Interviews/Fotos mit der Presse

  • Hallo zusammen, ich habe mich in letzter Zeit hier rar gemacht, denn Ende September ist mein Krimi erschienen und parallel dazu stecke ich immer von September bis Januar im normalen Job in der stressigsten Zeit. Tatsächlich benötigt das Marketing auch recht viel Zeit (Leserunde Lovelybooks, Instagram, Webseite) – das macht alles sehr viel Spaß, ist aber neben einem Vollzeitjob doch eine Herausforderung.


    Nun kam eine Anfrage von einer regionalen Tageszeitung rein bzgl. telefonisches Interview. Nun gehöre ich ja eigentlich zu den Autoren, die lieber im Hintergrund bleiben, aber mir ist bewusst, dass das natürlich eine tolle Chance ist und es ist auch "nur" ein Telefoninterview. Allerdings wurde ich nun gefragt, ob dann auch direkt der Fotograf vorbeikommen kann (für ein Foto von mir mit Buch).


    Was macht ihr in solchen Fällen (dass man das zu Hause in der Wohnung/im Haus macht, erscheint mir persönlich nämlich doch ungewöhnlich)? In der Buchhandlung? Irgendwo draußen (aber was, wenn es regnet)?

    Eine andere Zeitung hatte beim Verlag auch Interview + Foto angefragt, aber die hatten direkt gesagt, dass es ein Outdoor-Shooting wäre (die haben sich aber bei mir noch nicht gemeldet).


    Über Antworten & Ideen würde ich mich sehr freuen. :)

  • Such dir selbst einen Fotografen oder eine Fotografin und lass ein paar gute (printfähige!) Fotos von dir machen. Dann hast du das Ergebnis selbst in der Hand, kannst die Fotos auf deine Website stellen und für verschiedene Zwecke nutzen. Das ist nicht billig, aber du kannst als Autorin die Kosten von der Steuer absetzen.


    Ich würde niemals Fotos in meiner Wohnung machen lassen, mein Wohnzimmer geht niemanden was an. Die Fotografin meines Vertrauens hat mich einmal in unserem Garten und im nahen Park aufgenommen, letztes Mal (im Winter) vor einer weißen Wand in ihrem eigenen Wohnzimmer.


    Dazu gab's im Magazin der selfpublisher einen Artikel von Birgit-Kathrin Duval, den ich damals redigieren durfte. Ich mache für das Magazin immer noch Interviews und brauche von jedem Autor und jeder Autorin ein printfähiges Foto.

  • Hallo Ingrid, danke für deine schnelle Rückmeldung. Mein Mann sagte auch, dass ich doch zu "meiner" Fotografin gehen solle, aber ich war nicht sicher, ob die Presse evtl. Fotos haben will, an denen sie die Rechte haben.

    Das meinst du wahrscheinlich damit, dass es teuer wird (kostet ja in der Regel mehr, wenn die Fotos für die Presse sind).

    Dann schlage ich das mal vor. :)

  • Das sind doch Fotos von dir, also bestimmst du mit. Für die vorhin erwähnten Interviews (Autorenportraits in einem Magazin) liefern die Kandidatinnen immer eigene Fotos. Aber vielleicht macht das eine Tageszeitung anders. Den Versuch ist es wert, denke ich.


    Zu den Kosten: Richtig gute Porträtfotos kosten Geld, weil eine versierte Fotografin nicht nur drei Fotos macht, sondern eher 300, und dann die besten aussucht und bearbeitet. Presse- bzw. Printqualität sollten sie auf jeden Fall haben, dann kannst du sie vielfältig nutzen.

  • Die Kosten für Portraitfotos für Webseite, Verlag etc. waren okay, da hatte ich im Februar Fotos machen lassen und die Fotografin ist auch wirklich gut. Ich werde nur ungerne fotografiert, aber die Atmosphäre etc. passte.

    Wenn eine größere Zeitung aber ein Bild veröffentlicht, werden die Portraifotos teurer. Wäre auch okay und ist mir dennoch lieber (der Zeitung ist dagegen der eigene Fotograf lieber, mal schauen, was draus wird ...).


    Und vielen Dank auch für den Link zum Artikel. :)

  • Warum wirkt das albern und unprofessionell?

    Ich kenne einige Autoren, die mit ihrem Buch fotografiert worden sind, und auf mich hat das nie albern gewirkt, wenn es in dem Artikel dazu um das Buch ging.

    Mir wärs auch sehr recht, wenn sie nur das Buch ablichten. :D

  • Ich finde auch nicht, dass es grundsätzlich unschön wirkt, wenn man sein eigenes Buch irgendwie in die Kamera hält, aber es gelingt tatsächlich nicht allen Fotografen und -innen, diese Situation so abzulichten, dass es würdevoll rüberkommt.


