Beiträge von Kiana

    Ich habe mich bei meinen letzten Manuskripten gegen den Ich-Erzähler entschieden, weil mir das für meine Geschichten zu wenig Abwechslung geboten hätte (andererseits lese ich gerade einen Fantasyroman, in dem es drei Ich-Erzähler gibt, das kannte ich so vorher noch nicht).


    Allerdings sind es dann bei mir keine zehn Perspektiven, sondern eher 2-3. Das ermöglicht mir aber, auch Situationen aufzunehmen, bei denen der Protagonist nicht anwesend ist und das finde ich für meine Krimis besser, um die Spannung zu erhöhen.

    Richtig oder falsch gibt es da aber nicht, es kommt halt immer auf die Geschichte an, was besser passt.


    Deswegen kann die Ich-Erzählperspektive in deinem Manuskript durchaus ein Vorteil sein. An "faul" hätte ich da nie gedacht, ob es so zu langweilig ist, kann man nur beurteilen, wenn man das Manuskript liest. ;)

    Und dann aktuelles Geschehen. Viele waren beeindruckt vom Gedicht, das Amanda Gorman während der Amtseinführung von Joe Biden vorgetragen hat. Der Verlag, der die Rechte für die Niederlande erworben hat, wollte es von einer Weißen übersetzen lassen. Was sich als schwierig erwies:


    https://www.stern.de/kultur/bu…ebersetzen--30407696.html

    Das ist für mich auch Diskriminierung, wenn jemand wegen Herkunft und Hautfarbe ein Gedicht nicht übersetzen darf. Die Hautfarbe sollte bei so was völlig egal sein, hier geht es doch um Kompetenz und wie gut es der Übersetzerin/dem Übersetzer gelingt, den Ton des Autors zu treffen. Und da sollten (meiner Meinung nach) Sprachgefühl, Menschenkenntnis und Empathie eine Rolle spielen und nichts anderes.

    Es ist eigentlich ein trauriges Beispiel.

    Dann dürfte es auch keine Therapeuten geben, bzw. dürften sie nur mit Alkoholikern arbeiten, wenn sie selber mal einer waren oder mit Missbrauchsopfern, wenn sie selber Missbrauchserfahrungen haben usw.

    Als Therapeut braucht man Empathie und ich denke, die braucht man als Autor auch, weil man sich beim Schreiben in die Sichtweise verschiedener Persönlichkeiten einfühlen muss.

    Ich musste mir heute einige Bewerbungen ansehen und eine Bewerberin hat in ihrem Anschreiben das Wort "Corona-Bremsspur" benutzt, um zu beschreiben, dass die Situation ihre Karriere ausgebremst hat.

    Sehr unglückliche Wortwahl ...

    Inzwischen habe ich für jede Stimmung einen Text, an dem ich dann schreibe. Das kann doch nicht die Lösung sein, oder?

    Mit Text meinst du jeweils ein Manuskript? Das klingt tatsächlich etwas kompliziert ...


    Alternativ könntest du innerhalb eines Manuskripts ein Kapitel schreiben, das gerade zu deiner Stimmung passt. Denn auch deine Protagonisten werden ja Höhen und Tiefen erleben.

    Oder du versuchst es mal mit Musik und am besten nicht nur zuhörend, sondern mitsingend. Es sei denn, du musst eine traurige Szene schreiben. Beim Singen werden nämlich Glückshormone ausgeschüttet, das könnte dann hinderlich sein. ;)

    So, wie du es erfahren hast, habe ich das (zum Glück) mit den Kommentarfunktionen nie erlebt. Das geht für mich auch am Ziel der Kommentarfunktion vorbei, aber letzten Endes kann sie natürlich jeder so nutzen, wie er will.

    Ebenso wie die Sternebewertungen ...

    "Ich war zu Hause, aber der Postbote hat trotzdem eine Karte eingeworfen" (1 Stern) - "Der Film war ja auf englisch, das hätte man deutlicher ranschreiben können. Und was bitte sollte der Vermerk [OV] hinter dem Titel?" (1 Stern) - "Meine Frau hatte das auch bestellt, wir mussten eines zurückschicken" (1 Stern) - "Das Buch war ganz zerknickt, weil der Postbote den Umschlag in den Briefkasten gedrückt hat" (1 Stern) [...]

