Veraltetes Stilmittel?

  • Habe eine dringende Frage an SF-Spezies:


    Ich schreibe seit ca. zwei Jahren an zwei Handlungsebenen einer sog. Social Fiction. Eine Frau erzählt in Rückblenden ( die hoffentlich lebendig gelingen) wie sie in eine scheinbar auswegslose Situtation gerät. Mein ganzer Plot, bishin zu einem überraschenden Ende, steht.
    Als dritten Erzählstrang - und hierzu meine Frage - will ich dazu das Bild der Gesellschaft zeichnen, in der sie lebt. Da die Erinnerungen der Frau eher persönlich sind, erzählen sie von ihrer Welt nur eingeschränkt.
    Am liebsten wäre mir, dieses Bild am Anfang eines jeden Kapitels inform einer fiktiven Medienmeldung, Zitats, oder ähnlichem ( natürlich zum Kapitel passend)
    anzureißen und so für den Leser zusammenzupuzzlen.
    Ich habe die SF-Großmeister durch...und allesamt nutzen sie diese Möglichkeit.
    Als Leser fand ich das, sofern gelungen, auch ziemlich spannend.
    Jetzt mache ich mir aber Gedanken....ob das nicht ( wie z.B. ein Gibson inzwischen auch :anbet) völlig veraltet ist.
    Ich hoffe, dass überhaupt jemand diese Frage versteht ( ich ärger mich grade wieder, dass ich die wunderbaren, kryptischen Begriffe der Rhetorik nicht kenne, sonst hätte ich präziser fragen können).

    [buch]3866855109[/buch]


    "Sinn mag die äußerste menschliche Verführung sein." - Siri Hustvedt

    Einmal editiert, zuletzt von lametta ()

  • da wären Gibson, Vance, Scott-Card, Delany, Morrow, Heinlein, u.a....wobei ich Orson Scott-Card am liebsten lese.


    ...diese Auflistung beansprucht natürlich nicht, vollständig zu sein...es gibt da ja auch noch einige andere...Asimov, Lem und solche...aber die mocht ich nicht so.

    [buch]3866855109[/buch]


    "Sinn mag die äußerste menschliche Verführung sein." - Siri Hustvedt

    Einmal editiert, zuletzt von lametta ()

  • Hallo, lametta.


    SF-Welten bringen dieses Problem immer mit sich. Man überläßt entweder das Nichtgesagte/-erklärte der Phantasie des Lesers (Was zur Hölle ist ein Pyker - und warum kann man damit nur aus der Hüfte schießen? Und wieso wird der König dieser Welt gewählt?), speist das Verstehen aus Dialogen und Handlungssequenzen (best choice), oder man wählt eines der von Dir genannten Stilmittel. Neben Meldungen und vergleichbarem kann man auch eine Chronistenfigur einsetzen, Auszüge aus einem später erschienenen Geschichtsbuch einfügen, oder originelle(re) Varianten wählen, wie Douglas Adams das mit seinem Reiseführer gemacht hat. Natürlich sind das alles Kunstgriffe, die schon zig Male benutzt wurden, aber veraltet sind sie deshalb nicht. Diese Gefahr sehe ich nicht, eher schon diejenige, sich des Ideenklaus schuldig zu machen. ;-)


    Der letzte SF-Roman, den ich gelesen habe, "Accelerando" von Charles Stross, enthielt ganze Sequenzen, in denen der Hintergrund von einem anonymen Erzähler geschildert und kommentiert wurde.

  • Vielen Dank Tom.
    Ich hab auf eine Antwort in dieser Art gehofft. Es macht mir nämlich einen Riesenspaß, Zeitungsartikel zu erfinden....oder Reden eines durchgeknallten Herrschers, oder so...
    Ja und dass dem Leser mit diesen kurzen Szenen ein wenig Interpretationsspielraum bleibt , finde ich ( als Leser) essentiell.


    Das mit dem Abkupfern darf natürlich nicht....aber da ich sooooo viel gelesen habe, kann eh nur ein Mischmasch von allem dabei rauskommen...


    Vielen Dank bis hier und allen ein schönes Wochenende.

    [buch]3866855109[/buch]


    "Sinn mag die äußerste menschliche Verführung sein." - Siri Hustvedt