Marotten, Motivation und Rituale

  • Tür zu. Telefon aus. iPhone still. einige Minuten tiefste Konzentration. Dann MS aufrufen, danach nach meinen Mails schauen - jene, die ich Nachts an mich selbst geschrieben habe, mit Stichworten, Hinweisen, 'genialen' Sätzen. Wenn ich es immer noch passend finde, arbeite ich mich daran ab, bis zum Mittag. Nachmittags noch mal 1 1/2 Stunde - dann ist wieder Pflegealltag.

  • Monika: Das mit den an dich selbst adressierten nächtlichen Mails ist eine klasse Idee! Insbesondere das mit den "genialen" Sätzen kenne ich auch. Die sprudeln während der späten Abend- und frühen Nachtstunden nur so. Viele von denen stellen sich dann am folgenden Morgen zwar als nicht ganz so genial heraus, aber um die, die es wert sind, wäre es ja schade, wenn ich sie bis dahin wieder vergessen hätte. Deshalb werde ich mir also ab jetzt öfter mal eine Mail schreiben.:)

  • Ich überspringe mal die Einhörner, über die ich mich als Einhorn-Fan(Einhorn-Tasse, Einhorn-Bettwäsche, Einhorn-Spardose) sehr amüsiert habe und komme auch wieder zum eigentlichen Thema zurück.


    Anja Nein, also von langweilig kann da keine Rede sein, ist bei mir tatsächlich ähnlich:saint: Musik und die Notizen (bei mir inzwischen meist digitaler Art) sind allerdings ein Muss für meine übersprudelnden Ideen und eben die richtige Stimmung, so ähnlich wie das Juergen P. gerade beschrieben hat.


    Hierbei kann ich aber uneingeschränkt zustimmen:

    Was ich aber wichtig finde, sind Tapetenwechsel ab und zu. Hätte ich mehr Geld und gäbe es kein Corona, würde ich gerne sehr viel mehr reisen. Anregungen, neue Bilder, eine neue Atmosphäre, das alles ist für mich wichtig, um Ideen für Geschichten zu finden.

    Aber dort die Menschen mitsamt ihrer Marotten und Rituale zu beobachten ist für mich ein unerschöpfliches und deshalb unersetzliches Reservoir der Inspiration.8)

    Das stimmt! Leute beobachte in ungemein gern. Mir saß mal eine ältere Dame in der Bahn gegenüber, die war in einen roten Fuchspelz gekleidet, trug schwarze Lederhandschuhe und hochgesteckte, ebenfalls fuchsrote Haare. Wenn sie sich vor meinen Augen in einen Fuchs verwandelt hätte, hätte es mich nicht einmal gewundert. Was man bei uns in Frankfurt (auch gerade in der Bahn) gut kann, ist raten, welche Sprache der oder die Sitznachbar/in/n spricht/sprechen. Ich traue mich ja leider nie, zu fragen, aber da waren schon Sachen dabei, die konnte ich überhaupt nicht einordnen. Sehr spannende Sache.:nick


    Und zu der Schokolade: Jaaa, verständlich:D Ich versuche, mich nicht all zu oft hinreißen zu lassen. Gegen einen Tee am Arbeitsplatz ist dagegen nichts einzuwenden:saint: (solang nicht zu viel Zucker drin ist)


    Ganz liebe Grüße

    Caro

  • Einfach an den PC setzen, auf Youtube chinesische oder keltische Entspannungsmusik ohne Gesang im Hintergrund laufen lassen (Dauer: Minimum 3 Std.) und los geht es.

    „Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“

    Samuel Beckett (1906–1989)

  • Evtl. ist da gestern Abend ein neues Ritual entstanden. Mein Mann und ich machen seit einigen Jahren gerne Schiffsreisen und das war auch immer eine gute Zeit für mich, neue Ideen zu sammeln. Da ich das Ziel hatte, die Leseprobe für die Agentur von 50 Seiten bis morgen zu schreiben, dachte ich mir, dass es ja vielleicht hilft, wenn ich parallel zum Schreiben "Das Traumschiff" im TV laufen lasse für ein bisschen Urlaubsfeeling.

