Heiteres Beruferaten - oder - Haben Akademiker bessere Voraussetzungen Romane zu veröffentlichen als Nicht-Akademiker?

  • Habe letztens ein Interview mit einem Diplomaten gehört. Da fragte der Moderator, wie man Diplomat werden würde. Die Antwort war, man müsse ein Hochschulstudium haben, welches sei eigentlich egal.

    Nun sind Schriftsteller meistens keine Diplomaten, aber die Entscheider ob ein Manuskript verlegt wird, müssen sich verantworten. Ein Sicherheitsanker ist für sie die Bildung des Bewerbers, da bin ich mir sicher. Das sieht man ja auch zB. bei Zusammenstellungen der JurorInnen Gremien. Obwohl vermutlich der gemeine Leser das genauso oder gar besser könnte.

  • Ein Sicherheitsanker ist für sie die Bildung des Bewerbers, da bin ich mir sicher.

    Es. Sind. Keine. Bewerber.


    Und inwiefern man sich (als Verlagsmensch) "verantworten" muss, wo es doch in der Hauptsache um ein Manuskript geht, das man zu bewerten hatte, das in Gänze vorliegt, das alle Fragen selbst beantwortet usw. usf., ist mir ein Rätsel. Ein vollständiges und unlösbar erscheinendes Rätsel.


    Ich habe nie irgendwem (Agentur, Verlag, Magazin o.ä.) meinen Bildungsweg genannt. Nie. Die Vita wurde erstmals angefragt, als es um U2 in meinem ersten Roman ging. Und über alles, was ich da angegeben habe, habe ich selbst entschieden.


    Hier wird Mythenbildung betrieben. Und das, mit Verlaub, in der Hauptsache von Leuten, die (noch) relativ wenig Branchenkenntnisse/-erfahrungen vorweisen können. Um mal diesen Aspekt zu beleuchten. ;)

  • Hier wird Mythenbildung betrieben. Und das, mit Verlaub, in der Hauptsache von Leuten, die (noch) relativ wenig Branchenkenntnisse/-erfahrungen vorweisen können. Um mal diesen Aspekt zu beleuchten. ;)

    Tatsächlich wird die Mythenbildung im Vorfeld schon von den Marketingabteilungen der Verlage betrieben, indem jede/r Autor/Autorin, der/die schon mal versehentlich in eine Uni geraten ist, oder in der Mensa bei der Essensausgabe gejobbt hat, ein Studium angedichtet wird. Würde man strenger teilen, also nur die mit echtem Abschluss, nehmen, und den Rest zu den "Nichtstudierten" rechnen, käme sicher eine andere Gewichtung heraus. Sagen wir mal "gefühlt" halbe-halbe.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen und Legenden aus Baden

    ASIN/ISBN: 3955403823


    Wir haben sogar Bücher zuzm Totlachen aufzuweisen, von denen ich wünschte, dass die Verfasser die erste Probe an sich gemacht hätten!.
    Carl Julius Weber

    aus: Demokritos


  • Hier wird Mythenbildung betrieben. Und das, mit Verlaub, in der Hauptsache von Leuten, die (noch) relativ wenig Branchenkenntnisse/-erfahrungen vorweisen können. Um mal diesen Aspekt zu beleuchten. ;)

    Also, ich habe eine Sache zur Diskussion gestellt, keine Behauptung aufgestellt. Und das, weil sich mir als Leserin diese Frage gestellt hat - mit Einschränkungen, die „Stichprobe“ betreffend, die ja gar nicht repräsentativ sein kann.


    Mir ging es auch gar nicht um die Idee, dass da Leute in den Verlagen säßen, die die Lebensläufe der Autoren nach deren Bildungsgrad abklopfen würden. Wenn ein Manuskript überzeugt, überzeugt es.

  • Würde man strenger teilen, also nur die mit echtem Abschluss, nehmen, und den Rest zu den "Nichtstudierten" rechnen, käme sicher eine andere Gewichtung heraus. Sagen wir mal "gefühlt" halbe-halbe.