    Sehr gute Beispiele und leider so wahr ...

    Ich lese auch keine Gedichte, aber die Bücher, die ich dazu bei amazon gefunden habe, hatten mindestens 140 Seiten (und das war für Kinder, die für Erwachsene hatten dann 170 Seiten oder mehr).

    Da ich keine Gedichte lese, vermute ich einfach mal, dass das grundsätzlich Bücher sind, die man eher so zwischendurch mal liest (wenn einem der Sinn danach steht) und nicht in einem durch, wie man es bei einem Roman macht. Meist sind das ja Texte, die ein bisschen nachklingen sollen (oder?) – und dann ist es vermutlich egal, ob es nun 100 Seiten sind oder mehr.

    Die Kommentarfunktion hat mich nie gestört, die fand ich sogar ganz praktisch, z. B. wenn man eine Rückfrage zu einer Rezension hatte. Da ging es dann aber eher um technische Produkte, nicht um Bücher.

    Ich war früher auch Rezensent, habe dann aber alle meine Rezensionen gelöscht nach einer Datenpanne bei amazon. Aber zuvor hatte ich auch ab und zu Rückfragen zu meinen Rezensionen erhalten, die ich auch gerne beantwortet habe.


    Die sollten sich lieber mal was einfallen lassen, um völlig unsinnige Rezensionen herauszufiltern wie "Bin sehr unzufrieden, Artikel kam zu spät" (und dann 1 Stern). :rolleyes:

    Ich kenne das Thema von unserer Marketingabteilung. Als Unternehmen möchte man natürlich möglichst schnell gefunden werden und je weiter oben man in der Suche auftaucht, desto besser.


    Ich kann deine Bedenken verstehen, aber vielleicht auch nur, weil ich nicht in der Marketingabteilung arbeite und mich damit nicht auskenne. Vielleicht wird die Vielfalt der Texte gar nicht beeinträchtigt, aber es klingt leider schon danach. :/

    Manchmal ist es so eine Sache mit dem Plural.

    In einem Gespräch mit Kollegen kam mal die Frage auf, wie eigentlich die korrekte Mehrzahl von Persona ist. Die meisten sagen einfach "Personas", aber korrekt wäre (laut Duden) Personae.


    Ich würde auch "Wörter" sagen, nachdem ich mal auf den Link von Horst-Dieter geklickt habe.

    Natürlich würde ich das mit der Agentur absprechen und nicht einfach Verlage anschreiben. Mir geht es auch eher um Selfpublishing und evtl. Romanwettbewerbe, die ich immer mal wieder in manchen Foren entdecke. Die Wettbewerbe, über die ich von meiner Agentur schon mal informiert werde, passten bisher noch nicht zu dem, was ich gerade schreibe.

    Wobei ich schon von Autoren gehört habe, dass die Agentur ihnen sogar empfohlen hat, mit einem Manuskript, das bei den großen Verlagen nicht untergekommen ist, eigenständig auf kleinere Verlage zuzugehen.


    Da ich mir keine großen Hoffnungen mehr mache, dass mein genreübergreifender Krimi vermittelt wird, wäre das ja vielleicht ein Plan B, wenn die Agentur dann keinerlei Ansprüche mehr auf dieses Manuskript erhebt. Das würde ich dann natürlich klären, wenn da irgendwann die Rückmeldung kommen sollte, dass sie den Krimi nicht vermitteln können.


    Ich bin nun wieder „agenturlos “. Aber weil i c h gekündigt habe. [...] Und als mit meinen neuen Projekten nichts zu Stande kam, habe ich sogar die mündliche Zusage bekommen, mich selber kümmern zu dürfen und als ich das dann tat und Erfolg hatte, habe ich gekündigt...

    Ich bin ja bisher sehr zufrieden mit meiner Agentur und habe keinerlei Wechsel- oder Kündigungsgedanken. Aber wenn man in der Branche schon erfahren ist und es auch auf eigene Faust gut klappt, ist das natürlich auch eine Möglichkeit.


