Beiträge von Horst-Dieter

    Ich würde mich auf solch eine Situation, dass nur einer das Honorar bekommt und mit anderen teilen muss, nicht einlassen.


    Musterverträge für solch eine Co-Autorenschaft kenne ich nicht.

    Ich habe sowohl im Sachbuchbereich auch bei Belletristik schon Projekte mit anderen Autoren umgesetzt (bei Belletristik hauptsächlich mit der sehr geschätzten Monika D. aus B.). In allen Fällen gab es entweder einen Vertrag mit dem Verlag, den beide Autoren unterschreiben mussten oder es gab für jeden Autoren einen Vertrag. Das Honorar wurde geteilt, wenn eindeutig ein Autor mehr zu tun hatte als der zweite, auch durchaus andere Regelungen (z.B 2/3 und 1/3).

    Ich hatte letztens eine Absage, in der mich die verantwortliche Lektorin beschwor, das Buch trotzdem fertigzuschreiben, dass ich angeboten hatte. Dass es nicht in das Programm des Verlages passen würde, daran ließe sich nichts ändern, aber lesen würde sie es gerne.


    Absagen nehme ich schon lange nicht mehr schwer, ich habe mehr erhalten, als ich zählen kann. Dem gegenüber stehen die Zusagen, weniger an der Zahl, aber jedesmal weitreichender und motivierender. Dass eine Absage auch "motivierend" sein kann, habe ich aber auf diese Weise auch einmal erfahren dürfen.

    HD, warum so angefressen? Ich habe lediglich seinen Eindruck wiedergegeben, den er im Vergleich beider Länder in den Dingen hatte, die ihn betrafen: Restaurants, Fitnessstudios, etc. Das könnte man auch einfach mal so stehen lassen als einen persönlichen Eindruck von jemandem, der nun gerade beides gesehen hat.

    Ich weiß nicht, warum man etwas "stehen lassen" soll, das nicht als "persönlicher Eindruck" sondern eben generalisierend wiedergegeben wird. Es wurde ja nicht gesagt, dass man Manhatten mit Berlin vergleicht, sondern Amerika mit Deutschland. Und das ist dann kein persönlicher Eindruck mehr, sondern eine mehr als subjektive Meinung. Genauso wie die Einschätzung, dass dort drüben im Sommer alle vorsichtiger waren, wir hier aber nicht und deshalb jetzt die Infektionen steigen. Schaut man sich die Zahlen über den Verlauf an, dann sieht man, dass es in den USA auch immer Sommer immer schlimmer aussah als bei uns, und das nicht (nur) in absoluten Zahlen, sondern auch im Verhältnis (also pro 100.000 Einwohner). Selbst in Europa stehen wir nicht schlecht da, auch wenn es in einzelnen Ländern noch etwas besser aussieht als bei uns.


    Und nein, ich bin nicht angefressen. Solche Behauptungen reizen mich immer zum Widerspruch, bitte also nicht persönlich nehmen. Ich halte mich inzwischen oft zurück, aber manchmal kann ich einfach nicht anders. :achsel

    Ja, genau von dem. Die "normalen" Leute scheinen da jedenfalls disziplinierter zu sein. Vielleicht als Gegengewicht... :achsel

    Die normalen Leute sind auch hier disziplinierter. Es ist immer so eine Sache, ob man seinen persönlichen, beschränkten Eindruck "generalisiert", oder ob man versucht, die tatsächliche Situation einigermaßen in den Blick zu bekommen. In der Liste mit den Neuinfektionen und den Todesfällen durch Corona stehen die USA ganz oben, Deutschland kommt erst ganz weit dahinter.

    Ich habe heute mit einem Freund gesprochen, der in New Jersey lebt und im September für ein paar Tage bei seinen Eltern in Deutschland war. Er sagt, er war sehr überrascht, wie unvorsichtig die Leute in Deutschland seien. In Ami-Land sei man sehr viel vorsichtiger als in Deutschland. Jedenfalls meinte er, ihn würde überhaupt nicht wundern, dass die Zahlen hier so in die Höhe gegangen sind. Er sagt, dort wäre viel mehr möglich, weil Restaurants, Fitnesstudios etc. viel mehr darauf achten, dass sie nur eine gewisse Anzahl an Leuten reinlassen, so dass immer genug Abstand herrscht. Dass sie dort insgesamt viel disziplinierter sind. Das fand ich sehr interessant.

    Von welchem Amiland redet der? Von dem, in dem der amtierende Präsdient eine breite Coronaspur hinter sich herzieht?

    Am nächsten Donnerstag (5.11.) beginnt an der VHS Mittleres Taubertal mein Online-Schreibkurs "Kriminalromane schreiben und veröffentlichen". Da "online" sich nicht auf das mittlere Taubertal beschränkt, kann auch von andernorts aus mitgemacht werden. Eine der bisher vorliegenden Anmeldungen kommt sogar aus dem europäischen Ausland. Ich habe diesen Kurs bereits im letzten Jahr auf die übliche Art und Weise durchgeführt, also mit physisch vorhandenen Teilnehmern. Es sind noch Plätze frei, Anmeldungen bis Donnerstag 12 Uhr noch möglich.


    Außerdem geht es nicht speziell um diese zehn Klassiker. Es geht um Lesegewohnheiten. Das Erzähltempo ist ein anderes, die Lebenswelt und die Sprache natürlich auch. Das spricht junge Leser nicht mehr an. Aber manche Titel sind immer noch Pflichtlektüre in dier Schule.

