Immer wieder: Langtexte

  • Na ja, so ganz grundsätzlich muss die Struktur des Textes ja schon stimmen.
    Es gab da mal so ein Projekt, bei dem ich mitgemacht habe. "Ein Roman in einem Monat". Jeden Tag zehn Seiten, dann ist nach dreißig Tagen ein Roman fertig, so die Idee. Nach einer Woche habe ich hingeschmissen. Das war zwar irgendwie witzig, aber zum großen Teil leider unfreiwillig.
    Und auch mit noch so viel Ordnen und Überarbeiten hätte ich aus diesem Misthaufen keinen Tempel der Kunst machen können.

    “Life presents us with enough fucked up opportunities to be evaluated, graded, and all the rest. Don’t do that in your hobby. Don’t attach your self worth to that shit. Michael Seguin

    Einmal editiert, zuletzt von Nils ()

  • Ich staune immer wieder, wie unterschiedlich die Autoren und Autorinnen an ihre Arbeit gehen. Sehr interessant.
    Für mich allerdings völlig undenkbar: einfach drauflos schreiben und dann mal schauen, wie und ob es wird. Ich bewundere alle, die das können.
    Mir wäre es auch zu "gefährlich", denn in der Regel habe ich mit dem Verlag konkrete Abgabetermine vereinbart.


    Mein erster Weg ist immer die Entwicklung der Geschichte selbst, die erzählt werden soll. Ist sie interessant genug, komplex genug und überhaupt erzählenswert?


    Wie viel Raum braucht die Geschichte (und damit auch welche Dauer bzw. Seitenzahl), um sich entsprechend zu entwickeln? Trägt die Geschichte also überhaupt das Format Roman (das ich übrigens mit 250 Normseiten eher als dünn bezeichnen würde)
    Für eine Geschichte brauche ich Figuren. Die sind meist von Anfang an vor meinem inneren Auge. Und bevor ich mit dem Schreiben beginne, haben sie ein "Grundgerüst", also bestimmte Charakter- und Wesenszüge, eine Vorgeschichte etc. Ihre weitere Entwicklung ist das einzige, das ich nicht vorher bestimme, sondern während der Geschichte sich entwickeln lasse. Aber das Ziel der Figuren und die größten Stolpersteine in ihrem Weg, die stehen schon zu Beginn fest.
    Ansonsten geht es mir ähnlich wie Tom. In meinem Kopf nimmt die Geschichte immer stärkere Formen an, die Figuren beginnen zu leben, zu sprechen. Bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben loslege, sind sie und ihre Geschichte, also auch der eigentliche Plot, in meinem Kopf beinahe so, als kenne ich diese Personen im realen Leben und ihre Geschichte ist wirklich passiert. Meist sehe ich bereits, wie die Figuren am Ende sein werden. Nur den Weg dorthin, ihre persönliche Entwicklung, die entsteht mit den Herausforderungen, denen sie sich im Laufe der Geschichte stellen müssen. Das einzige, das ich vor dem Schreiben so konkret noch nicht plane. Aber von dem Pitch der Geschichte weiche ich nicht ab (schließlich habe ich genau diese Geschichte dem Verlag bereits verkauft :evil )

  • Da ist zwar was dran, aber mein innerer Zensor ist ein verrückter Typ. Wenn ich ihn einfach seinen Job machen lasse, dann ist nach zehn oder zwanzig Seiten alles an seinem Platz. Vielleicht sorgt da auch nicht der innere Zensor für sondern irgend ein anderer innerer Irgendwas. Jedenfalls gibt es da eine Art Gefühl oder Intuition für die Proportionen, Charaktere und Handlungsfäden, die mir bei längeren Texten einfach komplett abgeht.

    Bei mir stellt sich gern schon nach zehn Zeilen das Gefühl ein, dass alles gesagt ist. :prost

    Aber langsam fängt es an zu fließen und das Schreiben einer etwas längeren Geschichte fühlt sich nicht mehr ganz so widerständig an.



    Was mich lang beschäftigt und gehemmt hat, war die Frage, was ich erzählenswert finde. Warum bleibe ich nicht bei der Lyrik oder Prosaminiatur, wenn ich das Gefühl habe, nach zehn Zeilen ist alles gesagt? Was finde ich über diese wenigen Worte hinaus überhaupt von Belang?