    Gefühlt: nein.

    Aber das ist eben das Problem: Wenn es keine Daten dazu gibt, „fühlt“ halt der eine dies und der andere das. Was in dem von Tom verlinkten Artikel steht, weist aber doch schon mal in eine andere Richtung als halbe-halbe, oder nicht?

  • Zitat

    Und inwiefern man sich (als Verlagsmensch) "verantworten" muss, wo es doch in der Hauptsache um ein Manuskript geht, das man zu bewerten hatte, das in Gänze vorliegt, das alle Fragen selbst beantwortet usw. usf., ist mir ein Rätsel. Ein vollständiges und unlösbar erscheinendes Rätsel.

    Erzähle mir doch nicht, dass in Verlagen keine marktwirtschaftlichen Gesetze gelten. Wenn von einem Mitarbeiter 9 von 10 Manuskripte floppen, die er durchgewunken hat, dann muss er das verantworten.


    Zitat

    von Leuten, die (noch) relativ wenig Branchenkenntnisse/-erfahrungen vorweisen können.

    Schon lustig, dass du hier sogar die Antwortkompetenz in Frage stellst anhand der vermeintlichen Bildung in Sachen Verlagskultur. Fällt dir was auf?


    Viele Grüße

  • mit Abschluss? Oder nur ein paar Semester und ist dann abgegangen? Ist man schon Akademiker, wenn man sich mal an ihrgend einer Hochschule eingeschrieben hat?

    In Österreich gab es vor wenigen Jahren einen Bundeskanzler der linken Fraktion, der auf seiner Homepage angab: Studium der Rechtswissenschaften. Tatsächlich hatte er nur inskribiert und eine einzige Vorlesung besucht. Er konnte trotz mehrfacher Aufforderung nicht einmal sein Abitur nachweisen.

    Zu Bukowski kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Ich kenne etliche seiner Werke, könnte aber kein einziges nacherzählen. Ich halte ihn für literarisch überschätzt. Dazu ein Artikel aus der Welt.

  • Fällt dir was auf?

    Du stellst die steile Theorie auf, dass nach dem (mehrfachen) Floppen eines Autors oder einer Autorin möglicherweise die Person zur Rechenschaft gezogen wird, die die Inverlagnahme zu verantworten hatte, und dass dabei auch eine Rolle spielen könnte, ob die akademische Qualifikation des oder der Inverlaggenommenen nicht ausreichend geprüft wurde. Und ich halte dem - noch relativ zurückhaltend - entgegen, dass die Branche so einfach nicht funktioniert, um es noch sehr, sehr vorsichtig zu sagen, und dass hier Mythenbildung betrieben wird, und zwar, bei allem Respekt, durch Leute, die (noch) relativ wenige eigene Branchenerfahrungen vorweisen können.


    Erfahrungen aus der Berufswelt, bei der es solche Situationen geben kann, in allen Ehren, aber, noch einmal: Wir reden hier nicht über Arbeitsverhältnisse. Ich weiß, dieser (zu Teilen ja auch beruhigende) Gedanke sitzt tief, weshalb auch immer wieder von "Bewerbungen" und "Lebensläufen" und all diesem Quatsch gesprochen wird, aber es geht um Geschäftsbeziehungen. Autoren sind Lieferanten, Verlage machen den Vertrieb, und um dieses Miteinander zu regeln, macht man Verlagsverträge - das ist alles (von der Tatsache abgesehen, dass es weit mehr potentielle Lieferanten als Vertriebler gibt). Die wesentlichen Aspekte in diesem Verhältnis sind überwiegend ganz andere als bei Angestelltenverhältnissen. Und ich habe noch nie, nie, nie von der absurden Situation gehört, dass Flops nachträglich der mangelnden akademischen Qualifikation der Autoren zugeschrieben wurden, und dass Köpfe im Verlag rollen mussten, weil die nicht ausreichend geprüft wurde. Das ist schlicht komplett banane.