    Es geht, so kommt es mir zumindest vor, um Pauschalierungen. Klar ist bei modernen Autoren das Erzähltempo ein anderes (obwoh, auch nicht immer), Lebenswelt und Sprache sowieso, das ist so selbstverständlich, dass ich das gar nicht erwähnt hätte. Immerhin gibt es jetzt den Hinweis, dass "junge Leser" gemeint sind und das Schullektüre auch irgendwie eine Rolle spielt. Da scheinen mir die Aussagen schon etwas besser zu passen. Heute gab es in der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über eine neue Flaubert-Übersetzung (Die Erziehung der Gefühle). Der Autor ist 1880 gestorben, also auch nicht mehr ganz frisch. Außerdem gibt es bereits einige Übersetzungen. Warum macht das der Verlag? Solch eine Übersetzung ist ein teures Vergnügen! Für Bücher, die nicht mehr gelesen und damit auch nicht gekauft werden, wird das kein Verlag machen. (Noch nicht einmal ein DKZV, denn die Autoren sind ja tot und können ihre Bücher nicht mehr selbst finanzieren :rofl ). Andererseits gibt es Verlage, die gerade deshalb Bücher drucken, deren Autoren mindestens 70 Jahre tot sind. Sie müssen keine Honorare mehr bezahlen. Billige Ausgaben fluten die Tische vor den Buchladen und werden gekauft (vielleicht sogar gelesen). Es gibt sogar Menschen (auch junge) die gerade Bücher mit "älterem Lesetempo" gerne lesen (außerhalb der Schule).


    Zu den Klassikern: Ich hatte gestern mal geschaut, ob es Studien dazu gibt, was gelesen wird, habe aber nur diesen Artikel gefunden, der meinen Eindruck bestätigt: https://www.tagblatt.ch/kultur…l-keiner-lesen-ld.1172748


    10 Bücher bestätigen den Eindruck, dass Keine(r) mehr Klassiker lesen will?


    <kopfschüttelmodus an>


    Es gibt auch nicht "die Klassiker" und sonst nur Genreliteratur. Dazwischen liegt noch eine ganze Menge.


    Und zur Digitalisierung: Da könnte ich noch mit weiteren Links dienen. Es ist schon viel digitalisiert, doch weitaus nicht alles. Meine im vorigen Post geäußerte Perspektive halte ich aufrecht. Außerdem ist diese Art von Digitalisierung nicht unbedingt für das Lesevergnügen gedacht. Vieles davon lässt sich nicht einmal vernünftig auf einen E-Book-Reader laden.

    Die Bücher von Astrid Lindgren waren, soweit ich mich erinnere, im vorigen Jahrhundert keine Taschenbücher, meist auf gutem Papier gedruckt. Einige stehen auch bei uns noch im Regal. Denen sieht man das Alter durchaus an, sie sind aber alle in einem besseren Zustand, als Taschenbücher aus dem gleichen Zeitraum. Und sie wurden alle mehrfach gelesen. Das Argument, dass es die Herzen der Autorinnen und Autoren freut, wenn Bücher ordentlich "zerlesen" sind, stimmt ja nur halb. Wenn man dem zerfledderten Buch nicht ansieht, ob es "eine/r" oder "viele" zerlesen haben, geben sich die erfreute Autorin und der erfreute Autor einer Selbsttäuschung hin..


    Damit nicht der falsche Eindruck entsteht: Ich bin nicht gegen Taschenbücher, ganz im Gegenteil, es ist gut, dass diese erfunden wurden. Ich greife ja selbst immer wieder zu dieser Art Buch. Inzwischen gibt es auch qualitativ hochwertigere Taschenbücher, die durchaus billig produzierten Hardcoverausgaben qualitativ überlegen sind. Wenn es möglich ist, lese ich aber lieber in gebundenen Büchern. Wenn es sich nicht um kiloschwere Ausgaben handelt, empfinde ich das Lesen (auch das Halten des Buches) angenehmer. Bei extrem dickenTaschenbüchern empfinde ich das "Lesevergnügen" als Zumutung.


    Und zu den Klassikern und anderen älteren Büchern: Buchblogger, die sich an Trendliteratur orientieren gibt es viele. Die geben aber nur einen sehr engen Blick auf das, was geschrieben und gelesen wird - auf die zeitgenössische Trend-LIteratur also. Klassiker (und andere ältere Literatur) werden nach wie vor gelesen - und nicht nur von Literaturstudentinnen und -studenten. Selbst das, was an Taschenbüchern veröffentlicht wird, wird von diesen nicht annähernd vollständig erfasst.


    Das inzwischen "alles" digitalisiert ist, ist eine Vorstellung, die so nicht zutrifft. Es werden noch mehrere Jahrzehnte vergehen, bis solch eine Aussage ansatzweise korrekt sein wird. Vielleicht sogar ein Jahrhundert. Möglicherweise ist das aber auch nie der Fall.

    Die Häufigkeit, mit der ein Buch gelesen werden kann, bevor es unbrauchbar geworden ist (bei normalem Gebrauch), ist bei gebundenen Büchern größer. Hinzu kommt, dass die Taschenbücher schneller altern, weil das Papier früher verdirbt. Taschenbücher aus den sechsziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kann man heute kaum noch lesen, weil die Seiten schon dunkelbraun sind. Hinzu kommt, das damals eine extrem kleine Schrift und kaum Rand bei Taschenbüchern weitverbreitet war. Lesen macht da keinen Spaß mehr. Hingegen kann man in gebundenen Büchern mit gutem Papier, die mehr als hundert Jahre alt sind heute noch gut lesen (wenn sie gut behandelt wurden).