Selbstüberprüfung der Kunstschaffenden

  • Ich bin schon vor zig Beiträgen hier ausgestiegen.


    Aber immerhin ist zwischendrin der Satz schlechthin gefallen:


    Zitat

    Nein, man SOLLTE das nicht tun. Man sollte bluttriefende Thriller schreiben, wenn man bluttriefende Thriller schreiben möchte


    Warum alles in Gedanken immer unnötig verkomplizieren? Weil es sich intelligenter und gebildeter anhört? Mittlerweile habe ich Gefallen an einfachen Weisheiten gefunden. Ich finde den zitierten Satz gut. Ich schreib einfach meinen Text und dann ist Feierabend. :)

  • Hallo, Horst-Dieter.


    Ich verstehe (ein bisschen). Allerdings:


    Zitat

    Wo keine Nachfrage ist, ist auch kein Markt.


    Diese Annahme ist - vor allem für "Kultur" im weitesten Sinn - nicht ganz richtig. Die Unterhaltungsindustrie generiert (auch) Nachfrage. Der Gewöhnungseffekt bei den Konsumenten spielt hier eine ganz erhebliche Rolle, was man sehr anschaulich z.B. beim Fernsehen nachvollziehen kann.


    Außerdem klingt das ein bisschen nach Ausrede: Ich schreibe das, weil der Markt das will. Ganz so simpel sind die Abläufe dann doch nicht, was man schön daran erkennen kann, wie die Macher immer wieder von Bestsellern und Flops überrascht werden. Zudem spielt die Vermarktung eine ganz erhebliche Rolle. Und man sollte nicht vom eigenen Konsumverhalten oder bestimmten Exponenten auf das gesamte Konsumverhalten schließen; die meisten Gelegenheitsbuchkäufer, die nach wie vor den Markt ausmachen, sind nach meinem Dafürhalten eher konservativ und wenig experimentierfreudig.


    Andererseits ist natürlich auch richtig, dass sich irgendein Unterhaltungsprodukt nicht verkaufen würde, gäbe es niemanden, der es eben kauft. Die Vermutung, dass eine weitere Aufweichung der Tabugrenzen neue Käufer(gruppen) erschließt, mag zumindest kurzfristig gelten. Allerdings ist auch das wiederum eine etwas enge Betrachtung eines sehr weiten Felds; es gibt "den Käufer" nicht - und auch keinen nachahmbaren Weg, großen Erfolg zu haben.


    Letztlich finde ich keine Erklärung dafür, wo diese Diskussion hinführen sollte. In Deutschland herrscht künstlerische Freiheit, die von einigen anderen Bestimmungen zuweilen begrenzt wird, etwa vom Persönlichkeitsrecht, vom Strafgesetzbuch und ein paar anderen. Innerhalb dieser Grenzen darf man tun und lassen, was auch immer man möchte; niemand ist auf der anderen Seite gezwungen, das auch wahrzunehmen. Insofern reduziert sich die Fragestellung auf diejenige nach dem Anspruch an die eigene künstlerische Tätigkeit. Wenn ein Autor damit leben kann, erfolgreich beispielsweise Sexbücher zu verkaufen, in denen "legal" vergewaltigt, gefoltert und missbraucht wird, dann ist das seine Sache. Und jene der Erziehungsberechtigten, dafür zu sorgen, dass diese Texte nicht in die falschen Hände gelangen.

  • Noch eine Anmerkung aus persönlicher Sicht: Es gibt m.E. nichts Schlimmeres, Schädlicheres für einen Autor als die Schere im Kopf, also die Angst davor, einen Gedanken zu seinem logischen Ende zu führen, etwas zu tun, das man im "richtigen Leben" nie tun würde, eben also bewusst die Grenzen zu sprengen - und sich in aller Konsequenz auf Handlung und Figuren einzulassen. Was nicht heißt, dass diese Option(en) auch immer im Text ankommen müssen; man darf sie eben nur nicht deshalb verwerfen, weil man sie fürchtet. Das ist nicht zu verwechseln mit Effekthascherei oder dem Sprengen der Tabugrenzen als Erfolgsstrategie. Ein Autor muss wissen, was in sein eigenes Werk passt und was nicht. Aber bei der Auslotung dieser Alternativen sollte und darf er sich eben keine Selbstbeschränkung auferlegen. Sonst ist er von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Oder zur Drittklassigkeit.

  • Tom
    Alles richtig - wenn auch (m.E.) nicht ganz vollständig.