  • …Was in dem von Tom verlinkten Artikel steht, weist aber doch schon mal in eine andere Richtung als halbe-halbe, oder nich

    Die von Tom verlinkten Artikel sind Interviews - oder habe ich einen übersehen? Beide weisen auch nur "gefühlte Meinungen" und keine Fakten auf, sind also für eine konkrete Aussage nicht sehr ergiebig (wenn auch sonst interessant zu lesen).

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  • Von halbseidener Faktenlage habe ich nichts geschrieben, aber es ist ein Interview und es ist keine Darlegung von Fakten. Mit "gefühlten Meinungen" liege ich vielleicht nicht ganz richtig (anders als bei der guten Frau Heidenreich), aber es ist eben kein Forschungsbericht, sondern nur ein lockeres Gespräch, in das auch die Meinungen der Literatursoziologin einfließen. Interessant, ja, durchaus, aber mehr auch nicht.

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  • Zitat

    Du stellst die steile Theorie auf, dass nach dem (mehrfachen) Floppen eines Autors oder einer Autorin möglicherweise die Person zur Rechenschaft gezogen wird, die die Inverlagnahme zu verantworten hatte, und dass dabei auch eine Rolle spielen könnte, ob die akademische Qualifikation des oder der Inverlaggenommenen nicht ausreichend geprüft wurde. Und ich halte dem - noch relativ zurückhaltend - entgegen, dass die Branche so einfach nicht funktioniert, um es noch sehr, sehr vorsichtig zu sagen, und dass hier Mythenbildung betrieben wird, und zwar, bei allem Respekt, durch Leute, die (noch) relativ wenige eigene Branchenerfahrungen vorweisen können.

    Gegen das Totschlagargument Branchenerfahrung ist natürlich kein Gras gewachsen, so wie bei Tradition oder Religion oder „das haben wir schon immer so gemacht“. Und woher willst du wissen, dass ich sie nicht habe? Und wieviel/welche Erfahrung ist Erfahrung genug? Reicht Autorenerfahrung?Dennoch bin ich überzeugt, dass professionelle Verlage ihr Geschäft ständig reflektieren und optimieren, wie es beispielsweise im Projektmanagement großer Firmen auch der Fall ist, warum soll das ausgerechnet im Verlagswesen anders sein. Ein guter Bildungshintergrund ginge (natürlich nur als ein Kriterium unter vielen) in Richtung Risikoverringerung und vllt. geringeren Folgekosten (Lektorat/Korrektorat etc.).

    Aber gut, du allwissend und ich Ruhe, Diskussionen sind mit dir nicht so recht fruchtbar.

  • Ich will hier nichts und niemanden totschlagen, Nifl, jedenfalls im Moment nicht. Frage ich halt gegen: Diese These von der akademischen Flopabsicherung, wo kommt die her? Ist die bauchgeboren, hat das jemand erzählt, ist das selbst erlebt oder welche argumentativen Fundamente gibt es? Mir kommt das sehr ausgedacht bzw. gemutmaßt vor, und da das bei sehr vielen Diskussionen im Moment so ist, bin ich etwas dünnhäutig. Und, nein, es ist nicht „nur“ Autorenerfahrung. Die aber seit mehr als zwanzig Jahren.

  • Ich könnte mir vorstellen 🙂, dass nach einem nicht ganz so gut verkauften Buch das nächste des Autors möglicherweise mit einer geringeren Vorauszahlung an den Start geht: ein Verlag lässt Vorsicht walten, da das Geld ja nicht zurückfließt, wenn das Buch unter den Erwartungen bleibt.

    Genauso, dass einer, der regelmäßig Bücher einkauft, die zu Bestsellern werden, einen besseren Stand hat als einer, der immer daneben liegt - außer, ein Verlag leistet sich „Herzensprojekte“/Prestigeprojekte, von denen man von vornherein weiß, dass die gut sind, gute Kritiken erhalten, sie sich aber nicht groß verkaufen werden - eine Art „Mischkalkulation“: Bestseller ziehen von vornherein nicht so gut kalkulierte Bücher mit durch.


    Darum ging es mir freilich nicht.

