Lauter neue Worte

  • Alle Achtung, da wollte ich gerade aufbegehren und schreiben, solche Wörter wie "Beherbungsverbot" (z.B.) gibts längst. Tatsächlich finde ich die nicht im Wörterbuch der Grimms noch im Duden. Vielleicht müsste man letzteren aus der Zeit der 30er und 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mal prüfen, könnte mir denken, dass es das da drin schon gab, aber im aktuellen "vor Corona" war er nicht vorhanden. Gilt auch für ein paar andere, die ich überprüft habe. Endlich bin ich bei "Epizentrum" fündig geworden. Das Wort ist nicht neu, das gibt es schon lange. :nick


    Ich habe übrigens das Wort "Bill Gates" in der Liste vermisst. ;)

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Dunkle Geschichten aus Würzburg

    ASIN/ISBN: 3831333580


    "Einen Roman zu schreiben bedeutet vor allem einen massiven Organisationsaufwand."


    Zadie Smith

    SZ Nr. 144, 26./27.6.2021, S. 56

  • Alle Achtung, da wollte ich gerade aufbegehren und schreiben, solche Wörter wie "Beherbungsverbot" (z.B.) gibts längst. Tatsächlich finde ich die nicht im Wörterbuch der Grimms noch im Duden. Vielleicht müsste man letzteren aus der Zeit der 30er und 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mal prüfen, könnte mir denken, dass es das da drin schon gab, aber im aktuellen "vor Corona" war er nicht vorhanden. Gilt auch für ein paar andere, die ich überprüft habe. Endlich bin ich bei "Epizentrum" fündig geworden. Das Wort ist nicht neu, das gibt es schon lange. :nick

    "Beherbergung" steht im Duden schon 1929, fehlt allerdings im Sprachbrockhaus 1935. Die Kombi "Beherbergungsverbot" ist somit noch nicht im allgemeinen Wortschatz gewesen, was nicht heißt, dass es im Einzelfall schon mal gefallen ist.

    Beim "Epizentrum" hast du vielleicht den Wortwitz nicht verstanden oder ich deinen nicht ;)

    Interessant (und vorher auch bekannt gewesen) ist, wie produktiv die Nomen-Komposita sind, die von einigen doch so verpönt sind.:)

  • Müsste der Thread nicht "Lauter neue Wörter" heißen?


    "verimpfen" fehlt, das gehört zu meinen Lieblingen. Was ich nicht so mag, nicht erst seit dem Beginn der Pandemie: Die beinahe durch die Bank falsche Verwendung des Adjektivs "virtuell". Eine "virtuelle Konferenz" ist nicht wirklich virtuell, sondern tatsächlich und real. Virtualität und die Verwendung digitaler Medien sind nicht das gleiche.


    Aber was rede ich? Wir sprechen schließlich alle davon, dass wir Bücher schreiben würden. Tatsächlich schreiben wir Texte, möglicherweise noch bestimmte Textgattungen, aber Bücher sind nichts, das man schreiben könnte. Das nur am Rande. 8)

  • Die beinahe durch die Bank falsche Verwendung des Adjektivs "virtuell". Eine "virtuelle Konferenz" ist nicht wirklich virtuell, sondern tatsächlich und real. Virtualität und die Verwendung digitaler Medien sind nicht das gleiche.

    Adjektive drücken nicht nur Eigenschaften eines Dings aus, sondern auch die Herkunft, den Stoff etc. So hat das "väterliche Haus" keine väterlichen Eigenschaften wie ein zweiter Vater, sondern es ist natürlich im Besitz des Vaters. Auch der "französische Wein" stammt aus Frankreich und hat keinen französischen Pass. Bei "virtueller Konferenz" erleben wir vielleicht gerade, dass aus einem Eigenschaftswort ("virtuelle Welt") ein Herkunftswort wird: Die Konferenz findet im virtuellen Raum statt.

  • Die Konferenz findet im virtuellen Raum statt.

    Auch das ist nicht zutreffend. Edit: Also nicht ganz. Deine Einlassung ist aber im Kern tatsächlich richtig. Allerdings ist der Raum auch nicht virtuell, sondern entsteht durch die Verknüpfung realer Räume.

  • Manchmal ist es so eine Sache mit dem Plural.

    In einem Gespräch mit Kollegen kam mal die Frage auf, wie eigentlich die korrekte Mehrzahl von Persona ist. Die meisten sagen einfach "Personas", aber korrekt wäre (laut Duden) Personae.


    Ich würde auch "Wörter" sagen, nachdem ich mal auf den Link von Horst-Dieter geklickt habe.

  • Ich verstehe es so, das sich sich der Plural Wörter auf das Wort als grammatisches Konstrukt, auf den Bestandteil eines Satzes oder Sprachsystems bezieht. Ein Satz besteht aus (oder eine Sprache umfasst) so und so viele Wörter. Jedem dieser Wörter ist eine klar definiere Bedeutung (z.B. laut Duden) zugewiesen. Der Plural Worte bezeichnet dagegen den Sinngehalt von etwas Gesprochenen oder Geschriebenen, das aus irgendeiner Anzahl von Wörtern besteht - von einem Satz bis hin zu einer längeren Rede: Deine Worte haben mich sehr bewegt. Oder: Er ist kein Mensch vieler Worte.

    Wörter ist konkreter, Worte abstrakter.