Artists United Against F*cking Pandemic?

  • Mich persönlich würde deine Geschichte über die Altenpflegerin schon interessieren.

    Mal schauen, vielleicht grabe ich sie irgendwann aus und mache was damit. Aber die Story hat sich auch nicht im Kern mit dem Pandemiegeschehen beschäftigt, sondern mit der Ansage einer Altenpflegerin an eine alte Frau, die tatsächlich im Krieg war, dass es "draußen" eben "wie Krieg" wäre. Diese Formulierung haben u.a. vor dem Hintergrund der Klopapierkauforgien nicht wenige benutzt, und ich hätte jedem einzelnen davon am liebsten ordentlich auf die Fresse gehauen, so als künstlerisches Statement. Weil das möglicherweise Irritationen hervorgerufen hätte, habe ich Second Best gewählt. 8)

  • Es ist, als gäbe es auf dieser Welt nichts anderes als Corona. Jeder Pups, den irgendjemand zum Thema von sich gibt, wird aus allen Winkeln ausgeleuchtet. Ich kann mich nicht distanzieren, lese dauernd darüber, habe aber aufgehört mitzudiskutieren. Es ist zu grotesk, zu schwarzweiß, zu böse. Und auch Comedy schafft es nicht, sich anders damit auseinanderzusetzen. Truth is stranger than fiction.


    Nein, ich möchte nicht über Corona schreiben und auch nichts Fiktives darüber lesen. Ich brauche Stoff, der mich daran erinnert, dass es auf dieser Welt auch noch etwas anderes gibt. Wie schon im Blog bechrieben: Ich lese Fantasy. Das ist mir bisher noch nie passiert. :)

  • Zitat

    finde ich, dass es noch weniger ist, nämlich coroneskes Selbstmarketing. Und genau das ist ein Umstand, der mir arg zu schaffen macht.

    Propaganda ist für mich, oder wird es für mich dann, wenn es benutzt wird von größeren Einflussnehmern als von der Person selbst, also sprich : wer sendet das wann und wie oft und warum...

  • Und was den letzten BT betrifft, finde ich schon dass er in eine Richtung geht, die eine genügende Distanz zum Thema zeigt.

    Danke, Dorit! Genau, den Text habe ich ja auch nicht geschrieben, weil ich 'unbedingt auch mal was zu Corona schreiben' wollte, sondern, weil ich genau diesen Einzelaspekt, um den es geht, spannend finde. Und zu diesem Einzelaspekt habe ich wirklich genügend Distanz, einfach, weil ich über ihn nachgedacht habe. Wie ich schon weiter oben schrieb: Natürlich können wir nicht aus der Vogelperspektive über die Pandemie schreiben - aber über einzelne Facetten, Gedanken, Ideen und Gefühle meiner Meinung nach sehr wohl. Warum soll man nicht über den merkwürdigen Vergleich der Krankheit mit einem Kriegszustand schreiben? Wenn das nicht Stoff für eine Story ist, dann weiß ich auch nicht. Eh klar, dass jeder selbst entscheidet, ob er das lesen will. Es ist völlig legitim zu sagen: Nee, danke, das kann und mag ich im Moment lesen. Oder: Ich mag es heute nicht lesen, heute lese ich lieber Krimi, um das ganze Gesumse mal gepflegt zu vergessen.


    Coroneskes Selbstmarketing - diese Ansicht teile ich eher nicht. Ich sehe es neutral, denke, die meisten Leute wollen mit ihren Liedern, Sketchen, Texten etwas ausdrücken und tun es halt. Mal mehr, mal weniger gelungen, wie Künstler oder generell Leute eben so sind. Diesen speziellen Song empfinde ich am ehesten als leicht satirischen Appell. Und warum auch nicht? Satire, überhaupt Humor, war schon immer das Mittel der Wahl, wenn Menschen zu etwas, was ihnen zu schaffen macht, Distanz gewinnen möchten. Was vielleicht auch die Wahnsinnsschwemme lustiger Videos erklärt.

  • Als ich meine Ausgangsnachricht geschrieben habe, habe ich zuerst gezögert, weil ich die Gefahr erahnt habe, dass sie missverständlich auf den aktuellen Besprechungstext bezogen wird (der hier ja nicht für alle sichtbar ist - wir sind im öffentlichen Bereich). Auf den bezieht sie sich nicht.

  • So hatte ich das auch überhaupt nicht gedacht. Der Text fiel mir nur plötzlich dazu ein. Rein assoziativ.


    Ich hatte die Anmerkung auch ohne BT-Namen gemacht, weil ich weiß, dass wir uns hier im öffentlichen Bereich bewegen.


    (Andererseits, vielleicht lockt die Aussicht, sich mit guten streitbaren Texten auseinander zu setzen, ja den einen oder anderen ZaunGast ins inhaltlich Innere der 42ger 😎😉)

  • Auf den bezieht sie sich nicht.

    Alles gut! Es fungierte hier auch nur als eins von vielen Beispielen, logisch nicht für alle nachvollziehbar, und darum:

    (Andererseits, vielleicht lockt die Aussicht, sich mit guten streitbaren Texten auseinander zu setzen, ja den einen oder anderen ZaunGast ins inhaltlich Innere der 42ger 😎😉)

    :dhoch:dhoch

  • Weil ich nicht reflektieren kann, während ich noch mittendrin stehe - das wäre wie die Zigarette danach mitten beim Sex. Für mich ist Kunst Verarbeitung, ein bisschen auch Therapie (Wahnsinn, dass ich das mal schreiben würde!), Traumabewältigung, Kommunikation über eine gemeinsam bewältigte Krise, meinetwegen alles zusammen.

    [...]

    Oder? :hau

    Ich kann ja auch über eine Beziehung reflektieren oder wie es mir im Job geht, ohne dass ich mich vorher trennen oder den Job kündigen muss.


    Zum coronesken Selbstmarketing: Da finde ich, dass es deutlich schlimmere Formen des Selbstmarketings gibt. Da sind mir die lieber, die ein Liedchen über Corona singen.

    Letzten Endes ist es ja immer eine Form des Selbstmarketings, sobald jemand sein Schaffen (freiwillig) der Öffentlichkeit preisgibt.