    Ich fürchte mir geht es auch einfach etwas zu langsam, aber das liegt an der Branche. Wie bei vielen Autoren liegen auch bei mir zig Ideen auf dem Rechner, manche sind teils ausgearbeitet und pausieren aktuell, aber man könnte was draus machen. Aber da die Agentur mit mir ja noch keinen Cent verdient hat, erwarte ich auch nicht, dass die jetzt wöchentlich gleich mehrere Ideen von mir prüfen und konzentriere mich da nun erstmal auf die Leseprobe zum neuen Krimi, bzw. warte ich da gerade auf Feedback.

    Wenn ich im Buchladen nur den Titel gelesen hätte, wäre ich nicht auf die Idee gekommen mir das Buch genauer anzusehen und den Klappentext zu lesen. Sicherlich sind mir dadurch schon einige gute Bücher entgangen, aber nach irgendwelchen Kriterien muss ich mich ja entscheiden.

    Meist sind es also die Titel, die mir ins Auge fallen und bei Fantasyroman auch oftmals die Covergestaltung.

    "Auf Interesse stoßen" klingt danach, als würde man die ganze Zeit vortanzen, bis dann mal eine müde, aber wenigstens halbwegs positive Reaktion aus dem Publikum kommt

    So war es nicht gemeint, sondern wohl eher unglücklich ausgedrückt.

    Ich würde nur irgendwann auch gerne wieder Fantasy schreiben und gehe davon aus, dass da auch weiterhin kein Bedarf seitens der Agentur besteht. Falls sich das ändert, kriege ich es aber sicherlich mit.

    Wenn ich Lust auf Projekte habe, die zeitlich (weil man nicht mehrere Titel gleichzeitig anbietet und die Taktung nicht zu hoch ansetzt) oder irgendwie strukturell nicht so recht passen würden, spreche ich mit der Agentur darüber, bevor ich mir allzu intensive Arbeit mache.

    Ja, das habe ich gemacht bezüglich des Krimis: Idee eingereicht, die fanden sie gut, dann das Exposé geschrieben, fanden sie auch gut, zuletzt also die Leseprobe eingereicht.

    Bzgl. Taktung kann ich nichts sagen, was da üblich ist. Wenn ich eine Idee habe, die passen könnte, würde ich sie der Agentur vorschlagen.

    Nein nicht gestorben .... ich probiere es einfach weiter, sowohl andere Agenturen zu finden oder auch Verlage oder irgendeine andere Art und Weise der Veröffentlichung. So lange mich meine Projekte noch interessieren. Manchmal erlischt auch mein Interesse für meine eigenen Projekte. Dann ist es aber auch nicht weiter tragisch.

    Ich habe zwei Projekte, an denen ich bestimmt fünf Jahre nicht gearbeitet habe, jetzt hätte ich wieder Lust darauf. Aber die müssen nun erstmal warten. ;)

    Aber stimmt – die Möglichkeit gibt es ja auch noch, dass man dann selber auf Verlage zugeht, die für das Projekt infrage kommen.

    Meine Agentur ist zurzeit leider nicht interessiert an Fantasyromanen und ein Exposé zu einem anderen Genre war der Agentur noch nicht rund genug. Entschieden hatte sich die Agentur stattdessen für ein Exposé zu einem Krimi, zu dem ich vor ein paar Tagen die Leseprobe eingereicht hatte. Da warte ich nun auf Feedback.


    Wie geht ihr mit Ideen um, die bei eurer Agentur nicht auf Interesse stoßen?

    Sind die für euch "gestorben"? Oder versucht ihr es zu einem späteren Zeitpunkt erneut?

    Oder sind das Geschichten, bei denen ihr über Selfpublishing nachdenkt?

