Haariges Thema

  • Liebe Kollegen,

    ich habe ein Kinder BilderbuchProjekt (AT: Opas Bart) fertigGestellt, gezeichnet und geschrieben, und - wie ich schon in einem anderen Fred schrieb - festgestellt, dass mir im Nachhinein aufgefallen ist, dass das Thema Körperbehaarung - also diejenigen Hornstrukturen, die unterhalb der Ohrläppchen dem Licht der Welt entgegenstreben, schon seit einiger Zeit ein no go sind.
    Obwohl ihre biochemische Zusammensetzung sich in keinster Weise vom
    Haupthaar (welches einen ganz anderen Status genießt) unterscheidet, wird dieser Teil aufgrund seiner geografischen Lage emotional anders bewertet.

    Was macht diesen „Ekelfaktor“ aus? Warum wird um das Haupthaar ein Kult veranstaltet und das Nebenhaar fristet ein geschmähtes Dasein? (Ich frage mich das schon seit Jahren)

    Dass ich mit dem Buchprojekt weitab des Mainstreams liege, ist mir wohl bewusst. Aber das steht auf einem anderen Blatt.


    Rapunzel sein ist wunderschön. Aber nur obenrum.


  • Ekelfaktor? Das hängt doch sehr von Moden und persönlichen Präferenzen ab. Es gibt (viele) Menschen, die mögen Bärte, Brust- und Rückenhaare, stark behaarte Gliedmaßen, sogar Achselhaare, und Schamhaare, die ja in den Siebzigern nicht pelzig genug sein könnten, sowieso. Da spielen viele Faktoren hinein, soziale, kulturelle, historische, genetische. Spannendes Thema!


  • Obwohl ihre biochemische Zusammensetzung sich in keinster Weise vom Haupthaar (welches einen ganz anderen Status genießt) unterscheidet, wird dieser Teil aufgrund seiner geografischen Lage emotional anders bewertet.

    Was macht diesen „Ekelfaktor“ aus? Warum wird um das Haupthaar ein Kult veranstaltet und das Nebenhaar fristet ein geschmähtes Dasein? (Ich frage mich das schon seit Jahren)

    Vielleicht muss Eine/r nur den Mut haben, mal einen Frisiersalon für jegliches Haar, das NICHT auf oder um den Kopf herum wächst aufmachen. Ich bin sicher, es werden schnell weitere folgen.


    Schade - dass ich nie Friseur gelernt habe.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • das Thema Körperbehaarung - also diejenigen Hornstrukturen, die unterhalb der Ohrläppchen dem Licht der Welt entgegenstreben, schon seit einiger Zeit ein no go sind.

    Hmm … ist es das? Dann scheint mal wieder etwas an mir vorübergezogen zu sein, ohne bleibenden Eindruck zu hinterlassen zu haben.

    Ich stelle nur fest, dass in meiner Region in den größeren Kleinstädten zunehmend Barber Shops eröffnen. Ich weiß aber nicht, wer deren Kunden sind. Auf jeden Fall wird da auch für die Bartfrisur geworben, und es wird wohl auch wieder rasiert.

  • Horst-Dieter

    Zitat



    Vielleicht muss Eine/r nur den Mut haben, mal einen Frisiersalon für jegliches Haar, das NICHT auf oder um den Kopf herum wächst aufmachen

    Das gibt es tatsächlich schon. Ich mach jetzt hier mal keine Verlinkung zu den entsprechenden Seiten. In irgendeinem meiner Romane habe ich sogar eine Randfigur - so eine Intimfriseurin auftauchen lassen.


    Ben Vart

    Ja das stimmt Barbershops sind auf jeden Fall sehr präsent geworden.

    Tom : Ich persönlich hoffe sehr dass „der Pelz“ , wo auch immer verortet, sein come back feiern wird. Leichte Tendenzen gibt es ja. Ein friedliches Nebeneinander von Haut und Haar wäre schon mal super.


    Aber nicht nur auf Haare bezogen, finde ich, dass sich, was den Körper anbelangt (zum Beispiel auch im Theater und Tanzbereich, zumindest in der freien Szene, wo ich sie beobachten kann) etwas geändert hat.


    Vor ca. 20 Jahren hat sich niemand daran gestört, wenn wir schweißgebadet mit den Flecken auf unseren T-Shirts über den Fußboden rollten, unsere Gesichter darauf drücken, uns gegenseitig die Füße massierten... und und und. Es war normal und gehörte dazu. Heute ist es eher die Ausnahme, und die nackten Füße von jemand anderen anfassen, ist schon wieder fast ein Tabu.

  • Ich persönlich hoffe sehr dass „der Pelz“ , wo auch immer verortet, sein come back feiern wird. Leichte Tendenzen gibt es ja. Ein friedliches Nebeneinander von Haut und Haar wäre schon mal super.

    Ich fände es begrüßenswert, wenn die Menschen ein bisschen mehr auf ihre Haut achten (als unser größtes Organ), aber ob man es nun lieber mit oder ohne Haare mag, das kann und soll doch jeder halten, wie er will. ;) Sicherlich gibt es viele Menschen, die sich dem haarfreien Trend nicht angepasst haben. Außerdem gibt es ja nicht nur schwarz oder weiß/ganz oder gar nicht.


    Absolut dämlich fand ich es allerdings, als ein Promimagazin mal ein Foto einer Schauspielerin veröffentlicht hat, mit Zoom auf den Achselbereich, weil sie es gewagt hat, diese nicht zu rasieren und trotzdem in ein Café zu gehen. 🙄 Dass so was als etwas empfunden wird, über das man berichten muss ... Unglaublich!


    Den Abschnitt mit den verschwitzten T-Shirts und dem über den Boden rollen, hab' ich nicht kapiert. Wer rollt denn über den Boden und massiert sich dann die Füße? Als Paar jetzt, oder wie? :grübel:

  • Zitat



    Den Abschnitt mit den verschwitzten T-Shirts und dem über den Boden rollen, hab' ich nicht kapiert. Wer rollt denn über den Boden und massiert sich dann die Füße?

    Steht im Abschnitt darüber: “...Theater und Tanzbereich, zumindest in der freien Szene, wo ich sie beobachten kann) etwas geändert hat...“ Speziell den Ausbildungs-, Workshop und Fortbildungsbereich.

  • Für mich macht es einen Unterschied, ob ein Bart gepflegt aussieht oder ob man noch Essensreste darin finden kann.

    Es gibt Schlimmeres, als Essensreste im Bart.

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    Horst-Dieter Radke: Sagen des Mittelalters

    ASIN/ISBN: 3955402630


    Der Leser oder Zuhörer von Serien ist ein Getriebener, ein Hase aus freien Stücken.


    Heinrich Steinfest (*1961)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 92 – 18./19. April .2019

  • Zitat

    Essensreste in Schamhaaren?

    Zitat

    Was ist damit: „...Bier so schön geprickelt in meine Bauchnabel....“ ? Flüssigkeiten bahnen sich ihren Weg. Und SchöfferHofer hat offenbar keine Berührungsängste 😉

    Aber mal zurück zu meinem eigentlichen Beweggrund: hier wäre eine Illustration aus meinem Bilderbuchprojekt, mit dem alten Mann und den beiden Essensresten.

    Ist das ästhetisch/ esstätisch vertretbar?