Siezen, nein Danke!

  • Es ist ein bislang viel zu wenig in den Fokus gerückter Skandal, dass unsere Grammatik an einem Übergewicht femininer Formen leidet. Wer kennt nicht den Nominativ Plural Maskulinum: die Jungen, die Männer, die Weltmeister: die ganze Männlichkeit ist im "sie" mit Stumpf und Stiel ausgerottet und wird in dem pluralischen Femininum höchstens noch mitgemeint. Was für eine Frechheit. Oder die Höflichkeitsform "Sie": Wer bitte ist in dem Satz: "Jetzt reden Sie mal wieder totalen Unsinn!" genau gemeint? Ich jedenfalls nicht, denn ich bin keine Sie, sondern zweifellos ein Er. Darum will ich in Zukunft auch geerzt werden: "Jetzt redet Er mal wieder totalen Unsinn." Das hört sich doch gleich viel gerechter an. So wird unserer unterdrückten Männlichkeit endlich die Gerechtigkeit zuteil, die sie... äh er verdient. Danke.

    ASIN/ISBN: 395494104X


    "schönheit ist das versprechen, daß das werden kann, was wir uns wünschen." (Ronald M. Schernikau: Die Tage in L.)

  • Hallo Jürgen,
    wenn Du erleben willst, wie unangenehm hemmungsloses Duzen aussieht, schau Dir mal die Sendung "Bares für Rares" an, in der der Kaspar Horst Lichter distanzlos wildfremde Leute duzt, anfasst, abknutscht etc. Widerlich!
    Ich bin heilfroh, dass es in unserer Sprache diese beiden Anredeformen gibt, wenn ich auch natürlich in Bastel - und Selbsterfahrungskursen :rennbrav mitspiele.

  • Hallo Jürgen,
    wenn Du erleben willst, wie unangenehm hemmungsloses Duzen aussieht, schau Dir mal die Sendung "Bares für Rares" an, in der der Kaspar Horst Lichter distanzlos wildfremde Leute duzt, anfasst, abknutscht etc. Widerlich!
    Ich bin heilfroh, dass es in unserer Sprache diese beiden Anredeformen gibt, wenn ich auch natürlich in Bastel - und Selbsterfahrungskursen :rennbrav mitspiele.

  • Nö ,ich weiß schon, was er meint, aber mir war das Stichwort wichtiger.


    Das ist also die Perle der Höflichkeitsform: 1. über einen Anwesenden in der dritten Person zu reden, 2. These und Argumente des Gegenübers zu ignorieren, 3. den eigenen Senf für "wichtiger" zu halten.

    ASIN/ISBN: 395494104X


    "schönheit ist das versprechen, daß das werden kann, was wir uns wünschen." (Ronald M. Schernikau: Die Tage in L.)