    Ich habe mir gerade die Geschichte "Q'topia" von Frank Schulz angehört, die an Beschreibungen von Details eines Bachlaufs geradezu überquillt. Die Aufgaben dieser Beschreibungen gehen über die Mobilisierung der Leserfantasie weit hinaus. Sie sorgen für den schulztypischen Erzählwitz, die Sprachmelodie, aber auch auf den Verweis auf andere Zusammenhänge, zum Beispiel bekommt anhand dieser Geschichte der Begriff "konkrete Utopie" eine neue Bedeutung. Aber (für mich großes Aber) mir fehlt etwas der allegorische Charakter dieser Details, der Verweis auf die "Geworfenheit" der menschlichen Existenz etc. Kann natürlich auch sein, dass ich vor lauter Binsen und Röhricht den Bruch nicht seh :)

    Danke für den Link, aber das klang mir nun alles zu abschreckend, um reinzuhören. ;) Den Autor kenne ich nicht.

    Klingt aber so, als würden die Details nicht nur der Beschreibung eines Ortes/einer Situation dienen, sondern einen ganz anderen Zweck erfüllen. Und dann ist das ja wieder eine andere Absicht, als ich sie in einem Thriller vermuten würde. Oder aber ich sehe da den Wald vor lauter Bäumen nicht. :/

    Ich mag Details, wenn sie die symbolische Ebene und Atmosphäre generieren, wenn sie Dinge, Orte, Figuren charakterisieren und natürlich wenn sie als Leitmotive ganze Bedeutungskomplexe heraufbeschwören.

    Gilt das für dich als Autor oder auch als Leser?

    In meinen Fantasyromanen beschreibe ich auch etwas mehr als in den Krimis, aber immer noch dezent. Ich habe mal ein Buch von Tolkien angelesen, das war nicht meins. Zum Glück war es nur ausgeliehen, denn je dicker ein Buch, desto mehr kostet es auch. ;)

    Die Bücher von Will Jordan lese ich weiter, weil sie trotz 650-850 Seiten preislich noch im Rahmen sind mit 10-12 Euro. Bei Fantasyroman zahlt man dann schnell 16-18 Euro pro Buch – das wäre mir dann zu teuer, wenn ich so viele Seiten bloß überfliege.

    Ich hoffe dir gefällt das Buch von Tolkien und wünsche viel Spaß beim Lesen.

    Ich lese (eigentlich) sehr gerne die Thriller von Tom Wood und Will Jordan.

    Aber beide Autoren neigen dazu, viele Situationen (für mich) viel zu detailliert zu beschreiben. Im letzten Roman von Tom Wood habe ich zwischendurch manche Seiten nur noch überflogen, ohne was von der Handlung zu verpassen. Bei Will Jordan ist es noch extremer – die Bücher sind sehr dick und ich finde man könnte da locker 10-20 % des Inhalts streichen (je nach Buch).


    Ich lese die Bücher dennoch, weil sie gut geschrieben sind und die eigentliche Handlung spannend ist. Ich frage mich aber:

    Wieso merkt das der Lektor nicht kritisch an? Ja gut, man muss Atmosphäre schaffen, aber ich muss nicht ständig zwei oder drei Seiten mit Kampfszenen lesen, in denen es darum geht, wer wem gerade wohin boxt. Oder wie die Umgebung nun bis ins kleinste Detail aussieht.

    Vielleicht bin ich als Leser bloß zu ungeduldig und ich muss mal nach anderen Thriller-Autoren schauen. ;)


    Aber wie handhabt ihr das als Autor? Seid ihr eher Freunde der detaillierten Beschreibung oder fasst ihr euch kurz und setzt mehr auf Dialoge?

    Weil ich nicht reflektieren kann, während ich noch mittendrin stehe - das wäre wie die Zigarette danach mitten beim Sex. Für mich ist Kunst Verarbeitung, ein bisschen auch Therapie (Wahnsinn, dass ich das mal schreiben würde!), Traumabewältigung, Kommunikation über eine gemeinsam bewältigte Krise, meinetwegen alles zusammen.

    [...]

    Oder? :hau

    Ich kann ja auch über eine Beziehung reflektieren oder wie es mir im Job geht, ohne dass ich mich vorher trennen oder den Job kündigen muss.


    Zum coronesken Selbstmarketing: Da finde ich, dass es deutlich schlimmere Formen des Selbstmarketings gibt. Da sind mir die lieber, die ein Liedchen über Corona singen.

    Letzten Endes ist es ja immer eine Form des Selbstmarketings, sobald jemand sein Schaffen (freiwillig) der Öffentlichkeit preisgibt.