    Eine offene Frage in diesem Fred ist ja, ob man, nur weil es eine Nachfrage nach immer mehr Gewalt gibt, diese immer stärker bedienen soll. Berit sagt, dass dieser Trend eher von den "Kunstschaffenden" erzeugt wird und die Konsumenten (z.B. das Filmpublikum) das gar nicht wollen. Mulle meint - wenn ich sie richtig verstanden habe - dass das Randgruppen und Randerscheinungen sind, um die man sich nicht kümmern soll (paar Perverse).


    Ich bin mir da nicht so sicher, weil ich meine, dass diese Faszination an schrecklichen Szenarien schon bei jedem größeren Unfall zu erkennen ist.


    Die Frage nach (Selbst)Zensur kann man m.E. schnell beantworten, aber die Frage nach den Auswirkungen seines eigenen Tuns ist damit noch nicht vom Tisch.


    Meine ich.

    BLOG: Welt der Fabeln


    Horst-Dieter Radke: Sagen & Legenden aus Franken

    ASIN/ISBN: 3955403602


    Mit Büchern können Sie meistens nicht viel verdienen. Aber ich komme in Kontakt mit anderen Menschen, und Buchveranstaltungen sind sehr viel besser als Rockfestivals.


    Billy Bragg (* 1957)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 281 – 4. Dezember 2020, S. 26

  • Noch eine Anmerkung aus persönlicher Sicht: Es gibt m.E. nichts Schlimmeres, Schädlicheres für einen Autor als die Schere im Kopf, also die Angst davor, einen Gedanken zu seinem logischen Ende zu führen, etwas zu tun, das man im "richtigen Leben" nie tun würde, eben also bewusst die Grenzen zu sprengen - und sich in aller Konsequenz auf Handlung und Figuren einzulassen. …


    Da stimme ich dir voll und ganz zu. Ich gehe sogar weiter, indem ich sage, dass jeder Mensch jeden Gedanken, der sich ihm anbietet zulassen sollte, auch und gerade dann, wenn er gegen Gesetze und Moralvorstellungen verstößt. Der Gedanke ist nur ein Gedanke und je neutraler man ihm gegenübersteht, um so "ungefährlicher" ist er. Der Gedanke ist erst meiner, wenn ich ihn mir zu eigen mache und ihn umsetze. Das kann ich kontrollieren. Aber Gedanken, die ich unterdrückt und nicht zugelassen habe, die sind trotzdem da und können nicht mehr kontrolliert werden (noch nicht einmal richtig beurteilt werden)

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    Billy Bragg (* 1957)

    Süddeutsche Zeitung Nr. 281 – 4. Dezember 2020, S. 26

  • Zitat

    Ich bin mir da nicht so sicher, weil ich meine, dass diese Faszination an schrecklichen Szenarien schon bei jedem größeren Unfall zu erkennen ist.


    Menschen spielen gerne mit ihren eigenen Ängsten. Das Interesse an einem schweren Verkehrsunfall, für das man auch bevorzugt mal in die Klötzer steigt, um selbst einen Unfall zu riskieren, hat direkt damit zu tun - und mit jener seltsamen Auffassung von Wahrscheinlichkeit, die uns lebenslang begleitet: Vom Schrecklichen, das kürzlich anderen zugestoßen ist, nehmen wir obskurerweise an, es könne uns deshalb kurzfristig nicht ereilen. Wir spielen aber trotzdem weiter Lotto, obwohl in der vorigen Woche der direkte Nachbar sechs Richtige hatte. Menschen sind nicht logisch.


    Dieses Spielen mit den eigenen Ängsten ist nicht weniger als überlebenswichtig. Ohne diese Konfrontation würden wir in ihnen ertrinken. Das betrifft "kleine" soziale Ängste (etwa die davor, einen attraktiven Menschen anzusprechen) und endet längst nicht mit jener vor der Dunkelheit. Kunst - im weitesten Sinne - deckt diesen Aspekt ebenfalls ab; auch die Konfrontation mit fiktiven Bedrohungen (als solche empfinden wir übrigens auch das Fernsehen, selbst wenn derlei in Nachrichten gezeigt wird) befriedigt dieses Bedürfnis. Hiervon nicht unbedingt abgesehen ist das Stresshormon Adrenalin ein Glücks- und Energiebringer, und es kann zu autonomen Abhängigkeiten führen: Menschen werden süchtig nach ihrem eigenen Adrenalin. Fast allen Süchten ist aber gemein, dass irgendwann Abstumpfungseffekte einsetzen, die Dosis also gesteigert werden muss, um noch den Kick auszulösen. Der Schutzmechanismus wendet sich hier gegen sich selbst.