    Zuerst habe ich versucht, bestimmte Inhalte auszumachen, die für meinen Geschmack in eine gute Geschichte gehören: Gedanken und Gefühle? Verschiedene Sinneseindrücke? Hinweise auf die Umgebung? Bla bla bla.

    Will ich wirklich erzählen, in welcher Umgebung sich die Protagonistin gerade befindet, oder was sie gerade denkt, nur damit das auch gesagt ist? Nö.


    Momentan sehe ich es so: Eine längere Geschichte braucht genügend Anregungen für den Leser, ihre einzelnen Elemente miteinander zu verknüpfen. Kausalketten und Wiederkehrendes. Letzteres freut mich beim Schreiben besonders: Alles, was auftaucht, darf nochmal auftauchen und nochmal - oft verändert, in anderer Form und hier und da als kaum wahrnehmbarer Hauch. Alles darf die Stimmung unterstreichen, die ich haben will, darf und soll ausdrücken, was mich am Kern der Geschichte inspiriert. Es ist ein wiederholtes Wiedergeben dessen, was mich begeistert. In Variation und sich entwickelnd. Allein das schafft für mein Empfinden erzählenswerten Inhalt und bildet ein hoffentlich schmackhaftes Fruchtfleisch um den Kern. So betrachtet macht mir das Erzeugen diverser Inhalte Spaß. Ich addiere nicht zusätzliche Elemente zu einer gedachten Prosaminiatur / zu etwas, das mir als Wesentlich erscheint, sondern ich breite es aus, lasse es sich entfalten.

    So stelle ich es mir jetzt vor. In der Praxis bin ich da noch lange nicht, aber der Gedanke inspiriert mich, es weiter mit der Langform zu versuchen. Zumindest mit der kurzen. Ich schreibe an einem Kinderbuch. Wahrscheinlich werden es ungefähr 80 Normseiten und ich bilde mir ein, dass die veränderte Sichtweise mein Schreiben gerade einen Tick besser macht.



    Der Thread ist ein paar Monate alt. Hat sich was an deiner Sicht- oder Herangehensweise geändert?

    Würde mich freuen, wenn du berichten magst.

  • Der Thread ist ein paar Monate alt. Hat sich was an deiner Sicht- oder Herangehensweise geändert?


    Würde mich freuen, wenn du berichten magst.

    Nicht in den letzten drei Monaten. Aber in den letzten fünf Jahren. Ich bin da bedeutend entspannter geworden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich nichts erzwingen lässt. Und wenn ich es doch versuche, dann wird es so schlecht, dass ich es nicht herzeigen mag. Je mehr ich schreibe, herumexperimentiere und mich gedanklich damit beschäftige, um so mehr Möglichkeiten finde ich auch für längere Texte. Das bedeutet bisher aber eher zwanzig Normseiten statt zehn.

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  • Alles, was auftaucht, darf nochmal auftauchen und nochmal - oft verändert, in anderer Form und hier und da als kaum wahrnehmbarer Hauch. (...) Es ist ein wiederholtes Wiedergeben dessen, was mich begeistert. In Variation und sich entwickelnd. Allein das schafft für mein Empfinden erzählenswerten Inhalt und bildet ein hoffentlich schmackhaftes Fruchtfleisch um den Kern. (...) Ich addiere nicht zusätzliche Elemente zu einer gedachten Prosaminiatur / zu etwas, das mir als Wesentlich erscheint, sondern ich breite es aus, lasse es sich entfalten. (...)


    Ich schreibe an einem Kinderbuch. Wahrscheinlich werden es ungefähr 80 Normseiten und ich bilde mir ein, dass die veränderte Sichtweise mein Schreiben gerade einen Tick besser macht.

