Burgschreiber werden

  • 35. Mai 20024


    Ich schrieb, schrieb und schrieb, hörte Günter de Bruyn zu, mein Reich wurde immer größer, Zinnsoldaten, Schachfiguren, Bauernkriege, Piraten, Burgfräuleins... in Beeskow grub man auf meine Veranlassung sogar alte Wikingerboote und Kurgane aus und wunderte sich ob der bisher fern vom großen Fluss geglaubten, unbekannten Ortsgeschichte. Alle bekamen ihr Fett weg und mein Roman wurde selbstverständlich ein Welterfolg in Millionenauflage, was mich, ein Abbild machiavellis Traum, freilich nicht überraschte. Ich hatte sein Plan im Kopf, mich schon mal in Shakespeare's Zeiten unter dem Pseudonym Chropher Marlowe in der Weltgeschichte verirrt und wurde von Neidern versehentlich in einer Bierkneipe erschlagen, just oberhalb meines linken Auges. Sie können mir glauben dass mich nichts mehr überrascht, ich war schon mit 20 ein Greis...

    Freiheit für Julian Assange (sagt mein realistisches Gewissen); Freiheit für alle Hochstapler (sagt mein sarkastisches Gewissen) und dann gibt es noch Gewissen' von denen ich oft gar nichts wissen will!

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