Wikileaks seit gestern abend offline

  • Wie ich eben erfahren musste, ist Wikileaks seit gestern abend offline. Angeblich wegen DOS-Attacken. Nach dem mMn äußerst dubiosen Haftbefehl gegen den Gründer und Betreiber dieser Plattform, Julian Assange, folgte der Rauswurf aus der Homepage des Internetgemischtwarenhändlers Amazon, (natürlich ohne jeden Druck seitens der USA, wie der Marktriese eilfertig verkündete ;)). Nun holte das Imperium gemeinsam mit seinen Vasallen zum letzten Schlag aus, die Seite wurde abgedreht.
    Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd. Ich hoffe, Julian Assange hat ein solches. ;)


    Manuela X(

    Einmal editiert, zuletzt von Manuela K. ()

  • Zitat

    Original von Manuela K.
    (...) Nach dem mMn äußerst dubiosen Haftbefehl (...)(


    Hallo, Manuela
    Welche seriösen Informationen hast Du, die Dir den Haftbefehl gegen Assange als dubios erscheinen lassen?

  • Zitat

    Original von blaustrumpf


    Hallo, Manuela
    Welche seriösen Informationen hast Du, die Dir den Haftbefehl gegen Assange als dubios erscheinen lassen?


    Keine!
    Deshalb schrieb ich auch: meiner Meinung nach und nicht: meines Wissens nach. Aber mein Sozialbau-Kinderinstinkt sagt mir, es kann kein Zufall sein, dass genau in dem Moment, wo tausende Dokumente mit brisantem Inhalt veröffentlicht werden, wie aus dem Nichts, eine Vergewaltigungsanklage gegen Julian Assange auftaucht. Nunmehr reagierte Amazon, kurz darauf ist die Seite nicht mehr erreichbar. Ein Schelm, der da nicht argwöhnisch wird. ;)



    EDIT:
    WIE ICH GERADE HÖRTE, OPERIERT WIKILEAKS SEIT WENIGEN STUNDEN WIEDER. ÜBER EINEN SCHWEIZER SERVER.

    3 Mal editiert, zuletzt von Manuela K. ()

  • Hallo ihr Lieben,


    n-tv schreibt das hier dazu. Wichtiger aber, dass wikileaks ja immer noch erreichbar sind
    und demnächst wohl mit einem .ch arbeiten wird.


    Ich fürchte, je mehr Grund für Verschwörungstheorien die offiziellen Stellen liefern, desto größer wird der Zulauf für die Plattform. :evil


    Liebe Grüße
    Judith

    Nay, thy lordship, me ain't no thief, not even a smart one - Piper Quickfingers



    Der Tokee in Die rote Kammer [buch]393991407X[/buch]

  • Zitat

    Original von Ulli
    Soweit ich weiß, ist der Haftbefehl älter als Wikileaks.


    Wikileaks gibt es seit 2006, der Haftbefehl exisistiert seit Sommer 2010

    BLOG: Welt der Fabeln


    Die schönsten Schlösser und Burgen in Oberbayern und Bayerisch-Schwaben

    ASIN/ISBN: 3831335559


    Verengung des freien geistigen Horizontes ist eine Gefahr in Zeiten des Massenkultes.
    Emanuel von Bodmann


  • Zitat

    Original von Horst Dieter
    der Haftbefehl exisistiert seit Sommer 2010


    .. und zwar tauchte der Vergewaltigungsvorwurf auf, kurz nachdem irgendwelche US-Offiziellen nach der Veröffentlichung der Pentagon-Dateien wüste Drohungen gegen A. ausgestoßen hatten. Ich finde auch, dass die Sache stinkt (obwohl man natürlich nicht restlos ausschließen kann, dass die Vorwürfe berechtigt sind.)

  • Und schon wieder vom Tisch, der Haftbefehl. Sagt der [URL=http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,713051,00.html]Spiegel[/URL].

  • Hallo ihr Lieben,


    ein Quelle zum ersten Haftbefehl befindet sich z.B. hier.


    Liebe Grüße
    Judith

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    Der Tokee in Die rote Kammer [buch]393991407X[/buch]

  • Zitat

    Original von Judith
    Ich fürchte, je mehr Grund für Verschwörungstheorien die offiziellen Stellen liefern, desto größer wird der Zulauf für die Plattform. :evil


    Ich fürchte das gar nicht so sehr. Denn, obzwar meine Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist, kommt es mir so vor, als seien die lautstark prophezeiten Todesopfer nach Veröffentlichung der Afghanistan-Dokumente ausgeblieben.