    Hallo Flaschengeist,


    zuerst einmal zum zweiten von mir zitierten Absatz:

    Ich kann zum richtigen Schreiben eines Kinderbuches nichts Gescheites beitragen. Vielmehr bewundere ich Kolleg*innen, die sich auf diesem Feld erfolgreich bewegen. Seit ich nach einer Pause von mehr als dreißig Jahren wieder zum Vorleser von Kinderbüchern geworden bin - nun bei meinen Enkeln -, fällt mir immer wieder auf, welch besonderes Einfühlungsvermögen in kindliches Auffassen und Denken, welche Sprachdisziplin es fordert, Texte zu schreiben, die Kinder fesseln und mitnehmen. Ich kann auch hier Gutes von weniger Gutem durchaus unterscheiden (vor allem, wenn ich beim Vorlesen die Kinder beobachte), traue mir das aber selbst nicht zu.

    Insofern wünsche ich dir viele originelle Einfälle für dein Kinderbuchprojekt, vor allem aber die Demut, zu erkennen, dass ein wirklich gutes Kinderbuch etwas ganz und gar Eigenständiges ist, niemals aber so etwas wie ein auf Kinderlevel heruntergebrochenes Erwachsenenbuch.


    Was nun deine Ausführungen zur Bewältigung eines Langtextes angeht - gemeinhin auch Erzählung, Novelle, Roman etc. genannt (und wir sprechen nun NICHT von Kinderbüchern) -, so lassen mich diese ein wenig ratlos zurück. Und das vor allem, weil ich nicht recht verstehe, wie du das meinst. Ich lese es so, dass du am Beginn der Arbeit noch keine Geschichte vollständig im Kopf hast, die du erzählen willst, sondern allenfalls etwas, das du "Kern" nennst, um den herum sich dann "ein wiederholtes Wiedergeben dessen, was (dich) begeistert" rankt, quasi konzentrische Kreise ziehend und somit die überhaupt nicht vorhandene Erzählung, den völlig fehlenden Spannungs- oder zumindest Entwicklungsbogen ersetzend.

    Das geht in die Hose.

    Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Leser*innen selbst durch die Lektüre begeistert werden wollen, weniger jedoch ein Interesse daran entwickeln, in ständigen Wiederholungen eingebläut zu bekommen, was die Autorin begeistert. Wie so "erzählenswerter Inhalt" geschaffen werden soll, wo ja tatsächlich keiner vorhanden ist, was sich "entfalten" soll, wo es doch gar keinen Plot gibt, bleibt dein Geheimnis.

    Am Beginn der Arbeit an einem Roman (oder auch einer kürzeren Erzählung) steht immer die Umsetzung einer Idee in eine tragfähige Handlung. Es gibt -zig verschiedene Herangehensweisen und ebenso viele kluge, weniger kluge und idiotische Ratgeber dafür.

    Deine Vorstellung, du könntest sich "Es" (du meinst, fürchte ich, das ganze Buch, den Roman, den Langtext) einfach von selbst "entfalten" lassen, ist arg blauäugig. Von selbst, also aus sich heraus, kann nichts entstehen, was nicht vorher bereits als Idee, als Plan, als Gerüst als Zielformulierung o. ä. entwickelt wurde. Und zwar in deinem Hirn - und dann in handwerklich sauberer Schriftstellerarbeit.


    Viel Glück dafür - und einen langen Atem, denn den braucht man!

  • Danke für die Rückmeldung, Didi!


    Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.


    Ich lese es so, dass du am Beginn der Arbeit noch keine Geschichte vollständig im Kopf hast, die du erzählen willst, sondern allenfalls etwas, das du "Kern" nennst

    Die Grundidee, dieser "Kern" stand ganz am Anfang. Dann habe ich ein knappes Jahr am Plot gearbeitet. Mir zwischendurch ein professionelles Lektorat gegönnt und mit den Hinweisen der Lektorin die Plotidee überarbeitet. Ein halbes Jahr unter Berücksichtigung vielfältiger Schreibtipps versucht, den Plot in einen längeren Text zu gießen. Erkannt, was für mein Empfinden zu wenig durchscheint: Die Stimmung, von der ich möchte, dass sie sich durch das Buch zieht. Wobei es das Wort "Stimmung" nur teilweise trifft. Im Englischen nennt man es wohl "tone". Jetzt versuche ich so zu schreiben, dass sich alles möglichst dieser gewünschten "Stimmung" unterordnet. So habe ich wieder Lust am Schreiben und gleichzeitig das Gefühl, auch handwerklich einen Tick besser zu schreiben.


