L. Seiler, H. Schubert und nun auch noch Elke Erb - Literaturpreise 2020

  • Lutz Seiler, Helga Schubert und nun auch noch Elke Erb. Drei Schreiber mit DDR-Biographie räumen in 2020 die bestdotiertesten Literaturpreise des deutschen Sprachraumes ab. Was solle man dazu sagen - fällt soetwas

    im dreißigsten Jubiläumsjahr der deutschen Wiedervereinigung vielleicht sogar als Verspätung auf?


    Alle drei haben ihren Lebensraum in Berlin, mal mehr mal weniger. Helga Schubert (Jahrgang 40) und Elke Erb (Jahrgang 38) dürften wohl eher einer DDR-typischen Weiblichkeitsemanzipation zugehörig sein, die dort schon früh, auch kulturpolitisch gewollt und begünstigt wurde. Aber soetwas gehört hier eigentlich nicht her, es kommt oft zu Missverständnissen dass der Krieg zu kalt gewesen sei und Ähnlichem... Lutz Seiler (Jahrgang 63) hingegen, dürfte eher die Erlebniswelt der nachkommenden Generation zu seinen Erfahrungshorizonten zählen können.


    Ob alle Drei etwas typisches zur DDR beschreiben, wird im literaturgesättigten Markt eh kaum von Bedeutung sein, man sollte es eigentlich nicht erwarten. In den Redaktionsetagen der Literaturjuroren gibt man wohl immer noch Zukunftwetten auf den noch ungeschriebenen Wenderoman ab, den man auch Kindern im Geschichtsunterricht dafür anbieten könnte, dass die DDR nebst ihrer Bewohner Irrtümer der Geschichte gewesen seien.


    Dass auch AutorInnen mit DDR-Biographie Zeitgeister mitbringen können, die sich vom Hüben & Drüben nicht all zu beeindruckt geben und sich offenbar auch ganz menschlichen Problemen widmen können, finde ich angesichts dieser

    auffälligen Preiswidmung in 2020, zumindest erst mal bemerkenswert.

    Freiheit für Julian Assange (sagt mein realistisches Gewissen); Freiheit für alle Hochstapler (sagt mein sarkastisches Gewissen) und dann gibt es noch Gewissen' von denen ich oft gar nichts wissen will!