  • Tom, da muss ich lachen, du bist echt alt geworden, mit 20 Jahren Erfahrung zu argumentieren. Solche Leute und haben wir beiden früher geringeschätzt. Halten wie mal fest, keiner hat hier in diesem Thread belastbare Zahlen/Statistiken aufführen können. Du hast eine Statistik mit einem Stützpunkt (aber der ist immerhin 20 Jahre alt). Also spekuliert hier jeder, und auch Petras „Untersuchung“ ist ja nicht besonders aussagekräftig -wie schon festgestellt-, weil man ua. ja auch berücksichtigen müsste, wie denn das Verhältnis abgeschlossenes Hochschulstudium zu ungelernt bei den eingereichten Manuskripten überhaupt ist.

  • Du wirst Deine Gründe für Deine Art des Argumentierens haben, Nifl, und ich erspare mir in diesem Bereich Spekulationen. Deine These hat was von Bertrand Russells Teetasse, mit dem Unterschied, dass es hier nicht um religiöse Mythen geht, sondern um ein tatsächlich existierendes Phänomen, das „Verlagsbranche“ genannt wird. Die Frage, wodurch sich Deine Theorie speist, lässt Du unbeantwortet, während ich meine Äußerungen immerhin durch Erfahrungen und Marktkenntnisse stützen kann, durch viele Gespräche mit Branchenkennern und -aktiven, durch aktives Mitmachen, durch langjährige Autorenunterstützung, sehr erfolgreiche Vermittlungshilfe und Projektbegleitung. Der Bildungsaspekt spielt in der von Dir skizzierten Variante schlicht und ergreifend keine Rolle; so funktioniert der Markt einfach nicht. Aber ich komme mir langsam vor wie die Astronomen in der wunderbaren Satire „Don‘t Look Up“, weshalb ich mich jetzt zurückziehe. Viel Spaß noch, und guten Rutsch.

  • Ich würde die Aufmerksamkeit von der gegenseitigen Schienbeintreterei gerne zurück aufs Thema lenken:


    Frau Ammlinger (über die Gruppe47 in den 1970er Jahren): "eine geschlossene Gemeinschaft, die Ressourcen unter sich verteilt hat."

    (...)

    Die Autorinnen und Autoren, mit denen ich gesprochen habe, haben eigentlich schon ein sehr kluges Erwerbs- und Lebenssystem entwickelt, das die Autonomie des Schreibens ermöglicht.

    (...)

    Es ist zudem nicht außer Acht zu lassen, dass sie oft über ihren Partner oder Partnerin finanziell abgesichert sind."

    Die Welt bringt dann Florian Kessler ins Spiel, der mit einem Artikel namens "Lassen Sie mich durch, ich bin Arztsohn" 2014 eine Diskussion auslöste. Zitat: "Kessler sah darin nicht nur inhaltlich ein Manko, weil bestimmte Themen gar nicht in den veröffentlichten Büchern vorkämen, er empfand es auch als ungerecht, dass das Elternhaus darüber entscheidet, ob man die Schriftstellerkarriere einschlagen kann oder nicht."

    Amlinger antwortet darauf, dass es "soziale Passungsverhältnisse" gebe. Zitat: "Das heißt zusammengefasst, es setzt sich nicht unbedingt Talent durch, sondern soziale Passung."

    Quelle: „Der Schriftsteller ist ein Außenseiter der Gesellschaft“

    (Hervorhebung durch Fettdruck stammt von mir.)


    Kessler sprach hier also zwei Bereiche an: 1. eine Beschneidung der Themen: Worüber wird überhaupt geschrieben? 2. wer kann es sich leisten, hauptberuflich Schriftsteller zu werden?

    Dass diese beiden Aspekte sich auch untereinander bedingen, versteht sich von selbst. Und deshalb glaube ich, dass manche Bereiche in der Literatur stärker beleuchtet werden und andere schwächer.


