Beiträge von Th. Walker Jefferson

    Lieber Horst-Dieter,


    Ich weiß schon, wer die Nichte ist (Rhoda Broughton), aber ich finde es etwas unelegant, daß ich googeln mußte, um das herauszufinden.


    Der Onkel ist Sheridan Le Fanu, was nicht schwer herauszufinden ist, weil es nicht so viele irische Horror-Autoren gibt und Le Fanu tatsächlich eine Ausnahmestellung einnimmt. Aber daß er der Onkel von Rhoda Broughton ist, war mir komplett unbekannt – ebenso wie Rhoda Broughton selbst.


    Du hast recht: Rätsel darf man nicht gleich lösen können, sonst sind es keine. Aber hat es einen Sinn, sie so zu gestalten, daß ein Mensch, auch mit gewissen Kenntnissen der Literatur, sie praktisch nicht lösen kann?


    Hätte es beispielsweise einen Sinn, nach einem Autor wie Albert Ehrenstein zu fragen, der irgendwann einmal tatsächlich berühmt und für die Literatur des Expressionismus wichtig war und einen interessanten Lebenslauf hat? Den würde doch kein Mensch erraten, insbesondere wenn ich so frage: Es geht um einen Autor, über den eine bekannter, inzwischen verstorbener Literaturkritiker, der in den Feuilletons 1970er- und 1980er-Jahre jedoch allgegenwärtig war, 1969 promoviert hat.


    Trotzdem finde ich den Hinweis auf Broughton interessant, ich habe auf jeden Fall etwas dazugelernt. Den ausgelobten Preis kann ich nicht akzeptieren, weil ich nicht mit fairen Mitteln auf die Lösung gekommen bin.


    Letzte Frage: Hast du denn etwas von Broughton gelesen? Ich habe kurz in Not Wisely, But Too Well. A Novel. By the Author of Cometh Up as a Flower? reingelesen – Brougthon verwendet einen umständlichen, extrem betulichen auktorialen Erzähler, bei dem wenigsten mir Angst und Bang wird.

    Als Nichte eines damals sehr bekannten irischen Schriftstellers ...

    Ich weiß, wer der Onkel ist – er hat einen französischen Namen. Aber von der Nichte, sprich der gesuchten Autorin, habe ich noch nie gehört.


    Im viktorianischen Großbritannien gab es nicht besonders viele gute Schriftstellerinnen, mir fallen nur George Eliot, die Brontë-Schwestern, Christina Rossetti und Elizabeth Barrett Browning ein. Die ersten beiden sind aber auf keinen Fall gemeint, während die letzten beiden Dichterinnen sind und damit auch nicht gemeint sind.


    Ich würde deshalb sagen, daß die gesuchte Frau eine vergessene Trivialautorin ist, so etwas wie eine viktorianische Courths-Mahler. Auf diesem Gebiet bin ich leider nicht sehr beschlagen.

    Bleibt jetzt nur noch Anthony Burgess.

    Horst-Dieter: Wow! Sehr schön! Anna Wimschneider: :rofl


    Ich hätte das nur erraten, weil ich vage wußte, daß Burgess komponiert hat und eigentlich Musiker werden wollen – und natürlich wegen Clockwork Orange und Kubrick. Die Geschichte mit der Malaysia-Trilogie war mir komplett unbekannt. Interessant!


    Spartaner: Schönes Rätsel! Nicely done. Keep up the good work! Du kannst, keine Kritik, dafür auch eigene Threads eröffnen, was in der Forenübersicht am besten geht.

    Wolf Wondratschek?

    Das ist RICHTIG!


    Wolf Wondrtaschek war der größte Pop-Dichter der späten 1970er- und frühen 80er-Jahre. Heute halb vergessen, hat er damals mit einigen Gedichtbänden Auflagen von 100.000 Exemplaren und mehr erreicht.


    Liest man seine Gedichte jetzt wieder, was ich nochmals getan habe, dann haben sie im Vergleich zu damals deutlich gelitten, mehr als Bukowski z.B. Bei Wondratschek ist zu vieles aufgesetzt, nicht erlebt, nicht gefühlt, nicht echt und offensichtlich von Bukowski und Leuten wie Bob Dylan und David Bowie übernommen.


    Er spielt zu oft den einsamen, abgebrühten, enttäuschten, harten Kerl mit der Lederjacke, der bei den richtigen Frauen nicht landen kann, was ihn aber gar nicht so stört, denn es gibt ja Bierdosen, Boxkämpfe, herrlich leere Hotelzimmer und die ganzen Idioten um einen rum, die man komfortabel verachten kann, wenn man eine Dreizimmerwohnung in der Innenstadt, ein Ikea-Regal voller Bücher und einen Schreibtisch aus Glas hat.