    Ich halte es also für etwas vereinfachend, jene, die nach obskurem Stoff greifen, schlicht als Perverse abzustempeln. Der Bereich ist auch viel zu vielschichtig, um ihn in simple Kausalitäten zu überführen. Für unrichtig halte ich auch die Behauptung, die Unterhaltungsindustrie würde die Gewaltschraube anziehen, obwohl das Publikum das eigentlich überhaupt nicht will. So überschaubar sind diese Mechanismen nicht (Edit: Es ist für mich auch schwer nachvollziehbar, warum man sich einen Film anschaut, den man eigentlich nicht sehen will). Außerdem zeigen viele Beispiele äußerst erfolgreicher Unterhaltungsprodukte, etwa der 2011er-Blockbuster "Ziemlich beste Freunde", dass dieser Weg nicht der einzig richtige und längst keine Einbahnstraße ist. Außerdem ist die Lust an der Sensation schon so alt wie die menschliche Kultur selbst. Siehe oben.

  • Mulle meint - wenn ich sie richtig verstanden habe - dass das Randgruppen und Randerscheinungen sind, um die man sich nicht kümmern soll (paar Perverse).

    Nee, das meine ich nicht.
    Da wäre ich auch schön blöd, ich reize selbst gerne aus, was geht und was nicht und überschreite dabei auch mal das, was ich als Grenze empfinde. (Warum? Weil ich wissen will, ob ich's kann.)
    Ich bezog mich dabei vor allem auf Reales, auf das, was du da aus dieser Reportage beschrieben hast, z.B.
    Ab einem gewissen Punkt wird es pervers, und darum muss ich mich nicht kümmern, nein.


    Ich denke einfach nicht, dass Lust an Gewalt, ob fiktiv oder real, eine moderne Erscheinung ist und wir uns in einer Aufwärtsspirale dieser befinden.
    Die Pornodarstellerin, von der du berichtet hast, wäre vor 100 Jahren vermutlich Prostituierte gewesen und hätte auch nicht leichter gelebt. Es hätte aber noch weniger Leute gekümmert als heute.


    Manchmal glaube ich, vielen Menschen fehlt der Kampf ums Überleben, der für unsere Art lange Zeit ziemlich normal war.
    Wir leben hierzulande sehr sicher; vielleicht kompensieren wir durch blutrünstige Thriller und Zombie-Splatter die Tatsache, dass irgendetwas in uns auf diesen "Kampf ums Überleben" eingerichtet ist und nicht mehr gebraucht wird.


    Bei mir ist da so. Ich bin im Inneren kein friedliebender Mensch; ich mag es, zu kämpfen, mich zu fürchten, mich zu verteidigen.
    Ich kann das schriftlich ausleben, das ist vernünftiger, als reales Risiko zu suchen (das immerhin schiefgehen kann und dadurch verantwortungslos von mir wäre).
    Ich denke, dass es recht vielen Menschen so geht :nick

  • In vielen Unterhaltungsprodukten geschehen grausam(st)e Dinge - in Texten, Filmen, Videospielen, weiß der Geier. Die Autoren/Hersteller können sich aber darauf zurückziehen, dass im Allgemeinen zugleich eine moralische Wertung vorgenommen wird: Der Täter wird gefasst, zur Strecke gebracht, geächtet, ist zudem früher oder später eindeutig als der/das Böse erkennbar. Diese ethische Klammer, von der niemand weiß, ob sie der Autor/Hersteller auch tatsächlich in seinem Innersten teilt, rechtfertigt praktisch alles. Der moralische Kontext beruhigt zudem das Gewissen des Konsumenten, schwächt außerdem seine Ängste ab. Filme und Texte, die derlei zeigen und ohne Happy-End daherkommen, verstören und irritieren die Konsumenten (haben aber trotzdem ihre Fans). Die Botschaft - wie fad auch immer formuliert - sorgt für die Gewissheit, dass die Welt bei allem Bösen unterm Strich trotzdem irgendwie gut ist. Anders gesagt: Die Ängste sind letztlich weitgehend unbegründet.


    Eine solche "moralische Klammer" ist aber leicht angebracht; manch ein Text oder Film wäre tatsächlich besser (spannender, dramaturgisch konsistenter) ohne sie. Sie stellt also im Hinblick auf die Frage, wie weit man an einzelnen Stellen gehen sollte oder gar darf, nur einen Seitenaspekt dar. Auf diese Frage gibt es aber ohnehin keine Antwort, die zu finden wäre, ohne das Autoren- und/oder Konsumentengewissen zu bemühen.


