär der Nato, 1952)

  • Abgebrochen:

    Rowling, Harry Potter - der x-te und definitiv letzte Versuch an das Genre Fantasy ranzukommen;

    Hermann Kant, Das Impressum - ich bin ein Freund von Schachtelsätzen, aber hier war es definitv eine Verschachtelungstiefe zu viel

    russische/sowjetische Literatur - ist mir definitiv zu schwermütig oder zu heldenhaft und heute die russische Seele in der Literatur zu ergründen ...

    Ansonsten Bücher, die hier keiner kennt.


    Gequält:

    Uwe Tellkamp - Der Turm, zwei Jahre, mit Unterbrechungen. Ich hatte zwei Gründe das Buch zu lesen

    1.) Am Anfang gibt es eine Szene, die in der Dresdner Standseilbahn handelt. Ich wollte wissen, wie das Verhältnis von erzählter Zeit zu Erzählzeit ist. Also in die Bahn in der Talstation am Körnerplatz gesetzt, beim Losfahren angefangen zu lesen und - die Bahn war vor Ende der Szene in der Bergstation (Weißer Hirsch).

    2.) Zum Handlungszeitpunkt des Buches (80er) war ich Student in Dresden und einer meine Trainingsrunden ging durch die Plattleite. Ich wollte wissen, ab ich als Statist durch die Handlung laufe - leider nein, aber ich habe Tellkamps Sicht auf dieses etwas abgehobene Viertel Dresdens kennengelernt

    Ob ich mich an das Nachfolgewerk (Der Schlaf in den Uhren) ranmache, weiß ich noch nicht. Mich interessiert vorallem, wie er die Straßenbahnfahrt in den Text integriert hat. Es müsste die Linie 11 sein und das weiß ich immer sehr genau, wo er gerade ist.

    Ansonsten einige deutsche Klassiker (u.a. Effi Briest, Der Schimmelreiter) als Schulstoff, könnte heute anders aussehen.

  • Gequält:

    Uwe Tellkamp - Der Turm, zwei Jahre, mit Unterbrechungen. Ich hatte zwei Gründe das Buch zu lesen


    "Der Turm" habe ich tatsächlich zweimal probiert, weil (in Dresden) gar so viele darüber geschwärmt hatten. Ich fand es sprachlich und erzählerisch überhaupt nicht gut und bin auch nicht über Seite 100 hinausgekommen. Autor ist nicht Werk, aber es zeigte sich später, dass wohl mehr Intention dahintersteckte als, wie ich beim Lesen glaubte, bräsige Bürgerlichkeit zu feiern.