Regel?

  • Hallo 42er



    kürzlich habe ich gelesen: ( in der - Zeit -war das und es ging ums Thema - Genie -) nur wer sich mindestens 10 000 Stunden mit einer Sache beschäftigt hat, KANN in eben dieser gut sein und das sei eine Regel.


    Beim Mitlesen unterschiedlicher Forumsbeiträge, meine ich den ultimativen Rat heraus zu hören: wenn du dir nur Mühe, Mühe und nochmals Mühe gibst, wenn du weiter hart arbeitest, in Frage stellst und viel liest, wirst du`s wahrscheinlich und irgendwann zu irgend etwas bringen.


    Meine (gefühlten, wer zählt schon mit) 10 000, mit Schreiben verbrachten Stunden, habe ich, wenn ich mich nicht doch noch der Walforschung oder ähnlich Interessantem zuwende, bald erreicht. Mühe habe ich mir jede, von mir nur erdenkliche, gegeben. In Frage stelle ich jedes, von mir geschriebene Wort, jeden Satz, anschließend dann das Kapitel....


    Und dann noch: unbeabsichtigt lese ich immer wieder Schund und größtenteils hat dieser Schund hohe Auflagen.


    Frage: hat jemand einen Tipp zu meiner besseren Einsicht, Aufklärung, evtl. auch Entfrustung? (ich hoffe, denn in der Walforschung wäre ich erst bei Stunde 9 und 1/2, bin außerdem nicht mehr die Jüngste und wohne in absolut walfreier Umgebung.)



    herzliche Grüße von Barbara

  • hat jemand einen Tipp zu meiner besseren Einsicht, Aufklärung, evtl. auch Entfrustung?


    Ja. Diesen :bier, jenen :prost und den :pop2. Evtl. könntest du den hier auch noch versuchen :punk.
    Im Ernst: Schlaf mal aus, guck dir einen schönen Film an oder beschäftige wirklich einfach mal mit Walen und dann sieht die Sache schon wieder anders aus. ;)

  • Liebe Barbara,


    um dir einen qualifizierten Rat zu geben, müsste ich zum einen wohl selbst einmal die Erfahrung gemacht haben, wie es ist, "den Rubikon zu überschreiten" :) , also Erfolg mit dem Schreiben gehabt zu haben; zum anderen müsste ich dich und dein bisheriges Schreiben sehr gut kennen. Beide Voraussetzungen erfülle ich nicht. Ich möchte aber versuchen, ein paar Ideen niederzuschreiben, die mir im Kopf schwirren.


    Mein alter Repititor sagte immer: Es reicht nicht, viel zu tun, man muss auch das Richtige tun. Achim beeindruckte mich vor Kurzem, als er schrieb, er habe jetzt etwas gefunden, was ihm Spaß mache, und zwar Anthologien. Das seien kürzere Texte, man bekomme konkrete Aufgaben und trainiere gleichzeitig für Texte nach ur-eigenen Ideen. Ich probiere es gerade mit einem neuen Genre, an das ich vorher nie gedacht habe, und es macht mir (zumindest erst mal) Spaß. Mein letzter BT bezog sich auf ein Projekt, das viel zu groß für mich war. Als ich das nach den Kritiken geschnallt hatte, konnte ich mich von diesem "heißgeliebten" Projekt lösen und hatte den Kopf frei für Neues. Kurz und gut: Vielleicht hilft es dir, beim Schreiben irgendetwas Neues auszuprobieren.


    Herzliche Grüße,


    Hugo

    Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Unglücklicherweise weiß niemand, wie sie lauten. (William Somerset Maugham)

  • Liebe Barbara,


    auch ich möchte Dir gern antworten, weil ich die Verzweiflung heraus lese, die sicher viele von uns kennen. Zunächst einmal glaube ich, Du hast es bereits zu etwas gebracht, denn Du machst etwas, dass Dich ausfüllt und Dir Freude bereitet. Schreiben ist in vieler Hinsicht eine wundervolle Beschäftigung. Es verdient Anerkennung, wenn man sich - wie Du - aus ganzem Herzen einer Sache hingibt, die einem wichtig ist.