    Unser Autor ist hauptsächlich als Dichter berühmt geworden, obwohl er auch Romane geschrieben hat. Aber Romane kann er nicht. Gedichte dagegen schon.


    Es gab eine Zeit vor vielleicht vierzig, fünfundvierzig Jahren, da waren die Gedichte unseres Autors richtig berühmt, auf jeden Fall unter jungen Intellektuellen.


    Dieser Autor hatte immer mit Verlagen Probleme. Am Anfang hat er gar keinen gefunden, da wurden seine Gedichte von einer Versandbuchhandlung vertrieben, einem Laden, der damals genau wie unser Autor Kult war, übrigens immer noch existiert, aber inzwischen so oft verkauft und umgemodelt wurde, das von dem fast schon einzigartigen Charme, den diese Verlagsbuchhandlung einmal hatte, nichts mehr da ist. Nach vielen Verlagswechseln ist dieser Autor auch heute wieder bei einem Verlag aus der zweiten oder inzwischen sogar dritten Reihe. Und da wird er wohl bleiben.


    Unser Dichter hatte berühmte Vorbilder, an die er sich, wie man aus heutiger Sicht sagen muß, vielleicht ein bißchen allzu stark angelehnt hat. Eines dieser Vorbilder ist Arthur Rimbaud, dessen Qualität unser Autor nie erreicht hat, der andere ist Charles Bukowski, mit dem unser Autor es durchaus aufnehmen kann, auch wenn er, da er ein ganz anderes Leben als Bukowski geführt hat, nie so authentisch wie der Amerikaner wirkte.


    Und doch haben einige der frühen Gedichte unseres Autors einen ganz eigenen Zauber, den sie für den, der damals jung war, immer behalten werden. Er hat zum ersten Mal in der deutschen Literatur eine Melodie gesungen, die es bis dahin nicht gab. Eine Melodie, die einen an nächtliche Straßen erinnert, die man einmal gegangen ist; an Fenster, unter denen man einmal gestanden hat, weil dahinter eine Frau war, die, wartete man nur lang genug, sich zeigen würde; an alte Autos, in denen man saß, am Radio drehte und im Shell-Atlas die Straße nach Granada suchte.

    "Multatuli", alias Eduard Douwes Dekker.

    Hauptwerk: Max Havelaar

    Das ist richtig! Hervorragend! :!oo)


    Der große Klassiker der holländischen Literatur ist ein Kolonialbeamter, der sich das Pseudonym "Multatuli" gegeben hat.


    "Multa tuli" bedeutet: Ich habe vieles getragen, was Douwes Dekker als "ertragen" begreift. Multa ist Neutrum Plural von multus (= viel), tuli 1. Person Singular Perfekt aktiv von ferre, tuli, latum (= tragen).


    Sein Hauptwerk ist der Roman Max Havelaar, in dem Multatuli die niederländische Kolonialherrschaft in Indonesien scharf und sehr kenntnisreich kritisiert, nachdem er selber 20 Jahre als Kolonialbeamter in Indonesien verbracht hatte.


    Multatulis Stil erinnert an eine Mischung aus Dostojewski, Gottfried Keller und Wilhelm Rabe. Mit Keller und Rabe teilt er einen Hang zum kauzigen Humor.

    Nils mit seinem profunden Wissen zu unbekannten Literaturen hat den gesuchten Autor erraten und auch schon den Hauptpreis abgeräumt, einen handsignierten Heyne-Pappband mit einem Roman von Utta Danella ("Das Glück der Hohentanns"), der in 200 Jahren bis zu 30 Euro wert sein könnte.


    Teilnehmen lohnt sich also!


    Aber es gibt natürlich noch jede Menge Trostpreise, ich bitte also um weitere Meldungen.

    Nein, Ihr Lieben!

    Jack London


    Salman Rushdie?

    Nein, keiner von beiden!


    Okay, das ist ein merkwürdiger Autor, der nur in einem deutschen Nachbarland als absoluter Klassiker gilt. In Deutschland ist er fast unbekannt.


    Sein Pseudonym bedeutet wörtlich "Ich habe viel getragen", damit ist Leid und Sorge gemeint, denn unser Autor war einer der großen Unglücklichen in der Literaturgeschichte. Mit Dostojewski hat er etwas geteilt, das man heute "Spielsucht" nennt.

    Der Autor, von dem hier die Rede ist, gilt in seinem Land als Klassiker und ist dort Schullektüre. Er ist jedoch nicht unter seinem wirklichen Namen bekannt geworden, sondern unter einem merkwürdigen Pseudonym, das nicht der Sprache seines Heimatlandes entstammt und obendrein auch noch eine verborgene Bedeutung enthält.