    Wer ein Profi Fotos gemacht hat, hat das Kostenfolgen (Lizenz). Deshalb wollen vor allem reichweitenschwache Medienanbieter bevorzugt eigene Fotografen schicken, was dann meistens nur Leute sind, die ein Handy oder eine einfache Kamera halbwegs bedienen können - oder die Interviewer machen die Fotos gleich mit. Professionelle Fotos sind meistens nicht honorarfrei, selbst wenn sie im Auftrag hergestellt wurden, und mindestens müssen die Fotografen prominent genannt werden. Viele Autoren lassen einmal eine Serie machen oder werden von Anbietern wie Susanne Schleyers "Autorenarchiv" kontaktiert, wenn die ersten zwei, drei Romane draußen sind, und dann kann man immer auf diesen Anbieter verweisen, wenn solche Fragen kommen (die Verlage nutzen das gerne). Es kostet allerdings (vergleichsweise ordentlich) Geld.


    Ich habe mich schon im Wohnzimmer fotografieren lassen. Warum nicht?


    Mein peinlichstes Shooting war auch mein erstes richtig professionelles. Das war im Jahr 1990. Der "Playboy" schickte einen (Nachwuchs-)Profi, der meine Ein-Zimmer-Ofenheizungswohnung in Neukölln heimsuchte und unbedingt ein Grammophon, das er mitschleppte, auf dem Foto unterbringen wollte, warum auch immer. Die Session hat mehrere Stunden gedauert, und ich habe sogar noch ein bisschen programmieren müssen, um auf einem Computermonitor - zu DOS-Zeiten - einen großformatigen Schriftzug anzeigen zu lassen. Anschließend konnte ich zwar sagen, dass ich mit Fotos im Playboy war, aber auf den Fotos sehe ich so belämmert aus, wie ich mich gefühlt habe, und der ambitionierte Fotograf, der hoffte, auf diese Art einen Fuß in die Tür des Magazins zu bekommen, ist meines Wissens danach ohne weitere Aufträge geblieben. Man kann hier einen kleinen Eindruck davon bekommen (ich habe leider kein Original mehr, und ich weiß auch nicht, wo diese Playboy-Ausgabe liegt).

  • … Professionelle Fotos sind meistens nicht honorarfrei, selbst wenn sie im Auftrag hergestellt wurden, und mindestens müssen die Fotografen prominent genannt werden.


    Lässt man von einem Profi Fotos machen, die für Veröffentlichungen vorgesehen sind, so ist das Honorar in der Regel mit dem abgegolten, das der Abgelichtete gezahlt hat. Weitere Honorare bei Veröffentlichungen können dann nicht gefordert werden, die Namensnennung des Fotografen ist aber üblich. Sicherheitshalber sollte man sich aber die Verträge - und dort besonders das Kleingedruckte - genau ansehen. Verträge sollten sowieso immer GANZ gelesen werden, das scheint aber eher die Ausnahme als die Regel zu sein.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen und Legenden aus Baden

    ASIN/ISBN: 3955403823


    Im Inneren eines Menschen existiert ein Kern, der von Fragen wie Staatsbürgerschaft oder sozialer Herkunft völlig unberührt ist. Dafür sollte sich die Kunst interessieren.
    Marina Davydova

    SZ Nr. 289, 15.12.2022, S. 11


  • Horst-Dieter: Die Honorare staffeln sich in aller Regel danach, für welche Veröffentlichungen man die Freigabe haben möchte. Es kostet mehr, wenn man Fotos machen lässt, die in beliebigen Publikationen frei verwendet werden dürfen. Hat man das nicht vereinbart, fallen dann weitere Honorare oder Lizenzgebühren an.

  • Verträge sollten sowieso immer GANZ gelesen werden, das scheint aber eher die Ausnahme als die Regel zu sein.

    Absolut.


    "Die wollen mit nichts Böses", denken viele, und wirklich böse ist es ja auch nicht, aber manchmal besonders vorteilhaft für nur eine Seite - und das ist nicht selten die, die auch den Vertrag hat formulieren lassen.

  • Hallo und danke für eure Antworten und Tom Danke für den Link. :)

    Die Preise mit "meiner" Fotografin sind kein Problem, das könnte ich alles mit ihr klären. Und Portraitfotos sind günstiger bei ihr, wenn ich sie nur für die Webseite/Verlagsseite brauche, aber teurer, wenn dann eine regionale Tageszeitung mit ca. 750.000 Lesern ein Bild von mir (= der Fotografin) abdruckt.


    Aber die schicken nun einen Fotografen. Ist jetzt halt so. Und ich soll mein Buch mitbringen. ;)

    Aber gut, ich glaube, dass Buch irgendwie gescheit zu präsentieren, ist mein geringstes Problem. Ich bin schon zufrieden, wenn ich nicht aussehe, als hätte mir gerade jemand mein Essen geklaut (ich bin wirklich nur sehr ungerne vor der Kamera ...)

  • Ich würde aus Prinzip niemals Fremde beauftragen, Fotografien von mir anzufertigen. Ich dulde nicht, daß andere irgendwelche Rechte an meinem Abbild halten und ich deren gnädige Erlaubnis benötige, um meine eigenen Bilder zu verwenden. Dann gibt es eben keine guten, professionellen Fotos von mir. Was soll's! Damit kann ich leben. Kontrolle und Selbstbestimmung sind mir wichtiger. Wenn jemand mein Bild veröffentlichen will, muß er mich um Erlaubnis fragen und mir Geld zahlen.