    Damit komme ich zurück zu einer älteren Antwort: Ich verstehe die Frage nicht. ;)

  • Ich denke nicht, dass sich Gewalt und Co. in einer Geschichte so einfach erklären lassen - mit einem Grund. Warum jemand wirklich Gewaltszenen in seine Texte einbaut, weiß im Grunde nur der Autor selber und sonst niemand. Von außen sollte man mit Vermutungen sehr, sehr vorsichtig sein. Allzu schnell fallen Schnellschüsse à la "Na, du hast wohl so einiges zu verarbeiten" oder "Du liebst es wohl zu schocken". Hier und da mögen sie den, die richtige treffen, aber den einen oder anderen könnte man damit auch ziemlich beleidigen. Schnell werden da Autoren wie Stephen King als "gestört" wahrgenommen.


    Wenn ich ein Buch über einen Krieg schreiben müsste, wollte, könnte, würde ich mich auch fragen, ob es deftige Szenen braucht. Wahrscheinlich würde ich zu dem Entschluss kommen, dass die Folgen von Gewalt literarisch viel interessanter sind, nicht, weil ich die Leser unbedingt schonen möchte, sondern weil es für den Autor einfach eine größere Herausforderung ist, seelische Wunden sichtbar zu machen. Dies eröffnet mir viel mehr Möglichkeiten und Wege, eine Geschichte zu erzählen, als wenn ich einfach beschreibe, wie jemandem etwas angetan wird.


    Ansonsten gibt es für mich eine einzige Sache, die Gewaltdarstellungen für mich immer rechtfertigt: wenn sie der Charakterisierung dienen. Wenn ich nun einmal jemanden in meiner Geschichte habe, der andere Menschen oftmals, physisch oder psychisch, verletzt, muss ich das nun einmal auch beweisen, indem ich es dem Leser zeige. Es muss ja nicht gleich Hannibal Lecter sein.

  • Filme und Texte, die derlei zeigen und ohne Happy-End daherkommen, verstören und irritieren die Konsumenten (haben aber trotzdem ihre Fans). Die Botschaft - wie fad auch immer formuliert - sorgt für die Gewissheit, dass die Welt bei allem Bösen unterm Strich trotzdem irgendwie gut ist. Anders gesagt: Die Ängste sind letztlich weitgehend unbegründet.


    In diesem Zusammenhang: Vor ein paar Tagen lief auf dem 1. der Film "Operation Zucker" mit dem Thema Kinderprostitution. Die Version mit dem Ende, mit dem dem Zuschauer keinerlei "Aufatmen" möglich war, durfte zu der Sendezeit noch nicht gezeigt werden. Um jüngere Zuschauer nicht zu überfordern ist die FSK tätig geworden. Hintergründe: Herausforderung der Primetime auf Zeit online.


  • Wenn ich ein Buch über einen Krieg schreiben müsste, wollte, könnte, würde ich mich auch fragen, ob es deftige Szenen braucht. Wahrscheinlich würde ich zu dem Entschluss kommen, dass die Folgen von Gewalt literarisch viel interessanter sind, nicht, weil ich die Leser unbedingt schonen möchte, sondern weil es für den Autor einfach eine größere Herausforderung ist, seelische Wunden sichtbar zu machen. Dies eröffnet mir viel mehr Möglichkeiten und Wege, eine Geschichte zu erzählen, als wenn ich einfach beschreibe, wie jemandem etwas angetan wird.


    Die Krux, die ich dabei sehe, ist nur, dass jemand, der heute über Kriege älterer Generationen schreiben wollte (wobei man sich natürlich fragen könnte, wieso), über diese Greuel Bescheid wissen müsste, um die daraus resultierenden seelischen Folgen zu schildern. Und dieses Wissen müsse er ja irgendwo her holen.

  • Die Krux, die ich dabei sehe, ist nur, dass jemand, der heute über Kriege älterer Generationen schreiben wollte (wobei man sich natürlich fragen könnte, wieso), über diese Greuel Bescheid wissen müsste, um die daraus resultierenden seelischen Folgen zu schildern. Und dieses Wissen müsse er ja irgendwo her holen.


    Ja, da hast du Recht, Petra. Gott sei Dank habe ich nicht vor, das zu tun.


    Aber die Frage wäre interessant: Was sind meine Quellen? Ich würde sagen, dass Zeitzeugen immer die beste Alternative sind. Sie aber zu konsultieren, wird natürlich immer schwieriger.