    Dass diese Hingabe, Überzeugung und auch die Qualität leider kein Garant dafür ist, dass man die Ziele erreicht, die einem vorschweben, weiß jeder. Denn dies ist in allen Berufungen und Berufen so. Es wird nicht anhand der Stunden, Zeichenanzahl oder der Hingabe darüber entschieden, ob ein Buch veröffentlicht wird oder nicht. Es ist müßig darüber nachzudenken. Denn es gibt keinen Maßstab und zu viele verschiedene Meinungen.


    Konzentriere Dich darauf, was Du gern und aus Überzeugung tust: Schreiben. Genieße es. Denk an die vielen Menschen, die sagen "ich würde so gern einmal ein Buch veröffentlichen" und es nicht einmal versuchen. Denk an die, die nicht ihre Texte, Sätze, ja, jeden Buchstaben einzeln hinterfragen. Sie werden niemals auch nur in die Nähe eines eigenen Buches kommen.


    Es gibt keine Regel, außer der zu schreiben.


    Ich wünsche Dir viel Spaß dabei und gib Bescheid, wenn der Verlagsvertrag unterschrieben ist :)


    Herzliche Grüße aus München


    DianaH

  • Liebe Barbara,


    ich muss - wenn es mir ein bisschen so geht wie Dir wohl gerade - oft an einen Moment mit einer guten Freundin denken, an einen Abend, an dem ich unbedingt gut aussehen wollte und bei ihr vor dem Spiegel saß und mich schminkte und darüber jammerte, dass das einfach nicht aussieht. Ich war gerade erst fertig mit dem Make up und sah aus wie der Tod oder so ähnlich. Sie winkte nur ab und sagte: "Einfach weitermachen." Und tatsächlich, nachdem dann auch Puder und Eyliner und Lippenstift aufgetragen waren, sah es gut aus.


    Heute weiß ich nicht einmal mehr, warum ich an dem Tag gut aussehen wollte und die Freundin ist inzwischen auch nicht mehr meine Freundin, aber an dieses: "Einfach weitermachen" muss ich immer mal wieder denken, wenn ich völlig verzweifelt vor irgendwas stehe oder sitze und meine, dass sowieso nie etwas daraus wird.


    Und übrigens: manchmal ist eine Schreibpause auch nicht schlecht, dann kommt nämlich nach einer Weile wieder Lust auf's Schreiben. Jedenfalls hat das jetzt gerade bei mir ganz gut funktioniert.


    Außerdem erinnere ich mich noch gern an Deinen Hundefriedhof-BT und ich will wissen, wie es da weitergeht ;)


    Herzliche Grüße
    Berta

  • Das mit den 10.000 Stunden hab ich auch schon mehrfach gelesen. Da ist auch sicher was dran, am Machen, Üben, ständigen Tun.
    ABER: es gehört eben auch das Quäntchen Glück dazu, das, was man schreibt, auch veröffentlichen zu dürfen. Das ist ehrlich gesagt auch eine ziemlich große Quante und dazu kommt sicher noch der Faktor Zufall.
    Trotzdem und deswegen: weitermachen. Schreiben zu können und zu dürfen ist eine ganz große Sache und die sollte man sich durch nichts vermiesen lassen!

  • Hallo DianaH, Hugo und Simone


    danke für eure Entfrustungsversuche und Mutmachungen - im Prinzip WEISS ich, dass ihr Recht habt, ABER...na ja, wahrscheinlich ist so ein Hänger normal, gehört dazu und ist vielleicht sogar irgendwann fruchtbar, zeugt sogar von der Ernsthaftigkeit meines Tuns. Immerhin hatten ihn, diesen Hänger, ja auch schon Andere (positiv versuch zu sehen.)


    es ist nur so: ich bin mitten drin, im aktuellen Projekt, hab mich damit sogar für ein Stipendium beworben und FÜRCHTE neuerdings geradezu, angenommen zu werden weil ich fürchte deren und meinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.


    So, und jetzt nehm ich erst mal Simones Rat wörtlich denn mir bleibt nichts anderes übrig und das mit den Walen wird eh nix mehr.


    Gute Nacht


    Barbara