    Solides Handwerk ist mir wichtig, das will ich weiter lernen. Es geht in kleinen Schritten. Lang habe ich z.B. regelmäßig Hinweise auf die Umgebung eingeflochten, weil ich dachte, dass ich das muss, wenn eine für mein Empfinden gute Geschichte entstehen soll. Weil ich gesehen habe, dass (Kinderbuch-)Autoren, von denen ich gern lese, das so machen und weil verschiedene Schreibratgeber es empfehlen. Diese Herangehensweise und die Ergebnisse haben mich nicht befriedigt.


    Jetzt mache ich letztlich dasselbe, aber vor einem anderen gedanklichen Hintergrund. Ich denke nicht mehr ausschließlich wie beim Nachkochen eines Rezepts: Oh, mal wieder Zeit für eine passende Umgebungsbeschreibung. Jetzt überlege ich mehr, wie ich die Grundidee der Geschichte und damit auch des Plots, des jeweiligen Akts, des Kapitels, der Szene, des Absatzes, an dem ich gerade schreibe, verdeutlichen kann. So komme ich automatisch auch z.B. zu Hinweisen auf die Umgebung. Auch sie tragen ja dazu bei, etwas plastischer zu machen. Das habe ich gemeint, als ich schrieb, dass sich so (für mein Empfinden) erzählenswerter Inhalt generiert. In einer Form, die ich interessant finde und die mit der Grundidee der Geschichte verwoben ist. So die Idee.


    In der Paxis kann ich so nur ansatzweise arbeiten, will mich aber dorthin entwickeln. Gleichzeitig versuche ich, handwerklich besser zu werden. Ich glaube, beides geht Hand in Hand oder ist letztlich sogar teilweise dasselbe. Ich muss handwerkliche Aspekte nicht aus den Augen verlieren, wenn ich verstärkt (am liebsten nur noch) schreibe, was ich interessant finde und die Grundidee des Buches durchscheinen lässt. Im Gegenteil. Sie helfen mir ja, das auszudrücken, was ich ausdrücken möchte.


    Insofern wünsche ich dir viele originelle Einfälle für dein Kinderbuchprojekt, vor allem aber die Demut, zu erkennen, dass ein wirklich gutes Kinderbuch etwas ganz und gar Eigenständiges ist, niemals aber so etwas wie ein auf Kinderlevel heruntergebrochenes Erwachsenenbuch.

    Danke! Originelle Einfälle kann ich brauchen und eine gesunde Demut schadet nie.

    Anscheinend habe ich den Eindruck erweckt, ich wäre nicht sensibel für Unterschiede zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur, und dass es mir an Respekt mangelt. Das macht mich betroffen und ein bisschen traurig. An Demut fehlt es mir, glaube ich, nicht. Zumindest frage ich mich regelmäßig voll Bewunderung, was Romanautoren für Gehirne haben müssen. :huh:

    Meinen obigen Beitrag empfinde ich trotzdem als passend zu der von Nils geschilderten Problematik. Ich denke, wir haben zunächst einmal grundsätzlich mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen.


    Je mehr ich schreibe, herumexperimentiere und mich gedanklich damit beschäftige, um so mehr Möglichkeiten finde ich auch für längere Texte.

    Das klingt toll!

    Welche Möglichkeiten sind dir aufgefallen, die du zuerst nicht im Blick hattest?

  • Danke, Flaschengeist, für deine Erläuterungen. Nun wird mir klarer, was du meinst.

    Anscheinend habe ich den Eindruck erweckt, ich wäre nicht sensibel für Unterschiede zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur, und dass es mir an Respekt mangelt.

    Keineswegs. Da liest du etwas hinein, was ich nicht gesagt oder gemeint habe.

  • Welche Möglichkeiten sind dir aufgefallen, die du zuerst nicht im Blick hattest?