    Und wem meine Sympathie gehört, wenn jemand die Chuzpe besitzt, das das bisher vertuschte im Gebahren einer arroganten, gesellschaftspolitisch überaus rückständigen Weltmacht zu veröffentlichen, ist auch klar.


    Zum Thema Verschwörungstheorie: Wenn jemand sich mit einer Weltmacht mit soundsovielen Geheimdiensten offen anlegt. überrascht es nicht, wenn irgendwo etwas noch so kleines gefunden wird, woraus dann diese Behauptung gestrickt wird.


    Ja, ich glaube, die Welt kann ein Stück weit besser werden, wenn Befehlshabee, Geheimdienste und Politiker in Zukunft befürchten müssen, dass Publik wird, wenn sie Zivilisten erschießen lassen bzw. jemanden denunzieren.


    Man kann natürlich darüber streiten, dass Wikileaks scheinbar alles veröffentlicht, aber so muss vielleicht jeder, der in einem für die Öffentlichkeit wichtigen Bereich agiert, sich an den medialen Imperativ halten: Tu und sage in deinem Amt nur, was du später von dir im Netz lesen möchtest.

  • Hallo Michael,


    bei mir rennst du jetzt gerade offene Türen ein, sonst hätte kein Teufelchen hinter dem Satz gehockt, wobei ich das nicht auf irgendeine Macht, sondern auf Politik (das bezieht auch wirtschaftlichen Handeln ein) im Ganzen beziehen würde. :D


    Liebe Grüße
    Judith

    Nay, thy lordship, me ain't no thief, not even a smart one - Piper Quickfingers



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  • Hallo ihr Lieben,


    hier ein Frage/Antwortspiel mit Assange, wenn ich das richtig sehe, von heute.


    Liebe Grüße
    Judith

    Nay, thy lordship, me ain't no thief, not even a smart one - Piper Quickfingers



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  • Hallo Judith,

    Zitat

    Original von Judith
    bei mir rennst du jetzt gerade offene Türen ein, sonst hätte kein Teufelchen hinter dem Satz gehockt, wobei ich das nicht auf irgendeine Macht, sondern auf Politik (das bezieht auch wirtschaftlichen Handeln ein) im Ganzen beziehen würde.


    ach so. Ich hatte hinter dem Teufel gar keine ironie erhofft.


    Und selbst wenn es den USA gelingen sollte, Wikileaks plattzumachen. Es wird Nachahmer geben; je mehr sie nun Zeter und Mordio schreien, umso mehr. Da hilft es auch nicht, dass fast alle Medien auf ihrer Seite sind.


    Optimistische Grüße,
    Michael

  • Aus einem nationalen,schwedischen Haftbefehl wurde Ende November ein internationaler, wenige Tage später wurde der Wikileaks-Seitenzugang via Provider gesperrt, dann stieg Amazon aus, es folgte ein Verhaftungsdementi, nunmehr gibt es wieder einen gültigen Haftbefehl gegen Julian Assange. Seit zwei Tagen ist die Seite über die letzte neutrale, europäische Bastion, die Schweiz erreichbar. Aber wie lange noch, denn die USA setzen die Eidgenossen massiv unter Druck.
    Seit vorgestern ist das pay-pal Konto von Wikileaks gesperrt, bis auf weiteres können keine Spenden eingezahlt werden. Weiters wurden sämtliche amerikanischen Ministerien und Bundesbehörden angewiesen, allen öffentlich Bediensteten den (amtlichen) Zugang zu Wikileaks zu sperren.
    Und unsere schöne, neue Welt sieht zu, hat anscheinend die Sprache verloren. Sie dreht sich stumm und dreht sich stumm, nach and'ren Wirklichkeiten um.
    Es ist den USA immer hervorragend gelungen, ihre ganz individuellen Interessen zu Anliegen der gesamten Welt zu machen. Und was für die Verteidigung "amerikanischer Interessen" so alles unter die Räder kommt, kennen wir mittlerweile zur Genüge. Wir brauchen uns folglich nicht wundern, dass wir heutigentags in Socken vor dem Nacktscanner einchecken müssen.