    Und was soll ich sagen: Es hat geholfen! :D Nicht nur, dass ich knapp 20 neue Seiten geschrieben habe, ich hatte auch zwei neue Ideen, die mehr Spannung in die Handlung bringen und eine mögliche Fortsetzung zu dem Roman ist mir auch eingefallen (bzw. eher ein Ableger). :write


    Mein Mann macht sich jetzt etwas Sorgen, dass ich demnächst auch noch WDR 4 höre, aber wenn es mir dabei hilft, kreativ zu sein, muss er da durch. Bzw. hat jeder von uns ein eigenes Arbeitszimmer, das hat Vorteile. ;)

    Habe gestern auch noch entdeckt, dass es nicht nur diese Traumschiff-Reihe gibt, sondern auch noch "Kreuzfahrt ins Glück". Ich würde sagen, die nächsten Krimis sind gesichert. :D Aber noch mehr hoffe ich darauf, dass wir nächstes Jahr wieder "normal" reisen können.

  • Ich bin jetzt auf die Musik von Max Richter gestoßen.

    Max Richter: Sleep

    Sehr beeindruckend! Und sehr entspannend. Zu der Musik kann man gut arbeiten. Oder lesen.

    Der Fairness halber sollte man sich wohl nicht nur bei YT bedienen, sondern auch mal einen mp3-download oder eine CD von ihm bestellen. Was ich tun werde.

    „Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“

    Samuel Beckett (1906–1989)

  • Die Musik ist mir dann meistens nach einiger Zeit doch etwas zu langweilig, aber das Konzept mit der Live-Performance von Sleep war schon genial. Beginn um 0.00 Uhr, im Auditorium Betten statt Stühle und eine Konzertdauer von 8 Stunden. Zuhörer durften und sollten währenddessen schlafen. Cool.

  • Hier noch ein Tipp für Musik, die nicht vom Schreiben ablenkt.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen & Legenden aus Franken

    ASIN/ISBN: 3955403602


    Mit Büchern können Sie meistens nicht viel verdienen. Aber ich komme in Kontakt mit anderen Menschen, und Buchveranstaltungen sind sehr viel besser als Rockfestivals.


    Billy Bragg (* 1957)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 281 – 4. Dezember 2020, S. 26

  • :rofl

    Nein -das geht nicht. Da kämen bei mir dann unweigerlich sofort Apachen in der Geschichte vor. Sogar, wenn ich mich gerade an einem Hardboiledkrimi versuchen würde.

  • Musik ist bei mir auch ein ganz großes Ding. Manchmal ist es nur so Hintergrundmusik, die wenig ablenkt (seit ich unvorbereitet auf einem Nils Frahm Konzert war, kann ich ihn unglaublich empfehlen, sicher auch als Vordergrundmusik), manchmal brauche ich aber auch Stimmungsmusik, also Musik, die gerade in meine Szene passt. Das kann je nach Thema quasi alles sein - gut, fetzige Partymusik kommt da jetzt weniger vor, aber ansonsten ist quasi Raum für alles zwischen Erik Satie, Pagan Folk und Ava Max^^

  • Beitrag von Ostelbe Sieben ()

    Dieser Beitrag wurde von Christian gelöscht ().
  • Das kann je nach Thema quasi alles sein - gut, fetzige Partymusik kommt da jetzt weniger vor, aber ansonsten ist quasi Raum für alles zwischen Erik Satie, Pagan Folk und Ava Max^^

    Die Mischung machts 🎶


    Ich bevorzuge Musik direkt vom Plattenspieler, das Knistern der Nadel auf dem Vinyl löst bei mir auch die schlimmste Blockade. Hängt wohl auch damit zusammen, dass es bei Plattenliebhabern eine Art Ritual gibt. Auspacken, auflegen, einstellen, absetzen, aufdrehen. Fast wie das Anheizen einer Dampfmaschine, es benötigt gute Vorarbeit für ein perfektes Erlebnis.