Zeit aus Glas

  • Jüdische Familien, ob arm oder reich, gerieten damals nicht in einen Strudel oder in Zuspitzungen hinein. Sie wurden verfolgt, mussten fliehen, ihr Hab und Gut zurücklassen, wurden häufig enteignet, das heißt im großen Stil bestohlen, und später verschleppt und ermordet, falls sie es nicht mehr herausgeschafft haben. Ist schon ein Unterschied. Aber vielleicht meintest du das, Jochen?


    Jochbeins Fragen kann man, glaube ich, auch nicht verstehen. Aber es ist interessant, sie zu lesen. Anfangs. ;)


    Ich versteh die Frage nicht.

    Antwort zu dem in meiner Frage historisch unterstellten Tatsachenbezug kann man hier finden:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Weltwirtschaftskrise


    Von besagter Weltwirtschaftskrise waren (ich will keinen Eindruck der Übertreibung vermitteln) aber so ungefähr alle Familien in D zunächst einmal wirtschaftlich betroffen, quasi am Beginn der Kausalkette (für das kleine Zeitfenster der 20'er und 30'er Jahre + Reparationsschulden aus dem I. WK für D; und freilich können die Worte: >Kausalkette< und >Strudel der Inflationszeit< irritierend wirken, wenn man die wirtschaftlichen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise ausklammern wollte ).... Ich habe dem Statement der Buchautorin entnommen, dass es sich wohl um eine wohlhabene jüdische Familie in dem Buch handelt (anders macht es für mich wenig Sinn, dass Sie die reiche Stadt Krefeld so hervorhob) und daraus resultiert, dass allein durch besagte Wirtschaftskrise "Reiche" jeglicher Coleur mehr wirtschaftlich verloren (als subjektive Verhältnismäßigkeit), als diejenigen, die von Hause aus eher besitzlos sind. Soweit dürfte dies allerdings schon im Geschichtsunterricht der Schulen bekannt geworden sein..... Meine Frage zielte also darauf ab, was ich als Leser zum Beispiel bezüglich der Auswirkungen aus dieser Wirtschaftskrise auf besagte Familie in dem Roman erwarten kann..... Dass sich die rassistisch ideologische Politik um die Dreißiger Jahre letzten Jahrhunderts, insbesondere gegen jüdische und kommunistische Familien auswirkte, auch das habe ich jedenfalls bereits im Schulunterricht vermittelt bekommen. (Wenn man Schulbücher vergliche, käme man wohlmöglich zum Ergebnis unterschiedlicher pädagogischer Interessenlagen, auch diese Diskussion wollte ich aber eigentlich nicht aufmachen...)


    Es ist mit Fragen immer wohl etwas schwierig, weil sie Wissensunterstellungen machen (müssen). Wenn sie beispielsweise die Biographie Heinrich Heines und z.B. seinen ebenso jüdischen Familienbackround nicht kennen, kann man auf solches Debatten-, oder Diskussionswissen nicht bauen, man wird solche Vergleichsversuche also weglassen. Dass weiß man als Fragesteller aber nicht vorher. Genauso weiß man als Fragesteller nicht vorher, ob der Befragte mir als Fragesteller Unwissenheit hinsichtlich des sog. Holocaust unterstellt. Diese Unwissenheit habe ich bestimmt nicht und eigentlich dachte ich noch bis mindestens den 90'ern soetwas auch nicht mehr in Frage stellen zu müssen. (Hier im Forum z.B., kursierten auch schon solche Spitzen mir gegenüber, wie: es rommelt die Trommel oder so ähnlich, womit wohl Nazi-Rommel gemeint war? Es regte sich dagegen niemand hier im Forum, außer mir!)


    Ich wollte mit meiner Frage herausbekommen, worin die Autorin die Schiksalsschwerpunkte in dem Roman setzte und freilich weiß ich dass dies vermutlich verkürzt schwer sagbar ist. Aber so ungefähr vielleicht doch ....

  • "Von besagter Weltwirtschaftskrise waren (ich will keinen Eindruck der Übertreibung vermitteln) aber so ungefähr alle Familien in D zunächst einmal wirtschaftlich betroffen, quasi am Beginn der Kausalkette [...]."

    * Zettel rauskram *


    - Weltwirtschaftskrise -> von den USA an öffentlichen Bereich 10,3 Milliarden RM langfristige Kredite/ und Wirtschaftl. Bereich kurzfristige Kredite ebenfalls 10,3 Milliarden RM.


    Es war mehr ein Kreislauf, keine Kausalkette.


    Um mal wieder auf der Sachebene Fuß zu fassen.

    Zettel war zufällig zur Hand.