    In seinem Hauptwerk hat der Autor bestimmte Praktiken und Lebensweisen seines Heimatlandes scharf angegriffen, wodurch er berühmt wurde – Praktiken und Lebensweisen, die es heute nicht mehr gibt, die jedoch den damaligen Reichtum des Landes begründet haben.


    Wer war es?

    Das mag sogar sein. Aber meinst Du damit MEINEN Stil? Ich halte mich selber nämlich weder für jemanden, der polarisiert, noch für jemanden, der anderen gegenüber aggressiv auftritt.

    Hallo, Anja,


    Nein, ich meine jetzt nicht explizit dich. Am Abgang von Manuela, Didi und Heike Duken ist keiner ganz allein schuld, es wird schon die ganze Gemengelage gewesen sein, aber auffällig ist, daß sich solche Leute früher nicht in solcher Zahl verabschiedet haben.


    Also läuft irgendwas nicht richtig.


    Wir haben übrigens auch keine BTs mehr, und deren Vorstellung und Besprechung war ja einmal das Herz dieses Forums.


    Ich bin – in einem gewissen Rahmen – auch für Moderation, insbesondere, da ich ja auch nicht immer nett bin oder war und ein legendärer Streit zwischen Michael und mir ja vor Jahren sogar in den Sandkasten verschoben werden mußte, damit er nicht das ganze Forum kontaminiert.


    Aber Moderation kann nicht recht viel mehr bedeuten als Streit schlichten und die Diskussion sachlich einigermaßen im richtigen Bachbett zu halten. Bemerkungen eines Moderators nach dem Motto (ich übertreibe): "Jetzt drück dich endlich klarer aus – oder halt die Klappe!" bringen gar nichts und vertreiben auf die Dauer die Leute. Wer so moderiert, der hat irgendwann keinen mehr zum Moderieren.

    Ostelbe sieben hatte schon mal ein anderes Pseudonym, und er ist ein Mann, keine Frau :) .

    Und natürlich kann hier jeder schreiben, was er/sie möchte. Aber mal ehrlich: Verstehst Du immer so ganz genau, was er sagen möchte? Ich nicht. Und viele andere hier auch nicht.

    Hallo, Anja,


    Es ist mir doch ganz egal, wer sich hinter Ostelbe sieben verbirgt. Mir geht es um den Ton hier und darum, wie die Leute hier ganz plötzlich angefahren werden, was dazu führt, daß es hier bald überhaupt keine offenen Diskussionen mehr geben wird.


    Und dann könnte ihr den Laden hier zusperren, das sage ich dir Anja. Es haben in der letzten Zeit einige geschätzte Mitglieder und gute Autoren das Forum hier abrupt verlassen – auch weil sie mit dem Stil hier nicht mehr klarkamen. Nicht nur mit den Inhalten.


    Wenn ich hier noch ein paarmal sehe, daß Alexander Leute weiterhin so dermaßen blöd anredet oder ihr beide glaubt, ihr müßtet hier die Threads auch inhaltlich moderieren bzw. zensieren, dann bin ich auch nicht mehr lange hier.


    Das ist nicht der Thread hier, um die Sache auszudiskutieren, aber dich sage dir und Alexander hier und jetzt, daß ich nur allzugern bereit bin, die Sache in einem anderen Thread auszufechten. Und da kann er mich dann, wie er es angedroht hat, "stechen". Das schaue ich mir an.

    So. Ostelbe Sieben. Dies könnte ein passender Augenblick sein, um Dich freundlich dazu aufzufordern, mit den Leuten zu kommunizieren, wenn Du etwas schreibst. Und das bedeutet auch: Auf sie einzugehen. Sich verständlich auszudrücken, statt zu schwafeln.

    Hallo Alexander,


    Ostelbe Sieben kann schreiben, was sie will. Und sie kann sich auch ausdrücken, wie sie will. Das ist und war immer eine freie Diskussion hier. Hier muß sich doch niemand sagen lassen, was und wie er/sie zu schreiben hätte bzw. was und wie er/sie nicht zu schreiben hätte.


    Wie Ostelbe Sieben mit den Leuten hier kommuniziert, ist allein ihre Angelegenheit.


    Wie heißt es doch so schön auf Eurer Homepage:


    Zitat

    Das Internetforum der 42erAutoren bietet auch einen Bereich, der für Jedermann zugänglich ist. Alle Interessierten können sich hier anmelden, ohne Vereinsmitglied zu sein, und sich über das Schreiben und den Literaturbetrieb austauschen.


    Ich lese hier auch nirgendwo, daß du kraft deines Amtes hier als Moderator eingesetzt wärest.