    Manuela :)

    2 Mal editiert, zuletzt von Manuela K. ()

  • Zitat

    Original von Manuela K.
    …Wir brauchen uns folglich nicht wundern, dass wir heutigentags in Socken vor dem Nacktscanner einchecken müssen.


    Manuela :)


    Warte mal ab. Lange wird das mit den Socken nicht mehr gehen. Dann musst du die auch ausziehen. Außerdem gibt's dann für jeden gratis einen Einlauf, für alle Fälle und um das zu finden, was zum Schmuggeln vorher gegessen wurde. Und wenn du vorher Couscous, Tabouleh, Mouhalabiye oder einfach Hammel oder eine Linsensuppe gegessen hast, dann sieht es ganz schlecht für dich aus 8-)

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    Emanuel von Bodmann


  • Ich hoffe sein Gaul lahmt.


    Das ist das Spiel mit dem Feuer und ich möchte nicht dabei sein, wenn es anfängt zu brennen.

    Mein Blog über die Geschichten von Büchern


    BuchGeschichten


    Ihr dürft mir gerne einen Kommentar hinterlassen, würde mich sehr freuen!

    Einmal editiert, zuletzt von Benedikt ()

  • Wikileaks veröffentlicht jetzt auch heiße Geheimnisse aus dem deutschen Kulturbetrieb:


    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/1333420/


    Spaß beiseite.


    Mit Verlaub, aber so lange keine Geheimdokumente aus Saudi-Arabien, Libyen, Kongo, China, Nordkorea usw. veröffentlicht werden, ist Wikileaks in meinen Augen nichts anderes als Meinungsmache. Zwischen die veröffentlichten Dokumente, die kaum ein Normalbürger sichten (oder gar verstehen) wird, und ihre Wahrnehmung ist - wie immer - die Presse geschaltet, und im Ergebnis geht es nicht um Detailfragen, sondern um die Bestätigung sattsam bekannter Vorurteile. Wer gewinnt dieses Spiel? Meiner Meinung nach die Tyrannen, die sich über die Selbstlähmung freiheitlicher(er) Staaten ins Fäustchen lachen. Wikileaks hat nichts mit Pressefreiheit oder Meinungsdemokratie zu tun. Der "Dienst" zeigt lediglich, was heutzutage technisch möglich ist. Aber nicht alles, was möglich ist, sollte man auch tun. Vielleicht bleibt das als Erfahrung hängen, irgendwann.


    Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich goutiere keineswegs das Vorgehen jener, die mein(t)en, unter dem Deckmantel der Geheimhaltung Werte und Menschen opfern zu dürfen. Aber es gibt hier viele Grau- und Grenzbereiche, und ein öffentlicher Pranger befriedigt immer nur die Sensationslust der Zuschauer, sonst nichts.

  • Hallo Tom,


    verzeih, aber ein bisschen anders sehe ich das schon, denn wen man sie liest, diese Dokumente, tritt mehr über die Tyrannen dieser Welt zutage, als sonst herausgekommen wäre. Für mich gehört es, naiv, wie es klingen mag, zur Demokratie, den Vernebelungstaktiken der Tyrannen Offenheit und Transparenz gegenüber zu stellen. Gerade das lassen aber die Demokratien in den letzten Jahren genauso wie zu Zeiten des Kalten Krieges, vielleicht sogar heute noch mehr vermissen.


    Assange mag sein, wie er will, die Plattform fordert ein Stück dieser Wahrnehmung des Bürgers als Eigner des demokratischen Staates und damit all seiner Informationen zurück und von daher finde ich sie wichtig.


    Und sagen die Dokumente nur, was alle ohnehin wissen? Vielleicht, obwohl ich es bezweifle, wichtig ist mir, dass die Dokumente selbst von niemandem bis jetzt als Fälschung dargestellt wurden. Wir blicken also staunend auf das, was da tagtäglich in unserem Namen und mit unserem Geld getan wird. Unser Recht, finde ich.


    Dokumente aus Tyrannenstaaten einzufordern ist da für mich ein Argument, dass nicht vollständig trägt, denn die basieren auf Geheimhaltung und Unterdrückung. Vom ungleich höheren Risiko für die Lieferanten der entsprechenden Nachrichten gar nicht erst zu sprechen.


    Liebe Grüße
    Judith

    Nay, thy lordship, me ain't no thief, not even a smart one - Piper Quickfingers



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