    Ich habe - wie üblich - keine Zahlen, meine aber, dass es durchaus bekannte Schriftsteller/Schriftstellerinnen gibt, die nennenswert Romane veröffentlichen und dennoch auch in einem anderen Beruf tätig sind. Aus welchem Grund, ist nicht wirklich wichtig. Vielleicht genügt es manchen, die es könnten, ganz einfach nicht, ausschließlich zu schreiben. Umgekehrt: Sich selbst als freiberuflichen Schriftsteller zu bezeichnen, wenn man (oder der Ehepartner) eigentlich noch eine Reihe anderer Dinge tut, um Miete und Mittagessen zu bezahlen, empfinde ich als unredlich. Das mag dem Ego schmeicheln oder deutlich machen, wo man seine "Berufung" sieht, verzerrt aber die Realität.


    Und deshalb meine ich: Ja, ein Studium, egal welches, ist eine gute Ausgangsbasis, auch für das Schreiben, weil Bildung einem grundsätzlich mehr Möglichkeiten eröffnet. Und das ist eigentlich so offensichtlich, dass man sich zumindest darüber gar nicht streiten muss.

  • …Umgekehrt: Sich selbst als freiberuflichen Schriftsteller zu bezeichnen, wenn man (oder der Ehepartner) eigentlich noch eine Reihe anderer Dinge tut, um Miete und Mittagessen zu bezahlen, empfinde ich als unredlich. Das mag dem Ego schmeicheln oder deutlich machen, wo man seine "Berufung" sieht, verzerrt aber die Realität

    Beruf ist Beruf. Es ist egal, was der Lebenspartner macht, wenn der Beruf ausgeübt wird und vorzeigbare Ergebnisse bringt - also Buch- oder sonstige Veröffentlichungen (keinen Selbstverlag!) – dann ist das nicht unredlich sondern seriös. Egal, ob der Ehepartner mehr verdient oder nicht. Wenn beide Ehepartner einen anderen Berruf ausüben, sagt man ja auch nicht zu dem, der weniger verdient, es sei unredlich, wenn er sich Arbeitnehmer oder meinetwegen auch Freiberufler (zum Beispiel als Handwerker) nennt.


    Bei dieser Betrachtung liegt ein Denkfehler vor. Natürlich trifft es zu, dass soziale Verhältnisse eine Rolle spielen, wer hat das abgestritten? Ausgangspunkt der Diskussion war die Fixierung auf Akademiker unter den Schriftstellern, und diese Behauptung, dass es genau diese Ausgangsvoraussetzung bei den meisten halbwegs erfolgreichen Schriftstellern und Schriftstellern ist, halte ich nach wie vor für sehr fragwürdig.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen und Legenden aus Baden

    ASIN/ISBN: 3955403823


    Wir haben sogar Bücher zuzm Totlachen aufzuweisen, von denen ich wünschte, dass die Verfasser die erste Probe an sich gemacht hätten!.
    Carl Julius Weber

    aus: Demokritos


  • Beruf ist Beruf. Es ist egal, was der Lebenspartner macht, wenn der Beruf ausgeübt wird und vorzeigbare Ergebnisse bringt - also Buch- oder sonstige Veröffentlichungen (keinen Selbstverlag!) – dann ist das nicht unredlich sondern seriös. Egal, ob der Ehepartner mehr verdient oder nicht. Wenn beide Ehepartner einen anderen Berruf ausüben, sagt man ja auch nicht zu dem, der weniger verdient, es sei unredlich, wenn er sich Arbeitnehmer oder meinetwegen auch Freiberufler (zum Beispiel als Handwerker) nennt.

    Die einen sagen so, die anderen sagen so 🙂


    Hinter der Vokabel „unredlich“ steht für mich nicht etwa eine moralische Gewissensfrage. Wenn man finanzielle Absicherung ausklammert, kann natürlich jeder jederzeit für sich beanspruchen, Künstler, also auch Schriftsteller, zu sein bzw. dazu berufen zu sein oder sich berufen zu fühlen. Bloß dann nicht „hauptberuflich“. Dieser Zusatz macht es für mich zur Augenwischerei und ein Stückweit zum Selbstbetrug.