    Ich möchte da noch einmal was klarstellen - ich bin nicht gegen Disziplin. Ich glaube es ist wichtig, Dinge durchzuhalten, zu planen, sich Mühe zu geben, den Stier bei den Hörnern zu packen. Fehler einzugestehen, an sich zu arbeiten, einmal mehr aufzustehen als hinzufallen und das alles. Das ist wichtig im Leben.


    Allerdings hat sich meine Zielvorstellung beim Schreiben in den letzten Jahren erheblich gewandelt. Eine ganze Zeit habe ich heimlich doch davon geträumt, Romane bei Publikumsverlagen unterzubekommen. Leider musste ich feststellen, dass ich dafür Opfer hätte bringen müssen, vor allem was Zeit und Engagement angeht, zu denen ich nicht bereit war.


    Nachdem ich eine ganze Zeit dann als Konsequenz ganz mit dem Schreiben aufgehört habe, spiele ich jetzt gelegentlich doch wieder mit Ideen herum, feile an Formulierungen und Szenen, lese Geschichten wieder und wieder durch, versuche eine interessante Erzählstimme hinzubekommen, die ein oder andere überraschende Wendung einzubauen und insgesamt alles so zu gestalten, dass ich es selbst als Leser mit Genuss lesen würde. Und es hilft einfach enorm, wenn gelegentlich auch einmal jemand anderes liest, was ich geschrieben habe.


    Nachdem wir jetzt ja doch schon eine Weile etwas theoretisch darüber schreiben, werde ich neugierig auf einen Text von dir. Magst du dich nicht mal für die BTs freischalten lassen? Sonst ist das alles in den luftleeren Raum geschrieben. Das ist eh das beste Unterforum hier - da geht es konkret um Texte und nicht um Häuser, Autos, Boote, Pferde oder Pferdepflegerinnen 8)

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  • Ich freue mich sehr über H. Dieters Klarstellung und insgesamt über eure Offenheit.


    Mein Antrag auf Freischaltung liegt schon bei Cordula im Postfach. Aber zuerst würde ich mich im internen Bereich gern eingewöhnen. Auch wenn ich mich mittlerweile wohlfühle mit meinem Versuch, eine längere Erzählung für Kinder zu schreiben und freudig Fortschritte bemerke, werde ich Blut und Wasser schwitzen an dem Tag, an dem ich hier einen ersten Text zur Operation am offenen Herzen freigebe. :D


    Allerdings hat sich meine Zielvorstellung beim Schreiben in den letzten Jahren erheblich gewandelt.

    Das finde ich interessant, vor allem in Bezug auf das Thema dieses Threads. Auf deine Texte bin ich jetzt auch gespannt.



    Einen gemütlichen Abend allerseits.

    :+ak

  • Ach dORIT, wenn ich das wüsste. Warum schreibe ich überhaupt? Langtexte würde ich wahrscheinlich gerne schreiben, weil es mir immer wie die Königsdisziplin beim Schreiben vorgekommen ist, und wohl auch, weil ich nicht gerne eingestehe, wenn ich etwas nicht hinbekomme.

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  • Ich mag die Langform beim Schreiben lieber, (...) weil mir die Figuren wichtiger als die Handlung und Formulierungen wichtiger als Präzision sind. Deshalb sind bei meinen Kurzgeschichten die Expositionen immer viel, viel zu lang und die Enden zu abrupt.

    Wie meinst du das, Tom, dass dir Formulierungen wichtiger sind als Präzision, und dir deswegen die Langform lieber ist?

  • Etwa zwei Jahre nach der letzten Antwort in diesem Thread wollte ich mich noch einmal bedanken.

    Vielleicht nützt es ja jemandem zu sehen, dass solche Diskussionen nicht nur leere Worthülsen sind, sondern, dass das auch wirklich etwas bewirken kann.


    Einige der gut gemeinten Vorschläge hier gingen ja in die Richtung, dass es vielleicht einen Versuch wert wäre, ein paar Kurzgeschichten lose oder irgendwann nicht mehr so lose zu einem längeren Text zu verbinden und genau das habe ich mit etwas Verzögerung versucht. Tatsächlich funktioniert das. Und das Ergebnis ist schon cool, ich habe jetzt 40.000 Wörter und bin noch dran.


    Verrückt ist das manchmal...?!?

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