  • u liebst es wohl zu schocken"


    Ich denke nicht, dass sich Gewalt und Co. in einer Geschichte so einfach erklären lassen - mit einem Grund. Warum jemand wirklich Gewaltszenen in seine Texte einbaut, weiß im Grunde nur der Autor selber und sonst niemand. Von außen sollte man mit Vermutungen sehr, sehr vorsichtig sein. Allzu schnell fallen Schnellschüsse à la "Na, du hast wohl so einiges zu verarbeiten" oder "Du liebst es wohl zu schocken". Hier und da mögen sie den, die richtige treffen, aber den einen oder anderen könnte man damit auch ziemlich beleidigen. Schnell werden da Autoren wie Stephen King als "gestört" wahrgenommen.

    Ich schrieb ja, dass ich nur zwei Gründe nannte von vielen möglichen Kandidaten. Trotz alle dem lässt sich die Intention eines Autors, warum er dieses oder jenes schreibt, aufgrund der Textkonstellation mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmen.


    Zunächst einmal sind Autoren Fantasiereiche Menschen, die sich eigentlich recht wohl dabei fühlen, wenn sie ihre Fantasie beim Schreiben freien Lauf lassen können. Die Quelle oder der Grund über die Themen über die wir schreiben wird bestimmt von unserem gesamten Erinnerungsvolumen, also all unsere Erfahrung/Erlebnisse die wir bisher in unserem Leben gesammelt haben, und deren zur Verfügunggestellten emotionaldynamischen Priorität, deren einzel und gesammtbetrachteten Schlussfolgerungen, plus all jene sozialdynamischen Triebe die, die unsere Existenz sichern, kurz unserem Unterbewustsein. Damit einschließen müssen wir auch genetische Abweichung, die möglicherweise unsere Vorlieben mitbestimmen. Einige genetische Veränderung sind geschichtlich bedingt normal.


    Das Gafferprinzip.


    Alle Autoren kennen es und jeder hatte schon einmal gesehen. Passiert irgendwo ein Unfall, scharen sich Menschentrauben um die Unfallstelle und das obwohl die meisten keinen erkennbaren Benefiz aus der Situation ziehen können. Möglicherweise hat doch dieses Prinzip einen ganz einfachen Grund. Wenn wir geschichtlich gesehen bis in die Steinzeit zurückblicken, wenn wir Menschen, die auf die Jagd gehen mussten. Jeder Jagderfolg, jedes Schlachten eines Tieres, bedeutete eine Mahlzeit, ein Fest und das über viele Jahrtausende hinweg. Selbst zur Römerzeit setzten sich blutige Rituale fort. Stichwort Kolosseum. Auch hier war das Töten ein Fest. Aufgrund von Studien weiß man, dass die Lebensweisen der Menschen über Jahrhunderte oder Jahrtausende hinweg zweifellos ihre genetischen Spuren hinterlassen. Im Grunde genommen kann man nicht ausschließen, dass die Sensationslust der Menschen auf verunfallte Personen oder ähnlichen Theman eine Folge von genetischen Veränderung ist, die über 100.000 de Jahre hin dem Prinzip folgte, Jagen, Töten, satt werden, Überlebensfest feiern.
    Und vermutlich wird es noch lange dauern, bis dieser genetische Abschnitt durch unsere moderne Lebensweise zu etwas unwichtigen verkümmert.


    Beste Grüße Mario

  • Die Quelle oder der Grund über die Themen über die wir schreiben wird bestimmt von unserem gesamten Erinnerungsvolumen, also all unsere Erfahrung/Erlebnisse die wir bisher in unserem Leben gesammelt haben, und deren zur Verfügunggestellten emotionaldynamischen Priorität, deren einzel und gesammtbetrachteten Schlussfolgerungen, plus all jene sozialdynamischen Triebe die, die unsere Existenz sichern, kurz unserem Unterbewustsein. Damit einschließen müssen wir auch genetische Abweichung, die möglicherweise unsere Vorlieben mitbestimmen. Einige genetische Veränderung sind geschichtlich bedingt normal.


    Hallo Mario,


    in den Punkten würde ich dir vorbehaltlos zustimmen. Man könnte es auch einfacher sagen: Wer wir sind, wie wir sind, warum wir zu der Persönlichkeit geworden sind, die wir sind - all das bestimmt, wie wir schreiben. Zumindest dann, wenn man schreiben kann, dem Stadium der Nachahmung entwachsen ist.